Bojana Meandžija: Lauf! Warte nicht auf mich …

Es gibt Bücher und Geschichten, die berühren den Leser ganz besonders. Dieses Buch gehört dazu.

Bojana Meandžija beschreibt ihre Erlebnisse während des Jugoslawienkrieges

Bojana Meandžija erzählt ihre Erlebnisse während des Jugoslawien-Krieges, der für mich auf der einen Seite fern, auf der anderen Seite doch ganz nah war. Ich hatte KollegInnen im Kriegsgebiet: in Serbien, in Kroatien, in Slowenien.

Bojana Meandžija war gerade mal 12 Jahre als die kriegerischen Auseinandersetzungen ausbrachen. In den Ferien, bei ihrer Großmutter, sieht sie zum ersten Mal einen Mann in Uniform. Dennoch können weder sie noch ihre Eltern und Großeltern vorstellen, dass es zum Krieg kommt – mitten in Europa.

Die Familie wohnt in Karlovac. Die Wohnung ist in einem Hochhaus, in der Nähe einer Kaserne. Schon bald ist der Sommer vorbei, die Kriegshandlungen beginnen, immer öfter müssen sie im Keller Unterschlupf und Schutz suchen.

Bojana hat noch im Bunker begonnen dieses Buch zu schreiben. Es ist die Geschichte eines Teenagers, der versucht trotz all der widrigen Umstände zu seinem Leben zu finden, sich an seinem Leben, an seiner Jugend erfreuen zu können. Sie macht der Welt der Erwachsenen kaum Vorwürfe, über Politik findet sich kein Wort in dem Buch – es ist ihre Geschichte, ihre Erzählung, ihr Leben, ihre Angst, ihre Hoffnung, ihre Freude – und gerade das macht das Buch so wertvoll.

Obwohl es eine „einfache“ Erzählung des Erlebten ist, ist es fast unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Und ich würde mir wünschen, dass es an alle „Kriegsentscheider“, „Kriegsgewinnler“, Waffenhändler und Soldaten verteilt werden würde. Vielleicht würde die Welt ein bisschen besser, wenn all diese Herrschaften dieses Buch VOR ihrer Entscheidung Krieg zu führen, lesen müssten.

Große Leseempfehlung!

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