Cremeschnitten gibt es viele, aber erfunden wurde sie – so erzählt man sich in Slowenien – in Bled.
Es ist eine Köstlichkeit und gar nicht so einfach, diesen Traum aus Blätterteig, Schlagobers und Vanillecreme zu fertigen, dass er luftig leicht, süß, aber nicht zu süß und auch nicht zu fettig (der richtige Ausdruck wäre „geil“) schmeckt.
Wer sie nun wirklich erfunden hat, lässt sich nicht mehr so einfach feststellen. In Wien reklamiert die Konditorei Aida die Erfindung für sich, in Bled spricht man von gleichbleibender Herstellung seit 1953 und: es soll Gäste geben, die die Stadt nur besuchen, um wieder einmal in den Genuss der Bleder Cremeschnitte zu kommen.

Beide unterscheiden sich ziemlich: Die Wiener Variante schließt mit Zuckerguss ab, die Bleder mit Staubzucker, beide schmecken hervorragend. Wer die Gelegenheit hat, sollte unbedingt beide probieren.
Doch nun wollen wir uns der Bleder Cremeschnitte und ihrer Geschichte zuwenden.
Die Geschichte der Bleder Cremeschnitte
In dieser Zeit kam ein junger Mann – Ištvan Lukačevič mit seiner kranken Frau nach Bled, um sie in einem Krankenhaus in der Nähe behandeln zu lassen. Er war ein innovativer und guter Konditor, fand schließlich einen Job im Parkhotel, und wurde bald Chef der Konditorei. Ištvan probierte immer wieder neue Rezepte und Kombinationen aus und es dauerte einige Zeit bis er wirklich zufrieden war: Die Bleder Cremeschnitte war erfunden.
Das Geheimnis der Bleder Cremeschnitten
Eigentlich gibt es keine großen Geheimnisse über die Zubereitung, aber einige Voraussetzungen müssen für das Gelingen und den Geschmack erfüllt sein. Am wichtigsten ist sicher die Frische der Zutaten: Eier und Schlagobers (Obers) sind heikle „Zusatzstoffe“, die unbedingt frisch verarbeitet werden müssen. Ist dies nicht der Fall, kann dem „Genießer“ Übles drohen.

In Café Park in Bled, der Geburtsstätte der Cremeschnitte, das auch heute noch existiert, ist vorgesorgt: Angestellte kümmern sich rund um die Uhr, damit auch bei größter Nachfrage genügend Cremeschnitten zur Verfügung stehen, wobei eine eiserne Regel eingehalten werden muss. Keine Cremeschnitte darf älter als 16 Stunden sein!

Die Cremeschnitten sind ziemlich genau 7 x 7cm groß und besteht aus zwei Dritten Vanillecreme und ein Drittel Schlagobers sowie Blätterteig-Schichten oben und unten, wobei die oberste Schicht noch mit Staubzucker bestreut wird. Handarbeit ist hier gefragt, nur das Schneiden – eine sehr schwierige Angelegenheit durch die Blätterteigschichten – wurden maschinell „ausgelagert“ und man schwört, immer noch das selbe Rezept seit der Erfindung zu verwenden.

Trotz all dieser Zutaten ist es wirklich verwunderlich wie leicht diese Köstlichkeit schmeckt. Kein Wunder, das sie weltbekannt ist. Sollte jemand wirklich Angst haben, dass durch den Genuss zu viel Hüftgold entstehen könnte, empfiehlt es sich einfach eine Runde um den Bleder See zu drehen – je nach Kondition in der richtigen Geschwindigkeit – und schon kann man wieder ein Stück genießen.
Und dabei im Café Park die Aussicht auf den Bleder See genießen ….
Übrigens: Das Café Park findet ihr in 4260 Bled, Cesta svobode 15 vis á vis vom Hotel Park.