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Wer hier viele Barock- und Jugendstilbauten erwartet, wird enttäuscht werden, besser sieht es für Fans des Funktionalismus aus. Auf jeden Fall ist die Stadt etwas Besonderes …

Es gibt wohl wenige Städte auf der ganzen Welt, die so durch eine Familie, einen Unternehmer geprägt wurden wie Zlín. Auch wenn die Geschichte der Stadt weit zurückreicht, ihr heutiges Bild ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Baťa. Die Lebens- und die Unternehmensgeschichte dieser Familie allein ist es schon wert, Zlín zu besuchen – und dann gibt es noch einiges, was man hier gesehen haben muss. Und wer gerne sich dann gerne in die Natur hinauswagt, gerne eine kleine Schiffs- oder Radtour macht, der kann diese Abwechslung auch gleich beim Baťa Kanal (Batův Kanal)  genießen.

Die Geschichte der Stadt

Die Anfänge von Zlín entwickeln sich rund um eine kleine Burg im 13. Jahrhundert. 1322 wird Zlín erstmals urkundlich als Besitz von Königin Eliška, der Witwe des böhmischen Königs Wenzel II. erwähnt. 1358 wird die Gemeinde Eigentum des Bischofs Albrecht von Šternberk, der Kaiser Karl IV. sehr nahestand. Der Besitz bleibt lange Zeit in der Hand der Familie Šternberk.

Er prägte die Stadt: Tomáš Baťa
Er prägte die Stadt: Tomáš Baťa

1397 erhalten die Zlíner weitreichende Rechte und Privilegien, wodurch die ökonomische Entwicklung der Stadt vorangetrieben wird.
In den Hussitenkriegen verlieren die Šternberks einen Großteil ihrer Besitztümer und müssen 1437 auch ihre Zlíner Besitzungen verkaufen. Die ganze Region leidet zu dieser Zeit unter den ständigen Einfällen der Ungarn, die gegen König Georg von Poděbrady kämpfen. Seine Truppen schlagen 1470 in der Nähe von Zlín ihr Quartier auf.

Die Telefone im berühmten Aufzug-Büro
Die Telefone im berühmten Büro im Aufzug

1509, 1516, 1571 und 1592 – Friede ist wieder eingekehrt – erhalten die Bürger von Zlín eine Reihe weiterer Rechte. Handel und Handwerk – überwiegend das Textilgewerbe, Töpfereien und das Schusterhandwerk florieren, ein neues Zeitalter des Wohlstandes beginnt für die Stadt. Die Häuser werden neu gebaut oder vergrößert, 1566 wird ein neuer Kirchturm gebaut, 1582 bekommt die Stadt ihre eigene Schule und 1586 wird das neue Rathaus fertig gestellt.
1578-1580 wird die Zlíner Burg in ein Renaissance-Schloss umgebaut.

Im Aufzug gab es sogar ein Waschbecken
Im Aufzug gibt es sogar ein Waschbecken

1605 plündern allerdings die Ungarn wieder die Stadt und setzen viele Häuser in Brand. Auch im 30jährigen Krieg (1618-1648) wird hier wieder gekämpft: Die Habsburger Armee fällt immer wieder in die Stadt ein, ebenso die Heere der Polen und der Ungarn. Wieder und wieder wird die Stadt zerstört. Viele Bürger verbünden sich mit den Rebellen gegen die Habsburger.

Die Schuhe brachten Wohlstand in die Stadt
Schuhe brachten Wohlstand in die Stadt

1644 werden fünf Zlíner Bürger nach der blutigen Unterdrückung der Rebellion enthauptet. Es braucht an die 100 Jahre bis sich die Stadt von den Auseinandersetzungen und Zerstörungen in dieser Zeit erholen kann.

Plakatwerbung aus vergangenen Zeiten
Plakatwerbung aus vergangenen Zeiten

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts beginnt die Stadt wieder aufzublühen: eine Leinenfabrik siedelt sich an und Mitte des 19. Jahrhunderts kommen weitere größere Industrieunternehmen dazu: 1850 wird eine Streichholzproduktion eröffnet, 1870 eine Schuhfabrik – doch beide werden bald wieder geschlossen.

