Der kleine Ort mit seiner Kurinsel, dem heilenden Schlamm und seinen Jugendstilbauten ist weit über die Grenzen der Slowakei bekannt.

Geschichte

Das Gebiet um Piešťany ist seit frühester Zeit besiedelt: das Klima war hier günstig und die vielen Thermalquellen, deren Heilkraft man wahrscheinlich schon früh erkannte, froren auch im Winter nicht zu. Der älteste Fund stammt aus der nahe gelegenen Ortschaft Moravany nad Váhom: man schätzt, dass die kleine Frauenfigur aus Mammutelfenbein zirka 22.8000 Jahre vor Christus gefertigt wurde. Dieses Kleinod kann man jetzt im Museum in der Burg von Bratislava bestaunen. Ebenfalls in der Nähe fand man Luxusgüter aus Glas, Bronze, Silber und Gold in drei Gräbern, aus der Zeit zwischen 200 und 300 nach Christus. Einiges aus der Römerzeit ist auch im Balneologischen Museum zu sehen.

Blick auf die Gartenanlage vor dem Thermia Palace Hotel
Piešťny wurde erstmals 1113 als Pescan erwähnt, wer möchte kann sich eine Kopie der Urkunde im Balneologischen Museum ansehen, die Originaldokumente befinden sich im Museum von Nitra.
Ab wann man die heilende Wirkung des Wassers erkannte ist nicht genau bekannt, spätestens aber seit dem Mittelalter schien man darauf aufmerksam geworden zu sein, so ist auch ein Besuch von König Matthias Corvinus überliefert. Eine erste dokumentierte Erwähnung der Quellen findet sich im Buch von Georgius Wernher „De admirandis Hungariae aquis hypomnemation“ (Über die wunderbaren Wässer Ungarns – Piešťany gehörte damals zum ungarischen Königsreich), das 1549 in Basel erschienen ist. Eine erste Therapieverordnung stammt aus dem Jahr 1571.

Die Sisi-Statue auf der Kurinsel
Die Türkenkriege, aber auch die die Aufstände gegen die Habsburger sorgten später immer wieder für Unruhe und Verheerungen in der Gegend. 1643 erschien jedoch eine weitere Publikation über Piešťany und seine Quellen: Adam Trajan, ein Pfarrer aus Piešťany untersuchte das Wasser der Quellen und schrieb eine Ode in lateinischer Sprache mit dem Titel: Die heilenden Bäder.

Die kleinen Teiche im Kurpark
Die Besitzer der Gegend wechselte zwischen verschiedenen Adelsfamilien, von 1720 bis 1848 gehörte das Gebiet der Familie Erdődy, das Bad selbst sogar bis 1940. 1778 wurden von ihnen die ersten Badehäuser, einfache Holzhäuser erreichtet, zuvor hatte man nur in Erdgruben gebadet. 1813 stieg die Waag, die damals noch nicht reguliert war, 4.5 Meter über ihren normalen Pegelstand an und riss die Holzhäuser einfach mit sich, doch bereits ein Jahr später hatte man die Häuser wieder auf ihrer alten Stelle aufgebaut.

Blick auf die Waag von der Kolonnadenbrücke
1820 wurden die Badehäuser erweitert und im neoklassizistischen Stil umgebaut, das Napoleon Bad entstand und der Bad wurde angelegt. 1830 startete der medizinische Kurbetrieb, ab 1840 gab es einen ständigen Badearzt und 1889 verpachtete die Adelsfamilie Erdődy den Besitz an Alexander Winter – die Blütezeit begann. Bereits mit 20 Jahren wurde Ľudovít Winter von seinem Vater als Unterstützung in der Firma nach Hause, von seinem Studium weg, geholt. Er lernte schnell und schaffte es, den Heilquellen eine internationale Bekanntheit und Geltung zu verschaffen. 30.000 goldene Dukaten mussten Jahr für Jahr Pacht bezahlt und damit verdient werden, doch Ľudovít Winter schaffte es auch noch in neue Gebäude und Aktivitäten zu investieren: in dieser Zeit entstand das Thermia Palace, damals das schönste Hotel der ganzen Slowakei, das Irma, aber auch das Pro Patria, das Franz Joseph Bad, das Napoleonbad, den Kursalon.

