Käsekrainer und Klobasse sind auch dem Wiener ein Begriff, schließlich gibt es dieses „Fast Food“ bereits mit langer Tradition am Wiener Würstelstand. Die bessere Krainer – das muss ich gestehen, gibt es allerdings in Slowenien…

Um die Krainer Wurst brach vor wenigen Jahren sogar ein politischer und wirtschaftlicher Streit zwischen Österreich und Slowenien aus. 2012 beantragte Slowenien die Bezeichnung Kranjska Klobasa als geografische Bezeichnung ins EU-Register eintragen zu lassen. Österreich fürchtete sofort um die „Käsekrainer“ am Würstelstand. In den Verhandlungen konnte dann als Kompromiss erreicht werden, dass die deutschen Bezeichnungen Krainer Wurst und Käsekrainer weiter unabhängig zulässig sind, aber nicht in die Liste der traditionellen österreichischen Lebensmittel aufgenommen werden.

Krainer Wurst ist eine slowenische Spezialität, aber auch am Wiener Würstelstand zu Hause
Dennoch – vielleicht ist es der „Urlaubstouch“ der den anderen Geschmack ausmacht, oder vielleicht doch das geheime slowenische Rezept: in Slowenien schmecken mir die Krainer besser.

Die Geschichte der Krainer Wurst

Die Bezeichnung „Krainer“ reicht noch in gemeinsame slowenisch-österreichische Zeiten im Rahmen der Österreich-Ungarischen Monarchie zurück. Schon damals gab man Produkten Namen, die auf ihre Herkunft aus bestimmten Regionen Rückschlüsse zuließen. Krain gilt den Slowenen als ihr zentrales historisches Land, das ab dem 15. Jahrhundert slowenisch besiedelt war, das Kernland der Slowenen, die manchmal auch als Krainer bezeichnet wurden.

In der Klobasarna in Laibach
Das älteste Rezept für die Krainer Wurst stammt von der Köchin Katharina Prato, die es auf einer Reise durch die Region Krain kennen gelernt hatte. Später fand sich ein Rezept im Buch „Süddeutsche Küche“ aus dem Jahre 1896, wobei die Erstausgabe bereits 1858 erschienen ist.

Die erste schriftliche slowenische Erwähnung findet man in der sechsten Ausgabe des slowenischen Kochbuchs „Slovenska kuharica“ aus dem Jahr 1912 von Felicita Kalinšek.

Was ist in der Wurst?

Die Wurst besteht aus grobem Brät mit mindestens 68% Schweinefleisch, 12% Rindfleisch und maximal 20% Speck. Weitere erlaubte Zutaten sind 5% Wasser, Speisesalz, Knoblauch und Pfeffer. Selbst die Größe der Fleisch- (10-13mm) und Speckstücke (8-10mm) ist vorgeschrieben, ebenso die Länge und Durchmesser der Schweinedärme, in die das Brät eingefüllt wird. Dann werden die Paare mit einem hölzernen Spieß zusammengesteckt, heiß geräuchert und bei 70 Grad wärmebehandelt.

In der Klobasarna in Laibach
Schon 1932 wurde auf der Weltmesse für Lebensmittel in Brüssel die Qualität der Wurst der Fleischerei Rozman aus Ljubljana mit einer goldenen Medaille und einem Diplom ausgezeichnet.
Heute ist die Original Krainer Wurst geschützt: es gibt elf zertifizierte Hersteller, die sie nach dem Ursprungsrezept aus dem 19. Jahrhundert herstellen dürfen.

Die Krainer Wurst
Festivals, wie das alljährliche Festival der Krainer Wurst in Sora bei Medvode oder der Tag der Krainer Wurst in verschiedenen slowenischen Städten sorgen dafür, dass sich ihr Ruf auch weiter verbreitet.

Machen Sie sich selbst ein Bild und verkosten Sie diese Spezialität. Wenn Sie in Ljubljana sind am besten in der Klobasarna. Mehr über das Lokal erfahren Sie auf askEnrico hier.

 

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