Auch die Geschichte Österreichs ist eng mit Ihren Nachbarländern verknüpft. Sie reicht vom kleinen Babenberger Herzogtum bis zum Habsburgischen Weltreich, um dann wieder zu einem kleinen Gebilde, der Republik zu schrumpfen, der anfänglich nicht einmal die eigene Bevölkerung eine große Überlebenschance zubilligte…

Ein Überblick:

Die ältesten Spuren auf dem Gebiet des heutigen Österreichs stammen aus der Zeit des Neandertalers, etwa vor 70.000 Jahren, aus der Gudenushöhle in Niederösterreich. Die Venus von Willendorf (26.000 Jahre alt, 11cm groß und aus Kalkstein) und die Venus vom Galgenberg (32.000 Jahre alt, 7,2cm, eine Reliefplastik aus Schiefer) sind die ältesten Kunstwerke die in Österreich gefunden wurden (beide Figuren sind im naturhistorischen Museum in Wien ausgestellt)

In Brunn am Gebirge gab es Funde der Linienbandkeramik, rund um die Alpenseen konnte man aus der Kupferzeit die Pfahlbauten der Mondseekultur nachweisen, Hallstatt und sein Salzreichtum führte in der älteren Eisenzeit zur Blüte der Hallstattkultur. Die Laténe Kultur ist in der jüngeren Eisenzeit vorherrschend.

Die Noriker (ein Zusammenschluss mehrerer keltischer Stämme) bilden mit der Region Noricum das erste Staatsgebilde auf österreichischen Boden (im Süden und Osten des heutigen Österreichs, der Westen war von rätischen Stämmen besiedelt). Dürnberg und Hallein werden zu keltischen Salzmetropolen, während im Osten Österreich in der Oberpullendorfer Bucht (Burgenland) das Ferrum Noricum (das norische Eisen) erzeugt wird, das vor allem bei den Römern großes Ansehen genießt.

Um 15 v.Chr. ist der größte Teil Österreichs von den Römern besetzt. Claudius (41-54 n.Chr.) richtet die Provinz Noricum ein.

284 – 305 Diokletian teilt die Provinz entlang des Alpenhauptkammes in eine nördliche (Ufer Noricum) und eine südliche (Noricum Mediterraneum – Binnennoricum) auf. Die Donau bildet mit dem Donaulimes die Grenze zu den nördlichen Teilen Ober- und Niederösterreichs, die von den Germanen (Markomannen und Quaden) besiedelt sind. Carnuntum ist die größte römische Stadt in diesem Gebiet.

2 Jht. n.Chr.: Die Bajuwaren besiedeln das Gebiet und das Christentum beginnt sich durch die Missionierung vor allem von Rupert und Vergil immer weiter auszubreiten.

Ab dem 5.Jht.: die Römer werden immer mehr von germanischen Stämmen bedrängt – die Völkerwanderung setzt ein

408 dringen die Goten unter Alarich I. in Noricum ein

Ab 472 Ostgoten und Alemannen versuchen das Land zu erobern, scheitern aber

476 Odoaker setzt den römischen Kaiser ab, behält aber die römische Verwaltung bei. Nach dem Tod Theoderichs zerbricht das Reich der Goten.

Ab dem 6.Jht erfolgt die kontinuierliche Besiedelung durch die Bajuwaren; von Osten ziehen Slawen, die durch Awaren bedrängt werden, entlang der Drau immer weiter nach Westen, werden um 610 von den Bajuwaren aufgehalten.

Um 600 entsteht der erste unabhängige Slawenstaat: Karantanien mit dem Zentrum Zollfeld, während der nördliche Alpenraum bairisches Stammesherzogtum unter fränkischer Oberhoheit darstellt. Östlich davon und im heutigen Böhmen siedeln Awaren und später Slawen.

In der 2.Hälfte des 8.Jht zerbricht Karantanien und kommt unter fränkische Oberhoheit.

Um 800 errichtet Karl der Große eine Grenzmark im heutigen Niederösterreich zwischen Enns, Raab und der Donau (Awarenmark) südlich davon liegt die Mark Karantanien.

976-1156 Markgrafschaft Österreich: Leopold aus dem Geschlecht der Babenberger wird mit der Mark belehnt
996 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung des Namen Ostarrichi.

1156-1246 Österreich wird durch das Privilegium Minus zum Herzogtum und erreicht damit die Unabhängigkeit von Baiern innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Heinrich Jasomirgott wird 1.Herzog von Österreich und macht 1156 Wien zur Residenzstadt.

