Michel Jean: Atuk

Auch der neue Roman von Michel Jean erzählt über die Innu, die Ureinwohner von Kanada.

Die Geschichte der Innu

Michel Jean verstand es schon in Kukum meisterlich den Leser in die Welt seiner Ahnen mitzunehmen. Auch in Atuk, der Geschichte seiner Großmutter Jeanette erzählt er uns wieder vom Leben der Innu, von ihren „Überleben“ im Wald, ihren Gebräuchen, aber auch wie es sein musste wegen der Liebe aus der Gemeinschaft ausgestoßen zu werden ohne so richtig zur neuen „weißen“ Gemeinschaft dazu zu gehören.

Während ich Kukum gar nicht aus der Hand legen konnte, hat es mir der Autor bei Atuk schwieriger gemacht. Vielleicht aber auch gerade, da ich Kukum gelesen habe. Jean verbindet in diesem Buch zwei Erzählstränge miteinander: einerseits die Geschichte seiner Großmutter aus ihrer Perspektive, andererseits seine eigene Geschichte und wie er und seine Familie ihre Identität und die Kultur der Innu entdecken. Dieses SIE und ER der Erzählstränge, Großmutter und Urgroßmutter haben mich leider ein wenig durcheinandergebracht.

Dennoch habe ich auch dieses Buch sehr gern gelesen. Jean versteht es den Leser mit in seine Landschaft, seine Gemeinschaft mitzunehmen, die Lebensumstände und die Weisheiten seiner Vorfahren zu erzählen. So nimmt er uns auf die Reise ins ferne Kanada mit, zu den Wäldern, den Seen und den Flüssen und mit ihm bedauert man, dass man diese Naturlandschaften heute wahrscheinlich nicht mehr so erleben wird können, wie damals – als seine Großmutter und seine Urgroßmutter nach den Gesetzen ihres Stammes gelebt haben.

Auf jeden Fall lesenswert und wenn es euch gefällt, solltet ihr auch Kukum lesen. Hier findet ihr dazu meine Rezension.



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