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1856 von Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich in Auftrag gegeben, war es ihm und seiner Gattin nicht vergönnt, den „Meeresblick“ lange Zeit zu nutzen.

Ein Tipp gleich zu Beginn: Wenn ihr das Schloss und den Park mit seinen weiteren Schlösschen, Häusern und botanischen Schätzen, sowie die Ausstellungen erkunden möchtet, plant unbedingt einen ganzen Besuchstag ein. Wir waren einen ungefähr einen halben Tag hier zu Besuch und haben vor allem den Park ein wenig links liegen gelassen …

Der Bauherr

Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich war der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph I. Er war phantasiebegabt, malte und dichtete, interessierte sich für Literatur und Geschichte, besonders für die seiner Familie. Maximilian besaß großen Charme, war am Hof und bei den Wienern sehr beliebt und der Liebling seiner Mutter. Anfangs seinem älteren Bruder freundschaftlich verbunden, verschlechterte sich ihre Beziehung auf Grund seiner großen Beliebtheit in der Bevölkerung.

Erzherzog Maximilian
Erzherzog Maximilian von Habsburg

Maximilian interessierte sich auch sehr für die Seefahrt und unternahm viele Fernreisen. 1854 wurde er als Konteradmiral zum Kommandanten und damit zum Oberbefehlshaber der k.k.Kriegsmarine bestimmt, die er in den folgenden Jahren modernisierte und reorganisierte.

Seine Gattin Charlotte von Belgien
Seine Gattin Charlotte von Belgien

1857 heiratete er Charlotte von Belgien und wurde Generalgouveneur von Lombardo-Venetion. Nachdem die Lombardei 1859 verloren ging, zogen sich Maximilian und Charlotte in ihr Schloss Miramare zurück, das sie allerdings nur kurze Zeit bewohnten.

Blick aufs Meer vom Schloss Miramare aus
Blick aufs Meer vom Schloss aus

Am 10. April 1864 besuchte eine mexikanische Delegation Erzherzog Maximilian in Miramare und bot ihm die mexikanische Kaiserkrone an, die Maximilian annahm und schließlich mit Charlotte von Miramare aus nach Mexiko abreiste. Die Arbeiten im Inneren des Schlosses und im Park waren damals noch nicht abgeschlossen und Maximilian kümmerte sich auch aus der Ferne um sein Bauvorhaben.

Brunnen im Schloss Miramare
Brunnen im Schloss Miramare

Allerdings war die politische Lage in Mexiko nicht so wie erwartet. Maximilian hatte auf die Unterstützung der Bevölkerung gehofft, die aber auf der Seite ihres Benito Juarèz Präsidenten stand.

Blick zurück zum Tor
Blick zurück zum Tor und nach Triest

Als Napoleon III. seine Truppen aus Mexiko abzieht, wird Maximilians Lage prekär. Charlotte reist nach Europa, um in Wien, Paris und im Vatikan um Unterstützung zu bitten – doch sie wird überall abgewiesen. Sie kehrt nie wieder nach Mexiko zurück und verfällt dem Wahnsinn. Maximilian wird schließlich von Juarèz‘ Truppen gefangen genommen, des Hochverrats verurteilt und erschossen.

Der Weg zum Schloss

Wie kommen mit dem Hopp On-Hopp Off-Bus in die Bucht von Grignano, etwa sieben Kilometer vom Stadtzentrum von Triest entfernt (Haltestelle 10). Von dort (hier sind übrigens auch die Haltestellen der öffentlichen Busse) ist es ein kurzer Spaziergang entlang des Meeres zum Schloss, das wie ein Märchenpalast mit seinen Türmchen über der Adria droht.

Am Weg zum Schloss
Am Weg zum Schloss

Bei diesem Spaziergang kommt man nicht nur an Badenden und Sonnenanbeter*innen vorbei, die den Sommertag nutzen, sondern auch beim ersten italienischen Meeresschutzgebiet, das vom WWF verwaltet wird.

