Es ist wohl der berühmteste österreichische Wallfahrtsort seit vielen, vielen Jahren und auch für mich ist ein Besuch der Basilika so etwas wie Familientradition (siehe auch den Artikel am Blog)

Eine Legende berichtet, wie es zur Gründung und zum Namen des Ortes kam.

Die Legende

Im Jahr 1157 sandte der Abt des Benediktinerklosters St. Lambrecht einen Mönch in diese Region, um die Menschen in der Gegend seelsorgerisch zu betreuen. Magnus – so hieß er – nahm auf seinen Weg eine, aus Lindenholz selbst geschnitzte Marienstatue mit.

Mariazell im Advent
Mariazell im Advent


Am Abend des 21. Dezembers, Magnus war seinem Ziel schon recht nahe gekommen, versperrte ihm aber ein mächtiger Felsblock den Weg. Schon müde bat er die Muttergottes um Hilfe und siehe da, er konnte seinen Weg fortsetzen. Als er schließlich angekommen war, stellte er die Statue auf einen Baumstrunk. Dann begann er eine Zelle zu bauen, die ihm als Unterkunft, aber auch als Kapelle dienen sollte. Dies gab dem Ort seinen Namen: Maria in der Zelle. Die Kapelle entwickelte sich aber bald zum geistigen Mittelpunkt der Gegend.

Der „Ursprungsfelsen“ liegt in der Rasing – zwischen Mariazell und Gußwerk.

Die Gnadenkapelle in der Basilika
Die Gnadenkapelle in der Basilika


Die Marienstatue auf dem Baustrunk (der übrigens noch bis heute erhalten ist) wurde zur Magna Mater Austriae, der großen Mutter Österreichs, die Kaiser und Könige, Bischöfe, Päpste und Patriarchen besuchten.

Mariazell und das Mariazeller Land bieten eine große Auswahl an Urlaubs- und Freizeitaktivitäten, dennoch: Die Mariazeller Basilika und die Pilgerwege hierher stehen wohl immer im Mittelpunkt.

Die Geschichte

Ob nun die Gründung von Mariazell wirklich im Jahr 1157 erfolgte wie in der Legende erzählt, lässt sich historisch nicht mehr eindeutig belegen. Allerdings weist eine päpstliche Urkunde auf dieses Datum hin. Bald danach wurde allerdings berichtet, dass Gebete und Bitte von der Gottesmutter in Mariazell erhört wurden und so vergrößerte sich die Zahl der um Hilfe suchenden Menschen Jahr für Jahr.

Die Basilika
Darunter waren auch einflussreiche Adelige, wie der Markgraf von Mähren und seine Gattin, die nachdem sie geheilt wurden, den Bau einer Kirche finanzierten. So soll 1200 mit dem Bau einer steinernen romanischen Kirche „der glorreichen Maria“ begonnen worden sein. Die erste schriftliche Erwähnung – „Cella“ – findet sich bereits 1243. 1269 ist die Pfarre bereits selbständig und dies wird auch urkundlich erwähnt. 1330 kann man in einer Ablassurkunde bereits lesen, dass Mariazell als viel besuchter Gnadenort gilt.

Advent in Mariazell
Mit der wachsenden Bedeutung wurde auch die Kirche bald wieder zu klein für die Pilgerschaaren: vermutlich begann man mit dem Anbau eines gotischen Chores an die romanische Kirche, danach erfolgte der Neubau eines dreischiffigen Langhauses. König Ludwig I. von Ungarn soll die gotische Chorkapelle für die Wallfahrtskirche gespendet haben.

In der Basilika von Mariazell
Auch die Türken fielen in Mariazell ein. 1420 kamen sie das erste Mal nach Mariazell, der Ort und die Kirche brennen. 1474 fiel der Ort einem weiteren Brand zum Opfer. 1532 erreichten die Türken abermals Mariazell und zündeten mehrere Häuser an, die Kirche bleibt dieses Mal aber verschont.
1644 begannen die Arbeiten zur Barockisierung der Kirche, die bis 1780 dauerten. 1679 kam Kaiser Leopold I. nach Mariazell und schleppt mit seinem Gefolge die Pest ein. Mariazell wird unter seiner Herrschaft „Reichsheiligtum“. 1683 befürchtete man weitere Türkeneinfälle und bringt die Gnadenstatue und das Schatzkammerbild nach St. Lambrecht, holt es aber im selben Jahr wieder zurück.

