Klöster waren für mich früher immer etwas Geschlossenes, Verborgenes, Unberührbares.

Doch in letzter Zeit finde ich sie immer offener, besuchenswerter, einfach fantastisch: und so war ich zu Besuch im Vierkanter Gottes.

Blick in den Innenhof des Stifts Seitenstetten
Blick in den Innenhof des Stifts Seitenstetten

Im Mostviertel – ungefähr zwischen Amstetten und Steyr – mit dem Auto an die zwei Stunden Fahrtzeit von Wien entfernt, liegt das Benediktinierstift Seitenstetten, das nicht nur Ruhe und Einkehr verspricht, mit wunderbarer Architektur aufwartet, eine einzigartige Gemäldegalerie besitzt, zum Spazieren durch den Stiftsgarten einlädt, sondern auch mit Gastronomie punktet und zu guter Letzt auch wunderschöne Zimmer zu sehr akzeptablen Preisen für einen beschaulichen Urlaub bietet. Aber vielleicht der Reihe nach…

Die Geschichte des Stifts Seitenstetten

Die Geschichte des Stifts beginnt bereits 1112 als Udalschak oder Udiskalkan das Mönchskloster an der heutigen Stelle gründet und diesem seinen ganzen Erbbesitz in Seitenstetten, Grünbach, Heft und in Stille überschreibt. Bereits zwei Jahre später kommen Benediktiner hierher und 1116 weiht Bischof Ulrich von Passau, der mit Udalschak verwandt ist die neue Stiftskirche ein und verleiht dem Stift die Pfarrei Aschbach, der 1142 die Pfarre Wolfbach folgt.

Der Eingang zum Stift Seitenstetten
Der Eingang zum Stift Seitenstetten

Heute betreut das Stift noch alle 14 Pfarren, die aus diesen beiden Großpfarren hervorgingen.

1180 schenkt Erzbischof Wichmann von Magdeburg dem Stift ausgedehnte Waldungen an der Ybbs und gibt den Auftrag dort eine Zelle zu erreichten und Gottesdienste zu feiern. In diesem Jahr findet man auch den ersten Hinweis auf eine Klosterschule in Seitenstetten.

Hier kann man auch gut eine Konferenz abhalten
Hier kann man auch gut eine Konferenz abhalten

Zwei Klosterbrände und Besitzstreitigkeiten behindern den Aufschwung des Klosters, doch mit Abt Benedikt I., der in Seitenstetten die Melker Reform durchsetzt, zeigt das religiöse wie auch das kulturelle Leben einen deutlichen Aufschwung. 1440 wird von ihm auch eine Kapelle am Sonntagberg gebaut und die Sonntagberger Wallfahrt begründet.

Mit dem Einfall der Ungarn unter Matthias Corvinus, der Türkenbedrohung, aber auch der Reformation kommen allerdings wieder schwere Zeiten auf das Stift zu. Erst nach dem 30jährigen Krieg, gelingt es das Stift wirtschaftlich und religiös auf einen Höhepunkt zu steuern: Der Umbau zum heutigen barocken Aussehen beginnt.

Stift Seitenstetten
Stift Seitenstetten

Zuerst wird Jakob Prandtauer beauftragt die Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit auf dem Sonntagberg zu errichten, 1718 bis 1747 wird dann der heutige barocke Stiftsbau in Angriff genommen. Das Kupferbergwekr in der Radmer und das Messinghüttenwerk Reichraming liefern die finanziellen Mittel.

Obwohl durch die Josephinischen Reformen ebenso bedroht, wie durch die Franzosenkriege, erreicht das Stift um die Jahrhundertwende wieder eine Blütezeit. Doch die Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg und auch die Situation rund um den Zweiten Weltkrieg machen es für die Führung des Stiftes nicht einfach.

Stift Seitenstetten
Stift Seitenstetten

Erst in den 60er Jahren und danach ist man wieder soweit konsolidiert, dass man an Renovierungen am Sonntagberg, in den übrigen Pfarrkirchen und auch in der Stiftskirche denken kann.
1985 bis 1991 wird das gesamte Klostergebäude außen vom Keller bis zum Dach restauriert und von 1987 bis heute der gesamte Meierhof.

Ein Rundgang durch das Stift Seitenstetten

Nachdem ich auf der Wiener Ferienmesse Sabine Fallmann vom Gästebüro des Stifts getroffen habe und wir nach einer netten Plauderei meinen Besuch im Stift vereinbart haben, mache ich mich dann einen Monat später auf den Weg.

Die Anreise ist kein Problem – Google oder Sygic sei Dank – außerdem ist alles gut beschriftet. Ich fahre am Stiftsplatz vorbei, sehe rechts einen Riesenhof (der Meiereihof und damit die Spiegelung des Stifts wie ich später erfahren sollte) und finde den großen Parkplatz ohne Probleme. Im Februar ist es hier noch sehr ruhig – aber ich kann mir gut vorstellen, dass ab Ostern und später bei den vielen Veranstaltungen des Stifts der Parkplatz sich schnell füllen kann.

Stift Seitenstetten
Stift Seitenstetten

Ein paar Schritte weiter, blicke ich links noch zum Hofgarten und schon stehe ich vor dem Eingangstor zum Stift. Über dem Tor, das den Blick auf den Innenhof mit dem Brunnen freigibt, findet man als einziges vergoldetes Element die Heilige Dreifaltigkeit (das Dreieck mit dem Strahlenkranz) das durch zwei knieende Anbetungsengel verehrt wird. Die Statuen rechts und links stellen die Personifikationen der benediktinischen Grundregel „ora“ (Religion im weitesten Sinn) und „labora“ (geistige und körperliche Arbeit) dar.