Die Reitställe

Die Reitställe wurden ebenfalls von Carl Junker errichtet. Der Komplex besteht aus einem zentralen Bau mit zwei symmetrischen Seitenflügeln, in denen die Pferde und Kutschen untergebracht waren.

Blick zum Eingang der Reitställe
Blick zum Eingang der Reitställe

Während der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurden einige Änderungen an den Gebäuden vorgenommen, seit ihrer Renovierung werden die Räume für Sonderausstellungen benutzt und in einem Seitenflügel ist das Biodiversitario Marino (Bioma) untergebracht, ein Erlebnismuseum, das dem Meeresschutzgebiet von Miramare gewidmet ist und wo man im Rahmen einer Führung autochthone und gefährdete Meeresbewohner – wie den Braunen Umberfisch, Seepferdchen, Hummer, Schwämme, Steckmuscheln oder Polsterkorallen - in einem speziellen Aquarium oder virtuell kennenlernen kann.

Die Ausstellung in den Reitställen von Miramare
Ausstellung „Eine Sphinx zieht ihn an. Maximilian von Habsburg und die ägyptischen Sammlungen zwischen Wien und Triest“

2026 ist hier außerdem die Ausstellung „Eine Sphinx zieht ihn an. Maximilian von Habsburg und die ägyptischen Sammlungen zwischen Wien und Triest“ bis 1.11.2026 zu sehen. Mehr darüber findet ihr hier.

Den Vögeln gefällt es im Naturschutzgebiet
Den Vögeln gefällt es im Naturschutzgebiet

Vorher kann man noch die schwarzen Vögel bewundern, die sich auf den Felsen in der Schutzzone sonnen. Sie sind keine Komorane – wie ich eigentlich auch dachte, sondern Verwandte der Komorane: europäische Krähenscharben.

Das Tor zum Schloss
Das Tor zum Schloss und zum Garten Miramare

Dann geht man durch ein Märchentor und ist beim Märchenschloss angekommen.
Allein vom Vorplatz ist der Blick auf das Meer und den Park herrlich. Maximilian hat sich hier etwas wirklich Schönes ausgedacht und erbauen lassen. Wobei weder er noch seine Gattin Charlotte das Schloss oder den Park je fertig erlebt haben.

Das Schloss

Als Ferdinand Maximilian 1854 zum Oberbefehlshaber der österreichischen Kriegsmarine ernannt wurde, mietete er zuerst die Villa Lazzarovich auf dem Hügel San Vito. 1856 erwarb er dann das Gelände auf dem Felsenvorsprung in der Nähe von Grignano um sich hier eine Residenz, die von einem weitläufigen Park umgeben sein sollte zu errichten.

Schloss Miramare
Schloss Miramare

Zuerst wurde der Wiener Ingenieur Carl Junker mit der Planung beauftragt, doch das villenartige Gebäude des ersten Entwurfs stellte den Erzherzog nicht zufrieden. Ein weiterer Architekt, der Triestiner Giovanni Berlam wurde beauftragt, doch auch seine Pläne fanden keine Gnade vor den Augen Maximilians. Schließlich entschied er sich für den zweiten Entwurf von Carl Junker, der dem ursprünglichen villenartigen Bauwerk durch drei Stockwerke und ein Mezzanin eine repräsentative Größe verlieh.

Treppenaufgang im Schloss
Treppenaufgang im Schloss

Schließlich wurde das Schloss zwischen 1856 und 1860 errichtet, allerdings nur mit zwei Stockwerken und einem Mezzanin. Obwohl Maximilian 1857 zum Generalgouverneur von Lombardo-Venetien ernannt wird und deshalb in Mailand lebt, reist er oft nach Triest, um die Bauarbeiten zu überwachen. 1858 beschließt er auf ein Stockwerk zu verzichten, während bereits der österreichische Dekorateur Franz Hofmann und dessen Sohn Julius bereits an der Ausstattung der Innenräume arbeiten.

