Zum 60. Geburtstag des Karikaturisten Michael Pammesberger widmet ihm das Karikaturmuseum Krems vom 22.2.2025 – 1.2.2026 eine große Personale. (Michael Pammesberger: AHHHHHHH, 2017, © Michael Pammesberger)
Das ist eine Ausstellung, die ich unbedingt sehen muss: Ich liebe Pammesberger. Seinen Witz, seinen, oft hinterhältigen, Humor, aber auch seine knallharte, auf den Punkt gebrachte Analyse unserer Zeit.

Und, dass er, wie er selber sagt: „Ich schreck‘ beim Zeichnen vor nichts zurück“. Man sieht es und schon überspielt wieder ein Lächeln den Mund, denn er zieht alle „durch den Kakao“.

Von seinem Schreibtisch aus gibt er einen umfassenden Überblick über die Unzulänglichkeiten, Skandale und politischen Tragödien der Welt, pointierte Variationen über aktuelle Themen gehören zu seinen Markenzeichen. Er stellt aber oft nicht nur das Dilemma dar, sondern präsentiert es oft auch aus mehreren Perspektiven und witzigen Szenarien.

Begonnen hat der studierte Jurist, der aber von Kind auf das Zeichnen liebte bei den Oberösterreichischen Nachrichten. Seit 1997 zeichnet er für den Kurier – und das täglich. Es ist für mich schier unvorstellbar, wie das zu schaffen ist.

In der umfassenden Ausstellung präsentiert das Karikaturmuseum Krems einen Querschnitt durch sein Werk als Chronist der letzten 30 Jahren mit dem Fokus auf Österreich. Gezeigt werden rund 140 Originalzeichnungen, Skizzen, Fotos, limitierte Drucke und Zeitungsausschnitte, sodass der Besucher auch eine Idee davon bekommt, wie der Künstler arbeitet.

Zu sehen sind daher Einzelbildkarikaturen, comicartige Bildfolgen bis zu farbigen Illustrationen, außerdem auch frühe Werke und freie Zeichnungen. Die Leihgaben stammen aus Privatbesitz und den Landessammlungen Niederösterreich.

Entsprechend dem Ausstellungstitel „Planet Pammesberger“ sind die „Absurditäten des politischen Kosmos“ in Bereiche wie „Fremde Galaxien“ oder „Zwölf Sterne“ eingeteilt. Doch auch die Darstellung der politischen Parteien Österreichs passen in das Bild: „Schwarze Löcher“ steht für die ÖVP, „Rote Riesen“ für die SPÖ, „Das Blaue vom Himmel“ für die FPÖ und „Kleine grüne Männchen“ für die Grünen.

Auch die „Türkise Episode“ mit Sebastian Kurz und die „Neun Planeten hinterm Mond“ für die Bundesländer lassen sich in das Bild einordnen.

Daneben werden aber schwierige und traurige Themen beleuchtet wie der Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo oder gesellschaftlich Relevantes wie Ernährung und Extremsport in der „Dunklen Seite“. „Der blaue Planet“ steht für Natur, Klima und Wetter und die Themen Kirche und Religion werden unter „Nicht von dieser Welt“ zusammengefasst. In „Houston, we have a problem“ beschäftigt sich Pammesberger mit der Covid-Pandemie und allem, was sonst noch schief gehen kann. Kunst und Kultur bilden die „Paralleluniversen“.
Pammesberger und Deix
Das Deix-Archiv ist das Herzstück des Karikaturmuseums Krems, das jährlich eine Auswahl von rund 50 Originalwerken von ihm bereitstellt. Daher kann man auch heuer wieder in den großen Archivschubladen stöbern und dem Naheverhältnis zwischen Michael Pammesberger und Manfred Deix nachspüren.

Weiterführende Audiobeiträge von Museumsdirektor Gottfried Gusenbauer und Kuratorin Anna Steinmair zum Künstler Michael Pammesberger und zur Ausstellung kann man sich bequem im Museum über die in der Ausstellung angebrachten QR-Codes mit dem eigenen Smartphone einscannen, oder die Playlist auf www.kunstmeile.at/pammersberger entdecken oder onlineauf der kostenfreien Plattform www.soundcloud.com anhören.

Alle Termine über Führungen und Veranstaltungen findet ihr unter www.kunstmeile.at/veranstaltungen. Ein Termin sei allerdings herausgegriffen: Am 8.11.2025 gibt es von 15:00 bis 16:00 Uhr einen Artist Talk mit Michael Pammesberger.

Das Karikaturmuseum Krems ist von November bis Februar täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr, von März bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.