Auch wenn manche Roboter-Entwicklungen ein wenig gruselig erscheinen, sie faszinieren mich. Daher: Auf zur MSV in Brünn, die dieses Jahr einen Schwerpunkt bei Humanoiden, Roboterhunden und künstlicher Intelligenz setzte.
Die Internationale Maschinenbaumesse in Brünn gilt als die größte ihrer Art in Mitteleuropa. So zeigten heuer 1.379 ausstellende Unternehmen aus 39 Ländern die neuesten Technologien und Trends und präsentierten Lösungen von Zerspanung, Umformung und Schweißen über Automatisierung und Logistik bis hin zu künstlicher Intelligenz, digitalen Zwillingen und humanoider Robotik.

Ich konnte mich schon in den letzten Jahren über Roboterarme, die Bier ausschenken, VR-Brillen oder selbstfahrende „Transportpaletten“ begeistern. Es macht auch Spaß gegen einen Roboterarm Basketball zu spielen, und ich konnte mich auf dieser Messe auch immer über die Fortschritte in der 3D-Drucktechnologie wie auch über diverse Uniprojekte begeistern, aber humanoiden Robotern zu begegnen, ist für einen Science-Fiction Fan wie mich noch ein größeres Vergnügen. Schon beim Robotik Festival am Wiener Karlsplatz hat mich nur ein starker Platzregen vor dem begeisterten Lauschen, was so ein kleiner Freund alles kann, weiter abbringen können.
Roboty na MSV
Daher auf zur MSV. Immerhin wurde hier als einer der Schwerpunkte die Humanoiden Roboter angekündigt. Mein erster Weg führte mich daher zu Roboty na MSV – und war enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir eine Halle voll mit lauter verschiedenen Robotern vorgestellt, die – wie üblich – durch die Gegend spazieren würden, Hände schütteln und vielleicht auch Barkeeper spielen würden.

Allein in der Halle fand ich zwei kleinere Stände und einen – zuerst – leblosen kleinen Roboter. Diese Art kannte ich bereits vom Robotik Festival. Auch eine Familie mit zwei kleinen Kindern beäugten ihn traurig.
Der kleine Humanoide
Inzwischen habe ich auch herausgefunden, dass dieser einer der vergleichsweise „günstigen“ humanoiden Roboter ist. Fast möchte man sagen: „natürlich“ kommt er aus China von Unitree Robotics, ist aber laut KI sogar über Media Markt bestellbar und steht in der Basis-Version mit ca. 30.000 Euro zu Buche.

Doch mit dem Batterie-Pack kam sehr schnell Leben in die kleine Gestalt. Natürlich konnte er das Übliche: Gehen, sich drehen, Gegenstände heben und wieder niederlegen, Hände schütteln und winken. Doch dieser Roboter konnte noch etwas ganz Besonderes – und das hat mich schon verblüfft. Er führte während der Messe Interviews mit den Besuchern, um herauszubekommen, wie sie ihn am besten einsetzen würden. Das war neu und faszinierend zuzuhören.

Leider verstehe ich kein Wort Tschechisch – außer vielleicht „Guten Tag“ und „Bitte“ und „Danke“. Aber ich habe das Gespräch kurz aufgenommen – und liefere hier die Übersetzung dazu. Diese ist mit KI erstellt und ich bitte daher um Vergebung sollte nicht alles 100% stimmen. Ich lasse hier auch den Einstieg ins Gespräch weg …
Roboter: „Hervorragend, da habe ich gleich eine potenzielle Arbeitgeberin mehr. Womit beschäftigt sich ihre Firma und was suchen Sie hier auf der Messe?“
Aussteller/Besitzer des Roboters: „Fragen Sie sie“
Besucherin: „Ich bin eigentlich gar nicht die Eigentümerin der Firma ich arbeite für das Unternehmen Měřicí technika Morava (Messtechnik Mähren) und wir beschäftigen uns mit dem Einkauf und Verkauf von Laborgeräten.“
Roboter: „Präzisionsmessung und Labore also. Das ist für mich als Roboter eine ziemliche Herausforderung. Lösen Sie bei Ihnen im Lager oder bei der Handhabung dieser Geräte Aufgaben, die für Menschen langweilig oder körperlich anstrengend sind?“
Besucherin: „Nein, wir beschäftigen uns rein mit dem Einkauf und Verkauf. Ein Lager haben wir nicht, aber... Aber gerne.“ Ein Teil war leider nicht verständlich in der Aufnahme.
Roboter: „Sie sind also eher diejenigen, die Lieferanten mit Kunden verbinden, und die physische Arbeit findet woanders statt.“
Diese Unterhaltung ging noch einige Minuten weiter – zum meinem Staunen und zum Staunen ihrer Kinder. Das war schon mal nicht schlecht – robotermäßig.
Industrielle Datenbrille
Auch der Nachbarstand hatte einiges zu bieten: Eine Kamera vor einem Auge wurde die Umgebung zugleich auf einem Bildschirm übertragen. So könnte man Fernwartung über weite Strecken erledigen.