In der Basilika von Mariazell
Im Zeitalter der Gegenreformation wurde gerade Mariazell als Heiligtum der Gottesmutter ein Symbol  der religiösen Ideale. Der Zustrom der Wallfahrer nahm im 17. Jahrhundert daher wieder zu und machte einen gänzlichen Um- und Neubau der alten Mariazeller Kirche notwendig. Während der Rekatholisierung entwickelte sich Mariazell zum Nationalheiligtum der Monarchie und des Hauses Habsburg, das die Barockisierung der Wallfahrtskirche auch großzügig finanziell unterstützte. Fast alle Habsburger pilgerten nach ihrer Krönung nach Mariazell, Maria Theresia besuchte die Kirche auf ihrer Hochzeitsreise und spendete – gemeinsam mit ihrem Mann – das silberne Gitter der Gnadenkapelle.

Das Eingangstor zur Basilika
Unter den Reformen Josephs II.  wurde das Kloster St. Lambrecht aufgelöst und auch alle Wallfahrten verboten, die eine Übernachtung notwendig machten. Doch bereits kurz nach seinem Tod wurden die Pilgerreisen nach Mariazell wieder aufgenommen.

Die Mariazeller Basilika
Zu Allerheiligen 1827 zerstörte ein großer Brand das Dach und die drei Turmhelme der Basilika, selbst die Glocken schmolzen, während das Innere vom Brand zwar verschont blieb, aber hier das Löschwasser und der Ruß großen Schaden anrichteten. In letzter Minute konnte ein Mönch die Gnadenstatue retten und in die Kapelle am Sigmundsberg bringen. Spenden aus der ganzen Monarchie halfen um die Schäden wieder zu beheben, wobei man – wahrscheinlich unter Kostendruck – einige Umbauarbeiten an der Dachgestaltung vornahm und das steilere Walmdach durch ein flacheres Satteldach ersetzte. Erstmals wurde auch ein Blitzableiter installiert.

Die Stuckarbeiten in der Basilika von Mariazell
Auch Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Sisi kamen 1857 zu den 750-Jahr Feiern nach Mariazell und 1910 fuhr Franz Joseph mit der Mariazellerbahn zur Gnadenmutter. Otto Habsburg konnte aufgrund seines Einreiseverbots nach Österreich nicht in Mariazell heiraten, aber feierte hier sein Silber- und Goldene Hochzeit. Sein ältester Sohn Karl heiratete 1993 Francesca Thyssen-Bornemisza in der Basilika.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam zuerst die Rote Armee in die Stadt, später allerdings gehörte das Gebiet der Steiermark mit Mariazell zur britischen Besatzungszone.

Mariazell
Im Jahr 1948 wird Mariazell zur Stadt erhoben.
Um die Restaurierung des gotischen Mittelturms zu finanzieren, mussten im 20. Jahrhundert einige bedeutende Stücke aus der Schatzkammer verkauft werden. Es finden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche und am Pfarrhof statt. Die umliegenden Kapellen werden ebenfalls restauriert und ein neuer Rosenkranzweg wird gebaut.

Mariazell
In den folgenden Jahren stellt sich hoher Besuch ein:
1983 besucht Papst Johannes Paul II. Mariazell, 1990 findet eine große Dank- und Freiheitswallfahrt der ehemaligen Ostblockländer mit 25.000 Teilnehmern statt, 2004 wird der mitteleuropäische Katholikentag in Mariazell mit einer Wallfahrt der Völker mit über 100.000 Besuchern abgehalten. 2007 besucht Bartholomäus I., der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Mariazell und im Rahmen der Jugendwallfahrt besuchen rund 3.000 Jugendliche aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich Mariazell. Höhepunkt des Jahres ist der Besuch von Papst Benedikt XVI., der anlässlich des 850 Jahrjubiläums der Basilika einen Gottesdienst feiert.

Mariazell
Mariazell und die Muttergottes-Statue sind aber nicht nur für Österreich von Bedeutung. Für die katholischen Slawen gilt sie als „Mater Gentium Slavorum (Mutter der slawischen Völker)  und für die Ungarn ist sie die „Magna Domina Hungarorum“ Großherrin der Ungarn). So spendete König Ludwig I. auch das Gnadenbild, das bis heute verehrt wird, als Dank für den Sieg über die Ungarn. 1975 wurde in Mariazell auch der von den Kommunisten verfolgte ungarische Primas Joszef Mindszenty in Mariazell beigesetzt und erst 1991 nach Esztergom überführt.

