„Wein soll geboren werden, nicht gemacht!“
Im Weingut Batič erwarten den Besucher nicht nur ausgezeichnete Weine, sondern auch die Liebe zur Tradition und zur Natur, zur Kunst und zur Philosophie.

Tradition ist bei Batič wahrlich vorhanden: Die ersten Weinreben wurden auf diesem Boden bereits 1592 von Mönchen gezogen, die daraus ihren Messwein kelterten. Und obwohl Miha Batič nun etwas außerhalb des Dorfes in einem neuen Haus lebt, existiert das alte Steinhaus seiner Familie immer noch und er kehrt auch immer wieder gerne zu ihm zurück. Schließlich lebte jede Generation seit 400 Jahren in diesem Haus, in dem nun seine Schwester lebt.

Die Pinela Trauben sind klein

Bereits 1899 waren die Weine aus dem Wippachtal und auch jene von Batič in der gesamten Österreich-Ungarischen Monarchie bekannt, Miha Batič – sein Urahn war einer der vier bekannten Winzer, die die Botschaft des Weines in die Welt hinaustrugen. Er war jedoch nicht „nur“ Winzer. Unter anderem richtete er auf seinem Bauernhof einen Leseraum für die Bewohner des Ortes ein, um die slowenische Sprache weiter zu pflegen. Der Name Miha wird seither in der Familie immer wieder weiter gegeben.

Beim Verkosten am Weingut

Wie viele andere Familien der Gegend gehörten seine Vorfahren unterschiedlichen Nationen an: sein Urgroßvater wuchs in der Österreich-Ungarischen Monarchie heran, sein Großvater in Italien, sein Vater in Jugoslawien und er ist nun Slowene. Allen gemeinsam ist aber ihre Liebe zur Erde, zum Wein und zur Natur.

Palmira und Ivan Batič

Obwohl immer mit der Natur verbunden hat auch Batič einen Ausflug in die herkömmliche Bewirtschaftung der Weinberge übernommen, was er aber heute als einen seiner größten Fehler bezeichnet. Der 8.8.1988 stellt dann jedoch einen Wendepunkt dar: an diesem Tag wurde nicht nur die erste slowenische Flasche mit der für Batič charakteristischen Form, kreiert von Designer Oskar Kogoj, vorgestellt, sondern wieder auf die traditionelle Weise umgestellt. Seither ist er wieder in Einklang mit der Natur, kümmert sich wieder mehr und mehr um die autochthonen Sorten der Gegend, beobachtet den Einfluss des Monds auf die Erde und die Trauben und handelt danach. Inzwischen pflanzt er auch einen durchgemischten Weingarten mit 35 wertvollen, autochthonen Weißweinsorten des Wippachtals und freut sich, damit einen vielfältigeren Lebensraum für alle Tiere zu schaffen als mit den Monokulturen. So funktioniert die Natur – ist Batič überzeugt.

Schon leer verkostet

Doch auch im Keller zeigen sich Unterschiede: So lagern seine Top-Weine nicht in Eichen- oder Akazienfässern, sondern reifen in Fässern aus Maulbeerbaumholz – früher stark verbreitet in der Gegend – heran.

Bei der Weinverkostung

Batič exportiert seine Weine in mehr als 25 Länder, sogar nach Japan. Mehrere Webshops liefern auch nach Österreich und Deutschland.

Angel

Bei der Weinprobe in seinen neuen Räumen, die noch dazu mit kleinen Köstlichkeiten zwischen durch verschönt wurde, kam die ganze Vielfältigkeit des Winzers auf den Tisch. Miha Bartič ist nicht nur ein Winzer, der komplett auf traditionelle Methoden des Weinbaus setzt, er ist auch ein Philosoph. Wein ist für ihn etwas sehr persönliches, wie er sagt: „ Man kann in einem Glas 1000 Fehler finden, aber auch einen Freund.“

Zwischendurch muss man auch was essen
Mir gefielen die Cuvées bei der Weinverkostung besonders gut. Sie wirken harmonisch und rund und passen hervorragend zu meinen Geschmacksempfinden. Auch der Gemischte Satz – worüber sich ein Wiener natürlich besonders freut – fand meine totale Zustimmung. Meine Empfehlung der Verkostung sind daher der Gemischte Satz Batič aus dem Jahre 2010 und der Angel Red – da kann man schon ein Kisterl mitnehmen. Wer Süßweine schätzt sollte in jedem Fall auch seinen „Valentino“ probieren…

Im Mittelpunkt - der Valentino
Bei Batič finden sich die Weißweine der Sorten Pinela, Rebula, Chardonnay und die Cuvées Angel und Zaria, Rosé gibt es als Cuvée und Pinot Gris. Rotweine sind auch bei ihm mit Merlot, Cabernet Franc und Angel Red auch weniger vertreten.

Es kommt schon was zusammen
Wer eine Weinverkostung mit dem Winzer mitmacht, hat nicht nur das Vergnügen die verschiedenen Geschmäcker zu verkosten, sondern bekommt auch einiges von der Philosophie des Winzers mit und erfährt jede Menge über sein winzerisches Selbstverständnis. Allein seine Erzählungen sind schon einen Besuch bei ihm wert.

Der Batič Weingarten Angel

Lesens- und betrachtenswert ist auch das Buch „Batič“, das wir als Gastgeschenk erhalten haben. Hier taucht man ganz in die Welt des Winzers ein, bekommt Einblick in die Geschichte der Familie, in seine Ideen und Ideale. Gekrönt wird das Ganze noch mit wunderschönen Photos.

Hier wird ein neuer Weingarten angelegtBatič
5261 Šempas, Šempas 130a
Tel: +386 5 308 86 76
www.batic.si

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