Ich brauche nicht sehr viel um in der Adventzeit in weihnachtliche Stimmung kommen zu können: ein bisschen Schnee oder Reif, der die Landschaft anzuckert oder der Besuch eines Weihnachtsmarktes.
Ein Glaserl Punsch, Weihnachtsmelodien und schon wandere ich mit einem vorfreudigen Grinsen im Gesicht durch die Gegend. Ein Besuch in einer Weihnachtsschmuck-Manufaktur ist natürlich auch ein guter Stimmungsmacher.

Ich bewundere ja gute und dazu noch kreative Handwerkskunst über alles. Glas, das Formen von Glas und die Glasbläserei steht bei mir besonders hoch im Kurs. So kann ich heute noch stundenlang über meinen Besuch im Crystal Valley (mehr darüber findet ihr hier) schwärmen.

Alles was mit Glas und seiner Herstellung zu tun hat, erhält sofort meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

Daher war es mir ein besonderes Vergnügen nach dem Besuch bei der Glasperlenherstellung bei Rautis auch bei einem anderen Unternehmen vorbei schauen zu dürfen, das sich mit Christbaumschmuck beschäftigt.

Irisa wurde 1954 gegründet, ist seit über 60 Jahren am Markt tätig und und auf die handwerkliche Herstellung von Weihnachtsschmuck aus Glas spezialisiert. Heute gehört das Unternehmen zu den größten Herstellern in Tschechien und liefert ihre Produkte in die ganze Welt.
Die Führung
Zu Beginn unserer Führung werden wir in den Showroom geführt – und fast erschlagen von der riesigen Auswahl. Hier gibt es nicht nur Kugeln in vielen Farben, Größen und Verzierungen, sondern auch Tiere, Christbaumspitzen und vieles mehr.

Unter anderem lerne ich hier, dass all jene Kugeln, die diesen eingezogenen „Strahlenkranz“ besitzen, vor dem bösen Schicksal und vor Unheil schützen sollen. Ich hatte mich zwar immer gewundert, wieso diese so anders gestaltet sind, dachte aber einfach an eine besonders kreative Idee. Mitnichten! Ihr müsst auch immer bei diesen Kugeln darauf achten, dass der Strahlenkranz zur Tür gerichtet ist – schließlich könnte ja hier das Unheil hereinkommen.
Die Produktion
Nachdem wir die große Auswahl mit viel Ahh und Ohh bestaunt haben und mit größter Vorsicht durch den Raum gegangen sind – man will ja nichts zerstören – haben wir noch einen kurzen Vortrag über die Kunst des Glasblasens erhalten. Dann ging es schon ab zur „Schauproduktion“.

Während unser Guide uns zeigt, wie das Ausgangsmaterial aus langen „Glasstangen“ hergestellt wird, zeigt uns eine Glasbläserin wie daraus die Kugeln entstehen können.

Neben dem Ausgangsmaterial gibt es eine eigene Form mit der die richtige Größe der Kugel gemessen werden kann – und auch Model, um das Glas in eine andere Form – z.B. herzförmig – zu pressen.

Ich darf sogar probieren und nehme an, dass es eine größere Anstrengung bedarf, um das Glas, das während des Blasens auch noch gedreht werden muss um rund zu werden, in eine Kugel aufzublasen. Weit gefehlt.

Mehr Feingefühl wäre besser gewesen: Die Kugel wird zu groß, damit die Wände zu dünn und sie zerbricht ziemlich leicht. Schade, ich hätte gerne meine erste selbst geblasene Glasarbeit mit nach Hause genommen.

Doch wir sind schon wieder weiter und wenden uns jetzt dem Färben der einzelnen Kugeln zu, auch hier ist noch einiges an Handarbeit dabei.

Schließlich kommen wir in die wirkliche „Kreativabteilung“: Hier werden die Kugeln mit den verschiedenen Motiven bemalt oder mit Glitzerstaub versehen.

Viele der Motive entstehen in den Köpfen der Malerinnen, viele werden vorgegeben. Immerhin kann man die Kugeln auch mit eigenem Firmenlogo versehen und als Weihnachtsgeschenk an Kunden übergeben.

Irgendwie erinnert mich diese Werkstätte ein wenig an die Wiener Augarten Porzellanmanufaktur. Da wie dort gibt es Vorliegen, die mit feinen Pinseln schwungvoll auf das zu bemalende Stück aufgebracht werden. In der Porzellanmanufaktur sind es die unterschiedlichen Farben (die oft erst so richtig beim Brennen herauskommen) die genau und passend gesetzt werden müssen.

Hier ist es der Kleber, der das Motiv bestimmt und auf den dann der Glitzerstaub aufgetragen wird. Aber auch hier kann man es verschieden farbig glitzern lassen – ich bin extrem beeindruckt.

Beeindruckend ist aber auch zu hören, dass in dieser Firma Menschen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit beschäftigt sind, ja dass sie sogar über 50% der Gesamtbelegschaft ausmachen.
Der Shop und Tag der offenen Tür
Natürlich ist auch ein Shop an die Produktion angeschlossen, der weihnachtlich geschmückt ist und auch die diesjährigen Trends an Farben und Motiven des Christbaumschmucks zeigt. Hier kann man sich also mit den neuesten Moden in Sachen Weihnachtsschmuck eindecken.

Außerdem haben wir noch das große Glück einen Tag vor dem Tag der offenen Tür (immer vor Weihnachten) Irisa besucht zu haben. Karton über Karton mit den unterschiedlichsten Weihnachtsdekorationen warten dann zu Sonderpreisen auf Käufer. Ein Paradies. Da ich sowieso am liebsten einen bunt geschmückten Baum habe, hätte ich dort kiloweise einkaufen können. Allerdings überwiegt dann doch die Angst, ob ich all die schönen Dinge in großer Anzahl auch heil nach Hause bringen kann.

So wähle ich nur ein paar ausgefallene Stücke, unter anderem eine große Kugel im Josef Hoffmann-Design und natürlich eine, die das Unheil abhalten wird. Seit ich weiß, was diese Kugel bedeutet, bin ich darauf sehr bedacht, auch genügend davon am Baum zu haben :-)
Und das Glück war bereits mit mir – ich habe alles ohne Bruch mit nach Hause gebracht.

Wer nicht bis nach Vsetín reisen möchte oder sich zuerst mal von einem Teil des Angebots überzeugen möchte, kann dies auch im Online-Shop von Irisa machen: https://www.skleneneozdoby-irisa.cz/

Übrigens: Es gibt auch wunderschöne Ostereier aus Glas für euren Osterstrauss…
Irisa
755 01 Vsetín, Jasenická 697
Tel: +420 571 484 411
Email:
www.irisa.cz