„Puuoh“, sagte die Schnee-Eule ...

Letzte Woche war wieder einmal ein Ausflug angesagt. Fabian und ich machten uns ins Waldviertel auf.

Hoch oben (von Wien aus gesehen) in der Nähe von Ottenstein und den Stauseen gibt es  - im Schloß Waldreichs – ein Falknerei- und Greifvogelzentrum mit einem Eulenpark, mit fast (bitte unter www.greifvogelzentrum.at nachschauen) täglichen Flugvorführungen und einem kleinen Museum über die Falknerei.

Blick auf Schloss Waldreichs
Blick auf Schloss Waldreichs

Ich kann euch gar nicht sagen, was uns hier am Besten gefallen hat, einfach alles. Es ist einfach unglaublich wie viele unterschiedliche Falken, Adler, Milane, Eulen, Käutzchen, … man hier zu sehen bekommt – manchmal sogar ganz nah bei der „Flugshow“. 

Die Vogelvolieren und der Eulenpark

Vor dieser machten wir aber noch einen kleinen Spaziergang an den Volieren vorbei, bestaunten Adler, Falken und Geier und drehten noch eine ganz schnelle Runde im Eulenpark.

Zuerst saß der Schneeeulen-Papa noch hinten in der Voliere
Zuerst saß der Schneeeulen-Papa noch hinten in der Voliere, hatte uns aber schon genau im Blick

Dabei waren wir beide ganz fasziniert von der Schneeeule. Viele kennen den weißen Vogel als Postbotin von Harry Potter, Hedwig. Staunend standen wir vor der Voliere, in der der schöne Vogel weiter hinten auf einem Baumstamm saß. Da muss man doch näher kommen, schließlich wollten wir ihn ganz genau sehen. Doch plötzlich schallte uns ein lautes, gefährlich klingendes "Puuoh" entgegen.

Die Mama wird verteidigt!
Mama Schneeeule wird verteidigt!

Waren wir der Schneeeule zu nahe gekommen?  Hier saß sie nun vor uns und kaum machten wir einen kleinen Schritt zu weit, erklang laut das "Puuuoh" und die Flügel wurden bedrohlich geschüttelt. Noch ein Schrittchen näher gemacht und schon flog der Vogel auf die Sitzstange, die näher bei uns in der Voliere angebracht war. Weitere Puuhs folgten mit drohendem Flügelschlag. Und dann sahen wir endlich was ihn aufregte: Versteckt von den Tannenzweigen saß eine zweite Eule am Boden in einem "Nest" - und jetzt erblickten wir auch das große Schild „Halte Abstand, ich brüte", das wir in unserer Begeisterung gar nicht wahrgenommen hatten.

Jetzt war alles klar: der brave Eulenpapa war fest entschlossen die Mutter seiner Kinder zu verteidigen. 

Ab da bemühten wir uns, den gebührenden Abstand wieder herzustellen, worauf sich auch Papa Eule wieder beruhigt zurückzog. 

Wir werden beobachtet
Wir werden beobachtet

Allein im Eulenpark kann man längere Zeit verbringen und die unterschiedlichen Käutze und Uhus beobachten. Manche muss man in den Volieren regelrecht suchen, sie lugen dann versteckt hinter einem Holzstamm hervor oder haben sich gänzlich zurückgezogen.

Nein, jetzt kein Foto
Nein, jetzt kein Foto

Manche wiederum scheinen die Besucher mindestens ebenso zu beobachten wie wir sie. Große Augen, runde Gesichter, bei manchen scheint es fast, sie werfen sich beim Fotografieren in Pose, andere wiederum drehen sich weg, sobald man die Kamera in Position bringt. 

Also gut, jetzt in voller Größe
Also gut, jetzt in voller Größe

Die Flugshow

Die Flugshow dauert zwischen 30 und 40 Minuten. Am Rande einer großen Wiese kann man bequem Platz nehmen, während die Falknerin über ihre Vögel, deren Vorlieben und Charakteristika erzählt.