Im Inneren der Kirche

Die Gnadenkapelle

Sie steht seit der Gründung der Kirche auch heute noch am ursprünglichen Platz, wurde jedoch im Laufe der Jahre immer wieder umgestaltet und strahlt nun in ihrem Barockgewand, wobei ihr Umriss aus 1690 stammt und Teile aus dem 14. Jahrhundert in diesem Bau integriert wurden.
Über dem Eingang befindet sich ein Steinrelief, das der Parlerschule zugeschrieben wird. Das Relief von 1369 zeigt König Ludwig I. von Ungarn und seine Gemahlin Elisabeth als die Erbauer der gotischen Kapelle.

Blick auf die Gnadenkapelle
Blick auf die Gnadenkapelle


Das prunkvolle Silbergitter wurde von Kaiser Franz I. und Maria Theresia anlässlich der 600 Jahre Jubiläums gespendet. Initialen des Kaiserpaares, wie das Kaiserwappen der deutschen Reichskrone und das ungarische Wappen befinden sich auf den Seiten. Unter dem Doppeladler verweist eine Inschrift auf ein von Kaiser Leopold I. gestiftetes Gitter.
Unter den gotischen Baldachinen stehen auf den Dreiviertelsäulen die Statuen des Heiligen Benedikt und des Heiligen Lambert, der beiden Patrone des Stiftes St. Lambrecht.

Hochaltar

1692 erfolgte der Auftrag für den Hochaltar an den berühmten Johann Bernhard Fischer von Erlach, der 1704 geweiht wurde und die göttliche Dreifaltigkeit in den Mittelpunkt stellt. Im Mittelpunkt steht der Tabernakel als silberne Weltkugel, die von einer Schlange als Sinnbild der Sünde umschlungen wird. Darüber erheben sich die Figuren von Gottvater und Christus.

Blick auf den Hochaltar in der Basilika von Mariazell
Blick auf den Hochaltar in der Basilika von Mariazell


Die Statuen von Maria und Johannes und der beiden Engel stammen nicht vom ursprünglichen Entwurf. Die Originale wurden 1806 zur Finanzierung der Franzosenkriege abgeliefert. Im Jahr darauf wurden sie durch versilberte, klassizistische Holzstatuen ersetzt. Ein monumentaler Triumphbogen rahmt die Szene, wobei sich darüber eine himmlische Glorie mit der Heilig-Geist-Taube und zahlreichen Engeln erhebt.

Die Kanzel

Roter und schwarzer Marmor wurde von Andreas Grabmayr für die mächtige Kanzel verwendet, die er 1689-1691 fertigte. Die vier Evangelisten sieht man am Kanzelkorb, über dem Aufgangsportal steht die Figur des Heiligen Paulus.

Die Orgel

Schwarz und Gold thront die mächtige Barockorgel mit ihrer geschwungenen Empore als Abschluss des Mittelschiffs. 1737 errichtet ist sie reich verziert mit musizierenden Engeln und Putten, die das himmlische Orchester darstellen und über ihnen sieht man eine Skulptur von König David.

Die Orgel im barocken Glanz
Die Orgel im barocken Glanz


Die großen Reliefs zeigen Szenen der biblischen Tempelweihe und an der Emporenunterseite zeigt ein Werk die Aufstellung des Gnadenbildes in der ersten Zelle durch den Mönch aus St. Lambrecht.

Die Mariensäule

Die spätgotische Holzstatue wird um 1520/30 datiert und wird ebenfalls als Gnadenbild verehrt. Die auch „Pilgermadonna“ genannte Muttergottes thront auf einer 1682 errichteten Marmorsäule, 1709 wurde der Strahlenkranz hinzugefügt. Bis zur Neugestaltung des Hochaltarbereiches stand die Madonna, die als gekrönte Himmelskönigin dargestellt ist und auf dem rechten Arm das segnende Jesuskind hält, im Zentrum des barocken Kuppelraumes.

Die Stuckarbeiten

Auf keinen Fall sollte man den Blick zur Decke der Basilika unterlassen: zu außergewöhnlich gilt die wunderschöne Ausstattung mit Stuck und Wandmalerei. Auch die gekonnte Verschmelzung zwischen dem gotischen Langhaus und dem barocken Zubau ist eine Erwähnung wert. Die Stuckierung der barocken Erweiterungsbaus gilt als ein hervorragendes Beispiel für den Stuckbarock in Österreich. Immer wieder bleibt der Blick an den vollplastischen Elementen hängen, der die kleinen Wandmalereifelder umgibt.

