Das Gebiet des heutigen Staates Slowenien wurde bereits in der Vor- und Frühgeschichte besiedelt –die ersten Steinwerkzeuge, die in den Höhlen von Loza (in der Nähe von Postojna) gefunden wurden, stammen aus der Zeit um 250.000 v. Chr. In der Bronzezeit errichteten Menschen Pfahlbausiedlungen in einem Moorgebiet in der Nähe der heutigen Hauptstadt Ljubljana, die Illyrer errichteten um 1200 Siedlungen auf Hügelkuppen, die von den Kelten im 3.Jahrhundert v.Chr. zerstört wurden. Um diese Zeit wurde Aegida (das heutige Koper) von griechischen Kaufleuten als Stützpunkt an der nördlichen Adria gegründet.

Immer wieder hatte das Gebiet mit durchziehenden Heerscharen, verschiedenen Herrschaftsansprüchen und oftmals wechselnden Regenten zu kämpfen.

Vom 3. bis zum 1. Jahrhundert v.Chr. siedelten hier die Taurisker – ein keltischer Stammesverband. Um 225 v.Chr. erlitten diese im Verbund mit anderen keltischen Stämmen eine schwere Niederlage gegen die Römer. Die nicht an der Schlacht beteiligten Taurisker siedelten an der oberen Save und handelten in der Folge mit den Römern – vor allem mit Gold. Doch das Gebiet stand nicht nur unter römischen Einfluss: Boier, Daker, Latobiker kämpften mit oder gegen die Taurisker um die Vorherrschaft. Tiberius schließlich befriedete das Gebiet der Taurisker und das Königreich Noricum im Jahre 9 v.Chr. und teilte es in die Provinzen Noricum, Pannonien und Damatia. Zentrum und Hauptstadt Noricums war Virunum auf dem Zollfeld im heutigen Kärnten. Aus den Militärlagern entwickelten sich die ersten Städte: Emona (Ljubljana), Piranum (Piran), Claudia Celeia (Celje) und Poetovio (Ptuj).

Die Römer förderten die Kupfer- und Eisenindustrie, bauten ein umfangreiches Straßennetz und erfreuten sich der vielen Thermalquellen – die Region hatte durch die Landverbindung zwischen Mittel- und Südosteuropa und Italien eine wichtige verkehrspolitische und strategische Funktion.

Während der Völkerwanderung wurde das Gebiet des heutigen Sloweniens von den unterschiedlichsten Volksgruppen besetzt, darunter Langobarden, Goten, Awaren, Wandalen, Franken und Hunnen.

In der Mitte des 6.Jahrhunderts drängten die Awaren die Langobarden Slowenien zu verlassen und besiedelten danach das Gebiet gemeinsam mit slawischen Stämmen. Daraus entstand das Fürstentum Karantanien, das in den folgenden Jahrhunderten das politische Geschehen prägte. Den Franken unter Karl dem Großen gelang es 788 die Eigenständigkeit des Fürstentums zu beenden und Karantanien zu erobern. Deutsche Siedler nutzen die Ostkolonisation und wanderten im 10.Jahrhundert nach Slowenien ein und bildeten bald die Mittel- und Oberschicht. Handel, Kirche und Politik wurden von ihnen dominiert.

976 wurde Karantanien als Folge eines Streites zwischen Heinrich dem Zänker und Otto II. zum Herzogtum Kärnten erhoben, mit den abhängigen Marken Krain und Steiermark. Die slowenischen Bauern verloren damals ihre Freiheit fast völlig an die Grundherren. Die Eppensteiner (1000-1122), die Spanheimer (1122-1269) und die Andechs-Meranier (1173-1209) stellten die Herzöge, bis diese Geschlechter ausstarben und die Regentschaft der Habsburger begann, wobei das Herzogtum Krain zunächst das Kerngebiet bildete.

Einzig die Grafschaft der Sanegg in Cilli (Celje) konnte sich im 14. und 15. Jahrhundert gegen die Habsburger behaupten. Der bekannteste Graf war Hermann II., dessen Sohn 1436 in den Reichsfürstenstand erhoben und dadurch von der Feudalherrschaft der Habsburger befreit wurde. Durch kluge Heiratspolitik waren große Teile Sloweniens und Kroatiens in Hand dieser Familie, so war auch die Tochter Graf Hermanns II., Barbara, mit dem deutschen Kaiser Sigismund (1387 König von Ungarn und 1420 König von Böhmen) verheiratet. Der letzte des Grafengeschlechts, Ulrich von Cilli, kam 1456 bei einem Anschlag durch Ladislaus Hunyadi ums Leben. Durch seine Kinderlosigkeit fiel das gesamte Gebiet an die Habsburger.

1473 kommt es zu Bauernunruhen und Aufständen, die sich nahezu über 100 Jahre hinziehen. Das Land wird durch feudale Unterdrückung und häufige Türkeneinfälle ausgeblutet, wendet sich der Reformation zu und es beginnt sich ein slowenisches Nationalbewusstsein zu entwickeln. Primož Trubar lässt 1551 in Tübingen einen Katechismus und eine Fibel in slowenischer Sprache drucken, Adam Bohorič verfasst eine slowenische Grammatik. Doch mit militärischer Gewalt und Inquisition wird das Gebiet rekatholisiert.