Im Shop lockt nicht nur der Klosterlikör
Im Shop lockt nicht nur der Klosterlikör

Ich trete ein und verkneife mir gleich zu Beginn den Besuch des Stift-Shops, wo man nicht nur Bücher über das Stift Seitenstetten, sondern auch Schnaps, Liköre, Weine, Seifen, Mohnzelte und andere Goodies erstehen kann.

Schon stehe ich im Innenhof, blicke auf den Brunnen mit der Brunnenmadonna von Hans Schwäbl aus 1690 und warte auf meine "Führerin".

Ein Blick in den Innenhof des Stifts
Ein Blick in den Innenhof des Stifts

Wo sollen wir bloß anfangen? Das Stift Seitenstetten bietet einfach viel zum Schauen und zum Kennenlernen, da ist es gut, dass man hier auch übernachten kann. Doch dazu später, zuerst möchte ich einige Highlights vorstellen…

Die Abteistiege

Das wunderschöne schmiedeeiserne Tor von Johann Adam Kühns aus dem Jahre 1746 versperrt uns zuerst den Weg. Zeit genug, um die Arbeit genauer zu betrachten bevor wir eintreten. 1753 lieferte derselbe Meister auch die fünf kunstvollen Lampen.

Das schmiedeeiserne Tor zur Abteistiege
Das schmiedeeiserne Tor zur Abteistiege

Das Stiegenhaus, bei der letzten Restaurierung in den Farben Zitronengelb, Steingrau und gebrochenem Weiß gehalten, führt bis ins zweite Stockwerk und beeindruckt durch sein Stiegengeländer, die Stuckarbeiten und das Deckenfresko von Bartolomeo Altomonte aus 1774. Es zeigt den Heiligen Benedikt auf einem Triumphwagen, der von den Tugenden Demut und Gehorsam gezogen werden in den offenen Himmel. Eingerahmt wird diese Fahrt von den damals bekannten vier Erdteilen: Europa (im Hermelin), Amerika (mit Papagei), Afrika (mit Löwen) und Asien (mit Kamel).

Das Deckenfresko der Abteistiege
Das Deckenfresko der Abteistiege

Die Stuckarbeiten wurden von 1743-1745 von Franz Kirschner geschaffen und 1775 ergänzt. Damals wurden auch die Wandnischen mit den Wasen und den Allegorien der Jahreszeiten versehen.

Die Abteistiege
Die Abteistiege

Der Maturasaal (ehemals Gästespeisesaal)

Von der ursprünglichen Einrichtung dieses Raumes aus dem Jahre 1736 sind noch die zwei Anrichteschränke mit den Aufsatzkästen erhalten. Zwölf Gemälde vom Kremser Schmidt schmücken diesen Raum, davon beschäftigen sich neun der Bilder mit Speis und Trank: fünf davon widmen sich dabei dem Leben Jesu und vier beziehen sich auf das Leben des Heiligen Benedikt. Dabei kann man an den Jesus-Bildern die Wandlung des Kremser Schmidt von der üblichen spätbarocken Ölmalerei zu seinem persönlichen Hell-Dunkel-Stil auf rostbraunem Grund ablesen. Aus derselben Zeit stammen die beiden Bilder der Apostel Petrus und Paulus.

Der Maturasaal im Stift Seitenstetten
Der Maturasaal im Stift Seitenstetten

Das Hauptbild des Saals stammt auf dem Jahre 1977 und zeigt die Kreuzigung, die Schmidt als Fastenbild für den Hochaltar der Stiftskirche gemalt hat.

Der Abteisaal (Marmorsaal)

Ob dies der schönste Raum des ganzen Stiftes ist? Ich weiß es nicht – bemerkenswert sind jedenfalls die Pilaster aus Stuckmarmor, die beiden Kamine, die Wandgrotte für einen Springbrunnen. Am meisten beeindruckt den Besucher aber das Deckenfresko von Paul Troger (signiert 1735), der damit die Antwort auf die Frage geben möchte, was alles unter der Devise der Benediktiner „ora – lege – labora“ verstanden werden soll. 

Das Deckenfresko im Abteisaal
Das Deckenfresko im Abteisaal

Die Regel des Heiligen Benedikt bringt die Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten in Religion, Kunst und Wissenschaft zur Vollendung. Das Fresko zeigt wie gut eines zum anderen passt. Nur Laster haben hier keinen Platz. Diese wirft ein wuchtiger Engel beim Fenster hinaus und die Dummheit fällt unter einem  mit der Schulter zuckenden Engel von selbst heraus – da kann man halt nichts machen.

Der Abteisaal
Der Abteisaal

In den Medaillons der Kamine kann man die beiden Stifter des Klosters – Udiskalk und Erzbischof Wichmann – sehen.

Blick in den Abteisaal
Blick in den Abteisaal

Im Raum stand bei meinem Besuch auch ein Modell von Stift Seitenstetten, an dem man nicht nur erfahren kann, wo man sich gerade befindet und was man noch alles sehen wird, sondern auch ermessen kann, wie groß der Vierkanter Gottes in Wirklichkeit ist.

