In Počátky, kaum 170 km von Wien entfernt findet man in einem ruhigen Wald heilendes Wasser und ayurvedische Behandlungen …
Es war bereits mein zweiter Besuch im Resort Svatá Kateřina und ich habe mich sehr gefreut, die vielen Neuheiten rund um Ayurveda, die nun hier geboten werden, kennenzulernen.

Aber das Resort Svatá Kateřina ist mehr als ein Platz für Erholung und Urlaub, es ist auch ein Ort mit Geschichte.
Die Geschichte des Ortes
Svatá Kateřina liegt in der Nähe der Stadt Počátky an der Grenze zwischen Böhmen und Mähren auf einer Lichtung inmitten eines Nadelwaldes.

An dieser Stelle gab es bereits früher einen Kurort, St. Katharina, der um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert an der Heilquelle der Heiligen Katharina erbaut wurde, auf einer Seehöhe von ungefähr 730 Meter.

Die Quelle Svatá Kateřina wurde erstmal 1541 als heiliges Wasser beim Ort Počatky erwähnt. So sollen sich beim nahen Teich verwundete Hussiten nach einer Schlacht im Jahre 1423 kuriert haben.

Laut einer Überlieferung geht die Gründung des Kurortes auf die Herren aus Leskovec, die in der nahen Festung wohnten, zurück. Kryštof von Leskovec hatte zwei Töchter – Kateřina und Marketá – die beiden an der „heißen Krankheit“, wie man Typhus früher nannte, erkrankt waren. Beide begonnen das Wasser der Waldquellen zu trinken und erholten sich schon bald von ihrer Krankheit. Aus Dankbarkeit über ihre Heilung und „zum Lob des Herrn“ wurde über der einen Quelle eine Kapelle errichtet, die der heiligen Katharina geweiht wurde. Die zweite Quelle, die ungefähr 500 Meter südlich liegt, wurde der heiligen Marketá gewidmet.

Das genaue Gründungsdatum der Kirche Svatá Kateřina ist nicht bekannt, man nimmt aber an, dass es in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts fällt, da wahrend der Herrschaft Karls IV. die Verehrung der heiligen Katharina sehr weit verbreitet war.

Aus 1553 stammt der schriftliche Hinweis, dass bei der Kapelle der Eremit Hanzl gewohnt hat, der sich um das „Kirchlein der Svatá Kateřina in der Einöde und um die Umgebung gekümmert hat und von den Herren aus Hradec ein Deputat bezogen hat.“

Ebenso wird angenommen, dass um 1455 ein Rosenberger die Kapelle als Dank für seine glückliche Heilung gestiftet hat. Nachdem im Jahr 1594 Adam II. von Hradec und Hluboká den Jesuiten alle Rechte an den Kirchen im gesamten Herrschaftsgebiet um Hradec übergeben hatten, verwalteten diese auch den Ort Počátky mit der Kirche und den angrenzenden Kurort. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wechselte der Besitz in die Hände von Svatý Jan Křtitel aus Počátky.

Der kleine Kurort, der mit Hilfe des bedeutenden Baumeister Kilian Ignác Dientzenhofer wieder aufgebaut wurde, erlangte bald eine gewisse Bedeutung: hier arbeiteten nicht nur der Vater der Gebrüder Čapek und der Onkel von Franz Kafka als Ärzte, sondern es fanden auch bedeutende tschechische Schriftsteller wie Julius Zeyer und F.X. Šalda hier Ruhe und Erholung während ihrer Kur.

Anfang der 1950er Jahre wurde der Kurort umgebaut und ab 1953 als Kinderheilstätte benutzt. Vor der Renovierung und dem Ausbau zu einem Hotel waren hier 140 Kinder untergebracht. Gebäude, Wege, Einrichtung und die Bausubstanz befanden sich in einem sehr schlechten Zustand.

So standen für die Kinder, die zu zehnt in einem Zimmer untergebracht waren, nur drei Badezimmer zur Verfügung. Paradoxerweise heizte man mit Kohle, was sicher nicht zur Heilung der Atemwegserkrankungen beitrug und die Kläranlage funktionierte fast überhaupt nicht.
Die Heilquelle
Die Heilquelle entspringt direkt auf dem Gelände des jetzigen Resorts. Sie zeichnet sich durch hohe Ergiebigkeit und durch eine konstante Temperatur von 6°C aus. Ihr Wasser wurde bereits Jahrhunderte lang als Trink- und Badekur verwendet.

Die Quelle verfügt über eine natürliche Radioaktivität und enthält Schwefel, Eisen, Natrium-, Kalzium- und Kaliumkarbonat, Silikat, Sulfat und Chlorid. Als alkalische Mineralquelle fördert sie die Harnstoffausscheidung, wirkt gegen Magenübersäuerung, löst Gallensteine auf, hilft bei Verstopfung, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und mindert Blutarmut. Außerdem wirkt das Wasser als Entgiftungsmittel, da es hilft Schwermetalle aus dem Körper auszuscheiden.

