Das Dorf gilt als die Hochburg des Gänsebratens und hat darin eine Tradition, die mehr als 100 Jahre alt ist.

1214 wurde die Siedlung zum ersten Mal als Monar urkundlich erwähnt, doch außer einer Kirche, die dem Johannes den Täufer geweiht ist und aus dem Jahr 1635 stammt und zwei Kapellen gibt es dort wenig zu sehen, um ehrlich zu sein. Wenn da nicht die Geschichte mit den Gänsen wäre…


Gegründet wurde das Dorf vor über 800 Jahren von deutschen Holzarbeitern, die in den Kleinen Karpaten Arbeit gefunden hatten. Zu dieser Zeit gab es hier viele Tümpel und Lacken, stehendes Wasser, das in den langen harten Winter fror und so der eigentliche Namensgeber für Eisgrube oder Weißgrube wurde, wie der Ort früher genannt wurde.

Nach den Deutschen kamen die Slowaken in das Dorf und ungefähr vor 120 Jahren war der Beginn jener Tradition, die auch heute noch den Ruf der Ortschaft ausmacht.

Das Gänsedorf Slovenský Grob
Die Tümpel und die Lacken, die Wiesen, durch die Ortschaft floss damals auch noch ein großer Bach, -alles gute Voraussetzungen für die Gänsezucht. Damals waren hier alle Familien eigentlich Kleinbauern mit Hühnern, Gänsen und Schweinen und Gänse waren damals schon ein gutes, weil teures Produkt. Die meisten Frauen waren zu Hause und sorgten für die Landwirtschaft und die Tiere. So wurden die Gänse in erster Linie auch für den Verkauf gezüchtet, wuchsen hier heran und wurden dann in den letzten drei Wochen vor der Schlachtung gestopft, zu Hause gebraten und dann auf den Märkten von Bratislava und Trnava verkauft.

Slovenský Grob - Gänseleber
Mit der Zeit wollten die Käufer allerdings keine am Vortrag gebratene Gans und so kamen sie einfach bereits am Freitag nach Slovenský Grob, um diese gleich frisch gebraten mitzunehmen. Um dem Ansturm gerecht zu werden, kam der Bäcker auf eine Idee: Nachdem er sein Brot fertig gebacken hatte, stellte er seinen Ofen zum Braten der Gänse zur Verfügung. So kamen die Frauen mit ihren Keramiktopfen und ihren Gänsen, manche mit zwei, manche mit drei zum Bäcker, um hier ihre Gänse fertig braten zu lassen. Nach drei Stunden waren die meisten fertig und konnten frisch gebraten verkauft werden. Doch bald fragte man sich, ob es nicht möglich wäre, die Gänse gleich vor Ort zu verspeisen und da man anhand der Zeichen auf den Töpfen genau wusste, wer welche Gans gebraten hatte, kehrte man schließlich in der jeweiligen Familie ein.

Slovenský Grob
So wurden die Gänse vorbestellt, in der damaligen Sommerküche der Familie gebraten, man saß um den Ofen und den Tisch herum oder in den Garagen oder Zubauten der Höfe und genoss die Gänse, die zwar ähnlich, aber doch nach unterschiedlichen Familienrezepten zubereitet wurden.

Heute ist diese Tradition Geschichte. Der Bach wurde umgeleitet und die Lacken und Tümpel trockneten aus, nachdem das nahe Moor trockengelegt wurde. Eigentlich ist es ein Witz der Geschichte, dass heute im berühmten Gänsedorf keine einzige lebende Gans mehr anzutreffen ist.

Auch die „Lokalitäten“ haben sich gewandelt: heute speist man in – teils eleganten, gepflegt eingerichteten - Restaurants und genießt die freundliche Bedienung, die nicht nur die Gänsespezialitäten an den Tisch bringt, sondern auch hervorragende Weine kredenzt und in so mancher Gaststätte sogar auch Vegetarier glücklich machen kann. Und wenn auch heute noch Oktober und November zur Hauptsaison der Gänsefreunde gehören, kann man nun in Slovenský Grob das ganze Jahr Gansl essen gehen.

Wir waren in der Pivnica u Zlatej Husi – und wie es uns geschmeckt hat, erfahren Sie hier….

Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung der slowakischen Tourismusvertretung in Wien