Ihr habt schon alle Weihnachtsmärkte in Wien und Umgebung besucht, doch der Wunsch nach Punsch ist noch immer vorhanden? Dann auf ins Nachbarland.
Auch hier gibt es viele große und kleinere Weihnachtsmärkte und man kann sie immer mit einigen Sehenswürdigkeiten verbinden.
Wahrscheinlich sind euch die Weihnachtsmärkte in den großen Städten Tschechiens schon bekannt – wenn nicht, dann nichts wie hin.
Allerdings sind dort größere Touristenmengen zu erwarten, was dem Erlebnis aber keinen Abbruch tut.
Die Stadt Prag bietet, ebenso wie Brünn gleich an mehreren Ecken und Plätzen wunderschöne Weihnachtserlebnisse. Aber es gibt noch viel viel mehr ...
Weihnachtsmarkt in Prag
Hier geben sich natürlich Touristen aus aller Herren Länder ein Stelldichein. Doch auch wenn das Gewusel groß ist, Prag ist immer eine Reise wert und man kann den Besuch des Weihnachtsmarktes auch mit vielen anderen Besichtigungen verbinden.

Die größten Weihnachtsmärkte findet ihr hier am Prager Altstädter Ring und auf dem Wenzelsplatz. Diese beiden haben sogar über die Feiertage hinaus geöffnet.

Auch www.visitczechia.com findet ihr alle Prager Weihnachtsmärkte inklusive der Öffnungszeiten. Wer den Besuch von Prag mit einer Sightseeing-Tour verbinden oder Tipps für Restaurants und Hotels haben möchte, sollte sich hier umschauen: Prag
Weihnachtsmärkte in Brünn
Die „Schwesternstadt“ von Wien bietet nicht nur ein ausgezeichnetes Opernhaus, einen sehenswerten Untergrund und architektonische Sehenswürdigkeiten wie die Villa Tugendhat und die unterirdischen Wasserspeicher sondern auch an drei Plätzen große Weihnachtsmärkte mit Handwerk, Punsch und allerlei kulinarischen Spezialitäten.

Ein Ausflug nach Brünn zu den Weihnachtsmärkten am Námestí Svobody (Platz der Freiheit) am Zelní trh (Krautmarkt) und am Moravské Namesti geht sich auch an einem Tag aus. Mein Tipp: Nehmt unbedingt den Zug, wenn ihr nicht übernachten wollt. In Tschechien gilt für Autofahrer 0,0 Promille am Steuer. Der Zug bringt euch sicher hin und retour und ihr könnt auch noch ein zweites Glas Glühwein verkosten.
Weitere Info über die Stadt findet ihr hier: Brno (Brünn) und über meinen letzten Besuch am Weihnachtsmarkt: Weihnachtsmärkte in Brünn
Weihnachtsmarkt in Olomouc (Olmütz)
Wer diese Stadt noch nicht besucht hat, sollte dies so schnell wie möglich nachholen. Warum nicht in der Vorweihnachtszeit? Am Unteren (Dolní) und am Oberen (Horní) Namesti gibt es viele Stände mit Kunsthandwerk, Met, Punsch und viel mehr.

Olmütz hat viele geschichtliche Gemeinsamkeiten mit Wien und Österreich und wenn ihr mit Kindern reist, müsst ihr unbedingt das Museum der Zukunft besuchen. Es ist mehr als ein Museum und ich garantiere euch , dass die Youngsters von 4 bis 99 begeistert sein werden.

Hier findet ihr mehr über die Stadt Olmütz und über eine Reise zur Adventzeit: Adventreise nach Olmütz
Weihnachtsmarkt in Pilsen
Die Stadt des Bieres und die Heimat von Hrubinek und Speibl bietet natürlich auch noch viele andere Sehenswürdigkeiten. Eine Führung durch die Pilsner Brauerei ist für alle Bierliebhaber Pflicht und die Verkostung wird diese auch erfreuen.