Man kann der „Gesundheit“ hier nicht entgehen – denn das Wasser der Quelle kommt aus jedem Wasserhahn im ganzen Resort!
Die Hotels
Auf dem Gelände befinden sich drei Hotels mit unterschiedlicher Ausstattung, die insgesamt über 79 Doppelzimmer verfügen: Die Standardzimmer sind in den Häusern Gymnasium und Garnison untergebracht, hier sind auch Hunde als Gäste willkommen.

Zimmer in den höheren Kategorien finden sich nur im Hotel St. Kateřina. Hier ist auch die Viva Bar ein Geschenk-Shop in der Lobby und das Restaurant Voda untergebracht.

Im Orangerie Café kann man außerdem einen ausgezeichneten Cappuccino bestellen oder sich mit anderen kleinen Köstlichkeiten verwöhnen lassen.

Im Hotel Garnison ist außerdem noch ein Yoga Shop untergebracht, der neben Bekleidung und Ausrüstung mit bekannten Marken auch noch spirituellen Schmuck und vieles mehr anbietet.
Im Hotel Gymnasium finden sich die Fitnessräume und hier finden auch die Beauty Behandlungen statt.

Ich war schon bei meinem ersten Besuch von diesem Resort sehr angetan. Die Hotels liegen mitten im Wald. Da das Resort autofrei gestaltet ist (man muss sein Auto auf einen Parkplatz außerhalb abstellen und wird dann mit einem Shuttle abgeholt) hört man keinen Lärm, nur das Rauschen der Blätter in den Bäumen und das Tschilpen der Vögel. Vor dem Restaurant sitzt man bei warmem Wetter auf einer Holzterrasse und blickt auf einen kleinen Teich. Wunderschön und erholsam.

Während bei meinem ersten Besuch noch kein Handyempfang und auch kein Fernsehen möglich war, um sich ganz von der hektischen Welt abzukoppeln, ist man nun weniger streng. Auch wenn wir damals wenig Zeit hatten, war ich vom Wellness-Angebot sehr angetan.

Doch wie heißt es so schön? Man kann immer noch besser werden und das ist hier wirklich in einem wirklich großen Ausmaß geschehen. Svatá Kateřina ist eines der besten Ayurveda Ressorts geworden, das ich je besucht habe.

Wer auf ask-enrico.com öfter einmal vorbeischaut, kennt wahrscheinlich bereits meinen Faible für Ayurveda. Dieser geht zwar nicht so weit, dass ich mich mein ganzes Leben nur noch auf die ayurvedische Küche beschränken möchte, aber so hin und wieder ein paar Tage damit tun einfach gut. Das gleiche lässt sich für Ayurveda-Massagen, einen Stirnguss oder die speziellen Dampfbäder sagen. Es tut einfach gut, entspannt Körper und Geist und man kehrt dann wieder richtig erholt in den doch meist hektischen Arbeitsalltag zurück. Probiert es einmal aus.

Svatá Kateřina hat sich auch nicht komplett der Ayurveda Kultur verschrieben, aber wer es hier ausprobieren möchte oder eine Kur bucht, kann sich sicher sein, das Beste vom Besten zu erhalten. Garant dafür sind die Spezialisten aus Kerala, dem indischen „Ayurveda Mekka“, die hier ihre Arbeit zu unserem Wohlbefinden verrichten.

Ob Ärztin, Masseur*in oder Koch, alle kommen aus dem indischen Kerala und wurden dort ausgebildet und können so Ayurveda auf höchstem Niveau bieten. Auch bei der Ausarbeitung der unterschiedlichen Programme arbeitet man hier mit den Spezialisten einer renommierten Ayurveda Gruppe aus Indien zusammen.

Bei meiner letzten Pressereise hatten wir das Glück sowohl eine Massage wie auch die Küche auszuprobieren und ich kann nur versichern: Herrlich. Die Massage entspannt hervorragend, man merkt förmlich wie sie die einzelnen Knötchen und Verspannungen langsam zu lösen beginnen. Sie wird fest, aber nicht zu fest durchgeführt – für mein Empfinden gerade richtig.

Vielleicht ist der Geruch der Massageöle für manche gewöhnungsbedürftig – ich finde auch diese sehr gut. (Vielleicht weil sie auch ein bisschen schon Gusto auf indisches Essen machen 😊)

Und dieses solltet ihr unbedingt auch ausprobieren. Es ist von der Suppe, über Vor- und Hauptspeise herrlich würzig, man ist immer satt, aber hat nie ein Völlegefühl.