Der Promulgationssaal

Er sollte ursprünglich ähnlich der der Marmorsaal ausgestattet werden, aber nicht vorhandene finanzielle Mittel machten dem damaligen Abt einen Strich durch seine Pläne. Erst 1814 wurde er mit antikisierenden Motiven des Klassizismus ausgemalen und dient  nun vor allem für Konzerte und die Schulschlussfeiern (Promulgationen) des Gymnasiums.

Der Promulgationssaal
Der Promulgationssaal

Das Hauptportal wurde bereits 1749/50 von Johann Paul Sattler mit den Statuen der Religion und Frömmigkeit geschmückt.

Gymnasium?

Ja, auch heute noch ist im Stift Seitenstetten ein öffentliches Gymnasium (humanistisch-neusprachlich) untergebracht. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurde im Stift Seitenstetten ein Gymnasium gegründet, dessen damalige Schüler jedoch nicht so wie heute „Heimschläfer“ waren und täglich in die Schule kamen, sondern im Internat (im Konvikt) untergebracht waren.

Blick in den Gang des Gymnasiums
Blick in den Gang des Gymnasiums

Kaiser Franz I. erhob die Privatlehranstalt zu einem öffentlichen Gymnasium und bald darauf folgte der Titel eines k.k. Gymnasiums und damit das Recht, den kaiserlichen Adler im Siegel zu führen. Heute macht es Spaß beim Rundgang die vielen Bilder und Arbeiten der Schüler an den ehrwürdigen Wänden zu sehen und das Lachen und Tollen in den Pausen zu hören. Schön, dass es so viel junges Leben im Stift gibt. Bleiben wir gleich noch ein bisschen beim Lehren und Lernen…

Das Naturalien- und Mineralienkabinett

Hoftischler Anton Paumgartner sorgte nach den detaillierten Entwürfen P. Josef Schaukegels für die Inneneinrichtung mit den prächtigen Rokokoschränken, bei der man sich von der kaiserlichen Raritätenkammer in Wien inspirieren ließ.

Blick auf die Tierpräparate
Blick auf die Tierpräparate

Im Mineralienkabinett sollte man seinen Blick auch zur Decke richten: Das Fresko von Johann Wenzel Bergl zeigt die sieben römischen Planetengötter in verniedlichender Form. Und wer vom Kremser Schmidt gar nicht genug bekommen kann, wird auch hier fündig: Ein Porträt von Abt Dominik Gußmann aus der Hand des Meisters stammt aus 1760.
Am Gang entlang findet man noch zahlreiche Tierpräparate – vom Kolibri über Narwalzähne bis zur Wildkatze.

Der Gang mit den Tierpräparaten
Der Gang mit den Tierpräparaten

Interessant ist auch die Sammlung alter Musikinstrumente, Musikalien und alter physikalischer Apparate, die Teile einer früheren Lehrmittelsammlung sind, die einst zum Unterricht von Mönchen und Schülern eingesetzt wurden. So findet sich in dieser Sammlung unter anderem auch die erste Voigtländer Röhrenkamera von 1841. Bereits 1765 kaufte Pater Josef Schaukegl in Wien ein noch erhaltendes Astrolabium und Pater Udiskalk Sigl erwarb 1861 zwei Drehbänke um geeignete physikalische Apparate selbst herstellen zu können.

Die erste Voigtländer
Die erste Voigtländer

Der musikalische Bereich verdankt es Pater Leopold Puschl, dass im Stift fast alle Erstausgaben der Werke von Franz Schubert vorhanden sind. Zu den Highlights der Musiksammlung gehören aber auch wertvolle alte Instrumente, das Manuskript einer Klosteroperette von Joseph Haydn und einiges mehr.

Der Lesesaal und die Bibliothek

Bleiben wir doch gleich bei der Wissensvermittlung: Viele Klöster sind ja durch ihre Bibliotheken und ihren Wissensschatz bekannt. so auch Stift Seitenstetten. Die Mönche des Stifts nahmen Studium und Bildungsauftrag schon vor der Barockzeit sehr ernst.

Blick in die Bibliothek
Blick in die Bibliothek

Die Neugestaltung der Bibliothek war ihnen daher ein großes Anliegen und es wurde mit großer Sorgfalt ans Werk gegangen: Jakob Bähbruckhner fertigte von 1741 bis 1747 die Schränke aus Nußbaumholz. Der Blick zur Decke zeigt uns wieder ein wunderbares Fresko von Paul Trogner aus dem Jahre 1741: Gottvater, der unter einem Regenbogen thront, übergibt das Buch der sieben Siegeln einem Lamm.

Blick auf das Deckengemälde in der Bibliothek
Blick auf das Deckengemälde in der Bibliothek

Die 24 Ältesten erheben sich, um Gott anzubeten und der mittlere Engel hält ein Banner, auf dem in Latein die Frage gestellt ist „Wer ist würdig, das Buch zu öffnen?“ In den Ecken der Bibliothek wird auf die vier Fakultäten einer Universität in Gestalt von Puttenpaaren verwiesen und an den Querseiten sieht man die Porträts der Äbte Paul de Vitsch und Dominik Gußmann von Johann Jakob Sattler aus dem Jahre 1762. 1763 wurde das Deckenfresko vom Wiener Maler Franz Joseph Wiedon mit vorzüglicher Scheinarchitekur umgeben.

Blick auf die Putten in der Bibliothek
Blick auf die Putten in der Bibliothek

Die Bücher sind in weißes Leder gebunden, um so die Bücherwände einheitlich wie gekalkte Mauern aussehen zu lassen. Mit den hellen Kelheimer Platten des Fußbodens zeigt sich das einheitliche Farbkonzept der Bibliothek.