1192 Herzogtum Steiermark (Traungau Oberösterreich, Grafschaft Pitten im südlichen Niederösterreich, sowie große Gebiete im heutigen Slowenien) geht durch den Vertrag von 1186 (Georgenberger Handfeste) nach dem Tod Ottokars IV an die Babenberger.

1246 stirbt die männliche Linie der Babenberger mit dem Tod Friedrich II aus. Ottokar Přemysl, König von Böhmen wird von den Ständen ins Land geholt, um die Wirren zu beenden und setzt sich als Nachfolger durch.
1278 besiegt Rudolf von Habsburg Ottokar in der Schlacht am Marchfeld und beendet so die Machtbestrebungen Ottokars.

1335 beerben die Habsburger die Meinhardiner in Kärnten und Krain und 1363 fällt Tirol von Margarethe von Tirol an Herzog Rudolf IV – der dadurch entstandene Länderkomplex wird Herrschaft zu Österreich genannt
Rudolf IV ist einer der umtriebigsten Herrscher im Spätmittelalter. Er veranlasst die Fälschung des Privilegius Magnus, womit Österreich zum Erzherzogtum erhoben wird und eine Reihe von Privilegien erhält.

1452 wird er zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt und nennt sich fortan Friedrich III.

1453 wird das Privilegium Magnus von ihm bestätigt.
Das gesamte 15.Jht. ist durch Erbteilungen und Familienstreitigkeiten gekennzeichnet, erst Friedrich V. gelingt es die Länder wieder zu vereinen, da er alle Gegner überlebt und dadurch beerbt.

1477 heiratet sein Sohn Maximilian Maria von Burgund. Nach ihrem frühen Tod nimmt er die bretonische Prinzessin Anna von Bretagne zur Frau, die einen Erbanspruch auf die Bretagne besitzt. Nur die Intervention Frankreichs verhindert die Machtübernahme der Habsburger.

1496 verheiratet Kaiser Maximilian seinen Sohn Philip mit der Prinzessin Johanna von Kastilien und Aragon und sichert damit den Habsburgern das Erbrecht auf Spanien, Neapel, Sizilien, Sardinien und auf die spanischen Kolonien. (Bella gerant alii, tu felix austria nube! – Kriege mögen andere führen, Du glückliches Österreich heirate!)

1499 Ende des Schwabenkrieges – die Habsburger verlieren ihr Stammland mit der Habichtsburg

1500 Maximilian erbt die Grafschaft Görz, sein Sohn Philip der Schöne wird zum König von Spanien

1519 Karl V. wird gekrönt – gilt als der mächtigste Habsburger aller Zeiten

1521 Karl V. übergibt die österreichischen Länder seinem Bruder Ferdinand I. – dieser heiratet Anna, die die Erbrechte auf Böhmen und Ungarn besitzt

1526 Ferdinand I. erbt die Königreiche Ungarn und Böhmen (mit Mähren, Schlesien und Lausitz)

1529 1. Türkenbelagerung von Wien. Die Belagerung wird von den Osmanen aufgrund des einbrechenden Winters abgebrochen – es folgt ein fast 200jähriger permanenter Kleinkrieg.

1531 Ferdinand I. wird zum römisch deutschen König gewählt

1555/56 Karl V. dankt nach dem Augsburger Religionsfrieden ab – es erfolgt eine Teilung der Habsburgischen Besitzungen in eine spanische und eine österreichische Linie. Diese stellt bis 1806 fast ununterbrochen den römisch-deutschen Kaiser.

1600 Die Re-Katholisierung setzt ein, nachdem fast alle österreichischen Länder (mit der Ausnahme von Tirol) fast geschlossen zum Protestantismus übergetreten waren.

1683 2.Türkenbelagerung von Wien. Durch das Entsatzheer unter dem Oberbefehl des Königs von Polen – Johann III. Sobieski – können die Osmanen zurückgeworfen werden.

1683-1699: Karl Lothringen und Prinz Eugen von Savoyen gelingt es die Osmanen zu besiegen

1700 die spanische Habsburgerlinie stirbt aus – spanischer Erbfolgekrieg

1713 Frieden von Utrecht: Spanien geht verloren, aber die Nebenlande (Spanische Niederlande, Neapel, Lombardei) gehen an die Habsburger. Karl VI bestimmt mit der Pragmatischen Sanktion die Unteilbarkeit und Untrennbarkeit der Monarchie. Die einheitliche Erbfolge nach dem Prinzip der Primogenitur (nur der Erstgeborene tritt das Erbe an) und die subsidiäre weibliche Erbfolge werden damit geregelt

1716-1718 die Türken werden bis hinter Belgrad zurückgeworfen. Die Habsburger erhalten Nordbosnien, Nordserbien (ungefähr die heutige Vojvodina), das Banat und die kleine Walachei. Sardinien wird gegen Sizilien getauscht.