In der Fußgängerzone
Winter vergaß aber auch nicht die eigenen Leute: so entstand auch erstmals hier ein Arbeiterkrankenhaus. Piešťany wurde nicht nur berühmt für seine Ärzte und die Heilkraft des Thermalwassers, sondern auch für das reichhaltige kulturell-gesellschaftliche Angebot: Konzerte, Bälle, Abend- und Theaterveranstaltungen, Gold, Tennis, Schiessmeisterschaften und vieles mehr. Die Änderungen der politischen Lage brachte immer auch Veränderungen für die Familie Winter: Ľudovit Winter war zuerst überzeugter Ungar und als die Gegend um Piešťany slowakisch oder tschechoslowakisch wurde, war es für ihn – der kaum slowakisch sprach – nicht einfach. Doch er nahm auch diese Herausforderung an, lernte die neue Sprache und wurde sogar in namhafte Positionen der Stadt gewählt. Winter investierte auch einiges in die Werbung und auch der berühmte Krückenbrecher, noch heute das Wahrzeichen der Stadt, wurde in seiner Ära in Auftrag gegeben. Seit 1894 ist der Mann, der seine Krücken bricht, Stadtsymbol; er steht seit 1930 am Beginn der Kolonnadenbrücke (von der Stadt kommend) und ist heute Bestandteil des Stadtwappens. Der junge deutsche Künstler Arthur Heyer hatte ihn in wenigen Tagen nach dem Auftrag von Ľudovit Winter entworfen. Viele deutsche Kurstätten versuchten später die Figur zu kopieren, was auch einige gerichtliche Auseinandersetzungen mit sich brachte.
Doch schon bald versuchten verschiedenste Kräfte sich des Bades zu bemächtigen. Am 24.3.1932 gab es einen Erlass vom Preußischen Innenministerium, dass nur noch deutscher Schlamm bei Kuren in Deutschland verwendet werden durfte, später folgte der Aufruf, den Schlamm aus Piešťany nicht zu verwenden, da er angeblich nicht die notwendige Qualität aufwies. Außerdem erschien ein Buch des Zahnarztes (!) Werner Judt, das dem Schlamm aus Piešťany unterstellte, schädliche Bakterien zu unterhalten. Winter klagte und bekam Recht, das Buch wurde verboten.

In der Fußgängerzone
1938 bekam die Slowakei eine eigene Regierung und Dr. Joseph Tiso, mit dem Winter gut bekannt war, wurde zum Ministerpräsidenten ernannt. Tuka, ein Professor, der eigentlich wegen Revolten gegen die Tschechen zum Tode verurteilt war, wurde aus dem Gefängnis entlassen und kam auf die Bitte einer Kurhausangestellten nach Piešťany, um hier Erholung zu finden. Zuerst war er Winter sehr verbunden, doch dieser Zustand änderte sich schnell und am Ende des zweimonatigen Aufenthalts musste Winter mitanhören, wie Tuka vom Balkon seines Hotelzimmer aus dem Volk verkündete, er wolle die Macht der Familie Winter in Piešťany unterbinden.