Detail in der Bibliothek des Stifts Seitenstetten
Detail in der Bibliothek des Stifts Seitenstetten

Der Lesesaal wiederum wurde vom Ornamenten- und Architekturmaler Matthias Dollicher mit Blumen- und Blattwerkmalereien ausgestattet und mit zwei Bildern vom Kremser Schmidt verschönert.

Die Schatzkammer

Ursprünglich verstand man unter einem Kirchenschatz nur die Reliquien, im Laufe der Zeit wurden der Begriff aber auch auf Heilige Bücher, auf Kelch, Monstranz, Kännchen, Weihrauchfässer und die liturgischen Messgewänder erweitert.

Blick in die Schatzkammer
Blick in die Schatzkammer

In der Schatzkammer des Stifts Seitenstetten kann man viele der liturgischen Kunstwerke bewundern, unter anderem wunderschöne Messgewänder, ein spätgotisches Weihrauchfass, die Sonntagberger Monstranz oder den Kelch des Abtes Benedikt Abelzhauser.

Das Sommerrefektorium

Im Gang davor findet sich ein achtteiliger, drei Meter hoher Bilderzyklus von August Anton Stern zum Leben des Heiligen Benedikt, der ursprünglich in der Stiftskirche zwischen den Fenstern angebracht war.

Blick ins Sommerrefektorium
Blick ins Sommerrefektorium

Hier speisten die Mönche zum ersten Mal im Jahre 1765. Auch hier stammen die Pläne für das komplette Holzmöbilar von Pater Josef  Schaukegl: Tische, Lesekanzel, Kartuschen und Ornamente. An den Wänden befinden sich 19 Ölgemälde aus den jahren 1759-1763, von Martin Johann Schmidt, dem Kremser Schmidt, die sich alle auf Essen und Klostergeschichte beziehen.

Der Themenkreis reicht vom Alten bis zum Neuen Testament und zeigt göttliches Wirken an den Menschen und ist zugleich auch eine Auseinandersetzung mit dem Rationalismus der Aufklärung, die Sonntagsarbeit möglich machte, Zweifel an der Auferstehung Christi bzw. am Weiterleben nach dem Tod oder ein Wallfahrtsverbot brachte. Die Architekturmalerei stammt von Franz Josef Wiedon und Josef Ignaz Mildorfer schlug die drei Medaillons. die die Themen Demut und Gebet, geistige und körperliche Arbeit und Fleiß und die Mäßigung zeigen.

Deckenfresko im Sommerrefektorium
Deckenfresko im Sommerrefektorium

Die Deckenfresken von Joseph Ignaz Mildorfer zeigen die bildliche Umsetzung des benediktinischen Wahlspruchs „bete und arbeite“, sowie die Mäßigkeit in allegorischer Form.
Erst 1973 wurde die Klausur aufgehoben und der Speisesaal für Besucher geöffnet.

Die Ritterkapelle (Marienkapelle) und ihre Sakristei

Von der Kreuzkapelle der Stiftskirche gelangt man durch ein mittelalterliches Portal in den ehemaligen Kapitelsaal, der heute als Sakristei für die Ritterkapelle dient. Von den hochgotischen Wandfresken sind leider nur mehr kümmerliche Reste erhalten, die unter anderem ein Schmerzensmannbild, das ein Mönch verehrt, zeigen. Ein mächtiges Kruzifix von Melchior Dech aus Gießen aus 1652 beherrscht den Raum.

Die Ritterkapelle des Stift Seitenstetten
Die Ritterkapelle im Stift Seitenstetten

Die Kapelle wurde in den 1980ern für das Chorgebet und die Konventmesse eingerichtet und mit einem siebeneckigen Altar versehen. Bemerkenswert sind in ihrem Inneren die zwei gedrungenen romanischen Halbsäulen durch ihre reichgegliederten Basen und die großen Kapitellen mit Masken und dem Lebensbaumrelief.

Die Stuckdecke im Rittersaal
Die Stuckdecke im Rittersaal

Bemerkenswert ist auch die spätgotischen Madonnenplastik aus Stein, die um 1440 datiert wird und dem Meister Erhard von Straubing zugeschrieben wird.
Außen kann man den romanischen Stil des 12.Jahrhunderts an der Apsis der Kapelle deutlich erkennen: Rundbogenfries, Zahnschnitt, Blendarkaden auf Halbsäulen und tiefe schräge Fensterleibungen.

Das Tympanonrelief
Das Tympanonrelief

Über dem Eingang zur Ritterkapelle kann man ein hochgotisches Tympanonrelief bewundern, das die Krönung Mariens zwischen dem Apostel Petrus und der Heiligen Katharina zeigt und um 1370 entstanden ist, aber erst 1912 wieder entdeckt wurde und das vom Kreuzgang in den Kapitelsaal führte. Der Kreuzgang war in der Barockzeit zum Teil zerstört und zum Teil vermauert worden.

Das mittelalterliche Portal
Das mittelalterliche Portal

Im Vorbau zum Kreuzgang, der um 1350 errichtet wurde kam ebenfalls ein Portal zum Vorschein (1969), das zwei Schilde, links mit dem ältesten erhaltenen Stiftswappen, rechts mit der Initiale „R“ des Erbauers zeigt, wobei das Stiftswappen ein weißes Astkreuz mit Schrägbalken in rotem Feld auf grünem Dreiberg zeigt.

