Pressburg, heute Bratislava genannt, früher auch Pozsonyi, ist eine alte Krönungsstadt und weist dadurch nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Kulinarik eine reiche Tradition auf.

Hier wurde niemand geringerer als Maria Theresia zur Königin von Ungarn gekrönt – hier schworen die ungarischen Magnaten ihr die Treue zu halten und ihr Land zu verteidigen.

Die Pressburger Kipferl (ich kannte sie zuerst einfach als Nusskipferl) sind eine Delikatesse, die nun seit August 2012 als Marke geschützt sind. Aber egal, wichtig ist, dass es sie in zwei Sorten gibt – mit Mohn- und mit Nussfüllung – und dass man an ihrer Form die Füllung erkennen kann: die Mohnkipferl sehen aus wie ein Hufeisen, die Nusskipferl gleichen mehr einem C.

Die Pressburger Nusskipferl bilden ein C

Erwähnt wurden die Spezialitäten bereits im Jahre 1599 in Buch der Meister der Pressburger Bäckerzunft. Dort wurde erwähnt, dass alle Bäcker die am Ostermontag Bretzel backen auch die Bajgel, wie die Kipferl damals genannt wurden, backen sollten.

Die Kipferl mit Mohnfüllung haben die Form eines Hufeisens

1785 wurden die Kipferl laut der Bäckerzunft bei der Bäckerei „Bei Scheuermann“ in der Nähe des Hauptplatzes verkauft. Schließlich berichtet auch die Stadtzeitung 1876 in einem Artikel über die ausgezeichneten Kipferl. Heute gelten sie als Spezialität und gehören zu Bratislava wie die Sachertorte zu Wien. Am besten verkostet man sie gleich vor Ort.

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