Einige Oliven, etwas Salami, Ziegenkäse und ein kühles Glas Weißwein. Endlich hat man es geschafft und nach der fast zwei Tage dauernden Anreise das Meer erreicht.

Genau genommen Sanremo, den berühmten Badeort an der italienischen Rivera. Nur die Brandung des Ozeans scheint die angenehme Ruhe zu stören.

Blick aufs Meer

War das nicht gerade Nicole Kidman, die an einem vorbeispaziert ist? Nein, kann nicht sein, die kommt nur während des Sanremo-Festivals an die italienische Riviera. Jetzt in der Vorsaison ist etwas ruhiger-Etwas ruhiger, ja, denn Sanremo schläft nur einige Wochen im Jahr. Dann wenn es zu kalt ist, um im Mittelmeer zu schwimmen, oder einen Drink an der Promenade zu genießen. Müßiggang ist jedoch nicht nur etwas für die Reichen und Schönen, das wird einem schnell klar.

Der Autor Andreas Hamedinger

Und wer sich nicht der Entspannung hingeben möchte, der kann ja mit einem Fahrrad den mondänen Ort erkunden. Anstrengend ist nicht besonders die Strandpromenade entlang zu radeln, schließlich ist sind die Wege an der Küste flach und auch das Herz des italienischen Autofahrers schlägt für die Pedalritter: Hier haben Urlauber Vorfahrt und so wird brav gewartet, bis man die Straße mit zwei, drei schnelleren Tritten überquert hat.

Spuren des russischen Adels

Das Rad wird im Schatten geparkt und der Rest der Visite zu Fuß zurückgelegt. Im Licht der Morgensonne taucht die Russische Kirche auf. Eine russisch-orthodoxe Kirche im erzkatholischen Italien? Ja, denn Geld kennt bekanntlich keine religiösen Barrieren und so wurde auf Initiative von Zar Nikolas II zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kirche gebaut, die Christus dem Erlöser, der Heiligen Katharina und dem Heiligen Serafim gewidmet ist.

Die russische Kirche in Sanremo

Doch nicht nur der russische Hochadel weilte gerne in Sanremo. Auch der russische Autor A.K. Tolstoj - mit dem berühmten Leon Tolstoj verwandt – schätze das angenehme Klima der ligurischen Küste. Vorbei an zahlreichen kleinen Bars, Brunnen, die die Stadt mit Wasser versorgen und Markständen geht es in die „Kasbah“ von Sanremo, ein orientalisch anmutendes, sehr verwinkeltes Gewirr von Durchgängen und Gassen in der Altstadt.

Die Kasbah von Sanremo

Relativ wenige Touristen verirren sich in den weniger bekannten Teil der Stadt. Hier gibt es zwar keine historischen Bauten oder Hotelpaläste. Dafür spürt man noch ein Stück ursprünglichen Italiens von dem unsere Großmütter so geschwärmt hatten: Kleine Buben spielen Fußball, die Mädchen schauen ihnen gespannt zu. Die Frauen kommen mit frischem Fisch nach Hause, fast an jedem Balkon wird die Wäsche zum Trocknen aufgehängt. Autos können durch die engen Gassen nicht fahren. Wie mühsam das wohl ist, hier den wöchentlichen Einkauf zu erledigen?

Das Glück ist einen Hold

Sich Gedanken über die Probleme andere zu machen, ist meistens nicht hilfreich und so geht es wieder zurück ins Zentrum um der bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt einen Besuch abzustatten - dem Casino.

Blick auf das Casino

Schnell noch ein Foto von außen – im Inneren ist das Fotografieren verboten – und schon betritt man die Stätte des erhofften Glücks. 1905 wurde die Spielbank eröffnet und noch heute zockt man im Jugendstillgebäude bei Black Jack oder Poker. Wer weiß, vielleicht hat man ja heute die Chance reich zu werden? Schnell werde einige Euros in bunte Jetons umgetauscht. 22, 8, 4 und die 1 – ja, die Zahlen sind es, auf die gesetzt werden. Und schon wirft der Croupier die Kugel, sie schlittert zuerst, findet aber schnell ihre Bahn. Das Rad wird langsam und wirklich sie landet auf der Acht. Freude, so ist zumindest ein Teil des Urlaubs finanziert. Und schlaue Spieler wissen wann sie aufhören müssen… Und schließlich muss man noch zu seinem Hotel, diesmal mit dem Auto, das den Tag sicher auf einem öffentlichen Parkplatz verbrachte.