Die Baťa Stadt

Die große Stunde schlägt für Zlín am 21.9.1894: Die Geschwister Tomáš, Antonín und Anna Baťa gründen die Baťa Schuhfabrik. Durch das unternehmerische Geschick – vor allem der beiden Brüder – wird Zlín zu einem anerkannten Zentrum der Schuhproduktion.

Pater Noster im Wolkenkratzer
Pater Noster im Wolkenkratzer

Während des 1. Weltkrieges liefert Baťa Millionen von Schuhen an die österreichisch-ungarische Armee, die Produktion wird weiter ausgebaut. Am Ende des Krieges arbeiten 4.000 Menschen bei Baťa. Doch nun kommen schwierige Zeiten auf das Unternehmen zu: Die Nachfrage sinkt, die Produktion geht zurück, Baťa muss Mitarbeiter entlassen. Durch eine geniale, wenn auch einschneidende Maßnahme überlebt das Unternehmen: im September 1922 verbilligt Baťa seine Schuhe um 50% und gewinnt dadurch sofort tausende neue Konsumenten und steigt zur Nummer 1 am tschechoslowakischen Markt auf.

Die Filmstudios von Zlín (früher Gottwaldov) sind heute noch berühmt
Die Filmstudios von Zlín sind heute noch berühmt

Von 1923 bis 1938 wird die Fabrik mit einem Komplex aus dutzenden modernen Gebäuden erweitert und mit modernsten Maschinen ausgestattet. Das Sortiment wird laufend erweitert: Baťa produziert nicht nur Schuhe, sondern auch Gummi, chemische Produkte, Textilien und Maschinen.

Das Museum widmet sich nun dem Leben der Familie Baťa und dem Tomáš Baťa-Prinzip
Das Museum widmet sich nun auch dem Leben der Familie Tomáš Baťa und dem Baťa-Prinzip

1923 wird Tomáš Baťa Bürgermeister der Stadt. Sein Unternehmen finanziert und baut drei Warenhäuser, ein Hotel, ein Kino, ein Krankenhaus, Schulen, Filmstudios und tausende Häuser. Baťa holt bedeutsame Architekten in die Stadt, die mit ihrer Architektur und ihren Werken von nun an das Stadtbild prägen: Kotěra, Gahura, Karfik, Lorenc und Le Corbusier arbeiten in Zlín.

Im Museum
Im Museum

1932 stirbt Tomáš bei einem Flugzeugabsturz, drei seiner Mitarbeiter übernehmen das Management der Firma. Die in Zlín ansässige Konzernzentrale unterhält inzwischen Fabriken und Tochtergesellschaften in Europa, Amerika, Asien und Afrika – 1938 hat Baťa weltweit über 65.000 Mitarbeiter.

Im Museum
Im Museum

Doch das Münchner Abkommen und die deutsche Besatzung während des 2.Weltkriegs stoppen die Entwicklung des Unternehmens. 1944 wird ein großer Teil des Werkes bei Luftangriffen der Alliierten zerstört.

Im Museum
Blick ins Museum

Im Oktober wird das Unternehmen nationalisiert und die Familie verlegt den Firmensitz von Zlín nach Kanada (Batawa, Toronto).

Die Zeit nach Baťa

Die Kommunisten übernehmen die Kontrolle über den nationalisierten Industriekomplex und auch die führenden Funktionen in der Stadt. Zlín wird in Gottwaldov (nach dem kommunistischen Präsidenten Gottwald) umbenannt.

Aus den Filmstudios
Auch die Filmstudios gehörten zum Konzern

In den 40er Jahren erholt sich die Stadt langsam wieder: 1946 wird ein Sinfonie-Orchester gegründet und ein Theater eröffnet. Zlín wird Ausgangspunkt für die Weltreisenden Jiří Hanzelka und Miroslav Zikmund. Die Gottwaldover Filmstudios werden durch die Regisseure Karel Zeman und Hermína Týrlová weltbekannt.

Fliegen war eine Leidenschaft
Tomáš Baťa war viel unterwegs

Nach dem Fall des kommunistischen Regimes 1989 wird die Stadt wieder auf Zlín unbenannt und entwickelt sich mehr und mehr zu einer Stadt der Firmengründer und Finanz-, kultureller und universitärer Institutionen.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Auch an Baťa erinnert man sich wieder gerne bei Führungen. Das Hochhaus ist heute eine der Top-Sehenswürdigkeiten, die Villa wird renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ein Museum erinnert an seinen Lebensweg, auch eine Universität wird nach ihm benannt und ein Memorial erinnert an die Gründungsgeschwister und den Flugzeugabsturz von Tomáš Baťa– eine von der Familie gegründete Stiftung unterstützt diese Arbeiten. Tomáš Baťa Junior, der Sohn von Tomáš, dem Unternehmensgründer kommt kurz vor seinem Tod noch einmal auf Besuch nach Zlín zurück und wird vom damaligen Präsidenten Vaclav Havel empfangen.

