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Michael Ritter: Wiener Begierde

Geschichte hat mich schon immer interessiert. Wenn diese dann auch noch mit einem Kriminalfall verbunden ist – umso größer ist das Lesevergnügen ...

Michael Ritter: Wiener Begierde
Michael Ritter
Wiener Begierde. Kriminalroman aus dem Jahr 1919
978-3-8392-8080-5
Gmeiner Verlag

Wien im Jahre 1919. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende gegangen, in Wien herrscht große Not, viele Männer kommen gar nicht oder verletzt von den Schlachtfeldern in ihre Heimat zurück. Doch vieles hat sich auch in der Hauptstadt des jetzt kleinen Landes verändert.

Auch die Organisation der Ämter und Behörden ändert sich und so wird auch Dr. Fried, Kriminaloberinspektor, in Pension geschickt. Sein Untergebener und Freund Novak quittiert auch seinen Dienst und so beschließen beide, eine Privatdetektei zu eröffnen.

Der erste Kunde lässt nicht lange auf sich warten: Ein ehemaliger Offizier, der bereits während des Krieges ein „Etablissement“ an der Front betrieb und dies mit seiner besten und ersten Prostituierten nun in Wien weiterführt, vermisst dieselbe.

Während sich nun Dr. Fried und Novak auf den Weg machen, um sich auf die Spur des Mädchens zu setzen, wird der Offizier bei seiner täglichen Morgenrasur die Kehle durchgeschnitten. Während für der Nachfolger Frieds gleich der Friseur (die Tatwaffe ist sein Rasiermesser) als Täter feststellt, suchen Dr. Fried und Novak weiter nach der Prostituierten.

Auch im privaten Bereich des ehemaligen Kriminaloberinspektor läuft nicht alles rund: Probleme mit seiner scheidungswilligen Tochter wegen der Verfehlungen seines Schwiegersohns machen ihm das Leben nicht gerade leicht. Außerdem taucht da eine "neue Liebe" seiner Tochter auf. Ob der „Neue“ überhaupt zu seiner Tochter passt?

Doch der nächste Auftrag wartet schon – schließlich beteuert der Friseur seine Unschuld und beauftragt das Detektivduo diese auch zu beweisen. Doch weder er, noch die Hausmeisterin des Etablissements oder Clara, ein weiteres Freudenmädchen nehmen es mit der Wahrheit so ganz genau.

Wer lügt und warum? Und wo ist Valerie und war der Rittmeister wirklich in sie verliebt und hat ihr die Ehe versprochen?

Ein spannender Krimi mit Einblick in die Wiener Gesellschaft und Moral der damaligen Zeit.

Wer einen weiteren Krimi aus der aktiven Zeit des Kriminalkommissar lesen möchte und auch mehr über die Hochzeit seiner Tochter erfahren möchte (die schon damals unter einem schlechten Stern zu stehen schien) sollte sich diesem Krimi widmen.


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