Blick ins Schlafzimmer von Charlotte
Blick ins Schlafzimmer von Charlotte

1859 – mit dem Verlust der Lombardei nach der Schlacht von Solferino – zieht Maximilian mit Charlotte nach Triest um. Da die Inneneinrichtung noch nicht fertig ist, bezieht das Paar vorübergehend das Castelletto im Park, im Jahr darauf kann man in das Hauptgebäude übersiedeln.

Im Schloss Miramare
Im Schloss Miramare

Das Schloss besteht aus einem größeren West- und einem etwas kleineren Ostflügel, die ein spitzwinkeliges Stiegenhaus verbindet. Die Fassade besteht aus weißem Kalkstein aus Istrien, die Fundamente sind aus dem Sandstein von Vrsar entstanden und die Terrasse am Meer wurde aus Tiroler Granit errichtet.

Eingang zum Schloss Miramare
Eingang zum Schloss Miramare

Die Fassade ist ein typisches Beispiel für den romantischen Historismus. Carl Junker kombinierte bei seinem Entwurf neugotische und maurische Stilelemente mit dem damals beliebten Rundbogenstil zu einer eklektizistischen Architektur.

Schloss Miramare
Schloss Miramare

Die Anordnung der Räume im Inneren entspricht jener einer italienischen Villa mit den Privaträumen im Erdgeschoss und den Repräsentationsräumen im obersten Stockwerk. Die Innenausstattung ist ebenfalls eine Kombination verschiedener Stilrichtungen. Die privaten Wohn- und Schlafräume wurden neugotisch und „mittelalterlich“ gestaltet, das Schlafzimmer von Maximilian ist einer Schiffskajüte nachgestaltet, auch das Arbeitszimmer besitzt eine maritime Anmutung. Außerdem stand ihm eine Bibliothek für 7000 Bände zur Verfügung.

Schloss Miramare
Schloss Miramare

Zu Charlottes „Reich“ gehörten zwei Salons, ein Musikzimmer, ein Ankleidezimmer und ein Schlafzimmer, in dem – im Gegensatz zu Maximilians – ein Doppelbett steht.

Blick in den Navarra-Saal
Blick in den Navarra-Saal

Die untere Ebene beherbergt eine Kapelle und einen Speisesaal, der auch als Billardsaal verwendet wurde.
Die Repräsentationsräume wurden erst 1870, also drei Jahre nach dem Tod Maximilians, fertig gestellt und weisen Neurenaissance- und Neubarock-Elemente auf. Auf dieser Ebene befinden sich der Winter-Speisesaal und mehrere Salons. Sehenswert ist der „Historische Saal“ der sechs Wand- und ein Deckengemälde von Cesare dell’Acqua besitzt, darunter die Ankunft von Kaiserin Elisabeth in Miramare.

Blick in den Navarra-Saal
Blick in den Navarra-Saal

„Unter sich“ konnte man sein, wenn man als Gast eine Nacht im Fremdenschlafzimmer berbrachte: Es ist mit 16 Porträts europäischer Herrscher ausgestattet, die nicht dem Haus Habsburg oder Coburg entstammen.

Die Familie von Habsburg
Die Familie von Habsburg-Lothringen

Beeindruckend ist auch der riesige Thronsaal, der über zwei Geschosse hoch ist. Durch einen Brand in der Zwischenkriegszeit schwer beschädigt und anschließend durch eine Zwischendecke geteilt, wurde er 1976 wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.

Blick in den Thronsaal
Blick in den Thronsaal

Nach dem Tod Maximilians nutzten Mitglieder des Kaiserhauses Miramare immer wieder als Unterkunft bei ihren Aufenthalten in Triest.

