Kaum zwei Stunden von Wien entfernt, liegt die Stadt an der Donau, deren früherer Slogan „In Linz beginnt’s“ mir immer noch stärker im Gedächtnis verhaftet ist als das „Linz verändert“ während der Zeit als Kulturhauptstadt.

Bekannt ist die Stadt aber vielen durch das Stahlwerk der voestalpine und das Linz-Donawitz Verfahren zur Stahlerzeugung. Geschichtsinteressierte wissen vielleicht auch noch, dass Hitler an ihr ein besonderes Interesse zeigte und Großes mit ihr plante. Heute ist es eine lebendige, moderne Stadt, die viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und die zu entdecken auf jeden Fall lohnt. Ich gebe aber gerne zu, dass ich sie lange Zeit auch nicht auf meiner "Besuchsliste" hatte. Schade eigentlich...

Das Lentos Museum (Foto © Linz Tourismus, Meta Provaznik)
Das Lentos Museum (Foto © Linz Tourismus, Meta Provaznik)

Geschichte

Bereits um 400 v.Chr. gab es an diesem Standort und in der Umgebung entlang der Donau mehrere keltische Siedlungen, zum Teil mit beeindruckenden Wallanlagen.

Auch der Name Lentos (in der Gegenwart das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst) war damals für eine Siedlung auf dem Freinberg bekannt und auch das spätere römische Kastell trug diesen Namen und wurde damals wahrscheinlich friedlich in das Königreich Noricum eingegliedert und Rom unterstellt.

Linz
Linz


Der Name „Lentia“ findet sich zum ersten Mal im römischen Staatshandbuch Notitia dignitatum. Zuerst bauten die Römer hier Mitte des 1. Jahrhunderts ein Holz-Erde-Kastell, dass dann später durch ein Steinkastell ersetzt wurde- Dieses wurde mehrere Male durch die Germanen zerstört, überdauerte dann aber doch die Stürme der Völkerwanderung.
799 taucht der deutsche Name „Linze“ zum ersten Mal in Urkunden auf, zwischen 902 und 906 wird Linz als königlicher Markt und als Zollort erwähnt. Diese Aufgabe erfüllt Linz auch für den Traungau während der Zeit der Karolinger – bis 1210 gehörte Linz zum Herrschaftsbereich der Baiern.

Blick auf den Turm des Neuen Doms
Blick auf den Turm des Neuen Doms


1207 entwickelt sich Linz unter der Herrschaft der Babenberger zur Stadt und erhielt 1240 einen Stadtrichter und ein Stadtsiegel. Weiterhin sorgten die Mautgebühren für den Aufschwung der Stadt, wobei diese für die österreichischen Herzöge eine wichtige Einnahme darstellten. Bereits damals blühte in Linz der „Kongresstourismus“: so kamen die Fürsten des Öfteren hier zu Versammlungen zusammen: unter anderem wurde 1335 der Erwerb von Kärnten durch die Habsburger in Linz besiedelt.

Im Neuen Dom
Im Neuen Dom


Repräsentation war daher angesagt: 1230 wurde der neue Hauptplatz gestaltet. Linz wurde zu einem der wichtigsten Orte von Österreich ob der Enns, unter Friedrich III. wurde sie sogar Residenzstadt und so von 1489 bis 1493 Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reiches, nachdem Matthias Corvinus Wien erobert hatte.

Während der erste Oberösterreichische Landtag noch 1452 in Wels abgehalten wurde, fand der zweite 1457 schon auf dem Linzer Schloss statt. 1490 erhob man die Stadt zur Landeshauptstadt und der Stadtrat erhielt damit das Recht einen Bürgermeister und einen Stadtrichter zu wählen. 1497 gewährte der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian der Stadt das Recht eine Brücke über die Donau zu bauen.

Im Neuen Dom in Linz
Im Neuen Dom in Linz


Während der Reformationszeit stand Linz bis 1600 auf der protestantischen Seite. Die Stände errichteten damals auf dem Gelände des ehemaligen Minoritenklosters das Landhaus im Stil der Renaissance, wo zwischen 1612 und 1626 Johannes Kepler in der dort untergebrachten Landschaftsschule lehrte.

Ab 1600 setzte die Gegenreformation durch die Jesuiten und Kapuziner ein: im Oberösterreichischen Bauernkrieg wurde 1626 die Stadt neun Wochen lang belagert.
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs zog das Barock in die Stadt ein, verbunden und ausgelöst durch neue Klostergründungen. 1672 wurde mit der Wollzeugfabrik in Linz die erste Textilfabrik in Österreich gegründet, in der später zeitweise über 50.000 Menschen arbeiteten.

Im Linzer Neuen Dom
Im Linzer Neuen Dom


1741 wurde Linz von bayrischen und französischen Truppen während des österreichischen Erbfolgekriegs besetzt, 1809 kam es in den Koalitionskriegen zur blutigen Schlacht bei Ebelsberg zwischen Österreichern und Franzosen, die zum Bau einer Befestigungsanlage führte, der 1830 begonnen wurde.

Die Märzrevolution 1848 verschonte Linz mit Kämpfen, man feierte die Pressefreiheit und die Aufhebung der Zensur. Studentenkorps und Nationalgarde entstanden, Gemeinderatswahlen wurden abgehalten.

Im Dom wird auch Franz Jägerstätter gedacht
Im Neuen Dom wird auch an Franz Jägerstätter gedacht


Ab Mitte des 19. Jahrhunderts stand Linz wieder im Mittelpunkt von vielen Veränderungen: Die Dampfschifffahrt wurde auf der Donau eingeführt, eine Pferdeeisenbahn – die erste Eisenbahn auf dem Kontinent – wurde 1832 von Budweis nach Linz errichtet. 1861 wurde Linz ein wichtiger Knotenpunkt auf der Eisenbahnstrecke der Westbahn (Kaiserin Elisabeth-Bahn) vom Weg von Wien nach Linz. 1880 wurde die Pferdestraßenbahn errichtet, die bereits 1897 elektrifiziert wurde und die Pöstlingbergbahn, die als steilste Adhäsionsbahn der Welt gilt, wurde ein Jahr später eröffnet.
1840 entstand mit der Schiffswerft der erste metallverarbeitende Großbetrieb, die Textilindustrie wurde bedeutend und ein deutscher Lokomotivhersteller errichtet eine Niederlassung in der Stadt.
Anfang des 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Vororte eingemeindet, darunter auch Urfahr.

In den ersten Tagen nach der Ausrufung der Republik wurde 1919 und 1920 nach gewaltsamen Ausschreitungen das Standrecht verhängt.

Palais Zeppenfeld
Palais Zeppenfeld


Linz entwickelte sich mehr und mehr zur Großstadt: durch Zuwanderung und Eingemeindungen hatte Linz 1923 bereits über 100.000 Einwohner, was einen Ausbau der Infrastruktur und wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen erforderte: die soziale Fürsorge wurde erweitert, Müllabfuhr und Transport sowie Materialbeschaffung wurden zentriert, der städtische Wohnbau ausgebaut, um wenigstens ein wenig die große Wohnungsnot lindern zu können. Erste ideologische Trennlinien zwischen Christlich-Sozialen, Sozialdemokraten und Großdeutschen wurden sichtbar, konnten aber bis 1933 überwunden werden.

1934 verschärften sich jedoch die Konflikte zwischen den verschiedenen Lagern. Als in Linz in der Parteizentrale der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von der Polizei nach Waffen gesucht wurde, bildete sich Widerstand und es entstanden nicht nur im Hotel Schiff (der Parteizentrale) Kämpfe zwischen dem Schutzbund auf der einen Seite und der Exekutive und dem Bundesheer auf der anderen Seite.