Die Stiftsgalerie und die Kunstsammlungen

Die Gemäldesammlung des Stifts Seitenstetten gehört zu den größten in Österreich und bildete auch den Schwerpunkt der Niederösterreichischen Landesausstellung 1988. Gemälde und Grafiken dienten ursprünglich der Ausstattung der Räume des neuen Stiftsbaus. Erst 1819 wurden die Gemälde in sieben Zimmern im zweiten Stock vereint. Als diese Räume allerdings 1931 gebraucht wurden, kamen die wertvollsten Bilder in drei ehemalige Gästezimmer und die anderen Werke in ein Depot.

Blick in die Stiftsgalerei
Blick in die Stiftsgalerie

Kustos Pater Martin Mayerhofer, den jetzt die Kunstsammlungen betreut, richtete in den Kellerräumen ein geräumigeres Depot ein und seit der Schließung des Internats können nun auf 3.000 Quadratmeter in zwei Stockwerken über 1.000 Werke, hauptsächlich Gemälde besichtigt werden. Doch die Sieitenstettener Kunstsammlung umfasst neben den Gemälden auch Grafiken und Skulpturen aus verschiedenen Ländern Europas von der Antike bis zur Gegenwart.

Kunstinteressierte können nicht nur die Galerien besuchen, sondern auch mit Kustos Pater Martin Mayrhofer mit dem Fundus der Galerie auseinandersetzen oder einen Atelierabend besuchen und selbst kreativ werden.

Die Stiftsgalerie in Seitenstetten
Die Stiftsgalerie in Seitenstetten

Heute umfasst die Kunstgalerie 25 Räume, acht im ersten, die übrigen im zweiten Stock. Besondere Aufmerksamkeit gebührt der Sammlung der Gemälde von  Martin Johann Schmidt, dem Kremser Schmidt, von dem Seitenstetten an die 70 Bilder von 1745 bis 1800 besitzt, darunter Meisterwerke wie die Anbetung des Hirten, der Traum Josephs, die Flucht nach Ägypten oder die Einkleidung des Stifters.

Ein weiterer Raum ist den Werken Paul Trogers gewidmet, hier begeistern vor allem die vier großen Ölgemälde zum Gleichnis vom Verlorenen Sohn und dtei weitere Gemälde des achtteiligen Ensembles, das Troger 1735 für den von Munggenast geplanten Hauptsaal gemalt hat, der jedoch dann nicht in der ursprünglich geplanten Form gebaut wurde.

Doch auch die weiteren Räume sind sehenswert: von wertvollen Pretiosen über gotische und barocke Plastiken, Stichen von Albrecht Dürer und Zeichnungen von Albrecht Altdorfer und Meisterwerke italienischer Barockmaler. Aber auch die moderne Kunst ist in Seitenstetten vertreten: Werke von Fritz Wotruba, Werner Berg, J. Avramidis, W.Kaiser, F. Foster oder Maria Lassnig befinden sich im Besitz des Stifts.

Die Stiftskirche

Wie ein Fingerzeig ragt die Stiftskirche in der Mitte des Vierkanter Gottes in den Himmel. Ich bewundere die Seitentrakte mit ihren Fassaden und den Brunnen mit der Brunnenmadonna aus 1690 in der Mitte des Hofes und versuche mir vorzustellen, um wie viel schöner der Eindruck noch im Sommer sein muss, bei so richtig strahlend blauem Himmel und wenn alles grünt und blüht.

Blick auf die Kirche von Stift Seitenstetten
Blick auf die Kirche von Stift Seitenstetten

Der Stiegenaufgang zur Kirche wird von zwei Statuen der Apostelfürsten Petrus und  Paul „bewacht“, geschaffen von Josef Anton Pfaffinger, die auf Maria ohne Sünde (Immaculata) verweisen, die wiederum von den Ordensheiligen Benedikt und Scholastika flankiert werden. Alle drei Figuren stammen von der Firma Hans Schwäbl aus dem Jahr 1703.

Blick ins Innere der Stiftskirche
Blick ins Innere der Stiftskirche

Von der ältesten Kirche des 12. Jahrhunderts sind nur mehr die Apsis und die Seitenwände der Marienkapelle (Ritterkapelle) erhalten, der Rest wurde durch einen Brand um 1250 vernichtet. Danach – an  der Wende von Romanik zur Gotik - wölbte man das beschädigte Langhaus der Marienkapelle ein, um möglichst schnell wieder Gottesdienste feiern zu können. Der Bau der Kirche dauerte dann bis um 1300 und zeigt bereits frühgotische Elemente. Das schmale Langhaus wird durch massive Rechteckpfeiler von den niedrigen Seitenschiffen getrennt, Kreuzrippen und Quergurten tragen das Gewölbe.

Der Hochaltar der Stiftskirche
Der Hochaltar der Stiftskirche

Um 1348 brannte es jedoch wieder im Stift, damals blieb nur die Kirche übrig. Erst um 1430 erhielt dann der Altarchor den 5/8-Schluss, den die mehrfach abgestuften Strebepfeiler schützen.
Das frühbarocke Chorgestühl auf der Westempore stammt aus 1652. Später wurden dann auch die Benediktuskapelle an der Südseite der Kirche als Gruftkapelle der Schlossherren von Salaberg errichtet. Von der damaligen Inneneinrichtung ist heute nur mehr der Altar in Seitenstetten zu sehen.