Sowohl Kaiser Franz Joseph I. als auch Sisi, ihr Sohn Rudolf und dessen Frau Stephanie von Belgien besuchten das Schloss, Sisi, die sich sehr gut mit Maximilian verstanden hatte, sogar mehrmals. Stephanie heiratete hier in der Schlosskapelle nach dem Tod von Kronprinz Rudolf den ungarischen Grafen Elemér Lónay, auch der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este mit seiner Familie sowie der letzte österreichische Kaiser Karl I. sowie seine Frau Zita waren im Schloss Miramare zu Gast.

Im Schloss Miramare
Im Schloss Miramare

Bevor wir nun auf die weitere Schlossgeschichte und den Herzog von Aosta eingehen – der für mich nicht so interessant war – möchte ich euch noch meine besonderen Highlights in einem Rundgang kurz vorstellen.

Meine besonderen Highlights im Schloss:

Das Museum hat über 22 Räume und Hallen mit Originalmöbel und Kunstgegenständen, die dem Erzherzog gehörten. Es gibt also jede Menge zu sehen und zu bewundern. In allen Sälen findet ihr Tafeln, die - auch in Deutsch – das Inventar beschreiben und Auskunft über die Nutzung des Raumes geben.

Die Kajüte

Der Rundgang beginnt mit dem Schlafzimmer des Erzherzogs, das er sich wie eine seiner Schiffskajüten gestalten ließ. Durch die Zwischendecke und die Täfelung wirkte der Raum auf mich unnatürlich klein, eben mehr wie eine Schlafkoje auf einem Schiff oder in einem U-Boot.

Blick in die Kajüte des Erzherzogs
Blick in die Kajüte - das Schlafzimmer - des Erzherzogs

Obwohl die KI meint, dass er für seine Zeit überdurchschnittlich groß gewesen ist, hat das Bett auf mich eher den Eindruck gemacht, als würde es einem kleinen Mann gehören. Über seinem Bett hängt ein Porträt der Gattin Charlotte von Belgien, das 1866 von Leopold Sanchez gemalt wurde. Ob es also doch sowas wie Liebe zwischen den Beiden war?

Der Novara-Saal

Danach kommt man gleich in den geräumigen Novara-Saal, der in seiner länglichen Ausdehnung ebenfalls an ein Schiff erinnert und dieses auch soll.

Blick in den Navarra-Saal
Blick in den Navarra-Saal

Hier wurde die Einrichtung ähnlich seinem Arbeitszimmer auf der Novara, dem Kriegs- und Forschungsschiff der österreichischen Marina, nachgebaut. Auf der Täfelung zeigen sich die vom Auftraggeber gewählten Symbole der Ananas, des Ankers und der Krone.

Erzherzog Maximilian und die Ananas

Vielleicht ist sie euch schon früher aufgefallen: Die Ananas schmückt Tapeten, Täfelungen und Luster. Doch was hat ein Habsburger mit dieser exotischen Frucht zu tun?

Die Ananas verziert einen Luster
Die Ananas verziert einen Luster

Angeblich sah sie der Erzherzog als Symbol für folgende Bedeutungen:
Die Ananas war ein Statussymbol für Wohlstand, Reichtum und Macht. Die Frucht war zu seiner Zeit in Europa sehr selten anzutreffen, dazu noch auch für hohe Herrschaften ausgesprochen teuer und schwer zu züchten. Sie galt als die „Königin der Früchte“ und stand symbolisch für unermesslichen Reichtum, Luxus und imperialen Überfluss.

Die Ananas ist oft im Schloss zu sehen
Die Ananas ist oft im Schloss zu sehen

Maximilian war aber auch ein begeisterter und leidenschaftlicher Botaniker, der auf seinen vielen Reisen auch exotische Pflanzen sammelte und diese Leidenschaft auch mit seiner Gattin teilte. Er hatte eine große Faszination für die Tropen und deren Pflanzenwelt.

Die Ananas in der Ausstellung Ars Botanica. Gärten auf Papier
Die Ananas in der Ausstellung Ars Botanica. Gärten auf Papier

Außerdem war die Pflanze später dann auch seine Verbindung zu Mexiko, schließlich stammte die Ananas ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika und passte daher perfekt zu seiner neuen imperialen Rolle. So wurde die Ananas in seinen Gemächern auch oft mit dem mexikanischen Adler und seinem Monogramm kombiniert.