Am Hauptplatz beim sehenswerten Rathaus rund um die Kathedrale findet ihr den stimmungsvollen Weihnachtsmarkt, der auch hier die Kombination aus tschechischen Spezialitäten und Kunsthandwerk bietet.
Ein Ausflug nach Pilsen ohne Besuch der Brauerei und dem Besichtigen der vielen Sehenswürdigkeiten geht gar nicht - hier erfahrt ihr mehr darüber: Plzeň (Pilsen) und Eine Führung durch die Pilsner Brauerei
Weihnachtsmarkt in Zlin
Kennt Ihr Zlin, die Stadt von Tomás Bat'a? Aus kleinen Verhältnissen kommend, errichtet er hier eine weltweit operierende Schuhfabrik, die Schuhe in die ganze Welt lieferte und auch die österreich-ungarische Armee während des ersten Weltkriegs mit Armeestiefel versorgte.

Wer hier den Weihnachtsmarkt besucht, sollte unbedingt das Bata Hochhaus besuchen und mit einem ganz speziellen Lift im Rahmen einer Tour fahren. Absolut sehenswert. Seine Gedenkstätte ist ein wenig spooky, aber wenn ihr schon in Zlin seid, ist auch diese einen Besuch wert.

Der Weihnachtsmarkt ist nicht besonders groß, dafür sind die Preise für Punsch (ich empfehle den Weihnachtspunsch 😊 sehr „gschmackig“) sehr ansprechend. Mit unter 3Euro (Stand: 2025) ist man mit dabei und die Erdapfelpuffer haben hier auch eine erwähnenswerte Größe. Wunderbar.

Außerdem: ein Konzert ist jeden Abend gratis dabei. Allerdings spielt man hier meistens keine besinnlichen Weihnachtslieder, sondern Rock und Pop. (Das ist auf vielen Weihnachtsmärkten in Tschechien so.)
Hier noch eine kleine Fotogalerie:
Welche Sehenswürdigkeiten man unbedingt besucht haben muss, steht hier: Zlín
Weihnachtsmarkt in Kromeriz
Auch die Stadt Kremsier hat eine besondere Verbindung zu Wien und Österreich. Im Schloss, das ebenso wie der Schlosspark und der Blumengarten auf der Liste des Unescos Weltkulturerbe steht, waren viele gekrönte Häupter - vom Zar Alexander über Maria Theresia mit ihrem Franz Stefan bis zu Kaiser Franz Joseph und Sisi zu Gast.

Am besten ihr bleibt über das Wochenende, besucht das Schloss mit einer Führung und spaziert über den kleinen, stimmungsvollen Weihnachtsmarkt. Auch hier gibt es abends Konzerte - bei meinem Besuch hatte ich das Vergnügen einer ausgezeichneten Sängerin und ihrer Interpretation von „Let it be“auf Tschechisch zu lauschen….

Das Erzbischöfliche Schloss, der angrenzende Schlosspark und der Blumengarten stehen auf der Liste des Unescos Weltkulturerbes. Für die Blumengärten sollte man vielleicht noch einmal im Frühling zurückkehren, aber Schloss und Schlosspark sind auch im Winter euren Besuch wert. Mehr darüber findet ihr hier: Kroměříž (Kremsier)
Weihnachsmarkt im Freiluftmuseum Roznov pod Radhostem
Dieser Weihnachtsmarkt findet leider nur an einem Wochenende statt, aber er zählt zu meinen absoluten Highlights. Im Holzstädtchen sind nicht nur Engel, der Nikolaus, sondern auch viele (nette) Teufel (Krampusse) unterwegs. Es gibt Frgal (die walachische süße Pizza), Baumkuchen, Prager Schinken, Erdapfelpuffer, Bratwürste, und viele Köstlichkeiten mehr.