Im November 1938 schreibt der Völkische Beobachter bereits, dass die Slowakei ihre Juden abschiebt und die Familien Winter und Leonhard werden gleich zu Beginn namentlich erwähnt: sie würden durch ihre Tätigkeit die Kurstadt zerstören. Winter soll seine Investitionen in die Stadt einem deutschen Konsortium verkaufen, seine Verhaftung wird bereits geplant. 1940 wird das Bad verstaatlicht. 1941 beginnen Hausdurchsuchungen bei den Winters durch Hitlers Truppen, Ľudivíts Bruder Imrich ist als einer der ersten betroffen, es beginnen Deportationen, Ľudovít und sein Bruder werden allerdings noch von Tiso geschützt. 1944 gilt aber auch das nicht mehr länger, Imrich verstirbt nach einer Prostataoperation an einer Blutvergiftung, Ľudovít versteckt sich zuerst in der Lazarettgasse 18 in Bratislava, doch wird er erkannt, sein Versteckt verraten und er zuerst ins Konzentrationslager Sered und dann nach Theresienstadt gebracht.
1945 bekommt Piešťany offizielle das Stadtrecht.

Im Kurhaus Irma
Winter überlebt die Konzentrationslager und kehrt nach Piešťany zurück, wird jedoch aus allen administrativen und geschäftlichen Tätigkeiten durch Mitarbeiter der Partei ersetzt. 1950 erleidet er einen schweren Unfall und wird in Pension mit einer Invalidenrente von 250 Kronen versetzt. Eine Summe, die auch für damalige Verhältnisse extrem niedrig war. Erst im Dezember 1963 wird sie auf 400 Kronen erhöht. Winter starb verarmt und ohne Dank 1968 in Piešťany im Alter von 98 Jahren.

Heute ist an seinem Haus zwar eine Gedenktafel montiert, das wunderschöne Gebäude steht weiterhin leer und es scheint als ob es dem Verfall preisgegeben wird.

Das Winter-Haus
In den 1960er und 1970er Jahren werden weitere Badegebäude gebaut: Balnea Grand, Balnea Splendid und Balnea Esplanade, die sich alle auf der Kurinsel befinden. 2008 treffen sich im Piešťany die Präsidenten der Višegrad-Staaten und weihen den Präsidenten-Springbrunnen vor dem Irma Bad ein. Ihre Namen kann man auf vier Metallplatten am Rand des Brunnen finden.

Die Kur

Piešťany verfügt an die 70° warme Thermalquellen, die einen mittleren Mineralgehalt, Sulfat-Hydrogenkarbonat, Kalzium-Natrium, heilenden Schwefelwasserstoff und Mineralstoffe aufweisen und die überwiegend für Bäder aber auch für Trinkkuren genutzt werden. Das Heilbad ist seit Jahrzehnten für seine einzigartigen Erfolge bei der Heilung von Erkrankungen des Bewegungsapparates bekannt, im Mittelpunkt steht dabei immer wieder der schwefelhaltige Schlamm.

Die 10 Quellen bringen täglich drei Millionen schwefelhaltiges Wasser aus einer Tiefe von 2000 Metern an die Oberfläche. In jedem Liter Wasser sind 1500mg Mineralien und Heilgas-Substanzen enthalten.

Viele Prominente waren bereits in Piešťany zu Kur
Piešťany zählte bereits vor dem ersten Weltkrieg zu den führenden Rheuma-Heilbädern in Europa. Obwohl im Internet immer wieder behauptet wird, dass auch Kaiserin Elisabeth hier kurte, widersprach unsere Führerin dieser Tatsache – allerdings ist eine Büste von Sisi im Kurpark zu sehen, die aber von einer Verehrerin der Kaiserin „gesponsert“ wurde und nicht an ihren Besuch erinnern soll.

Zar Ferdinand I. von Bulgarien kurte hier
Allerdings zählte der Zar Ferdinand I. von Bulgarien oder Kaiser Wilhelm II. zu ihren Besuchern. Zum Ruhm des Kurorts trug sicher auch der Besuch von Richard Tauber 1929 bei, der auf Empfehlung des Stummfilmstars Henny Porten in Piešťany kurte. Der berühmte Tenor war nach einem Gichtanfall fast völlig gelähmt – Zeitungen in Österreich und Deutschland berichteten fast täglich über die Heilungsfortschritte. Auch der weltberühmte Maler und Grafiker Alfons Mucha und seine Tochter, der Komponist Franz Lehar und der Erfinder des „Svek“ Jaroslav Hasek waren hier zur Kur.