Ananas und Anker wurden schließlich zu seinem visuellen Markenzeichen: die Ananas als Zeichne für Botanik und Reichtum und der Anker für den begeisterten Seefahrer und Oberkommandierenden der k.k. Kriegsmarine.

Die Bibliothek

Die Bibliothek umfasst über 7.000 Bände, die das Wissen, die Erziehung, die Bildung und das Interesse des Paares widerspiegeln: Philosophie, Religion, Politik, Recht, Wirtschaft, Anthropologie, Militär- und Marine-Strategie, Literatur, Kunstgeschichte, Geographie, Physik und andere Wissenschaften, wie auch Botanik und Gärtnerei.

Blick in die Bibliothek
Blick in die Bibliothek

Es war keine Sammlung wertvoller Bücher, sondern eine Bibliothek, die von ihren Besitzern genutzt wurde. Die meisten Bücher wurden zwischen 1820 und 1870 publiziert. Besonders hervorzuheben ist die botanische Sektion, die vielfältiges Wissen der damaligen Zeit über unterschiedliche Bereiche enthält.

Dier vier Marmorbüsten stellen Homer, Dante, Shakespeare und Goethe dar und wurden von Hermann Knaur 1858-59 geschaffen.

Charlottes Wohnzimmer

In diesem Raum pflegte die Erzherzogin Musik zu spielen oder zu malen. Das große, von Jean Portaels 1857 in Mailand gemalte Porträt zeigt sie in der typischen Tracht von Brianza.

Charlottes Wohnzimmer
Charlottes Wohnzimmer

Das Schlafzimmer von Charlotte

Das Bett – hier ein Doppelbett (!) – wurde Maximilian und Charlotte anlässlich ihrer Vermählung von der Stadt Mailand geschenkt. Seitlich verbergen zwei Holzpaneele zwei Türen, die jeweils zu einem kleinen Dienstraum und zur Schlosskapelle führen.

Charlottes Schlafzimmer
Charlottes Schlafzimmer

Über dem Bett hängt ein Porzellangemälde das die sixtinische Madonna von Raffael zeigt.

Die Kapelle

Die Kapelle beeindruckt vor allem durch die zwölf Apostelfiguren, die Ede Heinrich 1860 fertigstellte. Auch das letzte Abendmahl und die Deckenkassetten sind sehenswert. Die roten Vorhänge wurden von Maximilian nach seiner Ernennung zum Kaiser bestellt und tragen den mexikanischen Adler mit der Krone und seinem Wahlspruch „Equidad en la Justicia“ (Gerechtigkeit).

Blick in die Kapelle
Blick in die Kapelle

Damit kommen wir schon zu den Repräsentationsräumen und hier möchte ich vor allem auf den Thronsaal hinweisen.

Der Thronsaal

Der Saal wurde erst vor kurzer Zeit originalgetreu restauriert. Oben an den Wänden hängen große Abbildungen der berühmtesten Habsburger Kaiser. Mich hat besonders das riesengroße Gemälde mit dem Stammbaum der Habsburger und der Lothringer beeindruckt.

Der Thronsaal mit dem Stammbaum der Habsburger
Der Thronsaal mit dem Stammbaum der Habsburger

Wenn man dann noch das Gemälde mit der Allegorie der Besitzungen von Karl V. erblickt, kommt man sich als Normalsterblicher schon ein wenig klein und unbedeutend vor.

Der Kaiser von Mexico als Bild im Thronsaal
Das Bild von Maximilian als Kaiser von Mexiko im Thronsaal

Ein Gemälde von Santiago Rebull zeigt Maximilian als Kaiser von Mexiko, wobei auch der Rahmen mit dem Monogramm von Maximilian verziert ist. Dieses Bild aus dem Schlossdepot soll die Anwesenheit des Kaisers sinnbildlich darstellen.