Ein Blick zu den wunderschönen Stuckarbeiten an der Decke lohnt
Ein Blick zu den wunderschönen Stuckarbeiten an der Decke lohnt

Mariazeller Krippe

Wer im Advent nach Mariazell reist, wird sicher auch der Mariazeller Krippe einen Besuch abstatten, die nun in der Nordturmkammer aufgestellt wurde. Die ältesten Häuser und Figuren dieser typisch alpenländischen Barockkrippe stammen aus der 2. Hälfte des 18.Jahrhunderts, wurden aber mehrfach umgestaltet, so z.B. 1850,1920 und in den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts.

Die Gestaltung der Krippe stellt verschiedene Szenen der Bibel dar mit Schwerpunkt auf dem Leben Christi: so kann man das Paradies ebenso erkennen, wir die Geburt Christi mit der Anbetung der Hirten und der Könige, den Kindermord zu Bethlehem, die Beschneidung im Tempel, die Flucht nach Ägypten und die Hochzeit zu Kana.

Die Schatzkammern

Wer genug Zeit nach Mariazell mitgebracht hat, sollte auch einen Besuch der Schatzkammern in Erwägung ziehen. Aber Achtung: Diese sind nicht immer geöffnet. Wer die aktuellen Öffnungszeiten erfahren will, schaut bitte hier nach: https://www.basilika-mariazell.at/site/de/kalendertermine/fuehrunganmelden

Die Schatzkammern der Basilika bestehen aus der Nord- und Südschatzkammer, den Galerien, der Nord- und Südempore und der Westempore. Gezeigt werden Votivbilder, Votivgaben, Mirakelbilder aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Auch die Verbundenheit mit Mariazell und der Gottesmutter vieler Könige, Fürsten, Bischöfe und Kardinäle, aber auch von einfachen Gläubigen kann man hier bestaunen.

So erfährt der Besucher auch einiges über die Geschichte der Wallfahrt nach Mariazell. In der Nordschatzkammer steht der große Schatzkammeraltar, der auf die enge Beziehung zum Hause Habsburg hinweist. Über dem Altar kann man das zweite Gnadenbild Mariazells sehen, das von König Ludwig von Ungarn gestiftete Marienbild, das um 1360 entstand ist. Auch die bemalte Holzverkleidung der Eingangswand und das Mirakelgemälde über den Eingang erinnern an den Sieg über die Türken.

Geschnitzte barocke Kästen aus der Entstehungszeit der Südschatzkammer dienen heute noch der Aufbewahrung von Messkleidern.

Die Kerzengrotte

Außerhalb der Basilika – am „hinteren“ Ende befindet sich die neu erbaute Kerzengrotte. Da der Ruß der vielen Kerzen immer wieder zu enormen Schäden und teuren Renovierungen führte, wurde eine eigene Grotte für die Kerzenspenden errichtet.

Direkt am Eingang besteht die Möglichkeit Kerzen zu erwerben, die eine spezielle Metallfassung besitzen um den enormen Temperaturen standhalten zu können. Diese Kerzen brennen auch länger und sorgen dafür, dass kein flüssiges Wachs mehr ausrinnen und herunter tropfen kann. Daher dürfen in der Grotte auch nur diese speziellen Kerzen verwendet werden.
Wie modern die Kirche bereits ist, kann man an dieser Seite erkennen: https://www.basilika-mariazell.at/site/de/kerzengrotte. Hier kann man – auch wenn man nicht in Mariazell weilt – eine Kerze in der Grotte anzünden lassen und dies auch noch mit einem eigenen Text versehen.
Am Schönsten und Stimmungsvollsten ist es aber dennoch vor Ort.

Weitere Informationen über die Geschichte, aktuelle Öffnungszeiten und das Geschehen rund um die Basilika findet ihr hier: https://www.basilika-mariazell.at/site/de/home

Anreise

Natürlich kann man mit dem Auto nach Mariazell fahren, aber auch die Bahn bietet ein besonderes Erlebnis. Vom Bahnhof Sankt Pölten steigt man in die Himmelstreppe, wie die Mariazellerbahn auch genannt wird. In Mariazell angekommen muss man allerdings rund einen Kilometer (ca 15 Gehminuten) bis zum Zentrum einplanen, denn der Bahnhof liegt im Ortsteil Sankt Sebastian.