Der heilende Schlamm aus Piešťany

Dieser entsteht in einem Nebenarm der Waag, in welchen schwefelhaltige Mineralwasserquellen münden. Nach der Förderung aus dem Fluss reift der Schlamm noch mindestens ein Jahr in speziellen Reife-Becken, denen schwefelhaltiges Thermalwasser zugeleitet wird und die den Schlamm weiter mit Mineralstoffen anreichern.

Die Schlammbecken

In der sogenannten Schlammküche des jeweiligen Kurhauses kommt es dann zur 3.Reifung, wo der Schlamm dann nochmal angereichert wird. Dann wird er bei einer Temperatur von um die 46° dem Patienten appliziert. Der reife, stahlblaue bis schwarze Schlamm hat eine butterartige Konsistenz und ist enorm wärmespeichernd. Er kühlt viermal langsamer aus als Wasser. Die Behandlung mit dem heilenden Schlamm dauert ungefähr 20 Minuten, danach wird geduscht und nach einer 20 minütigen Trockenpackung ist das Programm vorbei.

Der heilende Schlamm wird aufgetragen
Die Ganzkörper- oder Teilschlammpackungen führen zu Rückbildungen von Schwellungen in Gelenkbereichen, lösen Muskelverspannungen und führen zu verbesserter Versorgung der Knorpel, des Bindehautgewebes und der Bandscheiben, fördern Aktivitäten und steigern die Immunitätsprozesse im Organismus.

Schlammbad

Der Boden des Bassins besteht aus einer 10-30cm dicken Schicht des schwefelhaltigen Schlamms. Durch den Schlammboden dringt in das Bassin thermales Mineralwasser ein, der Pegel reicht ca. 50-90cm über das Niveau des Schlamms. Die Temperatur des Mineralwassers beträgt um die 40°, die Badedauer je nach Verschreibung des Arztes fünf bis zehn Minuten.

Das Schlammbad im Kurhaus Irma

Die Behandlung wird immer mit einer Thermalwasserdusche und einer anschließenden Trockenpackung abgeschlossen.

Spiegelbad

Die Becken beim Spiegelbad sind mit natürlichem schwefelhaltigem Thermal-Mineralwasser mit einer Temperatur von 36°-37° oder 38°-39° gefüllt. Der Patient soll so ruhig im Wasser sitzen, dass sich sein Antlitz im Wasser spiegelt. Das Bad dauert im Durchschnitt 10 bis 20 Minuten.

Das Spiegelbad im Hotel Esplanade

Selbstverständlich gibt es noch viele andere Anwendungen, Massagen, aber auch Beautybehandlungen in Piešťany.

Sehenswürdigkeiten

Die Statue des Krückenbrechers

Ľudovít Winter wusste, dass Werbung für den Kurort notwendig war, wenn er ihn europaweit bekannt machen wollte und er war auf der Suche nach einem Markenzeichen, einer Figur, die dem Betrachter sofort die Vorteile von Piešťany klarmachen sollte. Arthur Heyer konnte diese Idee mit der Figur des Krückenbrechers im Sinne von Winter ausgezeichnet umsetzen.

Der Krückenbrecher an der Kolonnadenbrücke

Obwohl Winter die Figur patentieren ließ, versuchten besonders deutsche Kurorte diese Figur auch für ihre Werbung zu nutzen. 1930 ließ Winter die Figur von Robert Kühmayer in Bronze gießen, die auch heute noch die Besucher beim Beginn der Kolonnadenbrücke begrüßt.

Die Kolonnadenbrücke

Zwischen 1931 und 1933 wurde die Kolonnadenbrücke von E.Bellus auf Vorschlag von Ľudovít Winter gebaut, im Zweiten Weltkrieg allerdings zerstört und erst 1956 wieder aufgebaut. Es ist mit 156 Meter die längste überdachte Brücke in der Slowakei. Die Glasfront , die die Brücke in zwei Promenaden-Streifen teilt, schmücken Glasglavur-Fenster von Martin Benka.

