• bis 5.3.2023
  • brut favorites.! feilacher's choice
  • museum gugging
  • 3400 Maria Gugging
  • Am Campus 2
  • T: +43 2243 87 087
  • https://www.museumgugging.at

16 Jahre lang war Johann Feilacher künstlerischer Leitung des museum gugging. Zum Abschied kuratiert er eine Ausstellung seiner „Lieblinge“.

Feilacher war "Mr. Gugging": sage und schreibe 52 Ausstellung hat er kuratiert und dabei 25 Publikationen herausgegeben. Und er trägt „Schuld“ an meiner wachsenden Begeisterung für die art brut und das museum gugging. Niemand konnte mir so gut die Künstler wie auch die Beweggründe ihres Malens, ihr Denken, ihre Ausdrucksweise nahebringen wie Feilacher.

Blick in die Ausstellung "brut favorites.! feilacher's choice"
Blick in die Ausstellung "brut favorites.! feilacher's choice"

Ein Rundgang mit ihm im museum gugging war immer wieder ein Fest und eine Eröffnung neuer Sichtweisen. Danke.

Johann Feilacher erklärt
Johann Feilacher erklärt

Zum Abschluss präsentiert Feilacher im museum gugging nun noch einmal seine Favoriten in der Ausstellung bis 5. März 2023. Ich kann euch nur empfehlen, nützt noch die Zeit, es sind wieder einmal viele sehenswerte Werke in den unterschiedlichsten Techniken und Ausführungen dabei.

Die "Small formats" der Gugginger Künstler
Die "Small Formats" der Gugginger Künstler

Es finden sich Werke der Gugginger Künstler – allen voran August Walla und Manuel Griebler, aber auch „Kleinformatiges“ von Anton Dobay bis Johann Hauser, Ernst Herbeck oder Rudolf Horacek in Gegenüberstellung zu internationalen Künstlern wie Louis Soutter oder Mary T. Smith.   

Unglaublich und wunderschön
Wie Außerirdische aus einer anderen Welt

Mich haben beim Rundgang besonders die Puppen von Michel Nedjar beeindruckt, die mich irgendwie an Science Fiction und Gestalten aus dem Wüstenplanet oder Star Wars erinnert haben. Aber auch die Kleinformatserie ist ebenso beeindruckend wie die Arbeiten von August Walla.

August Walla
August Walla

Überrascht haben mich auch die Schilder aus Neuguinea. Oder jene Gegenstände wie Malunterlagen oder Pinsel aus dem atelier gugging und die Fotos von verputzten Wandlöchern, die im Zuge der Ausstellungsumbauten gemacht wurden. 
Feilacher stellt kunsthistorischen Zuweisungen und Begrifflichkeiten in Frage und das beweist er auch mit dieser Ausstellung wieder. 

Johann Feilacher und das art brut center gugging

Feilacher übernahm 1986 von Leo Navratil das Zentrum für Kunst- und Psychotherapie und wandelte es in das Haus der Künstler um. Konsequent beschritt er auch in den nachfolgenden Jahren den Weg des Kunstprojektes und etablierte so die KünstlerInnen aus Gugging in der internationalen Kunstszene.

Blick in die galerie gugging
Blick in die galerie gugging

Mit der Gründung der galerie gugging 1994, der Eröffnung des ateliers gugging 2021 und der Eröffnung des museums gugging 2006 entstand das einzigartige Art Brut Center in Maria Gugging. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sind Galerie und Atelier untergebracht, im ersten Stock das Museum und wenige Meter vom Hauptgebäude entfernt liegt das Haus der Künstler als betreute Wohngemeinschaft.

Blick in die Sonderausstellung
Blick in die Sonderausstellung

Die Ausstellungsräume des Museums sind in zwei Teile gegliedert. Während in einem Teil „semipermanente“ Ausstellungen ihren Platz finden, die alle drei Jahre gewechselt werden und sich den KünstlerInnen aus Gugging widmen, zeigt der zweite Teil halbjährlich wechselnde Sonderausstellungen, die mit internationaler Kunst die Fenster zur Welt öffnen. Kunst wird damit in Dialog gesetzt, soll Gespräche anstoßen, Diskussionen auslösen, Parallelen finden und Kontraste sichtbar machen.