Die Allgemeine Sparkasse
Die Allgemeine Sparkasse


Auf beiden Seiten verloren Menschen ihr Leben, schließlich musste der Schutzbund seine Straßenblockaden und Besetzungen in Linz aufgeben, Standgerichte fällten Todesurteile, die teilweise auch vollstreckt wurden. Die Sozialdemokratische Partei wurde verboten, ihre Vorfeldorganisationen zerschlagen. Linz unterstand nun einem Regierungskommissär und im Gemeindetag waren fast nur mehr Christlich-Soziale und Heimwehrvertreter zu finden. Radikale Personalwechsel folgten in der städtischen Verwaltung, die kommunalen Betriebe wurde in ihrer Tätigkeit entweder eingeschränkt oder verkauft, Straßen wurden umbenannt, Denkmäler für die Gefallenen auf Regierungsseite errichtet, auch das kulturelle Leben wurden entsprechend den ideologischen Positionen der „Sieger“ neu gestaltet.

Blick auf das Landhaus (Detail)
Blick auf das Landhaus (Detail)


1938 marschierten schließlich deutsche Truppen in Österreich ein und Adolf Hitler startete von seiner Geburtsstadt Braunau zu seiner Triumphfahrt nach Wien. In Linz hielt er seine erste Rede auf österreichischen Boden und entschloss sich aufgrund des großen Jubels der Bevölkerung den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich sofort und vollständig zu vollziehen.
Hitler übernahm noch an diesem Tag die „Patenschaft“ für Linz, das eine der fünf Führerstädte wurde und versprach Investitionen. Am 13.3.1938 unterzeichnete er im Hotel Weinzinger das Anschlussgesetz.

Blick vom Schloss auf den Pöstlingberg
Blick vom Schloss auf den Pöstlingberg


Der Führer hatte in Linz die Schule besucht und plante in Linz einmal seinen Ruhestand zu verbringen. Linz sollte daher zu einem herausragenden wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum ausgebaut werden: zum Plan gehörten eine Prachtstraße mit Prunkbauten, Oper, Theater, Galerien ebenso wie das „Führermuseum“, das die weltweit größte Kunst- und Gemäldegalerie beherbergen sollte. Außerdem war ein weiterer Ausbau an Industrie- und Verwaltungsgebäuden für die NSDAP und ihre Teilorganisationen geplant, wofür man beabsichtigte historischen Baubestand großflächig zu schleifen. Albert Speer wurde als Hauptplaner eingesetzt, dessen Pläne allerdings mit wenigen Ausnahmen nicht umgesetzt wurden.

Das Waaghaus
Das Waaghaus


1938 wurde der Stahl- und Rüstungsbetrieb Reichwerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring Linz und die Stickstoffwerke Ostmark gegründet und damit der Grundstein für die spätere Vöest und die Linzer Chemieindustrie gelegt. Die Gründungszeit ist die dunkle Seite der Unternehmen: so werden in dieser Zeit Kriegsgefangenen, Fremdarbeiter und Häftlinge des KZ Mauthausen zum Arbeitseinsatz gezwungen.

Durch den Ausbau der Industrie, den Umsiedlungen und den Zuzug von Arbeitskräften verschärfte sich der Wohnungsmangel weiter. Ganze Stadtteile wie am Bindermichl oder die „Neue Heimat“ mit großen Wohnanlagen, die noch heute das Bild dieser Stadtteile prägen, werden gebaut.

Blick auf den Brunnen im Landhaus (Detail)
Blick auf den Brunnen im Landhaus (Detail)


Allerdings: im nahen Konzentrationslager Mauthause sowie in dessen Nebenlagern kamen über 100.000 Menschen unter schrecklichen Bedingungen ums Leben. Drei Außenlager und weitere kleinere Lager für Zwangsarbeiter befanden sich auf Linzer Stadtgebiet, Menschen jüdischen Glaubens wurden von den Nationalsozialisten ermordet, alle hatten Linz zu verlassen. Hunderte Opfer forderte auch die NS-Euthanasie in der Linzer Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart, dem Vorgänger der heutigen Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg.

Erst Ende 1943 begann man in der Stadt mit der Errichtung von Luftschutzbauten für die Bevölkerung, im November 1944 waren noch immer ganze Stadtviertel den Luftangriffen ohne Deckung ausgeliefert, die so über 1.600 Todesopfer forderten bevor am Vormittag des 5.5.1945 die ersten amerikanischen Panzer am Hauptplatz der Stadt eintrafen. Linz wurde von den Alliierten bis 1955 geteilt: Der Süden der Stadt unterstand den Amerikanern, Urfahr war in sowjetischer Hand.

Im Inneren der Minoritenkirche
Im Inneren der Minoritenkirche


Ab 1966 begann die Entwicklung zur Universitäts- und Kulturstadt: 1974 eröffnete das Brucknerhaus an der Donaulände, 1975 nahm die Johannes Kepler Universität ihren Betrieb auf, 1979 fand zum ersten Mal die Ars Electronica, ein Festival der Computerkunst, statt. 2003 öffneten das Ars Electronica Center und das Lentos Kunstmuseum für moderne Kunst Ihre Pforten. Im Jahr 2009 wurde Linz zur Kulturhauptstadt Europas erkoren. 2014 wurde Linz der Titel City of Media Arts und die Stadt wurde in das internationale Netzwerk der Unesco Creativ Cities aufgenommen.

Sehenswürdigkeiten

Von Wien ist es – wie schon angeführt – nicht weit, kaum zwei Stunden Autofahrt und mit der Bahn ist man mit eineinhalb Stunden sogar schneller und umweltfreundlicher unterwegs. Linz liegt also – von Wien aus – durchaus in der Entfernung eines Tagesausflugs.


Ich habe mich anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Lentos - das man unbedingt besuchen sollte – in Linz umgesehen. Für einen Besuch in der voestalpine Stahlwelt, im Ars Electronica Center oder auf den Poestlingberg bin ich zwar nicht gekommen, aber das macht nichts. All diese Punkte und noch einige mehr werde ich mir dann einfach bei einem weiteren Besuch anschauen und den Artikel ergänzen. Immerhin bietet Linz ja auch noch Veranstaltungen wie das Ars Electronic Festival, die Linzer Klangwolke oder das Internationale Brucknerfest, die ich gerne einmal besuchen möchte. Wenn ich es mir recht überlege: ein Tag wird da wahrscheinlich nicht reichen …

Der Mariä Empfängnisdom

Wir beginnen unseren Rundgang bei Linzer Dom, der die größte Kirche in Österreich ist und der – nach dem Stephansdom in Wien – den zweithöchsten Kirchturm des Landes besitzt. 20.000 Menschen können hier die Heilige Messe besuchen.

Der Mariendom (Foto © Linz Tourismus, Meta Provaznik)
Der Mariendom (Foto © Linz Tourismus, Meta Provaznik)


Der Dom – auch neuer Dom genannt – wurde 1862 bis 1924 im neugotischen Stil errichtet. Bereits 1855 hatte Bischof Rudigier die Entscheidung des Dombaus zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis Mariens getroffen und noch im selben Jahr begannen die Vorarbeiten, wie die Gründung eines Dombau-Komitees. Man entschloss sich zur „gothischen Bauart“, sah den Kölner Dom als Vorbild und engagierte für die Durchführung den Kölner Diözesanbaumeister Vinzenz Statz, der bereits zuvor für die Wiener Votivkirche einen preisgekrönten Plan erstellt hatte. 1859 lagen die Pläne auf dem Tisch. Als Baumaterial wurde Sandstein aus Altlengbach in Niederösterreich, für die Säulen und Gesimse wurde Granit aus Oberösterreich und in der Krypta wurde ein Konglomerat aus Kremsmünster verbaut.