Die Sehenswürdigkeiten

Areal der Baťa Werke

Das funktionalistische Aussehen der Stadt ist stark durch die Bauwerke der Baťa Bauten geprägt, Der Fabriksaufbau begann bereits 1906, die typischen Architekturmerkmale erschienen jedoch erst 1924 beim Umbau der Fabrik, bei der eine völlig neue Bautechnologie eingesetzt wurde, deren Grundelement ein Modul mit der Größe 6,15 x 6,15 Meter war.

Am Areal der Baťa Werke
Am Areal der Baťa Werke

Das Stahlbetonskelett war mit Ziegelfensterbänken und Fenstern ausgefüllt. Weitere typische Merkmale der „Baťa-Architektur“ sind die Flachdächer, die Fassaden aus unverputzten roten Ziegeln, das Stahlbetonskelett und die Stahlfensterrahmen.

Im Baťa-Museum
Im Baťa-Museum

Funktionalität war Trumpf: Die zwei- bis fünfstöckigen Objekte waren schachbrettartig in große Erzeugungskomplexe gereiht und mit einer Transportanlage verbunden.

Blick zu der Arbeitersiedlung
Blick zu der Arbeitersiedlung

Baťa sorgte auch für die Unterkunft seiner Arbeiter: Bereits 1927 begann der Aufbau eines Stadtviertels (gut vom Wolkenkratzer aus zu sehen) für die Unterkünfte der jungen „Baťa-Arbeiter“. Drei bis fünfstöckige Häuser nach einem Projekt des Architekten František Grahura wurden 1937 vollendet.
760 01 Zlín, Vavrečkova ulica

Der Wolkenkrater – das 21. Verwaltungsgebäude

Es ist die Sehenswürdigkeit von Zlín, die man einfach besucht haben muss! Aus den verschiedensten Gründen:

  1. Der Aussicht wegen – man kann mit dem Lift hoch hinauf auf die Terrasse fahren und dort nicht nur im Café eine Stärkung zu sich nehmen, sondern auch die tolle Aussicht über die Stadt genießen
  2. Der Aufzug mit dem Büro von Tomáš Baťa und der Pater Noster
  3. Die „Katze“, die rund ums Gebäude führt und das Fenster putzen erleichterte.

Aber der Reihe nach.

Blick zum Wolkenkratzer hinauf
Blick zum Wolkenkratzer hoch

Das 1938 fertig gestellte Verwaltungsgebäude war zu seiner Zeit einer der höchsten Bauten Europas und auch heute beeindruckt der Bau noch, wenn man vor ihm steht und in die Höhe blickt. Das 77.5 Meter hohe, siebzehnstöckige Haus ist ein Meisterwerk des Architekten Vladimir Karfik. Jedes Stockwerk bietet eine Bürofläche für 200 Mitarbeiter. Aufzüge, Stiegen, Toiletten und die Klimaanlage sind außerhalb der Büroräume angebracht. Das Gebäude ist komplett klimatisiert, hat Schnellaufzüge (es staut sich aber trotzdem zur Mittagszeit) und zwei sogenannte Pater Noster (leider meistens außer Betrieb).

Das Aufzugsbüro

Besonders sehenswert ist der Spezialaufzug von Tomáš Baťa. Das 6 x 6 Meter große Büro des Firmengründers wurde in einen Aufzug eingebaut: mit Telefonen, Klimaanlagem ja sogar mit Waschbecken. Nach wie vor ein Meisterwerk der Technik. Durch die Fenster dieses „Büros“ kann man fast das komplette Fabriksgelände überschauen – die Büros auf den einzelnen Stockwerken sowieso.