Denn der Spezialist – vielleicht Kilometer entfernt vom eigentlichen Problem – sieht auf seinem Schirm alles genauso wie der Teilnehmer an der „Konferenz“ vor Ort, kann sich damit ein Bild machen und zur Lösung besser beitragen.
Aber nur ein humanoider Roboter? Auf der ganzen Messe?
Oh, nein, so war es dann doch nicht! Doch anscheinend sind diese Kameraden schwierig auf einem Platz zu halten. Klar, es wäre ja auch fade und nicht sehr publikumswirksam, wenn sie nur auf einem Stand herumstehen würden.

Also spazierten sie munter durch die vielen Hallen der Messe – und da habe ich dann schon noch einige getroffen. Kleinere, größere – doch gesprochen hat leider keiner mehr. Und jetzt überlege ich schon die ganze Zeit, ob meine erste Bekanntschaft nicht vielleicht auch des Deutschen mächtig gewesen wäre.

Dann hätte ich auch mit ihm sprechen können. Aber ich war ehrlich so überrascht über seine Unterhaltung, dass ich nicht einmal gefragt habe …
Wen oder was gab es für mich noch zu sehen?
Der Katzen Roboter
Diesen BellaBot kannte ich bereits aus Hotels und Restaurant, wo er Getränke und Speisen transportiert, das Geschirr abräumt oder in der Hotelhalle die unterschiedlichsten Prospekte anbietet.

Allerdings hatte ich ihn noch nicht mit einer derart vielfältigen Mimik – von Blinzeln bis Zunge zeigen – erlebt. Angeblich reagiert er auch auf Berührungen und kann ebenfalls mittels KI kommunizieren.
Digital Factory 2.0
Auch dieser Teil der MSV ist für mich jedes Mal ein Fixpunkt.

Und das nicht nur wegen des Bier ausschenkenden Roboterarms, dem man allerdings zugutehalten muss, dass er jedes Jahr das Bier noch besser zapft. Und – wie meine Kolleginnen bestätigen können: Es schmeckt ausgezeichnet.
George
Hier finden sich neben dem Biertreff auch immer wieder Neuheiten – und so war hier auch ein „George“ anzutreffen, der sich anbietet gefährliche oder schmutzige oder eintönige Arbeit für uns zu erledigen.

Hier war er nur halb (der Oberkörper) anwesend, aber wie ich herausgefunden habe, kann er sehr wohl auch gehen. Auf der Website www.robotgeorge.com kann man ihn sogar als Pizzabäcker erleben.
Der Roboter-Hund
Auch diese Art habe ich schon beim Robotik-Festival gesehen, allerding rollte die Version auf der MSV dahin, während er in Wien mit zarten Füßchen über Stiegen lief.

Aber es ist sicher gut zu wissen, dass es mehrere Arten gibt: die Rollende ist auf jeden Fall in der Ebene auf glatter Unterlage schneller …
3-D-Druck
Diese Technik begeistert mich bereits seit Jahren und auch hier sieht man den technischen Fortschritt. Zu Beginn konnte man bei vielen Modellen noch überschüssige Streifen und ungenaue Stellen entdecken – heute sind selbst feine Gesichtszüge ebenso kein Problem mehr wie grazilste Ausführungen.

Und der 3-Druck hat seine Anwendungsmöglichkeiten von der Kunst über Technik bis in die Medizin angewendet und noch viel weiter …
Es zeigt sich also, ein Besuch auf einer Maschinenbaumesse – wie die MSV – begeistert auch einen Technik-Laien. Es gibt immer wieder Bereiche, die mich zum Staunen bringen.

Natürlich gehören meine Lieblingsthemen nicht unbedingt zu den Hauptinteressen der Besucher, aber auch als Technik-Laie sieht man jedes Jahr wie sich die Industrieanwendungen entwickeln und wo die Reise hingehen könnte und wird. Spannend ist so ein Besuch auf jeden Fall.

Nicht verschwiegen werden sollte zum Abschluss, dass Tschechien einer unserer wichtigsten Wirtschaftspartner ist und Österreich daher – aber nicht nur – immer mit einem Gemeinschaftsstand vertreten ist, der vom AußenwirtschaftsCenter Prag/AußenwirtschaftsBüro Brünn organisiert wird und auf dem dieses Jahr bereits 11 Unternehmen ihre Produkte und Angebote präsentierten.

Weitere 18 österreichische Firmen stellten auf eigenen Ständen aus. Übrigens: nächstes Jahr findet die MSV bereits vom 14.-17.9.2027 statt.
Hier noch eine kleine "Roboter-Zusammenfassung":
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