Georg Danzer (Foto: Dietmar Lipkovich, Wikipaedia)Georg Danzer war der Stillste, der Nachdenklichste der A3-Riege, ein Meister der Kunst etwas zwischen zwei Zeilen oder so ruhig zu sagen, dass man darüber einfach nachdenken musste.

Danzer war kein Musterknabe in der Schule, beginnt früh zu Rauchen aber auch Gitarre zu spielen.

Nach der Matura fährt er per Autostop nach Deutschland, Holland und Italien. Nachdem es mit dem Studium nicht so recht klappt, unternimmt er 1967 eine weiter Autostopfahrt: diesmal geht es nach Griechenland, Kreta, danach über Hamburg nach Schweden und jetzt beginnt Georg Danzer ernsthaft Lieder zu schreiben. Wolfgang Ambros, Marianne Mendt, Erika Pluhar, Margot Werner und Wilfried singen Lieder, die er schreibt.

1972 löst seine Single „Tschik“ einen Skandal aus – Danzer mit Sandlerstimme wird vorerst nicht als der Sänger erkannt. Die Single wird statt in einer Hülle in einem Papiersackerl verkauft.

Die Hawelka-Hymne „Jö schau“ wird vergoldet und erreicht auch Kultstatus. Danzer orientiert sich mehr nach Deutschland. 1981 erscheint „Ruhe vor dem Sturm“, das Album bringt Georg Danzer endlich die längst fällige Anerkennung als ernst zu nehmender Liederschreiber.

Danzer verfasst Bücher: „Die gnädige Frau und das rote Reptil“ ist eine Sammlung von Erzählungen, Liedtexten und Betrachtungen, macht Übersetzungen aus dem Spanischen.

Nachdem er als Schauspieler in einer Ott-Produktion des Nestroyklassikers „Der Zerissene“ spielt, kommt es auch bei ihm – unter Mitwirkung von Adi Hirschal und Lukas Goldschmidt – zum Brückenschlag zum Wienerlied. Das Programm „Liada ohne Grund“ entwickelt sich in kurzer Zeit zum Geheimtipp.

Georg Danzer engagierte sich auch für die gesellschaftlich Schwachen: 2000 übernimmt er für 2 Jahre den Vorsitz von SOS-Mitmensch. Es folgend erfolgreiche Tourneen, Plattenproduktionen und viele Auszeichnungen, die seine Einsätze für humanitäre Projekte ehren. 2006 wird bei Georg Danzer ein Lungenkarzinom diagnostiziert, im Juni des nächsten Jahres verliert er den Kampf gegen die Krankheit und stirbt im Kreise seiner Familie. Seine Asche wurde – seinem Wunsch entsprechend – vor der Küste Mallorcas dem Meer übergeben.

www.georgdanzer.at