Bereits zum 30. Mal wird am Parndorfer Kirchenplatz Theater gespielt. Zum 30. Geburtstag hat sich Intendant Christian Spatzek (der am Premierentag seinen 70er feierte) den „Geizigen“ ausgesucht.
In Parndorf geht es immer familiär zu und gerade das macht den Charme eines Theaterbesuchs hier aus. Am kleinen Platz vor der großen Kirche wird mit einfachen Mitteln hervorragend Theater gespielt.

Dieser Spielplatz ist einfach etwas Besonderes: durch die Nähe von Publikum und Bühne erfährt der Zuschauer ein Theatererlebnis, das man nur bei wenigen Aufführungsorten erleben kann. Der Kirchenplatz ist daher nicht nur Kulisse, sondern Teil jeder Inszenierung.
Bereits bei der Kostümprobe, die ich besuchen durfte, konnte man sich von der Spiellaune des Ensembles überzeugen und mit „Der Geizige“ von Molière steht wohl einer der bedeutendsten Klassiker der Literatur am Programm. Uraufgeführt 1668, aber noch immer aktuell – besonders in Zeiten wie diesen.

Ein Stück, bei dem man sich ausgezeichnet unterhalten kann, wo es viel zu Lachen gibt; -und doch kann einem manches Mal dieses Lachen im Hals stecken bleiben. Molière lädt auch zum Nachdenken ein. Doch bei allem Geiz und Missstimmung in diesem Stück – es gibt ein versöhnliches Ende.
Der Inhalt
Harpagon ist ein wohlhabender, aber krankhaft geiziger Mann, der nicht nur ständig um sein Geld fürchtet, sondern auch noch seine beiden Kinder gewinnbringend (für ihn) verheiraten möchte. So sind für Tochter und Sohn ein Greis und eine alte Witwe als Ehepartner/Ehepartnerin vorgesehen. Harpagon selbst ist einer weiteren Ehe auch nicht abgeneigt und wünscht die junge Mariane zu heiraten, ein mittelloses Mädchen, in das eigentlich sein Sohn verliebt ist.

(Foto © KBB, Theater Sommer Parndorf, Andreas Hafenscher)
Während der Geizige mit den, für seine Kinder, auserwählten Partnern und der Heiratsvermittlerin handelseins ist, sind seine Nachkommen und auch Mariane – wie man sich vorstellen kann - von diesen Plänen nicht begeistert.

(Foto © KBB, Theater Sommer Parndorf, Andreas Hafenscher)
Und während Harpagon ständig um seine Geldkassette fürchtet, die er im Garten vergraben hat, gerät sein Sohn in Geldschwierigkeiten, das Schicksal nimmt seinen Lauf und sorgt schließlich – mit einer überraschenden Wendung – für das Glück der jungen Leute. Nur Harpagon bleibt geizig und allein zurück.
Das Ensemble
Es spielen Georg Kusztrich (Harpagon), Benjamin Spindelberg (Cléante), Sandra Högl (Èlise), Fanny Holzer (Mariane), Niklas Zoubek (Valère), Kurt Hexmann (Anselme), Irene Budischowsky (Frosine), Sissi Gotsbachner (Frau Claude und Regieassistenz), Luka Wagner (Brindavoine), Hermann J. Kogler (Jacques), Hanni Kusztrich (Kommisarin), Florian-Raphael Schwarz (La Flèche) und Intendant Christian Spatzek (Simon), der auch noch Regie führt.

Das Bühnenbild stammt von Anna Sagaischek und die Kostüme gestaltete auch dieses Mal Barbara Langbein.
Gespielt wird jeweils von Donnerstag bis Sonntag, den 2. August 2026. Sollte es regnen, übersiedelt die Aufführung in die nahegelegene Volksschule.

Karten gibt es online bei oeticket.at oder telefonisch unter +43 2682 719 3000. Weitere Informationen findet ihr unter www.theatersommer-parndorf.at
Hier noch ein kleiner Probenausschnitt zum Einstimmen:
Mein Tipp: Verbringt einen schönen Sommertag in Podersdorf am Strand des Neusiedlersees (oder wenn das Badewetter schwächeln sollte, beim Shoppen im Designer Outlet Parndorf), genießt die burgenländische Küche und einen familiären Theaterabend. Was gibt es Schöneres als einen lauen Sommerabend mit Kultur und einem Gläschen ausgezeichneten burgenländischen Wein zu genießen.
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