Ein Blick zur Decke
Ein Blick zur Decke

Die östlichen Anbauten rechts und links vom Hochchor wurden zu frühbarocken Kapellen erhöht, der mittelalterliche Kapitelsaal wurde bis zum Niveau der heutigen Kreuzkapelle zugeschüttet und darüber die Sakristei erbaut, die später als Beichtkapelle Verwendung fand.

Detail - Stiftskirche Seitenstetten
Detail - Stiftskirche Seitenstetten

1651 entstand die Konventgruft unter dem Presbyterium und 1673 wurde die heutige Sakristei errichtet.
1986 wurde der ehemalige Kapitelsaal wieder ausgegraben und 1989 erhielt die Stiftskirche eine neue Orgel der Firma Reinisch-Pirchner aus Steinach in Tirol.

Stiftskirche Seitenstetten - Die Aufnahme der Muttergottes in den Himmel
Stiftskirche Seitenstetten - Die Aufnahme der Muttergottes in den Himmel

Beim Eintritt in die Kirche fasziniert mich sofort der dunkle Hochaltar. Das dunkle Holz mit den vielen Goldverzierungen und –figuren beeindrucken mich sehr. Wo habe ich einen ähnlichen Altar und Gestaltung schon einmal gesehen? Zuhause sehe ich dann blitzschnell auf der Website nach und richtig: Im Kloster Olimje in Slowenien wurde der Hauptaltar der Kirche aus ähnlichen Materialien gearbeitet.

Stiftskirche Seitenstetten - Blick zur Orgel
Stiftskirche Seitenstetten - Blick zur Orgel

Mittelpunkt des Hochaltars der Stiftkirche in Seitenstetten ist das Gemälde von Johann Karl von Reselfeldt von 1706, das die Aufnahme der Muttergottes in den Himmel zeigt. Die Apostel umringen den leeren Sarg, der an die Form des Altartisches anknüpft, wobei Petrus bereits auf die emporschwebende Gottesmutter hinweist, die von drei göttlichen Personen erwartet wird. Säulen und das emporschwingende Gebälk unterstreichen die Bewegung nach oben. Die Statuen stellen den Heiligen Benedikt und Scholastika, die Gründer des Ordens und die Apostel Petrus und Paul dar.

Stiftskirche Seitenstetten
Stiftskirche Seitenstetten

Blickt man hoch zum Gewölbe kann man vier Bilder sehen, die Antwort auf die Frage geben sollen, wie man ein Gotteshaus betreten soll. Nicht wie die Taubenhändler und Geldwechsler zur Zeit Jesu. Wer bereits getauft ist, darf weitergehen (Szene vor dem Goldenen Tor beim Tempel in Jerusalem). Sollte der Eintretende noch nicht getauft sein, führt sein Weg zuerst nach rechts in die Taufkapelle. Hat einer gesündigt, soll er Buße tun, wie das Bild des reuigen Zöllners im Tempel der nördlichen Gewölbekappe zeigt und schließlich soll man auf Jesus hören – so wie die Pharisäer dem zwölfjährigen Jesus im Tempel zuhörten.

Dazu ist allerdings Demut notwendig – eine der Haupttugenden des Benediktinerordens und so leitet auch dieses Bild über zu den Deckenbildern unter der Orgelempore, wo der Heilige Benedikt und vier weitere Ordensheilige dargestellt werden, die die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe versinnbildlichen.

Stiftskirche Seitenstetten
Stiftskirche Seitenstetten

1677 wurde das gotische Kircheninnere oberflächlich barockisiert, der Seitenstettner Maurer Stephan Ober schuf die Stuckaturen der drei Kirchenschiffe und auch der Ritterkapelle. Die Benediktakapelle in der Apsis des Südschiffes, vorher als Stifterkapelle genutzt, wurde 1690 neu ausgestattet, zu Ehren der Jungfrau und Märtyrerin Benedikta, deren Reliquien Abt Abelzhauser aus den römischen Katakomben erhalten hatte. Der Altar, auf dem diese zu sehen sind, trägt daher die Statuen der heiligen Jungfrauen und Märtyrerinnen Benedikta, Cäcilia, Barbara, Apollonia und Dorothea.

Blickt man sich im Hauptschiff um, kann man die sieben Chöre der Engel, die zwölf Apostel, die vier Evangelisten und vier große lateinische Kirchenlehrer erkennen.
Am Gewölbe des Nordschiffs ist die Leidensgeschichte Christi dargestellt und all jener die ein ähnliches Martyrium erleiden mussten. An der Rückwand beider Seitenschiffe kann man Jesus und Maria auf den Wolken des Himmels erkennen.

Stiftskirche Seitenstetten
Stiftskirche Seitenstetten

Sehenswert sind auch die beiden Seitenaltäre, die einen direkten Bezug zum Stift aufweisen:
Links befindet sich der Verwandtschaft-Christi-Altar, der im unteren Bild des Altarblattes das Kloster um 1700 zeigt. Darüber ist das Passauer Mariahilf-Bild zu sehen, dass von Joachim und Anna, den Eltern Marias gehalten wird. Damals gehörte Seitenstetten ja zur Diözese Passau.

Im oberen Bild erkennt man Johannes den Täufer, die Statuen darunter stellen seine Eltern Zacharias und Elisabeth dar.