Ein historisches bedeutsames Haus

Nach wenigen Fahrminuten ist man an seinem Ziel. Das Auto darf komfortabel im Schatten Platz nehmen. Und auch die Koffer werden schon bestens versorgt. Schließlich sorgte schon ein umsichtiger Türsteher dafür, dass man sich um sich nichts selbst kümmern muss. Und auch die Eingangstüre öffnet man sich nicht selbst, schließlich hat man Stil.

Das Royal Hotel

Schnell noch das Anmeldeformular ausgefüllt und die Kreditkartenummer zu Sicherheit an der Rezeption hinterlassen und schon geht es mit dem etwas in die Jahre gekommenen Lift in den fünften Stock. Hier scheint der Zahn der Zeit jedoch noch keine Spuren hinterlassen zu haben. Alles ist vom Feinsten, besonders im Zimmer. Frisches Obst, Mineralwasser, eine Flasche Sekt - Urlauber was willst du mehr vom Leben? Kein Wunder, dass da schon einst Kaiserin Sisi im Hotel Royal nächtigte.

In der Sisi - Suite

Freilich nicht in der prächtigen Sisi-Suite, die es heut gibt. Diese wurde erst vor einigen Jahren eingerichtet. Und auch heute schätzt die Prominenz des Haus: Die schon erwähnte Nicole Kidman bevorzugt bei ihren Aufenthalten etwa die großzügige Aurorasuite, die mit einer großen Terrasse – auf der man ohne Probleme eine größere Party feiern kann – punktet. Soviel Urlaubsbudget ist jedoch nicht vorgesehen und so erfrischt man sich lieber im hauseigenen Pool.

Der Pool-Bereich

Selbstverständlich standesgemäß mit Meerwasser gefüllt und auf eine angenehme Temperatur von 26 Grad erwärmt. Nein, die 30 Celsius, die der Rezeptionist versprochen hat, sind es nicht, aber auch so machen die Längen Spaß. Schwimmen macht aber bekanntlich hungrig und so fällt es nicht schwer das kühle Nass zu verlassen, sich in Schale zu werfen und im eleganten Speiessaal Platz zu nehmen. Für ein Essen im Freien ist es heute leider zu windig, aber die Eleganz im Inneren entschädigt dafür mit Sicherheit: Die Lampenschirme an der Decke bestehen aus edlem Murano-Glas, Venedig lässt grüßen, die Tische sind mit Silberbesteck und Kristallgläsern bestück.

Ristorante Fiori di Murano

Die Kellner, schwarz und weiß gekleidet, passen gut es ins Bild, Noblesse oblige. Das Thema des heutigen Diners – Olivenöl. Heißt mit anderen Worten: Rindercarpaccio, Stockfisch-Ravioli, Seebrassen-Filet und Schokoladentörchen werden von dem passenden Olivenöl aus Ligurien begleitet. Und dass man den passenden Wein dazu bekommt, versteht sich von selbst. Ein kleiner Espresso während man dem Pianospieler in der Hotellobby lauscht, lässt noch Zeit Pläne für den morgigen Abreisetag zu schmieden. Soll man noch eine Wellnessbehandlung im Hotel in Anspruch nehmen? Oder doch lieber eine Stadtbummel unternehmen? Wir werden sehen…

Blick vom Capriccio-Restaurant aufs Meer

Nützliche Adressen:

Royal Hotel Sanremo
18038 Sanremo, Corso Imperatrice 80

Tel: +39 0184 5391
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.royalhotelsanremo.com 

Casino Sanremo SPA
18038 Sanremo, Corso degli Inglesi 18
Tel: +39 0184 5951
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.casinosanremo.it

Sanremo

Tourismus Ligurien

http://www.turismoinliguria.it/de/ligurien/urlaubsgebiete-info/ligurische-ponente/san-remo-und-umgebung.html

Sanremo

Anreise:

Mit dem Auto von Wien nach Sanremo benötigt man etwa 11 Stunden reine Fahrzeit. Alternative: Mit dem Flieger nach Nizza und dort ein Leihauto nehmen. Wer im Hotel Royal nächtigt wird vom Flughafen abgeholt.

Zu Google Maps

Andreas Hamedinger
Fotos: Royal Hotel Sanremo und Andreas Hamedinger

 

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