Weinanbau hat in der Brda eine lange Tradition, immerhin hat man Beweise, dass hier Wein bereits vor 2400 Jahre angebaut wurde.

Einige alte Sorten, wie Rebula und Pikolit kommen in der Gegenwart wieder zu neuen Ehren und man sollte diese unbedingt probieren. Der Weinkeller Klet (=Weinkeller) Brda bietet dazu eine ausgezeichnete Gelegenheit.

Die Geschichte der Helden

Der Weinkeller Goriška Brda ist der größte Weinbauer und Exporteur slowenischer Weine und der größte Weinbauer von Rebula auf der Welt.
Weinbau scheint es in dieser Gegend schon immer gegeben zu haben, so gibt es auch Hinweise, dass bereits vor den Römern hier Wein angepflanzt wurde. Aus der Römerzeit würden Amphoren mit Wein gefunden und aus dem Mittelalter sind Schriften bekannt, in denen Wein erwähnt wird – dieser war oft ein wichtiger Teil der Abkommen.

Die Helden der Weinberge
Im 16. Jahrhundert erreicht die Weinproduktion hier einen Höhepunkt, nachdem das Gebiet der österreichischen Monarchie angegliedert wurde. Die Zusammenarbeit mit Kärnten, das schon immer ein guter Markt für Weine aus der Brda darstellte, wurde damit leichter und man konnte auch besser in nach Ungarn und bis über Wien hinaus adelige Weinfreunde beliefern. Die Produktion wurde teilweise so intensiv betrieben, dass nur mehr Wein, kein Obst oder Gemüse angebaut wurde und das auch keine Tiere mehr gehalten wurde: der Wein stand absolut im Mittelpunkt. Interessant ist, dass sich damals die Reben der Trauben auf Bäume hinauf schlängelten, eine Art Wein zu kultivieren, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts beibehalten wurde. Die Weinlandschaft bot damals daher ein komplett anderes Bild als heute.

Im kleinen Museum kann man auch sehen, wie früher Wein kultiviert wurde
Durch das Auftreten der Reblaus, die auch hier fast den kompletten Bestand an Reben vernichtete, änderte sich dann die Anbauweise. Doch fast alle Weingärten waren damals zerstört und die meisten der autochthonen Sorten auch. Viele alte Traditionen und Kenntnisse gingen durch die Unterbrechung im Weinanbau verloren, da sie nur mündlich weitergegeben wurden.

Silverio de Baguer

Silverio de Baguer lebte auf Schloss Dobrovo, war katalanischer Abstammung und Diplomat. Er war aber auch Weinliebhaber und nahm sich des „Reblaus-Problems“ an, sorgte dafür, dass wieder Reben – nun auf die „moderne“ Art angepflanzt wurden, führte spezielle Glastanks aus der Klosterneuburger Weinfachschule ein und eignete sich Wissen an, um verschiedene Krankheiten der Reben bekämpfen zu können. Viele hielten ihn damals für verrückt, doch einige Bauern folgten seinen Ideen und die Erfolgsgeschichte des Weins in der Brda begann von neuen. Außerdem verfasste de Baguer ein „Weintagebuch“, in dem er alles aufzeichnete, was in den Weingärten wie gemacht wurde. Es ist daher keine Überraschung, dass Vinska Klet – Gorička Brda nach ihm eine eigene Weinlinie benannte.

Auch ein Held der Weinberge - Silverio de Baguer
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt sich auf dem Gebiet der Brda/des Collios ein einzigartiges Feudalsystem – Kolonat. Bauern bearbeiteten kleine Flächen, ihre Weine wurden in den Kellern von 17 Burgen in der Gegend ausgebaut, die im Besitz adeliger Herrschaften aus dem Ausland waren.

Verschiedene Markenlinien werden angeboten
Der Weinkeller in Goriška Brda wurde 1957 als Genossenschaft gegründet und ist heute noch zu 100% im Besitz der Winzer aus Goriška Brda. Jede Familie bearbeitet im Durchschnitt 2-3 Hektar Fläche, meist steile Hänge, wo es keine Möglichkeit zur Bewässerung oder Maschinenarbeit gibt, sodass die Arbeit in den Weinbergen manuell gemacht werden muss. Daher stammt auch der Slogan der Klet Brda – es sind eben Helden der Weinberge, die die schwere Arbeit auf sich nehmen, um den guten Tropfen in die Flasche zu bringen.