Hier habe ich auch die größte Auswahl an wunderbaren Kunsthandwerk von allen Märkten, die ich bis dato besucht hatte, gefunden.

Während im Holzstädtchen der Weihnachtsmarkt stattfindet, kann man aber auch das walachische Dorf auf der anderen Straßenseite besuchen. Dieses liegt auf einem Hang – ein bisschen Kondition solltet ihr also mitbringen – viele große und kleine Holzhäuser warten hier mit ihren Bewohnern auf Besucher.

Beim Schmied kann man sich gleich mit Glücksbringer für den Jahreswechsel eindecken, in einem anderen Haus wird gesponnen und dabei gesungen, die Heiligen Drei Könige ziehen von Haus zu Haus, Schafe blöcken und die Gänse schnattern auch im Winter laut dahin.

Auch in den Häusern im Holzstädtchen kann man verschiedenen HandwerkerInnen beim Werken zusehen. In der Post gibt es Marken und Ersttagesstempel und im ersten Stock singt ein Kinderchor Weihnachtslieder. Auch in der kleinen Holzkirche finden Konzerte statt.

Weiße Frauen gehen – vom Sensen schwingenden Tod begleitet – durch das Städtchen und streicheln mit weißen Federn die Besucher. Die Teufel sind meistens lieb und schlagen nur ganz vorsichtig zu. Manchmal rangelt einer zwar dann doch, aber ich glaube, dass er die Frau und auch deren Begleiter sehr gut kannte.

Im Walachischen Dorf auf der anderen Seite der Straße geht es ruhiger zu. Hier kann man die drei heiligen Könige sehen, die ebenso von Haus zu Haus ziehen, wie eine Familie in typischen Trachten der Region. Sie singen vor jedem Haus ihre Lieder, während man beim Schmied schon die Glücksbringer für das nächste Jahr kaufen kann.

In einem anderen Haus verkauft ein Tischler kleine Holzfiguren, während zwei Frauen spinnen und ebenfalls Volkslieder zum besten geben. Wer sich weiter nach oben wagt, wird auch hier von zwei – sehr lieben – weißen Teufeln begrüßt, die auch gegen ein Selfie keine Einwände haben und mit allen Besuchern geduldig posieren.

Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Am Spieß dreht sich ein Prager Schinken, daneben werden Bratwürste gebraten. Es gibt Baumkuchen, Langos, Frgal in jeder Variante und noch einiges mehr. Durchgefrorene Besucher setzen sich am besten in die warme Gaststube und genießen die walachische Sauerkrautsuppe. Eine traditionelle, regionale Spezialität, die man unbedingt probieren sollte.

Zur Suppe passt wohl am besten ein gutes Bier (hier ist Radhost einheimisch), an den Ständen gibt es aber auch Punsch, Grog, Glühwein oder Met. Auch hier wieder der Hinweis, dass die Autofahrer nur Kinderpunsch trinken sollten – in Tschechien gilt 0,0 Promille am Steuer.
Mehr über das Freiluftmuseum (Öffnungszeiten, Veranstaltungen, Events und Tickets)könnt ihr hier nachlesen. Meinen Bericht über meine Besuch zur wärmeren Zeit findet ihr hier: Rožnov pod Radhoštěm
Damit ist meine kleine Auswahl vorerst am Ende angelangt. Einen Tipp jedoch noch zum Abschluss: Jede der besuchten Städte bietet so viele Sehenswürdigkeiten, dass sich eine Übernachtung auf jeden Fall lohnt. Übernachtungs- und Restauranttipps, die ich bereits erprobt habe, findet ihr hier.
Außerdem kann man Ausflüge in mehrere Städte, z.B. Zlin und Kremsier, miteinander verbinden, aber dann reicht eine Übernachtung eigentlich schon wieder nicht …
Weitere „Weihnachtsstädte“ und alle Infos und Termine findet ihr unter https://www.visitczechia.com/de-de/news/2024/12/n-advent-traditions-folk-customs