Blick in das Büro im Aufzug
Blick in das Büro im Aufzug

Obwohl es nicht ganz sicher ist, ob Tomáš Baťa dieses Büro je benutzte (heute meint man: eher nicht) zeigt es aber trotzdem, wie effizient der Gründer der Schuhwerke gedacht haben muss. Immer und überall erreichbar – alles im Blick; und das ganz ohne Handy und Social Media.

Der Schreibtisch im Büro im Aufzug
Der Schreibtisch im Büro im Aufzug

Die Executive-Etage

Im 8. Stockwerk des Wolkenkratzers kann man sich in die authentische Atmosphäre der 1930er Jahre zurückversetzen. Hier ist die Einrichtung mit ihren Linoleumböden und den Holzverkleidungen originalgetreu erhalten geblieben. Eine Ausstellung führt durch die Geschichte des Unternehmens Baťa und seiner Satellitenstädte. Allerdings ist der Besuch nur unter der Woche möglich und man sollte seinen Wunschtermin auf jeden Fall vorab checken.

Blick zur "Katze"
Die "Katze" - trotzdem möchte ich hier nicht Fenster putzen

Ebenfalls bemerkenswert ist die „Katze“, eine Schiene, die sich wie eine Schlange im obersten Geschoss rund um das Gebäude schlängelt und die das Fenster putzen erleichtern sollte.

Heute ist das Gebäude Sitz der Landkreisregierung und des Finanzamts.

Blick zum Café auf der Aussichtsterrasse
Blick zum Café auf der Aussichtsterrasse

Mein Tipp: Die Aussichtsterrasse mit Katze und das Café kann ohne Führung besucht werden. Außerdem könnt ihr auch einen Blick auf den Pater Noster werfen.

Blick vom Wolkenkratzer
Blick vom Wolkenkratzer

Allerdings wäre es echt schade, den Wolkenkratzer zu besuchen und das „Aufzugs-Büro“ nicht zu sehen – und das gibt es nur mit Führung. Daher meine Empfehlung: Unbedingt eine Führung buchen! Dies könnt ihr auf der Website des Museums Südostmährens machen: www.muzeum-zlin.cz

Mehr über Öffnungszeiten, Buchungen etc findet ihr auch hier: https ://www.ic-zlin.de/25199-stadtbesichtigung (Deutsch)
760 01 Zlin, třída Tomáše Bati 21

Das Baťa Institut

In den Gebäuden 14 und 15 Im Baťa Areal ist nicht nur das ehemalige Schuhmuseum (um ein Vielfaches um die Lebensgeschichte und Philosophie von Baťa erweitert) untergebracht, sondern auch die Kreisgalerie für bildende Kunst und die František Bartoš Kreisbibliothek.

Informationszentrum, Galerie und Museum
Informationszentrum, Galerie und Museum

Das 14|15 Baťa Institut ist durch die Umwandlung von zwei Fabrikgebäuden des ehemaligen Industrieareals, die von dem Architekten Jiří Voženílek entworfen und in den Jahren 1946 bis 1949 erbaut wurden, entstanden.

Die Kreisgalerie für bildende Kunst in Zlín

Hier wird die Zlíner Architektur, der hiesige Urbanismus und das Industriedesign der Stadt präsentiert. Aber auch Werke tschechischer Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Alfons Mucha, Emil Filla, Bohumil Kubišta, Josef Čapek, Jan Zrzavý, Jindřich Štýrský, Toyen oder Otto Gutfreund, Vincenc Májovský und anderen ausgestellt. Leider fehlte bei unserem letzten Besuch die Zeit in der Galerie vorbeizuschauen, was ich aber das nächste Mal keinesfalls verpassen möchte.

Das Baťa-Prinzip: heute Phantasie, morgen Wirklichkeit

Diese ständige Ausstellung, für die das Museum für Südostmähren verantwortlich zeichnet, müsst ihr einfach gesehen haben. Sie stellt die Geschichte des Unternehmens Baťa seit seiner Gründung im Jahr 1894 bis zur Verstaatlichung des tschechoslowakischen Teils des Konzerns nach dem Zweiten Weltkrieg dar.

Blick ins Museum
Blick ins Museum

In die Schau ist auch das ehemalige Schuhmuseum integriert, das als eines der ältesten der Welt gilt, und nicht nur Schuhe aus aller Herren Länder und Jahrhunderte zeigt, sondern auch die Technologie der Schuherzeugung und die Entwicklung der Schuherzeugung in Zlín.