Die Falknerin bei der Flugshow
Die Falknerin bei der Flugshow

Dann taucht schon der erste auf. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich einen Riesenseeadler beim Fliegen zusehen und auch beobachten konnte, wie er stolz über die Wiese schritt, ein kleines Bad im Mini-Pool nahm und sich dort seine Leckerbissen heraus holte. Ein toller Vogel.

Wo sind meine Leckerbissen?
Wo sind meine Leckerbissen?

Aber auch Kaiseradler, Rotmilan, oder europäischer Seeadler oder Steinadler kann man teilweise bei der Flugshow oder davor und danach in ihren Volieren kennen lernen.

Mehr, mehr, mehr ....
Mehr, mehr, mehr ...

Herrlich sind auch die Geier, sie sind bei der Flugshow ebenfalls dabei und versuchen immer wieder noch ein kleines Häppchen von der Falknerin zu bekommen.

Im Greifvogelzentrum Waldreichs bei der Flugshow
Im Greifvogelzentrum Waldreichs bei der Flugshow

Der Milan rauschte über unsere Köpfe, die wir dann doch immer wieder schnell einzogen. Wir hätten noch viel länger sitzen bleiben und den kunstvollen Fliegern zuschauen können. 

Bei der Flugshow
Bei der Flugshow

Fast hätte ich auf die Falken vergessen, die natürlich auch ihren Teil zur Flugshow beitragen.

In den Lüften
Hoch in den Lüften

Hier noch ein paar Impressionen von der Flugshow:

Die Volieren

Falken, Adler, Milan und Geier sind hier untergebracht. Besonders hier sollte der Abstand zu den Volieren unbedingt eingehalten werden.

Manche blicken ganz interessiert zum Besucher
Manche blicken ganz interessiert zum Besucher

Wer das Glück hat, einen Rundgang mit der Falknerin machen zu können oder sie bei ihren Vögeln antrifft, wird gleich merken, wie gut ihre Beziehung zu den Vögeln ist. Sie kennt nicht nur alle Vögel beim Namen, sondern auch alle ihre Vorlieben. Erzählt, wer schüchtern, wer frech ist. Welche beiden sich verstehen oder wer mit einander streitet. 

Ein wunderschönes Federnkleid
Ein wunderschönes Federkleid

Einige zumindest erkennen sie bereits am Schritt und kommen sofort näher heran, um sich vielleicht das eine oder andere Leckerli zu erbetteln.

Wer stört?
Wer stört?

Man muss die Vögel einfach länger betrachten, die wunderschönen Federn, aber auch ihr unterschiedliches Verhalten. Vielleicht ist es solltet ihr wissen, dass alle Tiere bereits in „Gefangenschaft“ geboren wurden, also nicht gefangen wurden.

Im Greifvogelzentrum Schloss Waldreichs
Im Greifvogelzentrum Schloss Waldreichs

Da etliche von ihnen im Greifvogelzentrum bereits gebrütet haben und sie dieses nur tun, wenn sie sich wohlfühlen, scheint es ihnen gut zu gehen. Und eine gute Beziehung zwischen Mensch und Tier ist sehr wichtig, wie unsere Falknerin bei der Flugshow auch betont.

Sie schauen einfach soo kuschelig aus
Sie schauen einfach soo kuschelig aus

Immerhin fliegen die Vögel bei der Show frei und sie könnten daher entscheiden, nicht mehr zu ihrem Falkner zurückzukommen.

Manchmal zeigt er sich ...
Manchmal zeigt er sich ...

Das Museum

Zum Abschluss besuchen wir noch das Museum, das sich mit der Geschichte der Falknerei beschäftigt und ebenfalls viel Interessantes zum Anschauen bietet.

Blick ins Museum
Blick ins Museum

Auf mehreren Etagen kann man nicht nur mehr über die Anfänge der Falknerei und ihren Einsatz bei der Jagd in aller Welt erfahren, sondern die verschiedensten Federkleider, kunstvoll geschmückte Kappen für Jagdfalken und vieles mehr kennen lernen.

