Der Cviček ist eine Besonderheit – nicht nur in Slowenien, sondern in ganz Europa. Ein Wein mit geringem Alkoholgehalt (unter 10%), für dessen Herstellungsprozess sogar eine Sondergenehmigung der EU notwendig war, um als Qualitätswein gelten zu dürfen.

Aber der Reihe nach…
Viele unserer Leser wissen es bereits: Das kleine Slowenien ist für die Kulinarik und auch für den Weinliebhaber ein Schlaraffenland. Das Wippachtal, die Gegend um Jeruzalem, Šipon oder Teran – es gibt viele gute Gründe nach Slowenien zu reisen. Wer den Cviček verkosten will, muss allerdings in die Dolenjska, da gibt es kein Pardon.

Bei der Verkostung beim Winzer Frelih

Der Cviček ist ein Sonderling. Nicht nur in seinem geringem Alkoholgehalt, der allerdings von einem hohen Säuregehalt begleitet wird, sodass sogar Diabetiker nicht auf ihn verzichten müssen. Er ist auch einer der wenigen Weine weltweit, der aus roten und weißen Traubensorten gemacht wird. Neben dem toskanischen Chianti ist er weltweit der einzige Wein mit einer gesetzlich geschützten Zusammensetzung. Cviček stammt aus dem Südosten Sloweniens, einer Region, in der schon seit Jahrhunderten Wein gedeiht, auch die Zusammensetzung – mindestens vier verschiedene Sorten werden gemischt, als Trauben, als Most oder als Wein – kennt man hier schon recht lange. Früher eher mit keinem guten Leumund belegt, entwickelt sich der Cviček unter den pflegenden Händen der Winzer aus der Dolenjska mehr und mehr zu einer slowenischen Spezialität, die bereits weit über Slowenien hinaus bekannt ist.

Auch hier gibt es das gute Tröpfchen zu verkosten - und seine Geschichte kann man auch kennen lernen - Matjaževa Domačija
Die beiden wichtigsten Sorten des Cvičeks sind Žametovka und Kraljevina, dazu können noch viele andere kommen, meistens Blaufränkisch, Portugieser, Welschriesling und Gelber Muskateller, bis zu vierzehn voll ausgebaute Rot- und Weißweine können vermischt werden, wobei der Rotweinanteil mit bis zu 70% dominiert. Da das EU-Recht die Vermischung fertig vergorener Rot- und Weißweine zur Erzeugung von Qualitätsweinen verbietet, musste für den slowenischen Cviček eine Sondergenehmigung erlassen werden. Dass diese zu Recht besteht, bewies die Weinkellerei Frelih bei den Decanter World Wine Awards in London, wo im Mai 2017 ihr Cviček mit einer Auszeichnung prämiert wurde.

Beim Verkosten sollte man immer auch etwas dazu essen
Der Cviček darf auch die Qualitätsbezeichnung PTP (Priznano Tradicionalno Poimenovanje) tragen, immerhin hat er eine lange und außerordentlich reiche Tradition. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts schrieb Johannes Weichard von Valvasor, ein slowenischer Freiherr und Universalgelehrte, darüber.

Wir lauschen den Ausführungen der Chefin des Hauses Frelih
Im Laufe der Zeit haben die verschiedenen Winzer ihren besonderen Cviček herausgebildet. Fast jeder hat seine eigene Mischung und seine eigene Herstellungsweise. Inzwischen kümmert sich aber auch ein Konsortium um den besonderen Wein aus der Dolenjska. Cviček Botschafter, Prinzessin und König werden ausgeschickt um den Ruf des Weines zu verbreiten und zu mehren.
Doch wie sieht er aus, wie schmeckt er und wozu kann man ihn trinken?

Es gibt immer Gutes zum Wein
Der Cviček hat eine hellrote Farbe (ähnlich des österreichischen Schilchers), viele frische Fruchtaromen und einen frischen Geschmack. Ähnlich wie beim Schilcher gibt es bei einer Verkostung meistens nur ein entweder-oder. Entweder man liebt ihn oder man mag ihn nicht. Mir gefielen besonders gut die Sparkling-Varianten des Cvičeks, diese finde ich einfach köstlich, erfrischend. Gut ist auch der niedrige Alkoholgehalt und sollten seine sonstigen guten Eigenschaften auch alle zutreffen, stünde einem Glas ja wirklich nichts im Wege: so soll er sich günstig auf die Verdauung auswirken, den Appetit anregen, gegen Schlaflosigkeit helfen, die Durchblutung fördern und sogar den Cholesterinspiegel senken.

In so einem Keller kann man gut Wein verkosten
Außerdem passt er zu vielen verschiedenen Speisen und eignet sich daher zu fast jeder Gelegenheit. Er sollte jung und gut gekühlt getrunken werden – und nachdem angeblich auch James Bond (Roger Moore) dem Tröpfchen eifrig zusprach und am nächsten Tag, da ohne Kopfweh, gleich einmal 50 Liter orderte, kann man doch nur „Na zdravje“ (auf die Gesundheit) anstoßen.

Die typische Farbe des Cviček - auch als Sekt
Kosten Sie doch ein Gläschen – mein Tipp: es sollte unbedingt ein Sekt bei der Verkostung mit dabei sein!

Wir konnten bei unserem Besuch in Slowenien den Cviček in der Matjaževa Domačija und vom Weingut Frelih verkosten. Weitere Informationen finden Sie in diesen Artikeln.

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