Der Konversationssaal

Auch der Saal von Dädalus und Ikarus genannt nach den dort aufgestellten Marmorplastiken von Innocenzo Fraccaroli, die ich – ehrlich gesagt, überhaupt nicht beachtet habe. Die beiden ovalen Porträts von Maximilian und Charlotte von Ede Heinrich habe ich schon gesehen, aber noch mehr hat mich ein goldenes, wunderschönes Objekt interessiert, das bei meinem Besuch in diesem Saal ausgestellt war: Der Zepter der Kaiserin Charlotte von Mexiko.

Das Zepter der Kaiserin von Mexico
Das Zepter der Kaiserin von Mexico

Das historische Prunkstück aus 22-karätigem Gold ist mit Diamanten, Rubinen und Smaragden besetzt und wurde Charlotte 1864 vom Gemeinderat der mexikanischen Stadt San Juan del Río geschenkt. Es ist 34 Zentimeter lang, wiegt rund 418 Gramm und zeigt feine Filigranarbeiten sowie das kaiserliche Monogramm. Nachdem es jahrzehntelang in Privatbesitz war, wurde es 2023 von einer Stiftung ersteigert und ist seit April 2024 als dauerhafte Leihgabe hier im Schloss ausgestellt.

Der historische Saal

Hier werden in Bildern von dell’Acqua die wichtigsten Ereignisse in Grignano dargestellt, dabei haben mich besonders zwei Bilder interessiert:

Die beiden Bilder im Historiensaal
Bilder im Historiensaal: Das Angebot der mexikanischen Krone und die Begrüßung von Kaiserin Elisabeth

Zum einen, die Ankunft von Elisabeth 1861 im kleinen Hafen von Miramar, wie sie von der hellgekleideten Charlotte begrüßt wird und zum anderen das Bild der mexikanischen Abordnung, die 1863 Maximilian die Kaiserkrone anbietet.

Das Schlafzimmer von Erzherzog Maximilian

Ein Schlafzimmer zu repräsentativen Zwecken, weder der Erzherzog noch seine Gattin haben angeblich eine Nacht in diesem Bett verbracht, schlief doch Maximilian lieber in seiner Kajüte im Erdgeschoss und auch Charlotte hatte ihr Schlafzimmer in ihren Räumlichkeiten einen Stock tiefer.

Das Schlafzimmer, das nie benutzt wurde
Das Schlafzimmer, das nie benutzt wurde

Das Prunkbett im neobarocken Stil mit roten Seidenbehängen und goldenen Verzierungen war ein Hochzeitsgeschenk des französischen Kaisers Napoleon III. und der Kaiserin Eugénie.

Das Prunkbett, ein Geschenk Napoleons III.
Das Prunkbett, ein Geschenk von Napoleon III.

Wer dort nächtigte, konnte sich gut beobachtet fühlen: nicht nur die Porträts an der Wand „sahen“ den und/oder der Ruhenden beim Schlaf zu, man konnte sich von Statuetten am Bettkopf und -ende schon auch ein wenig beobachtet fühlen …

Auch hier wachen gekrönte Häupter über den Schlafenden
Auch hier wachen gekrönte Häupter über den Schlafenden

Natürlich sind auch der Audienzsaal, der Herrschersaal oder der Fürstensalon sehenswert.

Die weitere Schlossgeschichte

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde das gesamte Mobiliar des Schlosses nach Wien gebracht. Nach Ende des Krieges wurde Miramare durch den Vertrag von Saint-Germain dem Königreich Italien zugesprochen. Ein Abkommen zwischen Italien und Österreich sah vor, die komplette Inneneinrichtung wieder ins Schloss Miramare zu übersiedeln, allerdings unter der Bedingung, dass das Schloss künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte, was auch im Mai 1929 geschah.