Auf der rechten Seite befindet sich der Dreifaltigkeitsaltar. Hier zeigt das Hauptbild den Sonntagberger Gnadenstuhl, der von zwei Engeln gehalten wird, darunter ist die alte eintürmige Wallfahrtskirche abgebildet. Links und rechts stehen die Statuen des Heiligen Augustinus und des Heiligen Thomas von Aquin. Das obere Bild zeigt den dreifaltigen Gott abstrakt als Dreieck mit drei Flammen dargestellt.

Nehmen Sie sich beim Besuch der Stiftskirche Zeit, Sie werden sie brauchen: allein um alle Einzelheiten am Hauptaltar zu entdecken. Und dann warten ja noch die Kanzel, die Seitenaltäre, die Kapellen und die wunderschöne Decke auf einen Blich des Betrachters.

Der Hofgarten

Ein Kloster ohne Garten – einfach unvorstellbar. Woher sollen denn dann die Heilkräuter und all das gute Obst für diverse Liköre und Schnäpse kommen, wo sollen sich die Mönche entspannen und in der Natur Ruhe finden können?

Der Hofgarten vis á vis vom Stift Seitenstetten
Der Hofgarten vis á vis vom Stift Seitenstetten

Der barocke Hofgarten liegt vis à vis des Stifteinganges, entlang der Nordfront des Meierhofs. Er gilt als einer der ersten revitalisierten Klostergärten Österreichs und ist seit 1996 auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Garten, der in mehrere Teile und Themen eingeteilt ist, ist vom Ostermontag bis 31. Oktober täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr geöffnet und frei zugänglich. Die Gartentage, Gartenfeste, Frühlingsausstellungen sowie die Gartenakademie erfreuen sich zahlreicher Besucher.

Blick in den Hofgarten
Blick in den Hofgarten

Die fünf Bereiche des Gartens sind jeweils einer anderen Epoche gewidmet.

Der Kräutergarten

Kräuter sind ein Muss in den meisten Klostergärten, da sich diese in der Vergangenheit auch mit medizinischen Aufgaben befassten und auch hier erinnert er an die Tradition der Klöster im Mittelalter. Entlang der Gartenmauer befinden sich die rechteckigen Beete, die mit Gewürz- und Heilkräutern bepflanzt sind. Neben bekannten Sorten wie Ringelblumen, Fenchel oder Eibisch finden sich in Seitenstetten auch Exoten wie der kirgisische Oregano oder Ingwer Minze.

Einige alte Kartoffelsorten halten die Tradition des Erdapfels hoch, der bereits 1621 urkundlich erwähnt und hier eingeführt wurde.
Ebenso finden sich im Klostergarten alte Apfel- und Birnensorte, darunter der Kronprinz Rudolf oder Alexander Lucas.

Der Barockgarten

Vier schlicht gehaltene Rasenflächen erinnern an die Barockzeit, es fehlen allerdings aufwendige Verzierungen der Ränder, da nicht gesichert ist, ob je welche hier eingesetzt wurden. Alte Steinvasen und das steinerne Wasserbecken im Zentrum kommen allerdings durch die schlichte Umgebung noch besser zur Wirkung, da sich deren heller Farbton mit dem hellen Grün des Rasens von dem dunklen Grün der Buchshecke und dem rötlichen Ziegelton des Splitbandes wunderbar abheben.

Landschaftlicher Teil

Dieser Part des Gartens ist dem 19. Jahrhundert zuzuordnen. Hier finden sich alte Obstbäume, einzelne Sträucher und Strauchgruppen und größere Wiesenflächen, in der Mittelachse liegen längliche Beete die sich in der Farbgestaltung abwechseln.

Stift Seitenstetten
Stift Seitenstetten

Rechts findet sich hier das Prunkstück dieses Gartenstücks – das alte Glashaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Auch dieses Gebäude wurde fachgerecht von Handwerkern des Stiftes nach alten Konzepten wieder restauriert und seiner ursprünglichen Aufgabe wieder zurückgegeben. Sogar die frühere Kanalheizung, die in diesen Glashäusern wurde wieder hergestellt.

Der Rosengarten

10 vorwiegend historische Strauch- und Kletterrosen wachsen in dem neuen Teil des Hofgartens und werden mit Stauden und Clematis kombiniert.
Obstbäume in einer Blumenwiese umgeben den Rosengarten – im Frühjahr sieht man hier Zweibelpflanzen und später seltene Wildrosen. Farbige Stauden runden diesen Teil des Gartens ab.

Im Hofgarten des Stifts Seitenstetten
Im Hofgarten des Stifts Seitenstetten

Wirtschaftlich genutzter Garten

Dieser Teil des Gartens versorgt das Stift mit frischem Gemüse und Obst. Hier gedeihen Salat, Paradeiser und Erdbeeren, aber auch Schnittrosen zum Schmuck der Altäre oder Reservepflanzen für den Zierteil des Gartens haben hier ihre Heimat.

Im Hofgarten des Stifts Seitenstetten
Im Hofgarten des Stifts Seitenstetten

Alte Kirschbäume bilden hier die Mittelachse, ein Lagerhaus, eine Reihe Hainbuchen und ein kleines Dörrhaus befinden sich ebenfalls in diesem Gartenteil.
Im hinteren Teil des Gartens befindet sich – von Baumkronen überdacht – ein kleiner Platz, der für Hochzeiten genutzt wird.

