Das Jeschkengebirge in Nordböhmen ist die Fortsetzung des Lausitzers Gebirges. Große Teile des Gebirges sind mit dichten Buchenwäldern bewachsen, die 2021 auf die Liste des Weltnaturerbes der Unesco gesetzt wurden. Die höchste Erhebung ist der Jeschken (Ještěd), der mit seinem Sendeturm zum Wahrzeichen der Liberecer Region wurde.

Während unserer Reise ins Crystal Valley haben wir auch einen Abstecher zum Ještěd gemacht. Das Gebiet rund um den Berg ist sowohl im Sommer wie auch im Winter anziehend. Im Winter freut sich ein modernes Sportzentrum über Besucher. Skifahrer können mit zwei 4er Sesselbahnen, einem 2er Sessellift, sechs Schleppliften und einer Kabinenseilbahn auf den Berg kommen und sich auf 10,5 km langen Abfahrtspisten ins Tal schwingen. Außerdem gibt es noch einen Snowpark, der für Anfänger und Fortgeschrittene, für Skifahrer und Snowboarder Fun bietet. Obwohl die Gegend als recht schneesicher gilt, können 85% der Pisten auch künstlich beschneit werden und im Skigebiet kann man sich auch Ski- und Snowboardausrüstungen ausleihen. Es gibt auch eine Ski- und Snowboard-Schule.

Der Ausblick vom Jeschken auf die Umgebung
Der Ausblick vom Jeschken auf die Umgebung


Im Sommer ist der Berg besonders bei Wanderern und Radfahrern beliebt. Auch hier gibt es die Möglichkeit sich das „Sportgerät“ bei Verleihen im Gebiet auszuborgen. Sowohl die Seilbahn wie auch der Sessellift Skalka transportiert das Sportgerät. Von der Bergspitze und natürlich auch vom Restaurant und der Aussichtsplattform hat man einen schönen Ausblick über die Gegend.

Ausblick vom Jeschken
Ausblick vom Jeschken


Für Einheimische wie Besucher der Stadt Liberec ist der Ještěd etwas ganz besonderes. Mit der Straßenbahnlinie 3 (aus der Stadtmitte von Liberec) kann man direkt zum Fuße des Jeschken fahren und dann entweder hoch wandern oder die Kabinenbahn benutzen. So ist auch ohne Auto ein Ausflug mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum/auf den Berg möglich.

Am Jeschken
Am Jeschken


Im Prinzip kann man auch mit dem Auto bis nach oben zum Hotel fahren. Allerdings ist dort nur ein winzig kleiner Parkplatz, auf dem Umkehren mehr als schwierig ist und auch die Straße ganz hinauf ist schmal und eng. Mein Tipp für alle Autofahrer ist daher das Auto wirklich bei der „Mittelstation“ stehen zu lassen und das kurze Stück zum Gipfel hochzuwandern. Hier ist auch eine Ampel angebracht, die auf Rot geschaltet wird, wenn der Parkplatz oben komplett besetzt ist.

Am Jeschken
Am Jeschken


Oben, in luftiger Höhe erwartet die Gipfelstürmer ein ganz besonderes Gebäude, das zu den Wahrzeichen der Region gehört. Doch die Geschichte der Bauwerke am Jeschkengipfel beginnt bereits 1737. In diesem Jahr wurde ein Steinkreuz errichtet, dass trotz teilweise widrigen Wetterverhältnissen bis 1812 „durchhielt“.

Aufgang ins Restaurant am Jeschken
Aufgang ins Restaurant am Jeschken


Mit dem Aufschwung des Tourismus am Ende des 19. Jahrhunderts kamen auch immer mehr Ausflügler auf den Gipfel. 1844 öffnete das Ehepaar Hasler daher hier die erste Jausenstation. 1850 wurde eine kleine Hütte gebaut, in der man nicht nur einkehren, sondern auch übernachten konnte, 18 Jahre später wurde die Holzhütte teilweise zu einem Steingebäude umgebaut, die Rohan-Hütte.

Rezeption des Hotels
Rezeption des Hotels


1876 wurde ein 5 Meter hoher Aufsichtsturm gebaut, der 1889 von einem neuen 8 Meter hohen, achteckigen Aussichtsturm mit einem Aussichtsplateau ersetzt.
1906 wird der Grundstein zum ersten Berghotel gelegt, das 1907 fertig gestellt wird. Doch 1963 fällt das imposante Gebäude einem Brand zum Opfer, ein Jahr später brennt auch die Rohan Hütte ab.

Hotelgang
Hotelgang


In einem Architektur-Wettbewerb werden Entwürfe für ein Hotel, ein Restaurant und einen Sendeturm am Berg gesucht. Alle teilnehmenden Architekten erfüllen die gestellte Aufgabe, in dem sie Hotel, Restaurant und Sender getrennt planen, nur einer nicht: Karel Hubáček. Er führt alle drei Aufgaben in einem Gebäude zusammen. Dies entspricht zwar nicht der geforderten Aufgabenstellung, aber Hubáček gewinnt den Wettbewerb und erhält dafür auch als bisher einziger Tscheche den renommierten Auguste-Perret-Preis der Internationalen Architektenvereinigung. Im Jahre 2000 wird der Bau auch zum Bau des 20. Jahrhunderts in der Tschechischen Republik und 2006 zu nationalen Kulturdenkmal ausgerufen.


Vom Fuß bis zur Antennenspitze misst der zehngeschossige Bau 91 Meter und durch seine lange Senderspitze verlängert er harmonisch den Gipfel des Berges. In den beiden untersten Etagen sind der Maschinenraum, technische Anlagen und ein Betriebsraum untergebracht. Darüber befinden sich die Aussichtsterrasse, ein Büffet, ein Restaurant und ein Café und den vierten und fünften Stock nimmt das Hotel ein. Die vier obersten Stockwerke beherbergen die Fernmeldetechnik, an der Spite die 17 Meter hohe Antenne.

Tagen mit Ausblick
Tagen mit Ausblick


Wer einen Ausflug auf den Ještěd macht, sollte auf jeden Fall auch das Restaurant besuchen und auch das Hotel wäre mit seiner futuristischen, an die Science Fiction Filme der 1970/80er Jahre erinnernden Ausstattung eine Übernachtung wert. Während man allerdings im Restaurant noch vergleichsweise einfach einen Platz findet (was allerdings an Wochenenden und Feiertagen auch mit Wartezeiten verbunden sein kann) muss man im Hotel auf jeden Fall frühzeitig reservieren.

Wie es im Restaurant geschmeckt hat und einen kleinen Einblick in das Hotel bieten wir hier.

Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung von Czech Tourism, der Tourismusorganisation der Liberecer Region und des Crystal Valley