Mariazell im Advent
Mariazell im Advent


Allerdings kann man an einem schönen Tag von dort aus auch die Museumsstraßenbahn zum Erlaufsee nutzen.
Ticketpreise, Fahrplan und Online buchen kann man hier: https://www.mariazellerbahn.at/

Pilgern

Nach Mariazell führen auch zahlreiche nationale und internationale Pilgerwege, wie etwas die Via Sacra von Wien Mödling, oder der Wiener Mariazellerweg von Wien-Rodaun (Perchtoldsdorf), der Burgenländische, der in Eisenstadt startet oder der Niederösterreichische Mariazellerweg, der am Nebelstein beginnt.
Weitere Informationen über die Pilgerwege findet ihr hier: https://www.mariazell.at/wallfahrt/pilgerwege/

Die Krippe

Weitere Sehenswürdigkeiten

Sollte noch ein bisschen Zeit beim Besuch in Mariazell übrig geblieben sein oder man ein paar Tage mehr hier in der Gegend verbringen, gibt es auch noch einiges zu sehen.

Die Apotheke „Zur Gnadenmutter“

Ein Besuch in der berühmten Apotheke, die bereits 1718 gegründet wurde, ist bei einem Besuch in Mariazell Tradition – nicht nur um sich mit einem Fläschchen Mariazeller Likör (es gibt nun schon unterschiedliche Varianten) einzudecken, hier gibt es für jedes Leiden ein Kräutlein, Tropfen, Elixiere oder Salben.

Die Apotheke
Die Apotheke "Zur Gnadenmutter"


Bei der Herstellung dieser Kräutertinkturen und Heilmittel blickt man hier ebenfalls auf eine jahrhundertlange Tradition zurück. Immerhin wurde die Apotheke von 1820 bis 1871 von Michael Hölzl geleitet, der zu dieser Zeit als einer der anerkanntesten Botaniker und Heilpflanzenkenner in Europa galt und der nicht nur namhafte Universitäten bis Moskau mit Pflanzen belieferte sondern auch sein ausführliches Wissen über die Heilwirkung der heimischen Alpenkräuter weitergab.

Ein kleiner Blick auf die reiche Auswahl in der Apotheke
Ein kleiner Blick auf die reiche Auswahl in der Apotheke


Immerhin gehörten der österreichische Erzherzog Johann wie auch der Dichter Franz Grillparzer zu seinen „Kunden“ und waren des Öfteren mit ihm auf Kräuterwanderungen unterwegs.
Noch heute greift die Apotheke auf sein umfassendes Wissen und seine geheimen Rezepturen bei der Herstellung ihrer Tinkturen, Salben, Tees etc. zurück, die auch immer noch händisch hergestellt werden. Über 400 Heilpflanzen und Heilkräuter werden dabei eingesetzt.

Alles für die Gesundheit!
Alles für die Gesundheit!


Darunter auch die legendären „Mariazeller Magentropfen“, deren Rezept aus dem Jahr 1780 stammt. Sie standen nicht nur bei meiner Großmutter hoch im Kurs, sondern erlangten Anfang des letzten Jahrhunderts durch Auszeichnungen bei internationalen Ausstellungen in Wien, Brüssel, Antwerpen, London und Paris Weltruhm.

Seit 2007 führt Frau Mag. pharm. Dr. Angelika Riffel die Apotheke, durch die es auch immer wieder Führungen gibt. Auch die legendären Kräuterwanderungen sind nach wie vor im Programm.
Egal ob mit Führung oder ohne: Der Besuch ist ein Muss. Plant einfach genügend Zeit ein – ihr werdet staunen, welch verschiedene Tinkturen, Salben, Elixiere, Tees etc. es hier gibt. Auch wenn ihr keine gesundheitlichen Wehwehchen habt, schon die Fläschchen und Sackerl zu betrachten ist eine Augenweide. Und die Kräuterschnäpse sollten auf jeden Fall verkostet werden.

Pirkers Lebzelterei

Auch die Lebkuchen aus Mariazell sind eine Erfolgsgeschichte mit langer Tradition. 1846 war das Geburtsjahr des Stammhauses: die Urgroßeltern der heutigen Besitzer legten mit einem Hotel mit Konditorei und einer kleinen Lebkuchen-Erzeugung den Grundstein für den Erfolg. Noch heute sind Rezepturen der ersten Lebkuchen aus dem Jahre 1926 vorhanden.
Dieses Jahr war auch das Startjahr für die nächste Generation, die in der Wiener Neustädter Straße eine weitere Konditorei mit Lebkuchen-Produktion eröffnete. Hier wurde erstmals ein Schokoladelebkuchen kreiert und ein Kramladen am Hauptplatz beliefert.