Die Sorten

Die meisten Weinberge sind mit Rebula bepflanzt (27%), eine Sorte, die bereits in der Zeit der Römer bekannt war, es folgen Merlot (20%), Chardonnay (16%) und Sauvignonasse (12%). Außerdem finden sich noch Pinot Grigio, Sauvignon, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Pinot Bianco, Pikolit, Verduc, Pinot Noir und Syrah in den Weinbergen. Insgesamt wird eine Fläche von 1000 Hektar bearbeitet.

Auch Schaumwein wird hier produziert

Das Klima

Das Klima der Brda ist einzigartig, da es sowohl durch die Alpen wie auch durch das Meer beeinflusst wird und so den Weinen eine reiche Aromatik geben kann. Außerdem zeichnen sich die Weine aus der Goriška Brda durch ihre hohe Mineralität aus, die ihnen der spezielle Boden – der Mergel – mitgibt.

Hier lagert der Wein in Fässer

Das Klima, das mit viel Sonneneinstrahlung, höherer Feuchtigkeit und die Mineralstoffe des Bodens geben vor allem dem Rebula eine ganz besondere Note mit, die sich von (unter anderem italienischen) Angeboten in der Ebene entscheidend unterscheidet. Hier scheint auch gerade ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Weinbaugebieten auszubrechen, da viele Hektar der Traube in Italien in der Ebene neu angebaut werden, die natürlich günstiger maschinell bearbeitet werden können, als die hügeligen Weingärten der Brda und des Collios. Weinliebhaber sollten daher darauf achten, woher ihr Rebula oder Ribolla (Gialla) kommt, ist doch gerade der Boden der Hügel für den Geschmack entscheidend. Doch davon mehr auf www.enricosreisenotizen.eu.

Bei der Kellerbesichtigung

Der Weinkeller Goriška Brda liegt im Untergrund des Hügels auf dem sich das Schloss Dobrovo befindet und wurde 1957 gebaut und befindet sich 15 Meter unter der Oberfläche. Hier lagern die Barrique Fässer, Fässer aus slawonischer Eiche, die in Kärnten von einer slowenischen Familie (also ganz international) gefertigt werden, aber auch die großen Edelstahl-Tanks. Jeder Wein bekommt hier genau jene Umgebung, die er zum Reifen braucht. Und dennoch wird von Önologen und Winzern weiter geforscht und experimentiert: so kann man bei einem Rundgang auch die Tests sehen, bei denen die Reifung bestimmter Sorten in unterschiedlichen Holzarten erprobt wird oder man besinnt sich auf alte Herstellmethoden.

Auch sollte Tanks finden sich im Keller

Mit der Marke Motnik besann man sich wieder auf eine uralte Methode der Desinfektion der Fässer – diese wurden mit Kräutern der Umgebung „ausgeräuchtert“ und damit desinfiziert. Obwohl diese Methode früher bei Rotweinen angewandt wurde, wird sie bei Klet Brda nun bei einem Rebula Gialla eingesetzt. Es dauerte 6 Jahre bis die geeignete Mischung der Kräuter gefunden wurde – jetzt kann man das Endergebnis (das sich außerdem auch prima lagern lässt) verkosten.

Museum

Im Weinkeller ist ein kleines Museum eingerichtet, das die Entwicklung des Weinanbaus zeigt, der wahre Schatz ist aber eine reiche Archivsammlung an Weinen, die 100.000 Weinflaschen der besten Jahrgänge beinhaltet und dessen älteste Flasche Rebula aus 1957 stammt. Wer nicht nur verkosten will, sondern sich auch ein bisschen über Geschichte und Herstellung schlau machen möchte, sollte einen Besuch nicht versäumen.

Im Museum kann man auch die Vergangenheit kennen lernen


Weinproben

An Samstagen, aber auch unter der Woche finden regelmäßig Weinproben statt, die Sie nicht verpassen sollten. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Weinproben können in Slowenisch, Englisch und Italienisch abgehalten werden. Weitere Informationen unter Tel: +386 5 33 10 144 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter https://klet-brda.si/de/weinproben/

Unsere Testobjekte
Als kleiner Vorgeschmack finden Sie hier noch eine kurze Beschreibung der Weinprobe und Besichtigung auf unserer Pressetour.