Blick in den Neuen Dom
Blick in den Neuen Dom


Der Dom beeindruckt mit seinen 142 Fenstern und 54 Säulen, allein der Turmbau dauerte 15 Jahre, insgesamt betrug die Bauzeit 62 Jahre. Zu seiner Zeit war das Projekt der größte Dombau in ganz Europa. Nach Vinzenz Statz, der 40 Jahre lang bis zu seinem Tod die Arbeiten leitete, gab es noch drei weitere Baumeister: Otto Schirmer, Franz Statz und Matthäus Schlager.
Der Dom besitzt einen kreuzförmigen Grundriss. Von außen fällt zuerst der vierstöckige Turm mit seinem achteckigen Turmhelm ins Auge. Er ist 134,8 Meter hoch und wird von zwei einander gegenüber stehende Kapellen flankiert. Das dreischiffige Langhaus ist zum Turm streng gegliedert und kreuzt das ebenfalls dreischiffige Querhaus mit seinen hohen Portalen und den mächtigen Rosettenfenstern.

Im Neuen Dom
Im Neuen Dom


Der Chor ist von einem Kapellenkranz mit sieben Kapellen umschlossen, der durch Strebepfeiler und Fialtürme gegliedert wird.
Für einen Besucher und Hobbyfotografen ist es nahezu unmöglich den Dom in seiner ganzen Größe auf das Bild zu bekommen. Aber auch die Ausschnitte beeindrucken den Leser hier hoffentlich.

Das Hauptportal

Das Hauptportal im Turm ist 5 Meter mal 11 Meter groß und beeindruckt über den Türen von Ludwig Linzinger durch das Tympanon. Darauf sieht man das Fresko von Andreas Strickner mit den Darstellungen der Heiligen Dreifaltigkeit oben und darunter die Erschaffung des ersten Menschen und das Weltgericht. In den vier Nischen stehen die vier Evangelisten, seitlich unter den Baldachinen sind die Statuen der Heiligen Petrus und Paul, die ein Geschenk von Kaiser Franz Joseph sind.

Die Fenster

Sie sind eine der beeindruckendsten Teile des Doms – nicht nur die riesigen Rosettenfenster sind bewundernswert, auch die alten Domfenster sind einen Blick wert. So zeigen sie die Grundsteinlegung des Doms und die Mithilfe des Volkes am Dombau, die Weihe der Domglocken, die erste Bischofsweihe im noch unvollendeten Dom, die Krönung der Immaculata-Statue in der Votivkapelle, die Jerusalem-Pilgerfahrt der Diözese Linz im Jahr 1900, die Landung in Haifa. Das „Linzer Fenster“ (das fünfte Fenster links) zeigt einen Blick auf die Stadt Linz mit dem fertigen Neuen Dom. Über dem Dom ist Maria dargestellt und rundherum befinden sich viele bedeutsame Persönlichkeiten, wie der Heilige Severin, Kaiser Friedrich III., Kaiser Maximilian oder Kaiser Ferdinand I., aber auch Johannes Kepler oder Anton Bruckner, Ludwig van Beethoven oder der Direktor der Stadtsparkasse sind zu sehen.

Die Fenster des Mariendoms
Die Fenster des Mariendoms


Das Kriegsfenster beschäftigt sich mit Symboliken des Krieges: der Zahl 30 (Judaslohn), den Hufeisen des Pferdes, das den Soldaten trägt, dem Schwert. Darunter sind auf sieben Fenstern die sieben Hauptsünden als die Ursachen des Krieges dargestellt.

Die Fenster im Dom
Die Fenster im Dom


Am Friedensfenster finden sich Symbole des Friedens: in der Mitte die Gerechtigkeit mit verbundenen Augen und der Waage, die drei göttlichen Tugenden, die vier Kardinaltugenden und vier Propheten sind zu sehen. Diese Rosette wurde allerdings im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört.

Danach folgen sieben Fenster, in denen die sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit dargestellt werden.

Die Fenster im Dom
Die Fenster im Dom


Während die Turmrosette von der Orgel verdeckt wird, ist das Rosettenfenster der „musica sacra“ geweiht: es zeigt oben das Lamm und die Inschrift „Te Deum Laudamus“ und im Mittelpunkt die Heilige Cäcilia von Rom, die Patronin der Kirchenmusik, der Musiker und Instrumentenbauer, außerdem sind die zwölf Tierkreiszeichen und zwölf Engel mit Musikinstrumenten zu sehen.
Das Kaierfenster – auch Ischlerfenster – zeigt Kaiser Franz Joseph in Ischl vor einem Bildstock kniend, da er betend dargestellt werden wollte. Außerdem kann man den Thronfolger Franz Ferdinand, die Kaiservilla in Ischl und Kaiser Karl I. erkennen. Dazu sieht man Motive aus dem Volksleben und ein Donauschiff.

Die Fenster im Dom
Die Fenster im Dom


Acht Fenster im Hochchor stellen Szenen aus dem Leben Jesu dar und das Fenster über dem Hochaltar zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel.

Im Querschiff befindet sich noch das Fenster des Heiligen Florian von Lorch, das seinen Martertod im Ennsfluss zeigt.

Der Altarraum

Der 15 Meter hohe Baldachinaltar mit seinem Sockel aus schwarzem Cyenit hat als Mittelpunkt ein 4 Meter hohes Kreuz mit einem 1,75 Meter großen Korpus. Am Ende der Kreuzbalken sind Mosaikverzierungen angebracht, die die Symbole der vier Evangelisten darstellen, die Ränder sind mit farbigen Glaskugeln geschmückt. Kreuz und Korpus sind vergoldet und weisen ein Gesamtgewicht von 326 kg auf. Als Bekrönung des Altars steht die Madonna Immaculata mit dem Jesuskind, das mit seinem Kreuzstab auf das Schlangenhaupt zu Mariens Füßen stößt.
Vier Säulen tragen den Baldachin aus slowenischer Eiche. Über den Kapitellen stehen Heiligenstatuen und darüber werden die Säulen zu Giebeln und Fialen bis Engel mit Insignien diese abschließen.

Blick ins Innere des Doms
Blick ins Innere des Doms


Der Altartisch ist aus einer Platte aus weißem Marmor aus Südtirol und wird an der Vorderseite durch sechs Onyxsäulen in fünf Felder eingeteilt, die mit Mosaiken geschmückt sind und Opferszenen aus dem Alten Testament zeigen.

Der Neue Dom in Linz
Der Neue Dom in Linz


Der Tabernakel am Altartisch ist aus weißem Marmor, der Altaraufsatz ist ebenfalls mit Mosaikbildern geschmückt, die Szenen der Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes zeigen.
In den Seitenschiffen sind die 14 Kreuzwegstationen sehenswert, die als Kriegerkreuzweg den Opfern der beiden Weltkriege gewidmet sind. Im Querschiff kann man links den Herz-Jesu-Altar und rechts den Herz-Mariä-Altar finden, die beide von Vinzenz Statz entworfen wurden. Links vom Herz-Jesu-altar befindet sich das Christkönigfenster und an der gegenüber liegenden Wand die „Pilgermutter“ – Maria als „Königin des Rosengranzes“, die die Pilgerzüge von 1900 und 1910 ins Heilige Land begleitete.

Der Kapellenkranz

Sechs Kapellen finden sich im Kapellenkranz deren einzelne Altartitel jeweils mit dem Wort „Königin“ laut der Lauretanischen Litanei beginnen: Links beginnend mit der Königin der Bekenner, Königin der Apostel, Königin der Patriarchen, Königin der Propheten, Königin der Märtyrer und Königin der Jungfrauen. Bei der zuletzt genannten Kapelle befindet sich auch eine Gedenktafel, die an die Uraufführung der e-moll Messe von Anton Bruckner erinnert, die der Komponist am 29.9.1869 selbst geleitet hat und bei der Bischof Rudigier den ersten Bauabschnitt abgeschlossen und die Votivkirche wie den Kapellenkranz eingeweiht hat.