Natürlich kann man sich auch „normale“ Küche bestellen – wir haben von überall „gekostet“, ich empfehle euch aber wirklich, lasst euch einfach einmal auf diese Küche ein. Bei einem längeren Aufenthalt wird auch noch euer „Ayurveda-Typ“ bestimmt damit die Behandlungen und auch das Essen noch spezifischer für euer Wohlbefinden abgestimmt werden können. Irgendwann gönne ich mir das auch noch …

Während auch die Ayurveda-Mahlzeiten im Hauptrestaurant, das außerdem auch noch hervorragende Weine und natürlich gutes tschechischen Bier anbietet, eingenommen werden, finden die Ayurveda-Behandlungen im neuen Ayurveda-Pavillon statt.

Mit diesem Bau ist es geglückt, dass man schon vor dem Treatment in eine eigene Welt eintritt. Der Pavillon ruht auf Granitsteinen, die aus einem nahen Steinbruch stammen, es wurde sehr viel mit Holz und Glas gearbeitet und ein Meditationsgarten mit Wasserfall, Bachlauf und Hindu-Statuen lädt vor- oder nachher zum Entspannen und Loslassen ein. Ayurveda soll helfen Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht zu bringen und neue Energie zu gewinnen und diese Umgebung unterstützt die Behandlungen ganz sicher dabei.

Das Resort bietet neben Ayurveda auch verschiedene andere Packages an: wohltuende Massagen, Kräuter- und Ölanwendungen, Aromatherapie, Entspannungs- und Bewegungsübungen, Meditation, Yoga und vieles mehr. Die Behandlungsschwerpunkte liegen im Resort auf den unterstützenden Behandlungen moderner Zivilisationskrankheiten, aber die Anwendungen reichen von posttraumatischen Störungen über Arthritis, Rheuma, Herz- und Nervenerkrankungen, chronischen Entzündungen, Diabetes, Migräne, Schlafstörungen bis zur Behandlung von Unfruchtbarkeit.

Bei einem kleinen Spaziergang durch das Resort kommt man nicht nur an der Ursprungsquelle vorbei, sondern kann auch einen anderen mystischen Ort besuchen.
Der Steinkreis der Druiden
Steinkreise waren bis ins späte neolithische Zeitalter und die beginnende Bronzezeit häufig in Nordeuropa und in Großbritannien zu finden. Die meisten stammen aus der Zeit um 3.000 vor Christus. Kreise ohne zentralen Stein schreibt man eine sakrale Funktion zu, Kreisen mit einem hochragenden Steinblock in der Mitte (einem Menhir) wurde vor allem heilende Wirkung zugeschrieben.

Der Steinkreis im Resort Svatá Kateřina besteht aus 33 Steinen und einem 34. Stein, der sich in der Mitte des Kreises befindet und ist eine Replika alter megalitischer Strukturen. Er gilt als der größte seiner Art in Tschechien und weist eine Besonderheit auf: Genau durch diesen Kreis verläuft die Wasserscheide zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer.

Angeblich kann man hier das Sonnen- und Mondlicht ebenso bewusst wahrnehmen, wie die Erde und die kosmische Energie. Hier muss ich allerdings passen. Obwohl ich schon ein wenig esoterisch angehaucht bin, hat mich hier die Einfühlsamkeit verlassen – ich habe nicht gespürt.

Aber es lohnt sich trotzdem zum Steinkreis zu wandern. Schon allein der Bilder und der Aussicht wegen. Wenn ihr es dann auch noch schafft, bei Sonnenauf- oder -untergang ein Bild zu schießen, sind euch viele Instagram-Likes sicher. Leider hat bei mir zugegebener Maßen die Faulheit überwogen, aber immerhin bin ich auch des nächtens hinaufgepilgert und habe einige Bilder vom beleuchteten Pavillon zu bieten…
Was kann man im Resort Svatá Kateřina sonst noch machen?
Wandern, Joggen, Nordic Walken (der Wald mit schönen Gehwegen liegt ja sozusagen vor der Haus- oder Zimmertür), aber auch Reiten, Radfahren, Golfen, Tennis spielen oder auch Fuß- und Volleyball könnten am Programm stehen.

Zwei Seen – der Obere und Untere See – werden von der Quelle gespeist, wodurch auch eine einzigartige Schattierung auf ihrer Wasseroberfläche erzeugt wird. Sie bieten im Sommer für die Gäste die notwendige Abkühlung und können auch von Schwimmfans benutzt werden.
Am besten man schmökert sich durch die verschiedenen Paket- und Urlaubsangebote des Resorts, es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei.
Resort Svatá Kateřina
394 64 Počátky, Svatá Kateřina 327
Tel: +420 606 657 002 und +420 724 557 922
Email:
https://www.katerinaresort.cz/de/