Peneča Rebula

Ein wunderbarer Sekt zur Einstimmung
Es war ein sehr heißer Tag und daher freuten wir uns sehr über den Empfang vor dem Shop unter den schattigen Sonnenschirmen. Ein guter Peneča Rebula stand gut gekühlt für uns bereit und sorgte wieder für das Erwachen unserer Lebensgeister. Der hellgelbe Sekt schmeckt fruchtig nach grünen Äpfel und Zitrusfrüchte, ist ein erfrischender Aperitif, optimal an einem Sommerabend nach einem heißen Tag und zeichnet sich durch die Intensität der Rebula-Traube aus, die ich hier geschmacklich am meisten schätzte. Ein wirklich ausgesprochen gelungenes Tröpfchen, das angenehm im Mund perlt.
Danach ging es in den klimatisierten Verkostungsraum, wo nicht nur die verschiedenen Weine, sondern auch Brot, Schinken, Wurst, Käse und Olivenöl auf uns wartete.

passte alles hervorragend zum Wein

Rebula Quercus 2016

Den Anfang machte der Rebula Quercus, der in Aussehen, Aroma und Geschmack als typisch für die Brda und den Rebula gilt. Seine Farbe zeichnet sich durch eine klare gelbe Farbe mit grüner Note aus und das Aroma beinhaltet Zitrone, grüner Apfel, Zeder, Pampelmuse und wird durch den Duft von Akazie abgerundet. Wie alle Weine der Brda ist auch er sehr mineralhältig und überrascht durch eine leicht salzige Note.
Der Rebula Quercus passt gut zu Fisch, Meeresfrüchten und die typische Küche der Brda.

Stolz auf Rebula ...

Štorija weiß

Dieser trockene Cuvée besteht aus 50% Rebula, 30% Chardonnay und 20% Sauvignon Blanc. Der Štorija zeigt sich grün-gelb im Glas, ist frisch und man kann Paprika, Holunder und Akazie im Geschmack erkennen. Meine Leidenschaft für Cuvées setzt sich auch diesmal wieder durch. Ich finde ihn wirklich gut gelungen und kann ihn mir ausgezeichnet zu Fisch und zur mediterranen Küche vorstellen.

Notizen werden gemacht und dann wird weiter getestet
Die Bagueris

Die Weine der Bagueri Familie werden in Eichenfässern gereift, die das komplexe, aber immer noch frische Aroma unterstützen, das an die Alpen und an das Adriatische Meer erinnert, aber auch den mineralhältigen Boden der Brda und die starke mediterrane Sonne zur Geltung bringt.

Die Baguer-Linie

Rebula Bagueri 2013

In großen Eichenfässern reift er heran, tiefgelb, mit einem Aroma, das an Zitrone, Zeder, Pampelmuse, Vanille und frische Brotkruste erinnert und einem Abgang mit einem zarten Hauch von süßen Tanninen. All jene, die sich einmal voll und ganz auf den Geschmack der Rebula-Traube einlassen möchten, sollten ihn probieren. Unsere Sommeliere empfiehlt ihn zu erfrischenden Salaten, weißen Meeresfischen, Meeresfrüchten, Gemüserisotto und Nudeln mit Gemüsesaucen.

Cabernet Sauvignon Bagueri 2013

Obwohl auch die Brda wie viele Anbaugebiete in Slowenien in erster Linie für Weißweine stehen – in der Vinska Klet ist das Verhältnis 70:30 für die Weißweine – stößt man auch immer wieder auf ausgezeichnete Rotweine. Der Cabernet Sauvignon Bagueri zeigt sich dunkelrubinrot im Glas mit einem Aroma, das an schwarze Johannisbeeren, Pflaumen, Kakao, Schokolade und Minze erinnert. Der volle, samtige Geschmack mit den Tanninen passt ausgezeichnet zu einem Steak oder auch zu Wildfleisch. Der Wein könnte bis zu 10 Jahren gelagert werden, aber ich glaube nicht, dass er in meinem Weinkeller so lange überleben würde, außerdem sollte man ja auch kein Risiko eingehen.