Die neuen Domfenster

Diese Fenster sind erst ab 1993 entstanden und wurden im Spätherbst 1994 eingebaut, nachdem ein Bombentreffer die alten Fenster im Zweiten Weltkrieg zerstört hatte. Die Fenster, entstanden nach Entwürfen des Wiesbadeners Karl-Martin Hartmann, sollen- auch mit dem bewusste Einsatz neuer Techniken – ein Denkmal für 50 Jahre Frieden darstellen. Daher wurde von figurativen Szenen Abstand genommen, die Farb- und Formgebung sollen zum Gebet, zu sinnlicher und kreativer Betrachtung einladen, Fragen und Widerspruch aufwerfen. „Hier ist gut sein“ war das Motto des Künstlers bei seiner Arbeit.

Die Krypta

Unter der Votivkapelle liegt die Krypta, in die Marmorstiegen neben den beiden Sakristeien führen. Eine Gedenktafel an der Spitze des Raumes erinnert an die Grundsteinlegung, im Boden sind die Grabplatten über den Gräbern der Linzer Bischöfe zu sehen. Drei Kapellenfenster zeigen Jesus als Weltenrichter mit Waage, Schwert und Lilie (Mitte), Maria als Schmerzhafte Muttergottes (links) und Johannes den Täufer als Fürsprecher mit dem Lamm Gottes.

Im Neuen Dom in Linz
Im Neuen Dom in Linz


Sehenswert ist auch die Linzer Domkrippe, die zu den größten bekannten Krippen zählt und die gegenüber dem Kapellenraum aufgestellt ist.

Wer genügend Zeit hat, sollte sich einer Turmführung anschließen und dabei die Aussicht auf den Kirchenraum aus 15 Meter Höhe genießen.
Weitere Informationen – auch über verschiedene Führungen -

Dom Center
4020 Linz, Herrenstraße 26
Tel: +43 732 946 100
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.mariendom.at

Die Kirche der Barmherzigen Brüder (zur Unbefleckten Empfängnis)

Vis à vis vom Dom sieht man das wunderschöne Portal der Kirche der Barmherzigen Brüder. Durch die Größe des nahen Doms wirkt die Kirche klein und auch das dahinter liegende Spital habe ich bei meinem ersten Besuch gar nicht richtig wahr genommen.

Die Kirche der Barmherzigen Brüder
Die Kirche der Barmherzigen Brüder


1710 gründeten die Karmelitinnen aus Wien mit der Unterstützung von Kaiserin Eleonore, der Gemahlin von Leopold I., das neue Kloster in Linz. Das Kloster wurde 1716 vollendet, die Kirche, gebaut von Johann Michael Prunner erst 1743 fertig und geweiht.

Das Frauenkloster war jedoch eines der ersten, die durch die Reform von Kaiser Josef II. aufgehoben wurden – bereits 1782 war es soweit. Das Inventar von Kirche und Kloster wurde verkauft, der Hochaltar mit dem Altarbild der Heiligen Theresia von Avila wurde nach Frankenmarkt überstellt.

1787 wurde das Kloster dann vom Kaiser den Barmherzigen Brüdern zugesprochen, die auch die Kirche 1789 übernahmen. So konnten die Brüder vom ersten Krankenhaus, das am jetzigen Schillerpark stand und 1757 gegründet worden war, nach Umbauten 1789 in das frühere Karmelitinnenkloster übersiedeln.

In der Mitte der Rundbogennische ist eine Steinstatue des Ordensgründers der Barmherzigen Brüder, des Heiligen Johannes von Gott, zu sehen. Ursprünglich stand an seinem Platz die Statue der Theresia von Avila. Links davon sieht man den Propheten Elias, die rechte Statue stellt den Heiligen Johannes von Kreuz dar, beide stehen seit dem Beginn der Kirche auf ihren Platz.
Am Vorplatz steht eine Büste von Bischof Rudolf Hittmaier, der sich bei der Pflege von an Flecktyphus Erkrankten im damaligen Gefangenenlager Mauthausen ebenfalls mit dieser Krankheit ansteckte und schließlich daran starb.

Sehenswert ist der Hochaltar, der von Ferdinand Scheck 1857 und von Engelbert Weststreicher 1866 hergestellt wurde. Der Tabernakel mit den zwei anbetenden Engeln, den Erzengel Raphael, der Patron des Ordens ist und den Erzengels Michael stammen aus dem Rekonvaleszentenheimes St. Theresia der Barmherzigen Brüder in Wien.

Das Highlight ist jedoch das Hochaltarbild, das Maria Immaculata, die Unbefleckte Empfängnis Mariä zum Thema hat und das vom berühmten „Kremser Schmidt“ geschaffen wurde. Oberhalb des Hochaltars befindet sich ein ovales Fresko mit Stuckrahmen und Granatapfel, das Gottvater mit Szepter und Erzengel Michael mit Waage zeigt.
Über dem Krankenhaus-Eingang befindet sich das Bild der Heiligen Theresia von Avila und des Heiligen Johannes von Kreuz, das ebenfalls aus der Kapelle des Rekonvaleszentenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien stammt.

Palais Zeppenfeld – heute Dompfarrhof

Der Landschreiber Johann Eberhard von Zeppenfeld erwarb 1714 ein Faßzieherhäusl und ließ dann durch Johann Michael Prunner das Palais errichten, das 1747 von Gräfin Maria Franziska von Starhemberg gekauft wurde. 1773 bis 1787 gelangte es in den Besitz des Stiftes Garsten. Es folgten mehrere Besitzerwechsel bis es 1858 an den Dombauverein ging und nun als Dompfarrhof dient.

Blick auf den Dompfarrhof
Blick auf den Dompfarrhof


Das zweigeschossige Barockpalais hat einen U-förmigen Grundriss, der Mittelteil tritt an der runden Fassade hervor. Die Hauptfassade wird durch einen zylindrischen Mittelkörper bestimmt, der sich mit drei Fensterachsen zwischen die dreiachsigen Seitenteile schiebt. Das mittlere Sandsteinportal ist mit einem Relief „Christuskind mit Cherubimwolkenkranz“ geschmückt.

Dompfarrhof
4020 Linz, Herrenstraße 26

Das Haus der Allgemeinen Sparkasse

Geht man vom Dom in Richtung Landhaus kommt man auch bei der Allgemeinen Sparkasse vorbei, deren Gebäude einen Blick wert ist.

Das Haus der Allgemeinen Sparkasse
Das Haus der Allgemeinen Sparkasse


1857 kaufte die Sparkasse das Gebäude und ließ es nach Plänen von Anton Schrittwieser umbauen, 1873 wurden die Wohnungen des Obergeschosses in Geschäftsräume umgewandelt und das Erdgeschoss als Verkaufsgewölbe vermietet. Erst 1892 wurde ein Neubau nach den Plänen von Ignaz Scheck vollendet, den ein Jahr später Erzherzog Franz Salvator und seine Frau besichtigten, 1895 besuchte sogar Kaiser Franz Joseph die Sparkasse. Das Gebäude im strengen Historismus zeigt Stilelemente der italienischen Palastarchitektur der Spätrenaissance, die jedoch durch Umgruppierung dem historischen Typus der Sparkassenbauten aus den Provinzstädten der Monarchie folgen.
Ab 1950 gestaltete man die Kassenhalle mehrmals um.