Die Fenster der Kolonnadenbrücke

Beide Fenster wurden von Filip Hanic gerettet, der sich unter Lebensgefahr zur - von flüchtenden deutschen Soldaten – verminten Brücke durchkämpfte und die beiden Fenster in Sicherheit brachte, sodass sie nach der Renovierung wieder eingesetzt werden konnten. Zwei Aufschriften schmücken die Brücke: Saluberrimae Pistinienses Thermae (Loblied auf die Bäder Piešťany) stammt aus dem Epos von Adam Trajanus aus 1642 und Surge et Ambula (Stehe auf und gehe) aus der Bibel ist auf der anderen Seite der Brücke zu sehen.

Die Jugendstilbauten auf der Kurinsel

Das Hotel Thermia Palace

Es ist ein beeindruckendes Gebäude, gleich wenn man auf die Kurinsel kommt und es dominiert mit seinem herrschaftlichen Aussehen auch ein wenig den Kurpark. Keinesfalls sollte man allerdings verpassen, auch das Innenleben des Hotels, das 1912 erbaut wurde, zu besichtigen.

Das Hotel Thermia Palace

Beeindruckend ist nicht nur der Treppenaufgang mit den Fenstervitragen oder das Gemälde von Alfons Mucha im Grand Restaurant. Mucha war mit seiner Tochter zweimal in Piešťany und war so von der positiven Wirkung der Heilprozeduren und der Gastfreundlichkeit des Personals begeistert, dass er dem Hotel das allegorische Gemälde „Sei gegrüßt, Du gesegnete Quelle der Gesundheit“ widmete, auf dem seine Tochter im Schaukelstuhl abgebildet ist, der ein Mädchen und eine Frau in typischer Tracht Obst und Rosen bringen.

Das Bild von Alfons Mucha über dem Eingang zum Speisesaal
Allerdings wurde das Gemälde gestohlen und war lange verschollen, erst im Jahre 2000 wurde es in Tschechien wieder gefunden und dem Hotel für eine Summe von 95.000 Euro angeboten. Mit einem Einsatz der Polizei kehrte das Gemälde aber wieder an seinen Ursprungsort zurück.

Die Treppe
Nehmen Sie einen Café in der Bar und schauen Sie sich um, allein die Möblierung in den einzelnen Stockwerken des Hotels ist mehr als einen Blick wert.

Der Pfau, das Wahrzeichen von Piešťany
Wahrzeichen dieses Hotels ist der Pfau, der als heiliger Vogel der Göttin Hera gilt und als Symbol der Unsterblichkeit und Erhabenheit.

Die Pfauen-Legende

Natürlich gibt es auch einen guten Grund, oder besser gesagt eine Legende über den Pfau und Piešťany. Einst kamen Pfauen auf die Kurinsel, die sich schnell hier wohl fühlten und von einem alten Pfau als Oberhaupt angeführt wurden. Nach einiger Zeit wurde der alte Vogel allerdings krank, er schien sich verkühlt zu haben und konnte gar nicht mehr gut laufen. Doch bald konnte man beobachten, dass er immer wieder zu einem Platz zurückkehrte, wo der warme Schlamm und die Quellen vorhanden waren, um sich dort auszuruhen und – ein richtiges Schlammbad zu nehmen. Über Wochen kehrte er immer wieder zum selben Ort zurück und man sah, dass es ihm von Tag zu Tag besser ging, bis er wieder komplett hergestellt war und auch wieder mit seinen Artgenossen auf die Felder marschierte und wieder seinen Platz in der Sippe einnahm.

So verdankt Piešťany eigentlich dem alten Pfau die Entdeckung der Heilkräfte in Schlamm und Wasser.

20016 wurde das Hotel von Grund auf renoviert und in ein 5-Sterne Kurhotel umgewandelt. Durch einen kleinen Korridor ist es mit dem Kurhaus Irma verbunden, sodass die Hotelgäste bequem im Bademantel vom Zimmer zu ihren Behandlungen ins Kurhaus wandern können.