Merlot Bagueri

Der Merlot war mein Lieblingswein in der Verkostung. Obwohl Weißweintrinkerin liebe ich große dunkle samtige Rotweine, und dieser Merlot ist so einer. Dunkelrubine Farbe, Aroma nach schwarzen Johannisbeeren, Pflaumen, Kakao, Schokolade, aber im Geschmack ausgewogener, runder, harmonischer als der Cabernet Sauvignon, dadurch vielleicht nicht ganz so würzig, aber wen störts? Ein Glas von diesem Merlot mit Wild, Gegrilltem, oder einfach wie in der Verkostung einem guten Prosciutto und einem Käse, frischem Brot an einem lauen Sommerabend – was braucht der Mensch mehr zur Erholung? Gar nichts…

Das Archiv mit über 100.000 Flaschen ist der Schatz des Kellers

A+ weiß 2011

Der A+ ist ein durchaus interessanter Cuvée aus 40% Rebula, 30% Pikolit und 30% Chardonnay, die zu unterschiedlichen Zeiten geerntet werden. Der A+ wird ausschließlich manuell in Holzkisten gelesen und nur in qualitätsgeeigneten Jahrgängen erzeugt. Der Wein hat eine feste Struktur, die ihn lange lagerbar machen sollte, das Aroma erinnert an reife Früchte mit einer buttrigen und mineralischen Note.

Die Weintrauben, die in Sorten getrennt angebaut werden, wurden vor der Entstielung auf 8°C abgekühlt. Nach 48 Stunden Klärung wurde nur vollständig geklärter Most abgezogen, danach folgte der Abzug in die französischen Bariques, Inokulation der Weinhefen und Gärung. nach der Fermantation und dem Ablauf der Milchsäuregärung folgte eine zwölfmonatige Lagerung im Kontakt mit Trub durch wöchentliches Heben. Die Reifung verlief ebenfalls getrennt nach Sorten, wobei der Chardonnay in neuen, Rebula und Pikolit in ein Jahr alten Fässern 6 Monate reifen durfte.

Der A+ weiß passt zu gegrilltem Tintenfisch, Risotto mit Trüffeln, Käse mit Edelschimmel.

Natürlich sind auch Stahltanks im Einsatz
Motnik 2011

Mit dem Motnik versucht man modernen Wein mit alten Traditionen zu vereinen. Wie schon erzählt, wurden früher die Fässer sorgfältig mit dem Rauch lokaler Kräuter aus der Brda desinfiziert. Der Önologe Darinko Ribolica und der Kellermeister Igor Skubin erforschten diese Tradition und interpretierten sie für den Motnik neu. Es entstand eine limitierte Auflage, die nach altem Verfahren hergestellt wurden: ein Rebula mit Kräuternote, der neben einem einzigartigen Geschmack auch ein hohes Alterungspotential mitbringt.

Vinska Klet ist stolz auf ihren Rebula und so überrascht es auch nicht, dass fast alle Weine im Angebot zumindest einen Teil der Traube beinhalten. Ich war wieder überrascht, wie unterschiedlich und vielfältig im Geschmack dieser Wein ausgebaut werden kann. Wenn auch nicht alle Weine zu meinen Favoriten gehören, - mit den Motnik konnte ich leider überhaupt nichts anfangen, obwohl es interessant war ihn zu verkosten – gibt es dennoch einige Tröpfchen, die ich gerne immer wieder im Glas sehen und natürlich auch schmecken möchte. Dazu gehören insbesondere der Schaumwein Peneča Rebula und der Merlot Bagueri, die mich beide sehr begeisterten. Da aber Gusto und Ohrfeigen – wie es im Wienerischen so schön heißt - immer verschieden sind, empfehle ich einfach beim größten Rebula-Hersteller vorbei zu schauen, zu kosten, den eigenen Lieblingswein herauszufinden und zu genießen ….

Besuchen Sie Vinska Klet, kosten und genießen Sie

Plan

checked by Enrico
Vinska Klet „Goriška Brda“

5212 Dobrovo, Zadružna cesta 9
Tel: +386 5 33 10 100
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.klet-brda.si

 

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