Das Haus der Allgemeinen Sparkasse
4020 Linz, Promenade 11-13

Das Linzer Landhaus

Das Gebäude entstand im 16. Jahrhundert an der Stelle des Minoritenklosters im Renaissancestil. Schon von weitem sieht man den Turm, dessen untere Geschoße 1568 entstanden, wobei er erst 1638 seine heutige Höhe erreichte. Auf jeden Fall sollte man einen Blick in den Innenhof des Gebäudes riskieren, der von wunderschönen Arkadengängen umrahmt ist. In der Mitte steht der sogenannte Planetenbrunnen, der an Johannes Kepler erinnert, der 14 Jahre lang an der protestantischen Landschaftsschule unterrichtete, die früher in dem Gebäude untergebracht war. Heute ist das Landhaus Sitz des Landeshauptmannes von Oberösterreich, des Landtages und der Landesregierung.

Blick auf das Linzer Landhaus
Blick auf das Linzer Landhaus


Vor dem Südportal sieht man im Boden einen Ring, der an die „Pummerin“ erinnert, die von hier aus – als Geschenk des Landes Oberösterreich an den Stephansdom in Wien – ihre Reise nach Wien angetreten hat.

Von hier aus kam die Pummerin nach Wien
Von hier aus kam die Pummerin nach Wien


Im selben Gebäude des Landhauses befindet sich auch die Minoritenkirche, eine ursprüngliche zweischiffige Kirche des 1236 gegründeten Minoritenklosters.
Die Minoriten waren bereits 1236 in Linz, der Bau der gotischen Kirche wurde 1278 begonnen. 1536 wurde das Kloster aufgehoben und es erfolgte die Umwandlung in ein Spiel der Landesstände, 1565 ging das gesamte Gebäude in den Besitz der Stände über, die die Bauten für die Errichtung des Landhauses abrissen. Damit waren auch erste größere bauliche Veränderungen an der Kirche notwendig, besonders als 1577 die Sakristei widerrechtlich abgerissen wurde.

Blick auf die Minoritenkirche
Blick auf die Minoritenkirche


Erzherzog Maximilian übergab die Bauten 1602 an die Jesuiten, die ab den 1650ern dann wieder mehrere Umbauten durchführten, wie die teilweise Abtragung und Neuerrichtung des Turmes 1657.

Blick in die Minoritenkirche
Blick in die Minoritenkirche


1678 waren dann wieder die Minoriten Besitzer, die wieder Veränderungen vornahmen, wie den Zubau der Allerseelenkapelle im Landhaushof, den Ausbau des Chores hinter dem Hochaltar durch Franz Michael Pruckmayer und der Neubau des Kirchenturms östlich des Chores. Auch wurden zwei nebeneinander liegende Bauten in der Klosterstraße gebaut.

Blick in die Minoritenkirche
Blick in die Minoritenkirche


1713 plante man einen gänzlichen Neubau der Kirche nach Plänen von Johann Michael Prunner, der aber – wie auch andere Um- und Neubauprojekte in den nächsten Jahren – aus wirtschaftlichen Gründen nicht durchgeführt werden konnte. Erst ab den 1750ern werden wieder bauliche Veränderungen am Chor vorgenommen und die Oratorien geschaffen.
Das Feuer 1800 führte zu den letzten Veränderungen, bei denen der Turm sein heutiges Dach erhielt.

Hier stand das Geburtshaus von Richard Tauber
Hier stand das Geburtshaus von Richard Tauber


Auf dem Weg zum Linzer Schloss lohnt es sich die Häuser in den Gassen ganz genau anzusehen. Neben wunderschönen Fassaden und Zunftzeichen finden sich auch immer wieder Gedenktafeln berühmter Linzer, wie Richard Tauber.

Wilheringer Freihaus

1622 bzw. 1628 wurden zwei Häuser vom Stift Wilhering erworben und Mitte des 17. Jahrhunderts zum Wilheringer Freihaus vereinigt. Werfen Sie einen Blick auf das Portal mit dem Stiftswappen um 1650.

Das Portal mit dem Stiftswappen
Das Portal mit dem Stiftswappen

Hohenecker Freihaus

Johann Michael Prunner baute zwei Häuser von Johann Georg Adam von Hoheneck von 1722 bis 1725 zum Hohenecker Freihaus um. Das Portal und die Stuckarbeiten stammen von J. T. Wanscher.

Das Hohenecker Freihaus
Das Hohenecker Freihaus

Das Mozarthaus

Auch mit Wolfgang Amadeus Mozart ist Linz verbunden: er hielt sich Anfang November 1783 in Linz als Gast des Grafen von Thun auf. In dem Haus, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet wurde komponierte in nur drei Tagen die Linzer Symphonie. Zwischen 1893 und 1895 wohnte hier auch der Planer der Pöstlingbergbahn, Josef Urbanski.

Auch Mozart war in Linz
Auch Mozart war in Linz

Die Alte Markthalle

An der südwestlichen Ecke des Alten Marktes beim Durchgang zum Tummelplatz steht das ehemalige Waaghaus, das mit seiner Aufschrift „Markthalle“ heute in die neue Markthalle eins zwo lockt.

Die Alte Markthalle
Die Alte Markthalle


1493 wurde das Gebäude erstmals schriftlich erwähnt, als es Bernhard von Scherffenberg von Balthasar von Starhemberg kaufte. 1524 gelangte dann die Stadt Linz in seinen Besitz und verwendete das Haus zuerst als Salzlager. Anschließend errichtete man das Gebäude neu, es wurde als Waaghaus, aber auch als Zeughaus verwendet. Bis 1759 wurde die Waage von der Stadt betrieben, anschließend bis 1784 verpachtet. 1803 teilte man Haus und Stadtwaage zwischen der Stadt und der Kirche auf, die Stadtwaage wurde bis 1923 weiter verpachtet und auch solange in Betrieb. Seit 1960 verwendete man das Gebäude als Markthalle, dazwischen war hier aber auch eine Schule untergebracht. 2009 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt.

Seit 2015 befindet sich im Gebäude die Markthalle eins zwo, wurde komplett saniert und präsentiert einen Marktimbiss ebenso wie eine Greißlerei und einen Veranstaltungssaal. Außerdem gibt es mit dem Kastlmarkt die Möglichkeit viele regionale kleine Produzenten und Händler zu entdecken oder Köstliches am Standlmarkt zu finden.

Markthalle eins zwo
4020 Linz, Altstadt 12
Tel: +43 732 77 29 69
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.markthalle12.at/

Landkanzlei

Hier im ehemaligen Freihaus Jörger war 1613 bis 1771 der Amtssitz und Wohnort des Landschreibers und die kaiserliche Landkanzlei.

Blick auf die Landkanzlei
Blick auf die Landkanzlei


1776/77 beheimate das Gebäude eine vierklassige Normalschule, die später – 1805 – in eine sogenannte k.k. Haupt- und Musterschule umgewandelt wurden. Die in dieser Schule abgehaltenen Kurse gelten als Vorläufer der Ausbildung in den Lehrerbildungsanstalten. Berühmte Schüler waren Anton Bruckner, der die Schule 1841 als Schulgehilfe verließ und Rainer Maria Rilke.

Das Linzer Schloss

Ich laufe weiter in Richtung einer kleinen Anhöhe zum Schloss und bin ganz überrascht, dass Linz auch einen Schlossberg und das dazugehörende Schloss besitzt. Bevor ich mich in den Innenhof wage, genieße ich die Aussicht auf Donau, das Ars Electronica Center und das Lentos. Irgendwie ist es ein Blick von der alten Stadt auf den neuen Teil. Auch die Pöstlingbergkirche kann ich sehen. Aber jetzt einmal ins Schloss durch das geschmückte Tor…

Blick vom Schloss auf den Pöstlingberg
Blick vom Schloss auf den Pöstlingberg


Der Burghügel wurde schon von den Römern genutzt. An der Stelle des Schlosses stand damals das Kastell Lentia.