Blick ins Museum
Blick ins Museum

Dann ist es leider schon Zeit wieder nach Hause zu fahren, aber wir werden wieder kommen und das nächste Mal mehr Zeit mitbringen. Hier im Greifvogelzentrum in Schloss Waldreichs kann man sicher einen ganzen Tag verbringen, vor allem wenn man die Vögel ein bisschen länger beobachten will und vielleicht auch ein "Puuuoh" hören will. Ich bin schon gespannt, was Papa Schnee-Eule macht, wenn die Küken geschlüpft sind.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Das Schloss

Natürlich wollten wir auch das Schloss besichtigen, doch dies ist leider nicht möglich. Burg Waldreichs wurde erstmalig 1258 urkundlich erwähnt und gehörte im Mittelalter zu einem Ring von Wehrburgen, der zum Schutz der österreichischen Mark errichtet wurde. Doch von der ursprünglichen Wasserburg ist nichts mehr erhalten. 

Schloss Waldreichs
Schloss Waldreichs

Früher residierte hier der kaiserliche Falkenmeister und Lehensritter Hanns Hager von und zu Allentsteig und Lichtenfels. Die Falknerei ist daher hier schon lange zu Hause und der historische Falkenhof ist bis heute erhalten.

Schloss Waldreichs
Schloss Waldreichs

Nachdem die Eigentümer oft wechselten und das Schloss mehr und mehr zu verfallen drohte, beschloss die Windhag-Stipendienstiftung 1983 das Schloss gänzlich zu sanieren. Diese Stiftung, der das Schloss gehört, wurde 1670 von Graf Windhag errichtet, um bedürftige Schüler und Studenten zu fördern. Im Jahr 2020 feierte sie bereits ihr 350-jähriges Bestehen. Schloss Waldreichs ist heute Sitz des Gut Ottensteins, das Teil dieser Stiftung ist.

Das Areal des NÖ Falknerei- & Greifvogelzentrums
Das Areal des NÖ Falknerei- & Greifvogelzentrums

Daher sind auch nur jene Teile und Areale zugänglich, in denen sich das NÖ Falknerei- & Greifvogelzentrum befindet.

Beute erlegt
Beute erlegt

Ab 21. April ist das Greifvogelzentrum von Donnerstag bis Sonntag (sowie Feiertags), Mai bis September Dienstag bis Sonntags (und Feiertags), und danach bis 9.Oktober Donnerstag bis Sonntag von 10:00 bis 16:30 Uhr geöffnet. Die Freiflugvorführungen/Greifvogelschau finden jeweils um 11:00 und um 15:00 Uhr statt. Bitte aber unbedingt sicherheitshalber auf der Website www.greifvogelzentrum.at vor einem Besuch nachschauen.
Auf der Seite könnt ihr auch gleich Eintrittstickets buchen.

Bei der Flugshow
Bei der Flugshow

Zu guter Letzt noch der kulinarische Tipp: wenn ihr durch die Besichtigung hungrig und durstig geworden seid, empfiehlt sich der Besuch der Falkner- und Försterstube des Schlosses. Hier werden regionale Köstlichkeiten von Fisch bis Wild des Guts Ottenstein serviert, aber auch einer süßen Kaffeejause oder einem erfrischenden Eis steht nichts im Wege.

Ein schlauer Geier?
Ein schlauer Geier?

Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr den Besuch ja auch mit einem Abstecher zu den Stauseen kombinieren. Ich habe mir das jedenfalls für das nächste Mal fix vorgenommen. 

Er überblickt alles
Er überblickt alles

NÖ Falknerei- & Greifvogelzentrum
Eulenpark und Jagdfalkenhof
Schloss Waldreichs
3594 Franzen, Waldreichs 1
Tel: +43 2988 20 060
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.greifvogelzentrum.at

Österreich

Blogheim.at Logo


© 2022 Dagmar Postel. All rights reserved.

Beliebte Beiträge