Wer kann da schon widerstehen?
Wer kann da schon widerstehen?


1970 heiratete Matthias Pirker in die Familie ein und die Lebkuchen-Produktion wurde weiter ausgebaut. Auf Grund der großen Bekanntheit wurde sogar erstmals ein Katalog mit den Köstlichkeiten gedruckt und mit Met, Kräuterbitter und Magenlikör das Sortiment erweitert.

"Leider" auch sehr gut ....


1990 schließlich wurde die Schaubackstube fertig und das Jugendstil-Cafe am Hauptplatz von Mariazell erweitert. Außerdem wurde die Wachszieherei wiederbelebt und eine neue Brennerei.
Heute gibt es eine erLebzelterei mit einer großen gläsernen Schau-Produktion, bei der BesucherInnen die Produktion hautnah live miterleben können. Mehr darüber findet ihr hier: https://www.lebkuchen-pirker.at/de/besichtigung

Honig aus der Lebzelterei ...
Honig aus der Lebzelterei ...


Wer in Wien oder Salzburg lebt, braucht für die Köstlichkeiten nicht mehr nach Mariazell zu fahren. In beiden Städten gibt es inzwischen Shops, in denen die Lebkuchen und auch alle anderen Spezialitäten das ganze Jahr erhältlich sind. Alle anderen brauchen aber nicht traurig sein – es gibt auch einen Online-Shop: https://www.lebkuchen-pirker.at/de/produkte
Trotzdem: Wer Mariazell besucht, sollte auch beim Pirker vorbeischauen…
Hier findet ihr alle Adressen und Kontaktinfos: https://www.lebkuchen-pirker.at/de/kontakt

Das Mariazeller Heimathaus

Das Gebäude, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, findet man an die 500 Meter vom Marizeller Hauptplatz entfernt. Früher wurde es als „Unteres Spital“ genutzt und von der Kirche und Gemeinde zur Versorgung von Lahmen, Blinden und Notleidenden errichtet.

In zahlreichen Schauräumen, die sich über fünf Ebenen erstrecken wird heute hier die vielfältige Geschichte von Mariazell präsentiert. Gegliedert in die unterschiedlichen Sachgebiete kann man die Geschichte der Wallfahrt zur Mariazeller Gnadenmutter, altes Brauchtum und aussterbendes Handwerk und die Alm- und Holzwirtschaft der Gegend kennen lernen. Historische Fotogeräte und Bilddokumentationen der Mariazeller Fotografenfamilie Kuss bringen dem Besucher die letzten 150 Jahre näher. Ausgestellt sind auch Exponate des ehemaligen „k.u.k. Eisengußwerkes bei Mariazell“

Im Heimathaus sind auch ein Jagdmuseum und ein Naturkundemuseum untergebracht.

Heimathaus Mariazell
8630 Mariazell, Wiener Straße 35
Tel +43 3882 43 126
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.mariazeller-heimathaus.at

Weitere Freizeitmöglichkeiten

Die Museumstramway

Die Museumstam ist auf einer alten aufgelassenen Bahnstrecke von Mariazell zum Erlaufsee unterwegs. In originalgetreu restaurierten Waggons und Lokomotiven fährt man entspannt durch die wunderschöne Landschaft. Eisenbahnfans können in der ältesten Dampftramway-Lokomotive der Welt, die 1884 gebaut wurde, von der Vergangenheit der Eisenbahn träumen.

Mehr darüber wie Tickets, Fahrplan und die Geschichte der Bahn findet ihr hier: http://museumstramway.at/neu/?site=startseite

Bürgeralpe

Ein Ausflug auf den Mariazeller Hausberg ist im Sommer wie auch im Winter ein Erlebnis.
Im Winter wird Ski gefahren oder gerodelt, aber auch die Tourenskigeher finden hier ein Betätigungsfeld.
Im Sommer steht Wandern auf dem Programm, aber im Holzknechtland und am Biberwasser ist für jeden etwas dabei. Und auf dem Kristallsee im Erlebnispark befindet sich Europas höchstgelegener Wasserskilift für Wakeboard, Wasserski, ein Fliegender Teppich & Co.

Viele Angebote also um einen erholsamen und abwechslungsreichen Familienurlaub zu verbringen.
Weitere Informationen findet ihr hier: http://www.buergeralpe.at/