Unter der Regierungszeit von Maria Theresia (1740 – 1780) erlebt das Land einen ökonomischen Aufschwung: Verwaltung und Besteuerung wird reformiert, die allgemeine Schulpflicht mit slowenischen Unterricht in den ersten Klassen wird eingeführt. Joseph II., ihr Sohn, schafft 1782 die Leibeigenschaft ab und gibt jeden das Recht auf freie Religionsausübung. 1797 erscheint die erste Zeitung in slowenischer Sprache: Ljubljanske Novice.

1809 besetzt Napoleon Krain, Istrien, den Westteil von Kärnten und Dalmatien und fasst sie zu den Illyrischen Provinzen mit der Hauptstadt Laibach (Ljubljana) zusammen. Er schafft die Feudalherrschaft gänzlich ab, befreit die restlichen unfreien Bauern, baut Schulen und Straßen und legt den Grundstein für die Industrialisierung. Nach seiner Niederlage fällt das Gebiet auf dem Wiener Kongress wieder an die Habsburger und wird sogar bis Dalmatien und Venetien ausgedehnt.

Der wirtschaftliche Aufschwung beginnt: Weinbau, Bergbau und Textilindustrie wird ausgebaut. 1849 wird die Eisenbahnlinie Wien – Laibach eröffnet, die über Marburg und Cilli führt. 1857 sind auch Triest und Postojna (Adelsberg) angeschlossen. Aber auch in Slowenien verlangen die Menschen mehr Unabhängigkeit und Gleichberechtigung in der Donaumonarchie.

Mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand am 28.Juni 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. Slowenen kämpfen auf Seiten der k.u.k. Armee zuerst vorwiegend an der russischen Front (Josip Broz Tito gerät in russische Gefangenschaft), mit dem Kriegseintritt Italiens auch an der Isonzo Front. Während der zwölf Isonzoschlachten verlieren über eine Million Soldaten ihr Leben.

Am 6. Oktober 1918 – nach dem Zerfall des Habsburgerreiches, bildet sich in Zagreb der Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben, der die Loslösung von Österreich-Ungarn vollzieht und das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen noch im selben Jahr proklamiert. Slowenien muss allerdings im Vertrag von Rapallo weitere westliche Landesteile (Karst und Küste) endgültig an Italien abtreten und verliert einige Regionen an Kärnten.
Im neuen Königreich entstehen sehr bald Spannungen unter den unterschiedlichen Gruppierungen. 1929 wird die Königsdiktatur ausgerufen, der Name des Staates wird in Jugoslawien geändert. König Alexander wird 1934 in Marseille ermordet, der minderjährige Peter inthronisiert, die Regierungsgeschäfte führt jedoch sein Onkel Paul.

Anfangs des Zweiten Weltkrieges gelingt es Jugoslawien noch seine Neutralität zu wahren, doch am 25. März 1941 gibt Paul den Erpressungsversuchen der faschistischen Achsenmächte nach. Zwei Tage später erfolgt ein Staatsstreich der serbisch dominierten Militärführung, die den siebzehnjährigen Peter zum Regierungschef machen und den Austritt aus dem Bündnis erklären. Der Bombenangriff am 6. April 1941 durch das Deutsche Reich bringt den Krieg nach Jugoslawien. Deutsche und Italienische Truppen überschreiten die Grenze zu Slowenien und am 17.April 1941 wird die königliche-jugoslawische Armee zur Kapitulation gezwungen. Slowenien wird aufgeteilt: Der Süden und Westen bis einschließlich Ljubljana wird von Italien besetzt, Ungarn erhält das Prekmurjegebiet im Nordosten und die deutsch besetzten Gebiete Kärntens, der Krain und Untersteiermarks waren zur formellen Eingliederung in das Deutsche Reich vorgesehen.

Schon bald formiert sich Widerstand: Kommunisten, linke Katholiken und bürgerliche Intellektuelle gründen am 26. April 1941 die slowenische Befreiungsfront (Osvobodilna Fronta - OF), die mit dem Aufbau einer Partisanenarmee beginnt. Erst nach dem Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion nimmt der kommunistische Widerstand zu und bald gelingt es ihm die volle Kontrolle der OF zu übernehmen. Auf dem Gebiet des heutigen Sloweniens kommt es zu massiven Menschenrechtsverletzungen.

Am 29.November 1945 wird die Demokratische Föderative Volksrepublik Jugoslawien gegründet, ab 1963 nennt sie sich Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien. Partisanengeneral Josip Brod, genannt Tito kommt an die Macht, gewinnt bei Wahlen im November 90% der Stimmen. Jugoslawien hält enge Verbindung zur Sowjetunion, kann aber größtenteils seine Eigenständigkeit erhalten. Slowenien wird eine von sechs Teilrepubliken.

Titos autoritäre Führung hielt den Vielvölkerstaat mit seinem Völker-, Religions- und Sprachgemisch zusammen. Nach seinem Tod 1980 zerbricht die fragile Einheit – die ethnischen Konflikte nehmen immer mehr zu (Kosovo-Konflikt 1981).

Am 25.Juni 1991 erklärt Slowenien seine politische Unabhängigkeit und löst damit eine militärische Intervention der Jugoslawischen Volksarmee aus. Im sogenannten 10-Tage-Krieg kann jedoch eine Besetzung Sloweniens verhindert werden. Da keine größeren Zerstörungen erfolgten, kommt die slowenische Wirtschaft schnell wieder in Schwung.

Deutschland und Österreich erkennen die slowenische Unabhängigkeit als erste europäische Länder an. Das Land stabilisiert sich schnell.

Seit 1.Mai 2004 ist Slowenien Mitglied der Europäischen Union, am 1. Jänner 2007 löste der Euro den slowenischen Tolar als Zahlungsmittel ab.

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