Im Hofgarten des Stifts Seitenstetten
Im Hofgarten des Stifts Seitenstetten

Kurz davor kommt man am Rosenkranz-Labyrinth vorbei, bei dessen äußeren Ring jeweils zehn Rosen für die Ave-Maria und Buchskugeln für die Vater-unser gepflanzt sind
Leider fand mein Besuch im Februar statt, aber ich komme ganz sicher im Frühjahr, Sommer oder Herbst wieder um einmal zu sehen wie alles blüht, grünt oder sich bereits für den Winter bereit macht. Dann werde ich diesen Bericht natürlich ergänzen.

Übernachten im Kloster

Sie sehen also es gibt jede Menge in Seitenstetten zu sehen, zu erforschen, zu genießen – und dabei habe ich noch nicht die vielen Veranstaltungen erwähnt oder darauf hingewiesen, dass auch die Umgebung durchaus zum Joggen, Wandern, Radfahren, und vielen mehr lockt.

Ein Gästezimmer im Kloster
Ein Gästezimmer im Kloster


Da trifft es sich ausgezeichnet, dass man im Kloster auch übernachten kann. Ich habe mir einige Zimmer angesehen und war begeistert. Jede Menge Platz, jedes Zimmer ein bisschen anders, aber doch sehr geschmackvoll eingerichtet. Alte, wunderschönes Möbel. Nun gut, vielleicht knarrt die eine oder andere Kastentür, aber das spielt hier wirklich keine Rolle.

Die wunderschöne Einrichtung der Gästezimmer
Die wunderschöne Einrichtung der Gästezimmer

Im Stift direkt stehen 20 Gästezimmer, alle mit Dusche und WC ausgestattet zur Verfügung. Einen Meter sind die Wände der Außenmauer dick und 250 Jahre alt – kein Wunder, dass man sich hier beschützt und gut aufgehoben fühlt.

Der Speisesaal des Stifts Seitenstetten
Der Speisesaal des Stifts Seitenstetten

In der Früh erwartet die Gäste im Gästespeisesaal ein kleines Frühstücksbuffet und mittags und abends kann man – wenn man möchte – das Menü aus der Klosterkirche genießen. Aber auch der nahe Stiftsmeierhof mit seinem Restaurant ist nur wenige Schritte entfernt, sollte man als Gast einmal andere Wünsche haben.

Tipp:

Die Preise sind als durchaus moderat zu bezeichnen und da lohnt es sich wirklich eine Nacht oder mehrere im Stift anzuhängen und die Gegend und das „Sightseeing“ so richtig und ohne Hast zu genießen. Vielleicht genießt man dann abends auch noch ein Glas Wein oder einen Klosterschnaps ohne Reue und wer das Gespräch mit einem Pater sucht, wird sicher auch fündig werden. Die Mönche des Stifts freuen sich auch über Besucher bei ihrem Morgengebet oder der heiligen Messe.

Die großzügigen Gästezimmer
Die großzügigen Gästezimmer

Wer ein paar Tage Zeit hat, sollte dann auch der Wallfahrtskirche am Sonntagberg einen Besuch abstatten. Auch sie ist sehenswert.

Das kleine Café

Für all jene, die es aber eilig haben, aber auf eine Führung warten oder sich noch schnell vor der Heimfahrt bei einem Kaffee erholen möchten, bietet das Stift ein kleines Café.

Das kleine Café
Das kleine Café

Der Stiftsmeierhof

Wer vom großen Parkplatz zum Stift nach vorne wandert, kommt an einem weiteren großen Gebäude vis à vis des Stifts vorbei: dem Meierhof. Ebenfalls ein Vierkanter und wie ein Spiegelbild des Stifts gebaut.

Der Stiftsmeierhof
Der Stiftsmeierhof

Hier erwarten Sie regionale Köstlichkeiten, ohne Schnick Schnack, frisch mit Produkten aus der Region, die direkt ab Hof oder über Vermarktungsgemeinschaften eingekauft werden, dazu noch Produkte aus den stiftseigenen Gewässern, Wäldern und Feldern und aus dem Hofgarten.

Im Hof des Stiftmeierhof
Im Hof des Stiftmeierhof

Im Hofladen des Stiftmeierhofs findet man ein kleines, aber feines Sortiment mit den „Das schmeckt mir“-Produkten, viele Schmankerl, die man mit nach Hause nehmen kann.

Veranstaltungen

In und um das Stift und den Hofgarten gibt es noch eine ganze Reihe von interessanten Events:
Da wäre einmal die Gartenakademie, die sich der hohen Kunst des Gärtnerns widmet und viele Veranstaltungen vom Baumschnitt über Gefäßbepflanzung bis zu den Gärten aus Südkorea führt.
Auch der Frühlingspflanzenmarkt und die Gartentage freuen sich immer wieder über viele Besucher, aber auch Film- und Musikgenuss kommt nicht zu kurz, ebenso wie der Kunsthandwerks- und Herbstpflanzenmarkt und der Adventmarkt sind richtige Publikumsmagneten.

Die Galerie-Abende mit Kustos Pater Martin Mayrhofer erfreuen sich bei Kunstinteressierten ebenfalls großer Beliebtheit und an den Atelier-Abenden kann man seiner eigenen kreativen Leidenschaft frönen.

Hier können Sie den Folder des Stiftsmeierhof herunterladen und hier den Lageplan der Landgasthofs.

Stift Seitenstetten
3353 Seitenstetten, Am Klosterberg 1
Tel: 43 7477 423 00
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.stift-seitenstetten.at

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