So ist es richtig! Fünf europäische Länder haben ein gemeinsames immaterielles Unesco-Kulturerbe: den Blaudruck.

Modrotrisk – wie diese Technik in Tschechien genannt wird – ist auch in der Slowakei, in Ungarn, in Deutschland und in Österreich bekannt. Seit dem 18. Jahrhundert ist dieses Färbeverfahren bekannt, nun wurde es in fünf Ländern zum Unesco-Welterbe.

Blaudruck - Modrotisk (Foto © Czech Tourism)

In letzter Zeit wird die hohe Handwerkskunst auch wieder modern: neue Schnitte, neue Motive – es wird wieder modern Blau und Blaudruck zu tragen.

Trotz unterschiedlicher Sprache und Kulturen ist diese Kulturtechnik in fünf mitteleuropäischen Staaten heimisch. Einige Holzformen sind sogar bis zu 300 Jahren alt und werden bereits in der siebten Drucker-Generation verwendet. Der Stoff wird mit einer Spezialmischung bedruckt, die beim Färben im Indigobad das Durchfärben verhindert, das Muster wird nach dem Abtragen der Mischung sichtbar.

Färbung des bedruckten Stoffes  in Indigo - Wachsstube (Foto © Tomas Brabec)
In der Tschechischen Republik ist das traditionelle Zentrum des Blaudrucks die Region Valašsko, die Mährische Walachei, deren traditionelle Tracht der Frauen aus weißen Blusen mit dunkelblau gemusterten Rücken bestand. Heute gibt es leider nur mehr wenige Betriebe, meist Familienunternehmen, die dieses aufwendige Verfahren beherrschen.

Familie Joch in Stražnice

1906 wurde die Werkstatt der Familie Joch bereits gegründet und heute steht sie auch Besuchern offen, die den Textilkünstlern einmal über die Schulter sehen möchten. Der Betrieb ist ganzjährig geöffnet und im Laden daneben kann man nicht nur handgemachte Kalender, Schürzen und Ofenhandschuhe, Tücher, Taschen, sondern auch Kleidung und Accessoires mit Blaudruck und Meterware für das eigene kreative Schaffen erwerben.

Blaudrucker Frantisek Joch Jr. bei der Arbeit (Foto © Czech Tourism)

Familie Danzinger in Olešnice

Ihre Werkstätte zählt zu den bekanntesten seit ihrer Gründung im frühen 19. Jahrhundert. Seither haben hat sich die Herstellungsweise kaum geändert und die genaue Rezeptur der farbabweisenden Substandz (Papp) wird wie ein Schatz gehütet. Außerhalb der Hauptsaison, die von Mai bis September dauert, muss man die Führungen vorab buchen. Auch hier kann man im angeschlossenen Laden montags bis freitags von 9:00 bis 15:30 Uhr die Kunststücke erwerben, im Onlineshop ist dies natürlich immer möglich. Allerdings ist der Shop wie die Website leider nur auf Tschechisch und man findet zwar wunderschöne Muster, aber eher traditionelle Produkte wie Polster, Topflappen oder Stoffservietten.

Top aus blaugedrucktem Stoff, Design von Alice Klouzková (Foto © Tomás Brabec)

Der „neue“ Blaudruck

In der Gegenwart hat der Blaudruck aber auch Einzug in die junge innovative Modeszene von Tschechien gehalten. Aufstrebende Designer wie Klára Nademlýnská, Veronika Vimpelová oder Martina Dvořáková haben sich der alten Handwerkstechnik angenommen und eine beeindruckende neue Formensprache entwickelt. Diese Entwürfe wurden bereits auf den Catwalks der bekanntesten Modefestivals im In- und im Ausland vorgeführt.

Familie Joch
Arimo, spol. s.r.o.
696 62 Strážnice, J. Skácela 1547
Tel: +420 518 332 537
Mobil: +420 732 736 098
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www.straznicky-modrotisk.cz

Familie Danzinger
679 74 Olešnice na Moravě, Křtěnovská
Tel: +420 777 908 404
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.modrotisk-danzinger.cz