Mehr über das Hotel Thermia Palace und das Hotel Esplanada finden Sie hier auf askEnrico.

Das Kurhaus Irma

Das Kurhaus wurde direkt über den Heilquellen errichtet und bietet medizinische und therapeutische Anwendungen auf höchstem Niveau. Über 60 Heil- und Erholungsprozeduren werden hier von erfahrenen Ärzten verordnet. Einzigartig ist das Schlammbad, direkt auf dem Schlammboden erbaut, mit einer Wassertemperatur von 39-40°C.

Das Kurhaus Irma

Einzigartig ist aber auch hier die Jugendstilarchitektur. Beim ersten Mal weiß man gar nicht, was man zuerst machen soll: sich auf Wasser und Schlamm konzentrieren und sich mit dem Schlamm die „wehen oder kranken“ Stellen einreiben oder einfach nur dasitzen und die Architektur genießen. Allein die „Himmelskuppel“ über dem Bassin ist ein Traum…

Das Kurhaus Slovan

Das beeindruckende Gebäude wurde 1906 vom Architekten A. Oberländer erbaut, wurde als Grand Hotel Royal bekannt und steht bis heute unter Denkmalschutz. Das Hotel hatte damals eine Kapazität von 160 Betten, großzügig dimensionierte Innenräume und soziale Einrichtungen und Terrassen. Eine prächtige Halle diente auch als Konzertsaal, die Außenfront war ebenfalls mit dekorativem Geländer, Türmchen, und Arkaden verziert und gestaltet.

Das Hotel Slovan

Seit 1986 ist das Gebäude geschlossen und macht nun einen bereits ziemlich verfallenen Eindruck. Leider konnten sich die derzeitige Besitzer, die Danubius Gruppe, noch nicht entschließen Geld in die Renovierung zu stecken und so steht das Gebäude mahnend im wunderschönen Kurpark und erinnert an alte Zeiten.

Der Kursalon

Auch dieses Gebäude ist ein Kulturdenkmal. Schon der Vater von Ľudovít Winter erkannte, dass seine Gäste nicht nur Behandlungen, sondern auch Unterhaltung und Kurzweil brauchten. So wurde schon unter seiner Ägide Ignác Alpár mit der Planung beauftragt, sein Sohn musste die Durchführung (als Laie im Baugewerbe) überwachen. 1894 konnte dann das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden: ein Restaurant, ein Kaffeehaus mit einer großen prächtigen Terrasse und ein Tanzraum mit orientalischen Motiven verziert. Auch heute kann man im Kursalon seinen Kaffee auf der Terrasse genießen, aber auch den Outdoor-Aufführungen im Sommer lauschen.

Der Kursalon
Programm und weitere Informationen finden Sie unter www.kursalon.sk (Slowakisch)

Das Balneologische Museum

Gleich um die Ecke der Terrasse des Kursalons findet man den Eingang zum Balneologischen Museum, in dem man bei Schlechtwetter oder einfach nach Lust und Laune interessante Stunden verbringen kann. Die Gründung des Museums geht – wie so vieles, oder fast alles in Piešťany – auf die Familie Winter zurück. Der jüngere Bruder von Ľudovít, Imrich, gründete mit dem Verwalter des Heilbades Václav Vlk 1928 die Museumsgesellschaft von Piešťany.

Das Balneologische Museum

Geschichte, Volkskunde, Natur, Kultur, Kunst und alles Wissenswertes rund um das Heilbad sollten hier eine Heimstätte finden. Imrich Winter war auch der erste Direktor und blieb in dieser Funktion bis zur Verstaatlichung des Unternehmens 1940. Ab 1963 wurde das Museum als Spezialmuseum für Balneologie geführt, aus dieser Zeit stammt auch sein derzeitiger Name, dennoch zeigt es Ausstellungsstücke weit über diese Grundausrichtung hinaus.

