Die 42. Niederösterreichische Landesausstellung widmet sich vom 28.3.-8.11.2026 einem wichtigen gesellschaftlichem Thema: Der psychischen Gesundheit
Es wird eine Landesausstellung, die dieses Mal viel Neuland betreten wird. Nicht nur, dass sie versucht mit ihrem Thema psychische Erkrankungen, oft verdrängt und verneint, in die Mitte der Gesellschaft zu holen, sondern sie wird durch ihre Location einzigartig werden: Das Klinikum Mauer fungiert – bei laufenden Betrieb – als Gastgeber.

Die psychische Gesundheit ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Doch das war nicht immer so. Psychische Erkrankungen wurden nicht also solche gesehen, die Menschen wurden als verrückt erklärt, ausgegrenzt, eingesperrt – in frühen Zeiten sogar in Ketten gelegt.

Erstmals wurde mit dem Narrenturm, den Josef II. in Wien 1784 erbauen ließ, die Annahme getroffen, dass man psychisch Kranke auch behandeln könnte. Die Ausstellung zeigt im Haus 21 des Klinikums Mauer daher die Geschichte des gesellschaftlichen Umgangs mit psychischen Erkrankungen im Wandel der vergangenen 250 Jahre. Und dieser Weg war nicht immer linear – es gab Höhen, Tiefen und immer wieder Rückschritte.

In vier thematischen Bereichen werden die Definitionen von Krankheiten und von psychischen Erkrankungen beleuchtet, Fragen in Bezug auf die Diagnosen gestellt, die Auseinandersetzung der Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen und psychischer Gesundheit hinterfragt und Therapieansätze aufgezeigt. 21 inhaltliche Positionen werden den Ausstellungsparcour strukturieren.

("In Ketten legen" von August Lancedelli)
Die Themen werden aber auch mit persönlichen Stimmen in die Gegenwart geholt. Anhand von 21 Interview-Stationen mit betroffenen Angehörigen und Fachleuten kann sehr nahe Einsichten zu dem Thema gewinnen und erfahren, dass es jeden und jede von uns treffen kann.
Besonders stolz ist man auch auf den Ausstellungsteil im Haus 18, wo die dunklen Jahre der NS-Zeit aufgearbeitet werden und der auch nach der Landesausstellung als Gedenk- und Lernort erhalten bleiben soll.

Als zusätzliches Plus kann man anführen, dass das einzigartige Jugendstil-Ensemble im Zuge der Ausstellung renoviert wurde und zusätzlich einiges zur Modernisierung des Klinikums beigetragen wurde. Dennoch sollten sich die Besucher immer bewusst sein, dass sie eine Kranken- und Pflegeeinrichtung besuchen. Der Schutz und die Privatsphäre von Patientinnen und Patienten muss im Vordergrund stehen, das bedeutet, dass sich Besucher auch an die angeschriebenen Wege und Orte für ihren Besuch zu halten haben.

Dennoch: es ist ein wichtiges Thema, das hier mit 360 musealen Objekten präsentiert werden wird und es zeigt von Mut, sich auf dieses Thema an diesem Ort einzulassen.

Gleichzeitig war es auch die Gelegenheit, die Jugendstil-Gebäude zu renovieren, das Mostviertel als Gesundheitsregion zu positionieren und auch die weiteren Highlights der Region, wie den Tierpark Haag, das Stift Seitenstetten, die Basilika am Sonntagsberg, die Malzwelt, die Obstgarten-Erlebniswelt Öhling, das Schloss Ulmerfeld oder das Museum Ostarrichi ins Bewusstsein der Besucher zu rücken.

Die Niederösterreichische Landesausstellung „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit“ läuft vom 28.3.-8.11.2026, täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr im Landesklinikum Mauer. Die Innenbereiche der Ausstellung sind barrierefrei, der Außenbereich nur teilweise. Das Mitnehmen von Tieren auf das Areal sowie in die Krankenanstalt ist nicht gestattet. Ausgenommen sind Assistenz- und Therapiehunde mit Beißkorb und Leine.

Weitere Informationen über Veranstaltungen, Führungen, Preise und Ticketbuchungen über www.noe-landesausstellung.at
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