Blick in die Gemächer des Herzogs von Aosta
Blick in die Gemächer des Herzogs Aosta

Doch bereits wenige Monate später wurde das Schloss als Wohnsitz für Amadeo von Savoyen, Herzog von Aosta und seiner Familie bestimmt, der Ostflügel renoviert und der damaligen Mode entsprechend eingerichtet. Außerdem wurden Aufzüge und eine moderne Heizung eingebaut. Es entstanden ein privater Salon, ein Empfangsraum und ein Arbeitszimmer für den Herzog, ein Salon für die Herzogin, ein Kinderzimmer für die Töchter, ein Schlafzimmer und ein modernes Badezimmer.
Bis 1937 wurde es von der Familie bewohnt, bis 1943 nutzte es die Herzogin noch gelegentlich.

Blick in die Gemächer des Herzogs Aosta
Blick in die Gemächer des Herzogs von Aosta

1943 bis 1945 nutzen deutsche Truppen das Schloss. Dabei wurde im Park eine Bunkeranlage gegen eine befürchtete Landung der Alliierten errichtet und ein historischer Aussichtsturm zerstört. Danach diente das Schloss als Militärzentrale der Alliierten.
Seit 1955 ist das Schloss als Museum wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Im Park von Miramare
Im Park von Miramare

Wer mehr über die Sammlung des Erzherzogs und die ausgestellten Kunstwerke daraus erfahren möchte, sollte sich die Seite des Museums ansehen: https://miramare.cultura.gov.it/de/sammlungen/

Ausstellung Ars Botanica. Gärten auf Papier

Bei unserem Besuch sind wir noch durch die Ausstellung „Ars Botanica. Gärten auf Papier“ gestreift, die noch bis zum 31.12.2026 im Schloss zu sehen ist.

In der Ausstellung "Ars Botanica. Gärten auf Papier"
In der Ausstellung "Ars Botanica. Garten auf Papier"

Sie zeigt die reichhaltige Büchersammlung zu den Themen Botanik, Blumen, Pflanzen und Gärten, die im 19. Jahrhundert sehr beliebt waren und die sich im Schlosspark wieder finden lassen. Die botanische Bibliothek ist ein Garten auf Papier, der in einem kultivierten adeligen Umfeld entstand und die Besucher auch heute noch begeistern kann.

Blick in die Ausstellung "Ars Botanica. Gärten auf Papier"
Blick in die Ausstellung "Ars Botanica. Gärten auf Papier"

Mehr darüber im Prospekt der Ausstellung (leider nur auf Italienisch)

Die Räumlichkeiten des Herzogs von Aosta

Natürlich haben wir uns auch die Räume des Herzogs von Aosta angesehen, der die Besucher nun forsch blickend vor seinen Gemächern begrüßt. Der heldenhafte, idealisierte Stil der Büste, die von Romano Romanelli 1959 geschaffen wurde, der bei mir eher ablehnende Emotionen auslöst, ist typische für die italienische Kunst der damaligen Epoche und soll wohl hier auch die physische und spirituelle Stärke des passionierten Fliegers und Militärkommandanten zum Ausdruck bringen.

Der Herzog von Aosta
Der Herzog von Aosta

Obwohl ich eigentlich sehr für Jugendstil und Art Deco schwärme, konnte ich mit den meisten der ausgestellten Inneneinrichtung wenig anfangen. Aber am besten ihr besucht die Räume selbst und macht euch ein eigenes Bild.

Blick in die Räumlichkeiten des Herzogs von Aosta
Blick in die Räumlichkeiten des Herzogs von Aosta

Erwähnenswert ist noch das Werk „Allegoria di Trieste e dellÌstria“ von Annibale Strata, das nach seiner Restaurierung nun in den Gemächern des Herzogs von Aosta im ersten Stock des Schlosses besichtigt werden kann.

