Ich liebe Campingurlaub. Nah am Meer, keine fixen Essenszeiten, kein Umziehen in entsprechende Klamotten am Abend. Freiheit pur.
Wobei ich gestehen muss, dass ich seit langem keine Nacht mehr in einem Zelt verbracht habe, - außer in einem Glamping Zelt auf Pressereise, aber das zählt nicht wirklich. Tja, man wird bequem im Alter ...
Und da ich auch nicht mit einem Wohnanhänger durch die Gegend schippern möchte, egal ob allein oder in Begleitung, habe ich den Urlaub im Mobilheim entdeckt. Ich gebe gerne zu, für eine Familie mit 2 oder 3 Kindern mag es durchaus beengend sein, aber zu zweit oder allein ist es einfach herrlich.
Genügend Platz für alles was man im Sommer so braucht. Meistens war ich mit Gebetsroither unterwegs, doch dieses Mal (2023) fand ich, dass die Preise zu sonnige Höhen erreicht hatten. Die Corona Krise hatte Camping auch bei jenen Menschen wieder in den Fokus gebracht, die Jahre zuvor darüber noch verächtlich die Nasenflügel hochgezogen hatten, wenn man meinte, dass solch ein Urlaub schön sei.
Da auch andere Eltern schöne Kinder besitzen, habe ich allcamps ausfindig gemacht, die Mobilheime von den unterschiedlichsten Anbietern zu unterschiedlichsten Preisen anbieten. Also schnell bei Homair gemietet und schon ging es nach Umag.
Der Campingplatz
Das Areal ist riesig. Da – wie üblich – das Mobilheim nicht vor 14:00 Uhr bezogen werden konnte, hatte ich Gelegenheit mich gleich nach der Ankunft am Platz ein wenig umzusehen.
Eine große freundlichen Rezeption mit vielen Schaltern, die die Besucher willkommen heißt. Ein eigener Bereich mit eigener Zufahrtsstraße, in dem die Vermieter der Mobilheime ihre Vertreter sitzen haben. Ein Parkplatz, auf dem Besucher ihr Fahrzeug abstellen können oder aber jene, die auf die Schlüssel für ihre Mobilheime warten.
Gleich dahinter der erste Pool mit einem Piratenschiff für Kinder. Mich zieht es gleich hinunter zum Meer, wo man auf einer Promenade entlang spazieren kann. Ein eigener Hundestrand, ein Hüpfburg im Wasser für die jungen Gäste, Restaurants, ein Spielplatz wo sich die Kinder als Baggerfahrer betätigen können, ein anderer mit Rutschen und Schaukeln, Betonflächen, die ins Meer gebaut sind und auf denen Liegebetten aufgestellt sind und „Hütten“, die Schatten spenden. Liegebetten unter Bäumen in der Nähe des Meers.
Ich schaffe es gar nicht, meine Runde um den Platz zu vollenden. Es ist Zeit das Mobilheim zu übernehmen. Der Betreuer ist jung, sehr freundlich und spricht ausgezeichnet englisch. Ich hinterlege die Kaution, bekomme die Schlüssel und den Anfahrtsweg zu Mobilheim und den dazugehörigen Parkplatz erklärt. Ok, ich gebe zu, ich habe nicht richtig aufgepasst und verfahre mich natürlich. Schließlich lande ich doch in der richtigen Straße und nach einigem Suchen auch beim richtigen Mobilheim.
Hier stellt sich das einzige Problem des Urlaubs heraus. Ich bin zwar fähig aufzusperren, aber es gelingt mir nicht mehr das Häuschen zuzusperren. Das Schloss an sich scheint auch ein bisschen wackelig zu sein. Meine polnischen Nachbarn beobachten mich eine Zeitlang und als ich schon aufgeben will, kommen sie einfach vorbei und erklären mir den Trick. Wenn man es weiß, wie immer, ganz einfach. Anscheinend ist dieses Problem mit dem Schloss nicht nur bei mir aufgetreten, daher wackelt es eben schon ein bisschen. Jetzt ist alles paletti und ich richte mich für die nächsten Tage ein.
Bei meinem abendlichen Spaziergang erkunde ich dann noch alle anderen Serviceleistungen des Platzes. Da ich in einer der letzten offenen Wochen angereist bin, ist der Platz nicht mehr so gut besucht. Einige Geschäfte haben deshalb schon geschlossen.
Aber ich finde in der Nähe der Mobilheime einen kleinen Supermärkt (etwas weiter entfernt gibt es einen etwas besser sortierten Konsum) und eine Bäckerei, die am Vormittag immer mit frischem Gebäck geöffnet hat. Auch wer einen Teil seiner Badesachen vergessen hat, kann sich hier mit Schwimmwesten, Schwimmreifen, Badeschuhen und Badeanzügen, Taucherbrillen etc in einem kleinen Geschäft eindecken. Ein Eis-Kiosk am Strand hat bereits geschlossen, aber jenes bei mir ums Eck ist noch geöffnet – und das Eis schmeckt!
Ich schwöre mir, jeden Tag in der Früh am Meer eine große Nordic Walking Runde zu machen und die Fitnessgeräte auszuprobieren. Immerhin einmal habe ich die Runde geschafft, die Fitnessgeräte leider nicht.
Anscheinend gibt es in der Hauptsaison auch E-Bikes zu mieten, diese sind allerdings ebenfalls verschwunden.
Hundeliebhabern sei versichert, dass es einen eigenen Hundestrand gibt, an dem sie Vierbeiner ins Wasser dürfen.
Das zweite Swimmingpool mit vielen unterschiedlichen Rutschen und einem großen Kübel, der sich unter vielem Hallo auf die darunter stehenden entleert, würde meinen Enkeln auch gefallen.
Sportliche können nicht nur Joggen oder Tennis spielen, sondern auch Tretboot und Kajak fahren, auch an den Tennisplätzen komme ich bei meinen Erkundungstouren vorbei.
In der Nachsaison ist der Platz auf jeden Fall eine riesige Empfehlung wert. Ich genieße es am Abend auf der Terrasse meines Mobilheims bei einem Gläschen Teran zu sitzen oder noch einen Spaziergang zu machen, die Abenddämmerung zu bewundern und dem leisen Rauschen der Wellen zu lauschen.
Obwohl mir der Platz nach wie vor riesig erscheint und ich mir schon vorstellen kann, dass sich die Gäste zwischen den Spielplätzen, den Freizeiteinrichtungen, den Swimmingpools und dem weiten Strand aufteilen, könnte es bei einer vollen Belegung doch etwas laut und vielleicht nicht ganz so gemütlich werden wie jetzt.
Und obwohl es nur drei Nächte waren, die ich hier zugebracht habe – es war einfach wunderbar erholsam. Vielleicht komme ich ja bald wieder. Eines ist aber sicher: Dann bleibe ich in jedem Fall länger….
Noch ein paar Worte zum Mobilheim von Homair. Mir erschien es großer und etwas besser aufgeteilt als jene von Gebetsroither. Kühlschrank, Mikrowelle, Kochmöglichkeiten – alles vorhanden. Die Ausstattung passt also. Auch der WLan-Empfang war ausgezeichnet.
Buchung erfolgte über allcamps, der Mobilheimanbieter war Homair.