Kaum eine andere Weinrebe hat in Österreich eine so wechselseitige Geschichte: als Retter aus Amerika geholt, verteufelt, verboten kommt der Uhudler jetzt wieder mehr und mehr in Mode.

Stimmung in der Buschenschank (Foto © Weinidylle)
1860 wurde von der Ostküste Amerikas über London die Reblaus nach Frankreich eingeschleppt und führte dazu, dass auch hier in Österreich fast dem gesamten Rebenbestand die Vernichtung drohte. Die Rettung kam dann ebenfalls aus Amerika – von dort wurden gegen die Reblaus resistente Rebstöcke wie Ripatella, Delaware, Concord oder Elvira importiert und mit heimischen Sorten veredelt. Einige wenige Winzer ließen die amerikanischen Reben aber in ihrer ursprünglichen Form gedeihen – die „Direktträger“ waren entstanden. Schon damals wurden alle Kreuzungen aus diesen Direktträgern unter dem Namen Uhudler verkauft.

Uhudler on Ice (Foto © Weinidylle)

Dieser kam jedoch bald in Verruf: so hieß es, er mache blind und verursache Siechtum und Hysterie. 1936 wurde sogar ein Auspflanzungsverbot für Direktträgerweine verhängt und damit verschwand der Uhudler aus den meisten Regionen. Alle Winzer hielten sich daran? Nein! Im Südburgenland kämpft seit damals eine Gruppe von Winzern um seine Rehabilitierung und konnten erreichen, dass das Verbot einige Gutachten später in den 1990er Jahren wieder aufgehoben wurde. Heute gilt der Uhudler als edles Naturprodukt da seine Reben sehr widerstandfähig sind und keinerlei Pflanzenschutzmittel benötigen.

Wie der Uhudler zu seinem Namen kam

Um die Namensfindung des Uhudlers ranken sich viele Legenden. Eine davon – und sie scheint durchaus glaubwürdig – besagt, dass die Winzer während der Zeit der Weinlese viel Zeit in den Kellern verbracht haben und sich dann nach der Arbeit in gemütlicher Runde das eine oder andere Gläschen Wein gönnten. Schließlich musste man ja auch die Entwicklung seiner Arbeit kontrollieren. Wenn sie dann abends oder vielleicht noch etwas später mit dunklen Augenringen heimkehrten, schimpften ihre Frauen: „Du schaust schon wieder aus wie ein Uhu!“ – Und wer wurde für dieses Aussehen verantwortlich gemacht? Genau – der Uhudler …

Uhudler Vinothek (Foto © Weinidylle, Südburgenland Tourismus)

Einzigartig – Uhudler!

Es ist ein variantenreicher Wein: je nach Sorte und Herkunft variiert die Farbe von strohgelb bis hellgelb beim weißen Uhudler und der Rote zeigt sich vom zarten Rosa, über helles kirschrot bis zu ziegelrot. Typisch ist aber allen „Farbausprägungen“ der intensive Geruch nach Waldbeeren und ein fruchtiges Aroma, das sich weich auf Gaumen und Zunge legt, wobei der Abgang überraschend herb ausfällt. Der Uhudler ist damit auch ein idealer Begleiter zu einem deftigen Abendmahl.

Uhudler entdecken

Stegersbach (Foto © Golf- und Thermenregion Stegersbach)

Besucher der Thermenregion Stegersbach können hier so manches Weingut entdecken, das sich ganz dem Uhudler verschrieben hat und auch in den traditionellen Buschenschenken darf er auf der Weinkarte nicht fehlen. Dazu kommen noch einige ganz spezielle Schmankerl rund um den Uhudler, ob als Frizzante, in der Wurst, oder auch im Uhudler Parfait. Lassen Sie sich einfach überraschen und kosten Sie sich durch die Spezialitäten – mit einem Glas Uhudler.

Interessante Links:
www.uhudlerei-mirth.at/
www.stegersbach.at