Hier geht's ins Schloss ...
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799 wird die „Burg zu Linze“ erstmals in einer Schenkungsurkunde aus der Zeit Karls des Großen erwähnt und die Befestigungsmauern aus dieser Zeit kann man auch heute noch sehen. Kaiser Friedrich III. lässt die Burg 1477 zu einem Schloss umbauen, das er von 1489 bis 1493 als Residenz benutzt. An diese Zeit erinnert das heute noch erhaltene Friedrichstor. Auch Maximilian I., sein Sohn war öfter in Linz und damit auch im Schloss zugegen. Der Enkel von Maximilian, Kaiser Ferdinand I. hatte ebenfalls eine besondere Beziehung zu Linz und dem Schloss. Er feierte Hochzeit in Linz und baute danach das Schloss für seine Frau Anna von Böhmen und Ungarn weiter aus. Auch seine Kinder Elisabeth und Ferdinand II. wurden im Linzer Schloss geboren.

Blick in den Innenhof des Schlosses
Blick in den Innenhof des Schlosses


Rudolf II. gab jene Teile des Schlosses im 17. Jahrhundert in Auftrag, in dem sich heute das Schlossmuseum befindet. Man schrieb das Jahr 1600 als er das Schloss abreißen und neu aufbauen ließ. Die Pläne dazu stammten vom niederländischen Baumeister Anton Moys aus Antwerpen, der bereits seit 1581 als Hofbaumeister in Wien tätig war. Neben dem mächtigen viergeschossigen Blockbau mit zwei Innenhöfen entstand auch das Haupttor zur Stadt, das Rudolfstor (1604) durch das man – von der Altstadt kommend – auch heute noch das Schloss betritt. Wer hoch blickt, kann das Wappen mit der Kaiserkrone Rudolfs II. in der Durchfahrt des ehemaligen Kapellentraktes erkennen.

Schloss Linz
Schloss Linz


1620 bis 1628 – während der bayrischen Herrschaft war Adam Graf von Herberstorff als Statthalter im Schloss und verstärkte damals die Befestigungsanlagen um auf eine drohende Belagerung durch die revoltierenden Bauern vorbereitet zu sein, die 1626 dann auch wirklich stattfand.

Aber auch später war das Linzer Schloss mehr als ein Fluchtpunkt für die Herrschenden: von 1644 bis 1646 nahm Kaiser Ferdinand III. hier Quartier während die Pest in Wien wütete und während der Zweiten Türkenbelagerung von Wien 1683 residierte Kaiser Leopold I. in sicherer Entfernung vom Kampfgeschehen hier im Linzer Schloss.
1783 übersiedelte der Landeshauptmann mit seinen Ämtern vom Schloss in das Linzer Landhaus.

Im Linzer Schloss
Im Linzer Schloss


Doch nicht nur die Kaiser fangen im Schloss Zuflucht. Während der Franzosenkriege waren im Schloss auch Verwundete untergebracht – es diente als Lazarett.
Der große Stadtbrand des Jahres 1800, der im Schloss seinen Ursprung hatte, zerstörte es schwer. Der Südflügel und ein Teil des Quertrakts wurden dabei schwer beschädigt.
Man beschloss daher, das Strafhaus vom aufgelassenen Stift Baumgartenberg hierher zu verlegen. 1811 wurde im ehemaligen Schloss ein modernes Provinzialstrafhaus in Betrieb genommen, in dem die Sträflinge Tücher, Zwillich, Drillich (ein Material, das man für Möbelbespannungen, aber auch für Uniformen verwendete) und Tücher aller Art herstellten. Als jedoch die Linzer Wollzeugfabrik schließen musste und damit auch die Wollkämmerei und Spinnerei in der Strafanstalt, wurde diese 1851 in das - von Joseph II. aufgehobene – Stift Garsten verlegt.
1851 bis 1945 diente das Schloss als Kaserne, zwischen 1953 und 1963 begannen der Ausbau und die Restauration des Gebäudes.

Blick auf den neuen Teil des Schlosses
Blick auf den neuen Teil des Schlosses


Doch erst im Kulturhauptstadtjahr 2009 wurde die moderne Stahl-Glas-Architektur (Architekten: Emmerer und Luser) neu errichtet und eröffnet. Für mich ist gerade dieser Teil des Schlosses wieder ein schönes Beispiel wie gut Alt und Neu zusammenpassen und zusammenspielen können.

Heute sind im Schlossmuseum die oberösterreichischen Landesmuseen untergebracht, die ich leider bei meinem ersten Besuch aus Zeitgründen nicht besuchen konnte. Dieses wurde bereits 1963 zum Teil eröffnet, 1966 war es dann komplett fertig gestellt und es beherbergt historische und volkskundliche Sammlungen wie historische Waffen, Musikinstrumente und alte Münzen. Gelegentlich werden diese Dauerausstellungen mit Sonderausstellungen ergänzt. Der Schlosshof wird manchmal auch für Open Air Veranstaltungen genutzt. Seit 2009 sind im neuen Südflügel die technikgeschichtlichen und naturwissenschaftlichen Sammlungen des Schlosses untergebracht.

Der verschüttete Raum

Der „verschüttete Raum“ wurde im November 2011 eröffnet und beherbergt eine Dauerausstellung über das Schicksal von JüdInnen, Sinti und Roma. Dieser Raum wurde nach dem großen Brand 1800 mit Sand und Schutt bis auf einen Fluchtstollen befüllt. Ab 2006 begann man hier wieder zu forschen und zu graben. Es entstand eine bis zu neun Meter hohe Halle, in der sich die Reste eines Rundturms mit 9,5 Meter Durchmesser aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts befinden.

Schlossberg

Der Park westlich der Befestigungsmauer und oberhalb des Schlosses, ein Teil des Römerbergs, wird als Schlossberg bezeichnet. Geschütztaugliche Bastionen, die aus vorgelegten Wällen, einem tiefem Graben und den turmflankierten Kurtinen bestehen, schützen in früheren Zeiten das Schloss. Ein Rondell schützt das erste Tor, dahinter führt der Weg durch das Friedrichstor, dessen Wappenstein mit der Jahreszahl 1481 die berühmte Inschrift A.E.I.O.U. zeigt.

Am Schlossberg
Am Schlossberg

Das Schlossmuseum

Das Schlossmuseum Linz gilt als das größte Universalmuseum Österreichs. Hier präsentieren die oberösterreichischen Landesmuseen ihre kunsthistorischen Sammlungen, im Südtrakt zeigt man Dauerausstellungen zu den Themen Natur und Technik in Oberösterreich. Gepaart sind diese Expositionen immer wieder mit interessanten Sonderausstellungen.
Ich begebe mich nun vom Schloss schön langsam zurück in Richtung Lentos und komme damit am Linzer Hauptplatz vorbei.

Wer weitere Inspiration braucht oder einfach wissen möchte, was in der Altstadt einfach los ist, sollte vor seinem Besuch hier vorbeischauen: https://www.altstadt-linz.at/

Der Hauptplatz

Der Linzer Hauptplatz mit seinen 13.200 Quadratmetern zählt zu den größten umbauten Plätzen Europas. In der Mitte des um das Jahr 1230 angelegten Platzes steht die 20 Meter hohe Dreifaltigkeitssäule, die von 1717 bis 1723 errichtet wurde, aus weißem Marmor gefertigt wurde und an die Opfer der Pest erinnert. Außerdem erhoffte man sich davon auch einen Schutz gegen Feuerkatastrophen, Krieg und eben Seuchen wie der Pest. Es lohnt sich den Platz zu umrunden und sich die Häuser und ihre wunderschönen Fassaden genauer anzusehen.