Blick in die Ausstellung im Balneologischem Museum
Im Museum sind nicht nur alte Werbetafeln von Piešťany zu sehen und die Wirkungsweise des Heilschlamms erklärt, ein Teil der Ausstellung befasst sich auch mit längst vergangenen Zeiten. Die archäologische Exposition zeigt nicht nur einen Mammutzahn, sondern auch Funde aus der Römerzeit, Schmuck, alte Handwerkskunst von Klöppeln über charakteristische Keramik, Kostüme, Stickereien, Volkskunst, Gemälde, Schnitzereien aus der Umgebung.

Im Balneologischem Museum
Ein Teil der Ausstellung widmet sich auch berühmten Gästen in Piešťany unter anderem Ludwig van Beethoven, wer mehr über das Museum, seine Geschichte und die Geschichte der Stadt erfahren möchte, kann einen kleinen Führer durch die Ausstellung des Balneologischen Museums erwerben (auch in Deutsch erhältlich).

Im Balneologischem Museum
Ebenfalls interessant ist die Ausstellung über Milan Rastislav Štefánik, einem der Gründer der Ersten Tschechoslowakischen Republik neben Tomáš Garrigue Masaryk und Edvard Beneš. 1918 bis 1919 war er der erste tschechoslowakische Kriegsminister. Štefánik studierte eigentlich Astronomie an der Karls-Universität in Prag, ging 1906 an das Pariser Observatorium und unternahm Forschungsreisen, vor allem im Zusammenhang mit der Beobachtung und Erforschung von Sonnenfinsternissen. 1912 wurde er französischer Staatsbürger, diente im Ersten Weltkrieg als Kampfpilot in der französischen Armee und propagierte mit tschechischen Exilpolitikern die Auflösung Österreich-Ungarns und die Gründung der Tschechoslowakei. Štefánik starb kurz nach der Entstehung des neuen Staates beim Absturz seines Flugzeuges, wobei die Absturzursachen nie vollständig geklärt wurden.

Im Balneologischem Museum
Da er in der Nähe von Piešťany geboren wurde, übergaben seine Geschwister dem Museum auf der Kurinsel die Ausstellungsgegenstände zur Erinnerung.
Weitere Informationen über das Museum finden Sie hier: http://balneomuzeum.sk/sk/ (Slowakisch)

Thermalbad Eva

Das Bad auf der Kurinsel mit einem 25 Meter Bassin im Innenbereich und einem 50 Meter Pool mit Sprungbrett, einen Außenpool für Kinder wurde zwischen 1933 und 1934 gebaut. Ľudovít Winter wollte damit auch den mitreisenden Kindern und Partnern von Kurgästen eine Erholungs- und Freizeitmöglichkeit bieten. Doch nicht nur für die Gäste war das Thermalbad eine willkommene Erweiterung ihrer Aktivitäten, auch die Bewohner von Piešťany nutzen das Bad mit Begeisterung. Es wurde mehrmals umgebaut und auch jetzt wäre zumindest eine kleine Renovierung wieder angebracht.

Napoleon Bad

Das Napoleon Spa ist das älteste der Kurhäuser in Piešťany und es befindet sich in unmittelbarer Nähe der Waag. Hier finden die Behandlungen der Gäste statt, die sich hier ihre eigene Kur zusammenstellen lassen und in Unterkünften untergebracht sind, die keine „Kurpakete“ anbieten. Die Gäste finden in den Hotels und Pensionen Verpflegung und Übernachtung und haben im Napoleon, das in drei Teilen geteilt ist, alle Kurbehandlungen. Mit Napoleon hat das Kurhaus allerdings nichts zu tun, Ľudovít Winter gab dem Kurhaus den Namen allein aus Werbezwecken.