„Allegoria di Trieste e dellÌstria“ von Annibale Strata
„Allegoria di Trieste e dellÌstria“ von Annibale Strata

Der Park

Wenn ihr auch den Park mit seinen Statuen, Gebäuden und seiner Pflanzenvielfalt durchstreifen wollt – und ich glaube das lohnt sich wirklich – müsst ihr mindestens einen ganzen Tag für euren Ausflug nach Miramare einplanen. Immerhin erstreckt sich der Park auf einer Fläche von über 22 Hektar.

Im Park von Miramare
Im Park von Miramare

Erzherzog Maximilian war ein begeisterter Botaniker und Gärtner (wie übrigens viele Habsburger) und er wollte sowohl einen Ort für Ruhe und Meditation schaffen wie auch biologische Versuche durchführen. Natur und Kunst sollten hier eine harmonische Verbindung eingehen können.

Blick aufs Meer vom Park
Blick aufs Meer vom Park

Ein Teil des Parks war als italienischer Garten, ein anderen als englischer Landschaftspark geplant, die Leitung hatten die Hofgärtner Josef Laube und Anton Jelinek inne. Dazu kamen die botanischen Sammlungen. Selbst nach seiner Abreise nach Mexiko hielt der Erzherzog mit seinen Gärtnern den Kontakt aufrecht und gab die eine oder andere Anweisung. 2019 und 2023 wurden die Anlagen restauriert, die Buchsbaumhecken erneuert und der formale Garten nach den Plänen des 19. Jahrhunderts wieder hergestellt.

Im Park von Miramare
Im Park von Miramare

Während der italienische Garten von geometrisch angelegten Pflanzungen dominiert wird, wo im Frühling um die 90.000 Blumen erblühen, ist der überwiegende Teil des Parks als Englischer Landschaftsgarten angelegt, der ursprünglich als Versuchsgarten dienen sollte. Maximilian wollte herausfinden, mit welchen Pflanzen man den Karst am besten wieder aufforsten könnte. Neben Lorbeersträuchern, Zypressen, Myrte und Holunder kann man im Park eine große Anzahl exotischer Pflanzen finden.

Im Park von Miramare
Im Park von Miramare

Oberhalb des formalen Gartens mit seinen streng symmetrischen und geometrischen Mustern befindet sich die botanische Sammlung. Hier kann man Zitruspflanzen, einen Erdbeerbaumhain, japanische Kirschbäume, eine Monterey-Zypresse, einen aus China stammenden Ginkgobaum, einen Küstenmammutbaum oder Bambusstauden bewundern – alles Pflanzen, die Erzherzog Maximilian zum Teil von seinen Reisen als Admiral der österreichischen Marine mitbrachte.

Blick vom Schloss zum Park
Blick vom Schloss zum Park

Im Park befinden sich auch einige Gebäude wie das Castelletto, in dem das Paar vor dem Abschluss der Bauarbeiten am Schloss wohnte und das Charlotte nach ihrer Rückkehr von Mexiko wieder eine Zeitlang bewohnte und das man nun im Rahmen einer Führung besichtigen kann, oder das historische Gewächshaus und eine Orangerie, die nun ebenfalls restauriert und ihren ursprünglichen Zustand wieder hergestellt wurden. Außerdem gibt es noch ein Schweizerhaus, das als Teehaus diente und unmittelbar am Meeresufer ein Badehaus, sowie viele unterschiedliche Denkmäler.

Im Park von Miramare
Im Park von Miramare

Es ist wunderbar, an heißen Tagen die Abkühlung des Parks mit seinem Baumbestand genießen zu können und sich nach dem Herumlaufen auch ein wenig bei einem Brunnen ausrasten zu können. Seid nicht überrascht, wenn ihr einen Teich und eine Brücke darüber, wie bei Monet findet. Auf jeden Fall macht es Sinn ein bisschen die Anhöhe hinaufzuwandern und dann die Aussicht aufs Meer zu genießen. Es ist einfach wunderschön.

Miramare
Miramare

Castello di Miramare
34151 Trieste, Viale Miramare
Tel: +39 040 224 143
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
https://miramare.cultura.gov.it/de/

 
Im Park von Miramare
Im Park von Miramare

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