Blick auf den Linzer Hauptplatz
Blick auf den Linzer Hauptplatz

Das Alte Rathaus

Das Alte Rathaus erhielt sein heutiges Aussehen in den 1670er Jahren, allerdings scheint auf diesem Platz schon früher ein Gebäude seinen Platz gefunden zu haben: immerhin gibt es Überlieferungen, die behaupten, dass an dieser Stelle bereits 1415 das Rathaus von Linz stand. In der Gegenwart sind Teile der Stadtverwaltung nun in das Neue Rathaus nach Urfahr übersiedelt, der Bürgermeister der Stadt hat sein Büro allerdings immer noch am Hauptplatz.

Auch hier kann man die Verbindung von moderner Architektur, historischen Funden und den kunstvoll gemeißelten Handwerksarbeiten bewundert. Vier Tafeln im Eingangsbereich ehren berühmte Linzer: Anton Bruckner, Johann Adam Pruner, Johannes Kepler und Kaiser Friedrich III.

Blick auf das Rathaus am Hauptplatz
Blick auf das Rathaus am Hauptplatz


Wer Linz von oben kennen lernen möchte ohne in ein Flugzeug zu steigen, sollte das Foyer des Alten Rathauses besuchen: hier finden sich am Boden Flugaufnahmen des Linzer Stadtgebietes als begehbarer Stadtplan abgebildet.

Schön ist auch der Arkadenhof im Inneren, der mit einem Gastgarten Erholungssuchende lockt. All jene, die sich mit ihren oder den Zähnen ihrer Patienten beschäftigen, freut vielleicht eine Besichtigung des Zahnheilkundemuseums, das hier ebenfalls untergebracht ist.

In der Tourist Information, die sich ebenfalls im Alten Rathaus befindet, kann man sich dann anschließend noch viele Tipps und Informationen zur Stadt holen. Die Info ist täglich geöffnet. Außerdem kann man in den zur Verfügung stehenden Gepäckschließfächer kurzfristig sein Einkäufe vom Einkaufsbummel oder andere Habseligkeiten aufbewahren. Wer mit dem Rad unterwegs ist, dem kann die Fahrradservicestelle, die ebenfalls hier untergebracht ist, bei kleineren Pannen weiterhelfen.

Weiters nicht entgehen lassen sollte man sich das Feichtinger Haus, das vor allem durch das berühmte Glockenspiel bekannt ist. Es befindet sich in der Mitte des Fassadenzubaus (Hauptplatz 18) und besteht aus 19 Glocken, die jeweils um die 4 Minuten lang Werke oberösterreichischer Komponisten oder auf die Jahreszeit (z.B. Weihnachten) abgestimmte Musikstücke erklingen lassen. Täglich um 11:03, 14:03 und 17:03 kann man dann Weihnachtslieder, die Landeshymne, aber auch Meisterwerke von Mozart, Haydn oder Bruckner hören.

Wann welche Melodien gespielt werden finden Sie auf der Seite des Linz Tourismus: https://www.linztourismus.at/freizeit/linz-entdecken/sehenswertes/historische-bauten-und-plaetze/glockenspiel/

Im Haus befindet sich auch ein Café namens Glockenspiel.

Der Alte Dom

Die Grundsteinlegung des Alten Doms erfolgte 1669 durch David Fuhrman, der Architekt ist nicht bekannt, allerdings vermutet man das Pietro Francesco Carlone und Carlo Antonio Carlone für die Pläne verantwortlich waren. 1678 war der Dom fertiggestellt und wurde dem Heiligen Ignatius von Loyola geweiht, dem Gründer des Jesuitenordens.

Blick auf den Alten Linzer Dom
Blick auf den Alten Linzer Dom


Die barocke Kirche ist einschiffig gestaltet mit seitlichen Kapellennischen. Über dem Eingangstor sind die Wappen der Starhemberger, Weissenwolfer und Kuefsteiner zu sehen.
Als 1773 der Jesuitenorden aufgehoben wurde, stand die Kirche danach leer. 1784 zwang Joseph II. die Diözese Passau auf ihre Pfarren in Oberösterreich zu verzichten und gründete die Diözese Linz. Dies wurde 1785 durch Papst Pius VI. bestätigt und der Passauer Weihbischof Ernest Johann Nepomuk Graf Herberstein als erster Linzer Bischof eingesetzt, der die unbenutzte Kirche anstelle der dafür vorgesehen Stadtpfarrkirche als Dom wählte.

Eingang zum Alten Dom in Linz
Eingang zum Alten Dom in Linz


Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Platz im Dom für die stark angewachsene Bevölkerung nicht mehr reichte, ließ Bischof Rudigier den neuen, größeren Dom errichten (den Neuen Dom). Bis 1909 blieb die Kirche am Hauptplatz die Domkirche von Linz, seither heißt sie Alter Dom.

Blick ins Innere des Alten Doms
Blick ins Innere des Alten Doms


Das Altarbild des Hochaltars stammt von Giovanni Battista Colombo und Giovanni Battista Baberini und zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Ursprünglich stammt das Bild aus der Schwarzspanierkirche in Wien und ersetzte hier im Linzer Dom das Bildnis des Heiligen Ignatius.

Blick auf den Hochaltar im Alten Dom
Blick auf den Hochaltar im Alten Dom


Auch das Chorgestühl war ursprünglich woanders beheimatet, nämlich in Stift Garsten. Es wurde von Bischof Rudigier erworben und gegen das ursprüngliche, einfachere Chorgestühl getauscht.
Sehenswert ist auch die Kanzel, an deren vier Ecken sich Engelsputten und die vier Evangelisten befinden. In der Mitte sieht man Jesus mit der Weltkugel als Verkünder des Evangeliums und den Abschluss bildet eine Statue Johannes des Täufers.

Ein Highlight des Doms ist sicher die Orgel, die durch ihren Bezug zu Anton Bruckner, der hier auch als Domorganist tätig war, auch Brucknerorgel genannt wird.
Sie wurde eigentlich 1768-1770 von Franz Xaver Chrismann für die Stiftskirche Engelszell angefertigt, aber wie viele andere Klöster wurde auch dieses aufgehoben und Chrismann wurde angewiesen, das Instrument nach Linz zu bringen um sie in der Domkirche einzubauen. Man legte die Empore bis 1792 um über drei Meter tiefer, die Arbeiten von Chrismann an der Orgel dauerten dann noch bis 1795.

Im Alten Dom zu Linz
Im Alten Dom zu Linz


1853-1857 wurden im Dom Renovierungs- und Umbauarbeiten im Dom durchgeführt und auch die Orgel wieder vollständig abgetragen, der Emporenboden wieder geringfügig angehoben. Anton Bruckner, der 1856 – 1868 Domorganist war ließ sie dabei von Josf Breinbauer bis 1867 immer wieder nach seinen Wünschen umgestalten. Die Schleifladen-Orgel, die 2016 von der Schweizer Orgelbaufirma Kuhn restauriert wurde, hat auf drei Manualen und Pedal 32 Register, die Spiel und Registertrakturen sind mechanisch.

Im Alten Dom
Im Alten Dom


Anton Bruckner kam auch nach seiner Übersiedlung nach Wien immer wieder nach Linz zurück, um auf dem nach seinen Klangvorstellungen adaptierten Instrument zu improvisieren. An sein Wirken in Linz als Domorganist erinnert heute eine Gedenktafel an der Fassade des Alten Doms.
Sehenswert sind auch noch das Kirchmayr-Haus, das Schmidtberger-Haus oder die Brückenkopfgebäude.

