Juli. Die schönste Zeit des Jahres fängt nun für viele an: Es geht ab in den Urlaub. Doch manchmal nimmt man neben vielen schönen Erinnerungen auch ungeliebte Souvenirs mit nach Hause, wie etwa einen Sonnenbrand oder einen Zeckenbiss. Rotkreuz-Chefarzt Dr. Schreiber gibt hilfreiche Tipps was im Fall der Fälle zu tun ist.

Hilfreiche Hausmittel gegen Sonnenbrand

Einen leichten Sonnenbrand kann man einfach selbst behandeln. „Feuchte Tücher kühlen die betroffenen Stellen und lindern die Schmerzen. Auch Hausmittel wie Milch- oder Topfenwickel helfen. Darüber hinaus achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr!“, empfiehlt Dr. Schreiber, zusätzlich zu feuchtigkeitsspendenden Lotionen.

Chefarzt des Roten Kreuz, Dr. Schreiber, Foto © Markus Hechenberger

Eltern sollten ihre Kinder besonders im Blick behalten, da Kinderhaut empfindlicher ist. Schreiber empfiehlt, dass Sonnenbrände bei Babys und Kleinkindern auf jeden Fall von einem Arzt untersucht werden sollten, unabhängig vom Schweregrad. Auch Erwachsene, bei denen Blasen auftreten, sollten unbedingt zum Arzt.

Der Chefarzt widerspricht auch einem gängigen Glauben, dass der Gang ins Solarium vor Sonnenbränden schützt,  - dies ist nicht der Fall. Am besten man meidet die Sonne in den Mittagsstunden, bleibt im Schatten und trägt mehrmals täglich Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor auf.

Erste Hilfe bei Sonnenstich

Wer viel Zeit in der prallen Sonne verbringt, kann einen Sonnenstich bekommen. Typische Anzeichen dafür sind Kopfweh, ein steifer Nacken, Übelkeit und Erbrechen. Treten diese Warnsignale auf, muss sofort gehandelt werden. „Bringen Sie Betroffene in den kühlen Schatten. Wichtig ist, den Kopf und Oberkörper der Person erhöht zu lagern. Legen Sie zur Kühlung feuchte Tücher auf Stirn und Oberkörper. Wenn nach kurzer Zeit keine Besserung eintritt, rufen Sie die Rettung“, so Dr. Schreiber. Eine Kopfbedeckung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen, dass es erst gar nicht so weit kommt.“ Besonderen Schutz brauchen kleine Kinder, da ihr Schädelknochen dünner ist als der von Erwachsenen sowie Menschen mit Glatze.

Foto: Österreichisches Rotes Kreuz, Thomas Holly

Achtung: Quallen

Vorsicht ist auch vor Quallen geboten. Kommt es aber trotzdem zu einem Kontakt mit einer Qualle sollte man das Wasser sofort verlassen und ruhig bleiben. Oft bleiben auch noch Nesselkapseln auf der Haut, am besten ist es die verletzte Stelle abzuwaschen. Um die Quallenreste vollständig zu entfernen, kann die betroffene stelle mit Sand bestreut und wenn dieser getrocknet ist, mit einem festen Gegenstand – wie zum Beispiel einer Plastikkarte, wie die meisten in der Geldbörse haben – vorsichtig abgeschabt werden. Verletzte sollten sich am besten sofort an Rettungsschwimmer wenden, die es an vielen Stränden gibt. Bei starken Schmerzen, Unwohlsein oder Erbrechen sollte man auf jeden Fall einen Arzt rufen.

Zecke samt Kopf entfernen

Wenn eine Zecke zubeißt und nicht mehr loslässt: raus damit. Zecken können die Viruskrankheit FSME und Borreliose übertragen. „Am besten ist es, die Zecke vorsichtig mit einer Pinzette zu entfernen und dabei darauf zu achten, dass auch der Kopf samt Beißwerkzeugen entfernt wird“, sagt Dr. Schreiber. Bildet sich in Folge ein roter Kreis um die Bissstelle, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Chefarzt Dr. Schreiber, Foto © ÖRK, Markus Hechenberger

Die Reiseapotheke

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke sollte in keinem Koffer fehlen. Medikamente, die man regelmäßig einnimmt, gehören ins Handgepäck, allerdings braucht man ein ärztliches Attest um Spritzen und Allergiepens in den Flieger mitnehmen zu dürfen. Auf jeden Fall sollte eine Grundausstattung an Medikamenten für gängige Reisekrankheiten, Erste-Hilfe-Material und individuelle Bedarfsmedikamente für wiederkehrende Krankheiten in Ihre Reiseapotheke.

Hier finden Sie Ratschläge für die Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke von der Apothekerkammer.

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