Leopold Strobl: Ohne Titel (© Courtesy galerie gugging) in der Ausstellung classic & contemporary
Leopold Strobl: Ohne Titel (© Courtesy galerie gugging) in der Ausstellung classic & contemporary

So findet ihr im ersten Teil derzeit die Ausstellung „gugging.! classic & contemporary“ (mehr darüber auf askEnrico hier) und im zweiten Teil die die Abschiedsausstellung „brut favorites.! feilacher’s choice“.

brut favorites.! feilacher’s choice

Der erste Raum widmet sich den KünstlerInnen aus Gugging. Durch die Gestaltung postkartengroßer Formate entdeckte man bei einigen von ihnen ihr künstlerisches Talent. Die „Small Formats“ nehmen daher in der Geschichte von Maria Gugging eine ganz besondere Rolle ein. Hier sollte man sich genügend Zeit nehmen, um all die vielen Details entdecken zu können. Zu sehen sind die farbintensiven Werke von Anton Dobay bis zu den Klassikern wie Johann Hauser, Ernst Herbeck oder Rudolf Horacek. Neben Zeichnungen von Franz Gableck ist auch eine vierteilige große Arbeit von Manuel Griebler zu sehen.

August Walla
August Walla

Unbedingtes Augenmerk muss man aber auf die Bilder von einem der berühmtesten Gugginger Künstler, August Walla, legen. Er bemalte Gegenstände, um ihnen das Bedrohliche – aus seiner Sicht – zu nehmen. Nicht nur eine Badehütte aus seinem Garten in Klosterneuburg ist zu sehen, sondern auch viele textgeprägte Bilder, die Einblick in sein philosophisches Universum geben.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Im zweiten Raum werden Werke von Mary T. Smith, Louis Soutter und Martín Ramírez gezeigt. Hier haben mich vor allem die Bilder von Mary T. Smith fasziniert, aber auch die Fingerzeichnungen von Louis Scoutter beeindrucken. Während die Bilder von Smith und Soutter durch ihre Ursprünglichkeit und relativ dicke Strichführung den Betrachter anziehen, überzeugen die Bilder von Ramírez durch ihre Feinheit.

Die Textilskulpturen von Judith Scott und die Schilde aus dem Hochland von Neuguinea
Die Textilskulpturen von Judith Scott und die Schilde aus dem Hochland von Neuguinea

Der nächste Raum ist mein Lieblingsraum in dieser Ausstellung. Zum einen sind hier die mit Fäden umwickelten Objekte von Judith Scott ausgestellt, die der Fantasie freien Raum lassen und deren bunte, teilweise auch einfarbige Skulpturen mit nicht nur mit Schilden aus dem Hochland von Neuguinea in Dialog treten, sondern denen auch die Puppen des französischen Künstlers Michel Nedjar gegenübergestellt sind.

Die "Puppen" von Michel Nedjar
Die "Puppen" von Michel Nedjar

Irgendwie verschwimmen in diesem Raum Zeit und Raum, Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, trennen sich und werden doch wieder eins. „Faszinierend!“ hätte es Mr. Spock wahrscheinlich genannt.

Simone Pellegrini
Simone Pellegrini

Schließlich teilt sich noch Simone Pellegrini mit seinem bis dato größten Werk, das extra für diese Ausstellung angefertigt wurde, den letzten Raum mit den Dampf-Lokomotiven von Leoš Wertheimer. Auch diese Werke sollte man gesehen haben.

Hier noch ein kleiner, nicht vollständiger Rundgang durch die Ausstellung. 

Daher: Nutzt die Zeit, schaut sie euch an und lernt art brut und das museum gugging kennen...

Bick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Die Schau ist noch bis 5. März zu sehen. Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger, wunderschöner Katalog im Residenz Verlag erschienen mit Beiträgen zur Geschichte des museum gugging, gugginger brut, Louis Soutter, Mary T. Smith, Heinrich Anton Müller, Judith Scott, Michel Nedjar, Leoš Wertheimer, Martín Ramírez, Simone Pellegrini, die Artifakte und tribal art.

Blick zu den Arbeiten von Mary T. Smith
Blick zu den Arbeiten von Mary T. Smith

Das museum gugging ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Montag ist geschlossen (außer an Feiertagen). 

The Mystery of Banksy

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