Das Stifter Haus

Beim Weg zum Lentos kommt man auch am Stifter Haus vorbei. In der ehemaligen Wohnung Adalbert Stifters befindet sich heute neben dem Zentrum für Literatur und Sprache in Oberösterreich das Oberösterreichische Literaturmuseum, das in fünf Räumen – ausgestattet mit originalen Möbeln aus dem Besitz von Adalbert Stifter - Beispiele zur Literaturgeschichte von etwa 800 bis in die Gegenwart vorstellt.

Das Adalbert Stifter Haus (Foto © Linz Tourismus)
Das Adalbert Stifter Haus (Foto © Linz Tourismus)


Außerdem ist es Sitz des Adalbert-Stifter-Instituts, des Oberösterreichischen Literaturhauses, ein Veranstaltungsort für Lesungen, wissenschaftlichen Vorträgen, Symposien und eine Servicestelle für Schüler und Studenten, Wissenschaftler und Lehrende und die literaturinteressierte Öffentlichkeit.

Ich überquere die Straße und befinde mich nun an der Donaulände, hier kurz Lände genannt. Es ist ein Park oder einfach ein Gelände an der Donau zwischen Lentos und dem Brucknerhaus und vor allem im Sommer ein beliebter Treffpunkt. Seit 1979 ist die Lände auch der Austragungsort der Linzer Klangwolke, eines Open-Air-Musikfestivals, das jedes Jahr Anfang September stattfindet.

Lentos

Ich bin wieder zum Ausgangspunkt meines ersten Linzbesuchs zurückgekehrt: zum Museum für moderne und klassische Kunst an der Donaulände. Das moderne Gebäude, geschaffen von den Zürcher Architekten Weber & Hofer wurde 2003eröffnet. Den Sammlungen und Sonderausstellungen stehen insgesamt 2.700 Quadratmeter, verteilt auf drei Geschosse zur Verfügung. Das Haus hat eine Länge von 130 Metern und von der fast acht Meter hohen Eingangshalle gelangt man in zwei Geschosse. In der Halle kann man auch einen Panoramablick auf die Donau genießen.

Das Lentos am Abend (Foto © Linz Tourismus, Müller)
Das Lentos am Abend (Foto © Linz Tourismus, Müller)


Während die Tageslichträume im Obergeschoss ideale Ausstellungsbedingungen gewährleisten, sind im Untergeschoss Grafik und Medienkunst beheimatet. Außerdem erwarten die Besucher das Foyer mit dem Museumsshop, ein Auditorium mit 250 Sitzplätzen, ein flexibel gestaltbarer Raum für Kunstvermittlung sowie die Bibliothek.

Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)
Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)


In der Nacht wird die Glashülle des Museums in verschiedenen Farben beleuchtet und wurde – obwohl auch in Linz die Architektur des Gebäudes umstritten war – fast zu einem Wahrzeichen der Stadt. Auf jeden Fall aber zu einem prägenden Teil der Stadtsilhouette. Markant bei der architektonischen Lösung ist auch der überdimensionale Teil, der wie ein Bilderrahmen den Baukörper durchbricht und einen Ausblick auf den Stadtteil Urfahr und den Pöstlingberg ermöglicht.

Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)
Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)


Sehenswert ist – neben den vielen interessanten Sonderausstellungen – aber auch die Sammlung des Hauses. Das Lentos zählt mit seiner Sammlung zu den bedeutendsten Museen moderner und zeitgenössischer Kunst in Österreich. Das Lentos ging aus der Neuen Galerie der Stadt Linz bzw. des Wolfgang Gurlitt Museums hervor. Wolfgang Gurlitt, ein Galerist und Kunsthändler aus Berlin, dessen Frau um 1940 eine Villa in Bad Aussee erwarb und der dann nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich blieb, stellte 1946 seine Privatsammlung der Stadt Linz für zehn Jahre unentgeltlich zur Verfügung. 1953 schließlich kaufte die Stadt Linz aus seiner Sammlung 76 Gemälde und 33 Grafiken an und gründete die Neue Galerie der Stadt Linz/Wolfgang Gurlitt Museum als städtisches Museum für moderne Kunst. 1979 übersiedelten Galerie/Museum ins Lentia 2000, das 1989 noch einmal die Ausstellungsfläche erweiterte bevor schließlich 2003 das Lentos Kunstmuseum Linz an der Donau mit einer Ausstellungfläche von 2.700 Quadratmetern eröffnet.

Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)
Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)


Die Sammlung, die Meisterwerke der europäischen Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis hin zu Grafiksammlungen und Fotobeständen ihr Eigen nennt, wird ständig erweitert: unter anderem 2015 mit dem Ankauf des Valie Export Archivs. Während in der Dauerausstellung Kunstwerke des 19. Jahrhunderts über die klassische Moderne mit Klimt, Schiele, Kokoschka und den Expressionismus bis zu aktuellen zeitgenössischen Kunstpositionen präsentiert werden, geben die Sonderausstellungen Einblicke in vielfältige Themen und Epochen der Kunst oder sind dem Schaffen einzelner Künstler gewidmet.

Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)
Blick in die Ausstellung im Lentos (Foto © Lentos, maschekS)


Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr, am Donnerstag von 10:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Montag ist geschlossen – außer an Feiertagen.
Besitzer der Linz-Card haben freien Eintritt.

Hier finden Sie weitere Infos über das Museum und die aktuellen Ausstellungen: https://www.lentos.at/html/de/index.aspx

Lentos Kunstmuseum Linz
4020 Linz, Ernst-Koref-Promenade 1
Tel: +43 732 7070 3614
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.lentos.at

Das war also mein erster Tag in Linz. Mehr war nicht zu schaffen, dabei gäbe es noch so viele und interessante Sehenswürdigkeiten, Museen, Veranstaltungen wie auch sportliches zu sehen und zu besuchen. Hier einige Ideen, die ich bei meinen nächsten Besuchen (!) ins Auge gefasst habe:
Die Klangwoche, das Brucknerfest, das Ars Electronica Festival besuchen, am Donausteig entlang zu Radeln (muss ja nicht alle 450 Kilometer sein), eine Hafenrundfahrt mit der MS Linzerin mitmachen und den Mural Harbor erkunden, mit der Pöstlingbahn, der steilsten zahnradlosen Bergbahn der Welt auf den Pöstlingberg fahren und in der Wallfahrtsbasilika eine Kerze anzünden und mit der Linzer Grottenbahn eine Runde drehen. Auch einmal in die vielen anderen sehenswerten Kirchen einen Blick hinein schauen und auf der Landstraße mit offenen Augen für die historischen Gebäude ein bisschen shoppen gehen.

Blick auf das Ars Electronica Center
Blick auf das Ars Electronica Center


Und zu guter Letzt noch die Highlights: das Ars Electronica Center besuchen, in der Tabakfabrik vorbeischauen und natürlich sollte sich einmal auch ein Besuch in die Stahlwelt der voestalpine ausgehen.

Vielleicht inspiriert mich die neue Linz-App ja auch noch zu weiteren Besuchen: https://www.linztourismus.at/freizeit/linz-entdecken/linz-inspiriert/visit-linz-app/
Wer genug von all den Smartphones und Apps hat, kann sich aber auch alle Informationen und viele Ideen bei der Tourist Information holen.

Mural Harbor (Foto © Linz Tourismus, Robert Josipovic)
Mural Harbor (Foto © Linz Tourismus, Robert Josipovic)

Tourist Information Linz
4020 Linz, Hauptplatz 1 (Altes Rathaus)
Tel: +43 732 7070 2009
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
https://www.linztourismus.at/