Schuhe, Schuhe, Schuhe
Schuhe, Schuhe, Schuhe

Es ist fast unbeschreiblich, wie viele unterschiedliche Typen, Moden, Materialien zu Schuhen oder „Schuhähnlichen“ verarbeitet wurden und werden. Einfach unglaublich – wobei ich mir beim Gehen mit einigen der ausgestellten Objekte wahrscheinlich beide Beine brechen würde, zumindest die Knöchel.

Auch ausgefallenes ist zu sehen
Auch Ausgefallenes ist zu sehen

Doch nicht nur die Schuhe, sondern auch die unterschiedlichen Maschinen sind ebenso zu sehen, wie die unterschiedlichen Werbeplakate für die Erzeugnisse. Eigene Tafeln - auch in Englisch – gehen auf die Akteure der Familie Baťa ein, zeigen ihre Philosophie und die Umsetzung ihrer Strategien.

Ob man damit gehen kann?
Ob man damit wirklich gehen kann?

Ein eigener Raum ist auch den Zlíner Filmstudios vorbehalten, die nicht nur mit ihren Kinderfilmen und Puppen weit über die Grenzen der Stadt berühmt wurden und sind. Ich (als „älteres Kind“) glaubte, mich auch an einige der Figuren noch erinnern zu können. Auf jeden Fall ist es toll zu sehen, wie schön und fantasievoll die vielen Puppen auch ausgeführt sind.

Im Raum des Filmstudios
Im Raum des Filmstudios

Gebäude 14|15 im Baťa Areal
760 01 Zlín, Vavrečkova 7040
Tel: +420 573 032 111
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.14-15.cz/en/

Das Grosse Kino

Das Grosse Kino wurde 1933 als Provisorium gebaut. Mit seiner Kapazität von 2.270 Sitzplätzen war es in der Vorkriegszeit das größte Kino landesweit, möglicherweise sogar europaweit. Der Bau wurde durch das Design Depatement der Baťa Gesellschaft entworfen, angeblich nach Plänen des Architekten Gahura. Sicher ist allerdings nur dessen Arbeit im Bereich der Innenausstattung.

Blick vom Wolkenkratzer zum Grossen Kino
Blick vom Wolkenkratzer zum Grossen Kino

Firmenchef Baťa ermunterte angeblich auch seine Mitarbeiter das Kino zu besuchen, wahrscheinlich mit einem kleinen Hintergedanken. Oft wurden Filme in Originalsprache gezeigt, sie sollten seinen Mitarbeitern das Erlernen von Fremdsprachen erleichtern.
Während des Krieges wurde auch das Kino während der Luftangriffe der Alliierten getroffen.

Derzeit leider geschlossen - das Kino
Derzeit (2026) leider geschlossen: Das Große Kino

Seit 2016 ist es allerdings geschlossen und wartet auf eine Renovierung. Die Stadt hat 2025 einen Wettbewerb zur Renovierung ausgeschrieben und möchte das Kino 2027 wieder eröffnen.
760 01 Zlín, náměsti Práce 2511

Die Villa von Tomáš Baťa

1901 begann František Novák nach eigenen Plänen mit dem Bau der Villa, die in einer großen Parkanlage steht. Allerdings war Tomáš Baťa mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden und er beauftragte Jan Kotěra mit Änderungen, sodass die Villa erst 1911 fertig wurde. Bis 1915 wurde das Haus noch um Promenaden, Altane, Pergola und ein Gartenhaus erweitert, ebenfalls alles von Kotěra entworfen, während die Innenausstattung der tschechische Maler Kysela übernahm und der Garten vom damals bekannten Gartenarchitekten František Thomayer entworfen wurde.

Die Baťa-Villa (Foto © Baťa-Stiftung, Tomas Novosad)
Blick zur Baťa-Villa (Foto © Tomas Novosad)

Das Haus wurde bald zu einem gemütlichen Treffpunkt für Freunde und Gäste, Geschäftsfreunden, Wissenschaftlern und Finanzexperten mit denen der Hausherrn gern diskutierte und sich auch den einen oder anderen Rat holte.