Das Napoleon Bad

Hier standen ursprünglich die ersten Holzhäuser und die ersten Wannen, die allerdings beim großen Hochwasser 1813 – als die Waag 4,5 Meter über ihren normalen Pegelstand anschwoll – alle mit den Wassermassen mitgerissen wurden. 350 Häuser, damals alles Holzgebäude, wurden dabei vernichtet. Doch ein Jahr später war bereits alles wieder aufgebaut. Das Napoleon-Kurhaus wurde mehrmals renoviert und ist auch heute noch eines der beliebtesten und preisgünstigsten Kurhäuser. Neben dem Spiegelbad und einer Vielzahl von Behandlungsräumen finden Sie hier eine Salzhöhle.

Sehenswürdigkeiten im Ort Piešťany

Die Kurkapelle

Gleich am Ende der Kolonnadenbrücke – von der Kurinsel kommend – steht die kleine, schlichte Kurkapelle. Der einschiffige, neugotische Sakralbau wurde 1897 erbaut und dem Herz Jesu geweiht. Um den Bau der Kapelle hatte sich vor allem Dr. Fodors Gattin, eine gebürtige Gräfin Berchtold verdient gemacht.

Die Kurkapelle in Piešťany

Aber es gab zu Zeiten von Ľudovít Winters nicht nur eine katholische Kirche: Winter wusste, dass die meisten Kranken gläubige Menschen waren, denen ihr Glauben beim Gesundwerden half. So gab es im Ort auch eine protestantische Kirche, um dessen Bau sich der Verwalter des Erdödyschen Besitzes verdient machte, wie auch eine jüdische Synagoge.

Pranger

Die Sandsteinsäule wurde um 1830 errichtet und gehört heute zu den Kulturdenkmälern von Piešťany. An der sogenannten Schandsäule wurden Personen angekettet, die kleinere Vergehen gegen die Allgemeinheit verbrochen hatten, und nun Schimpf und Schande der Bewohner ertragen mussten. Um 1930 wurde sie von ihrer ursprünglichen Position vor das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts in der Štefánikova Straße aufgestellt.

Die Liebenden

Die Bronze Skulptur schuf der Bildhauer A. Trizuljak, es war das Kunstobjekt für die erste Open-Air-Ausstellung von Skulpturen in den Parks von Piešťany im Jahr 1962.

Die Liebenden

Die Fußgängerzone

Inmitten der Stadt liegt die Fußgängerzone, die zum Bummeln und Verweilen einlädt. Im Sommer kann man hier im Freien seinen Café genießen und in die Sonne blinzeln. Schauen Sie sich beim Spazieren durch die Fußgängerzone ruhig um, es gibt viele schöne, bereits renovierte Häuser zu sehen, leider sind aber auch ein paar zu entdecken, die dringend eine Instandsetzung benötigen würden. Dass unter diesen ausgerechnet auch das Haus von Ľudovít Winter zu finden ist, macht ein wenig traurig, auch wenn es immerhin mit einer Gedenktafel an ihn erinnert.

Die Gedenktafel für Ludovít Winter
Am Boden findet sich auch der erste sogenannte Stolperstein der Slowakei. Er erinnert an eine Tochter von Winter, die im Konzentrationslager umgekommen ist.

Der erste Stolperstein der Slowakei erinnert an die Tochter von Ludwig Winter

Seltene Bäume

Durch das außergewöhnliche Klima in Piešťany wachsen hier einige außergewöhnliche Bäume auf der Kurinsel, aber auch im Ort. So sind hier Pyramidenpappel, Schwarz Pappel, Tulpenmagnolien, Blasenesche, Tulpenbaum, Ginko, Plantanen und Trompetenbäume zu bewundern.

Impressionen von meinem Aufenthalt in Piešťany finden Sie auf www.enricosreisenotizen.eu.
Mehr über die Hotels in Piešťany finden Sie hier.

Weitere Informationen finden Sie auf http://slovakia.travel/de/piestany und www.danubiushotels.de/unsere-hotels-piestany

Plan 

 

 Bildershow 

Der Besuch erolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung der Danubius Hotel Gruppe