Im Inneren der Villa (Foto © Onomono-Photography)
Im Inneren der Villa (Foto © Onomono Photography)

Nachdem die Familie Tschechien verlassen musste, verfiel die Ville zusehends. Als Tomáš Baťa Junior nach 1989 nach Zlin zurückkehrte, erkannte er kaum mehr sein früheres Heim. Mit der Gründung der Tomáš Baťa Stiftung wurde auch die Villa vorsichtig, ganz nach ihrem ursprünglichen Aussehen einer Renovierung unterzogen.

Blick zur Villa (Foto © Tomas Novosad)
Blick zur Villa (Foto © Tomas Novosad)

Heute ist die Villa der Sitz der Stiftung. Führungen finden daher nur für größere Gruppen und nach vorherigen Absprache statt, jedoch kann man auch ohne diese den frei zugänglichen Garten wochentags von 8:00 bis 17:00 Uhr besuchen. In der Villa finden auch immer wieder Kongresse, Seminare, Schulungen, Vorträge, Konzerte und Ausstellungen statt.

Baťa Villa
Zlín, Gahurova 292
Tel: +420 577 219 083 und +420 603 484 108
www.batova-vila.cz (leider im Moment noch nicht oder nicht mehr aufrufbar)

Das Baťa Memorial

Es ist ein einzigartiges Gebäude und das Innenleben – also die Ausstellung – machte auf mich einen Eindruck, der – wie soll ich es sagen: Ein wenig spooky war. Es ist ein großes, lichtdurchflutetes Gebäude, das man hier betritt und das auf den ersten Blick leer zu sein scheint. Wer dann zur Decke blickt, sieht ein Flugzeug über sich hängen – ein Exemplar jener Maschine, die Tomáš Baťa gehörte, mit der er abstürzte und die ihm und seinem Piloten den Tod brachte.

Die Leere des Memorials und der Flieger
Die Leere des Memorials und der Flieger

Sieht man sich genauer um, bemerkt man an der hinteren Wand die Büsten der drei Baťa-Geschwister, die das Unternehmen gründeten.
Eine Stiege führt in das obere Stockwerk, das ebenfalls bis auf die Bodenlampen leer ist, aber auch einen Ausblick auf das „Todesflugzeug“ bietet.

Die Büsten der drei Geschwister, die das Unternehmen gründeten
Die Büsten der drei Unternehmensgründer

Das Gebäude wird nicht beheizt und nicht gekühlt, was durch die Milchglaswände (?) dazu führt, dass es im Winter bitterkalt und im Sommer furchtbar heiß im Inneren wird. Bitte berücksichtigt das bei einem Besuch.

Die Leere im oberen Stockwerk
Die Leere im oberen Stockwerk

Für mich war die Leere in dem Raum irgendwie beklemmend. Viel Platz für den Flugzeugtyp, mit dem zwei Menschen umkamen. Auch wenn gesagt wird, dass es wahrscheinlich Baťa selbst war, der den Absturz zu verantworten hatte, da er den Piloten den Start befahl, obwohl die Wetterlage nicht dafür geeignet war. Dennoch das Flugzeug irgendwie als Hero, die Gründer des Unternehmens klein und unscheinbar, obwohl sie doch viel für die Stadt und die Menschen getan hatten.

Blick zum Stiegenaufgang in der Mitte des Raumes
Blick zum Stiegenaufgang in der Mitte des Raumes

Außerdem soll nun auch die Taschenuhr von Tomáš Baťa ausgestellt sein. Wir hatten sie leider noch nicht zu Gesicht bekommen.
Wobei gesagt werden muss, dass mir die Architektur des Gebäudes von außen schon gefallen hat. Vor allem am Abend, wenn von Innen her Licht ausstrahlt, ist es ein wunderschönes Haus.

Ein anderer Blick auf das Flugzeug
Ein anderer Blick auf das Flugzeug

Mehr über die Geschichte des Gebäudes und seine verschiedenen Funktionen (unter anderem für Ausstellungen, aber auch als Konzerthalle) in der Vergangenheit, sowie über Öffnungszeiten und Führungen findet ihr hier: https://pamatnikbata.eu/en

Baťa Memorial
760 01 Zlín, nám. T. G. Masaryka 2734
Tel: +420 575 570 720
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.pamatnikbata.eu


Weitere Informationen für euren Ausflug nach Zlín findet ihr im
Städtischen Informations- und Tourismus-Zentrum
760 01 Zlín, nám. Míru 12
Tel.: +420 577 630 222, +420 577 630 270
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
http://www.ic-zlin.de/