1740 Maria Theresia tritt nach dem Tod Karls VI. die Herrschaft an – durch die Heirat mit Franz Stephan von Lothringen wird die Dynastie von Habsburg-Lothringen gegründet. In den folgenden österreichischen Erbfolgekrieg geht ein Großteil Schlesiens an Preußen verloren.

Maria Theresia führt etliche Reformen durch:

  • Sonderrechte in der Monarchie werden eingeschränkt
  • Nebenländer verlieren das Recht auf eine eigene Verwaltung
  • Stände verlieren ihr Mitspracherecht bei Entscheidungen der Regierung
  • Justiz und Verwaltung werden getrennt
  • Hofkammern der österreichischen und böhmischen Länder werden zu einer zentralen Finanz- und Militärbehörde vereint
  • Adel wird zum Dienst für die Monarchie verpflichtet
  • Einführung der Schulpflicht

Der ungarische Adel behält seine Privilegien. Galizien, Lodomerien, der Banat und Siebenbürgen werden verstärkt besiedelt. Die wichtigste Einwanderergruppe sind die Donauschwaben.

1765 Joseph II. (Sohn Maria Theresias) wird zum Mitregenten ernannt und führt die Reformbestrebungen weiter (Josephinismus – aufgeklärter Absolutismus). Er öffnet bisherige Privatparks des Kaiserhofes für die Bevölkerung (Prater), schafft 1781 die Leibeigenschaft ab, schließt Klöster, die keine Leistungen für die Allgemeinheit erbringen

1779 Frieden von Teschen: das Innviertel kommt zu Österreich

1785 Der Versuch, die österreichischen Niederlande gegen Bayern einzutauschen scheitert.

1773 und 1795 Teilung Polens. Österreich erhält Galizien mit dem Gebiet um Lemberg – gründet Königreich von Galizien und Lodomerien.

1792 Leopold II., Bruder und Nachfolger von Joseph stirbt überraschend mit 42 Jahren
Leopolds Sohn Franz II. (Franz I. von Österreich) friert die aufklärerischen Ansätze unter dem Schock der französischen Revolution ein und betreibt „Reaktionspolitik“. Österreich gerät in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung gegenüber Preußen, England und Frankreich im Zeitalter Metternichs immer mehr ins Hintertreffen und wird schließlich in die Napoleonischen Kriege verwickelt.

1804 Kaiserkrönung Napoleons – Franz II. ruft als Reaktion das Kaiserreich Österreich aus

1805 Frieden von Preußen: Österreich muss große Gebiete abtreten – unter anderem Venetien, Tirol und Vorarlberg. Salzburg kommt zu Österreich

1810 Marie Louise, Tochter Kaiser Franz I. wird mit Napoleon I. verheiratet

1813 Napoleon wird in der Völkerschlacht bei Leipzig von österreichischen, russischen und preußischen Truppen geschlagen

April 1814 Napoleon dankt ab, im September beginnt der Wiener Kongress zur Neuordnung Europas, Österreich erhält viele verlorene Gebiete zurück und tauscht die schwäbischen Vorlande gegen das Erzbistum Salzburg

März 1815 Napoleon kehrt aus seinem Exil in Elba nach Frankreich zurück

Juni 1815 Niederlage Napoleons bei Waterloo

1815 Gründung des Deutschen Bundes unter ständigem Vorsitz Österreichs als Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches und der „Heiligen Allianz“ zwischen Preußen, Österreich und Russlands.
In den folgenden Jahren nehmen die nationalen Bewegungen im Vielvölkerstaat Österreich ständig zu.

1948 Uneinigkeit und Russland retten das Kaisertum in der Revolution vor dem Zusammenbruch. Demonstrationen für Pressefreiheit und Geschworenengerichte werden blutig niedergeschlagen. Metternich wird entlassen und flieht nach England. Zensur wird aufgehoben.

25.4.1848 Pillersdorfer Verfassung wird verkündet, die allerdings nie in Kraft tritt.
Aufstände und Revolutionen in allen Teilen der Monarchie.

1.11.1848 Wiener Oktoberaufstand wird von kaisertreuen Truppen niedergeschlagen – 24 Revolutionäre werden hingerichtet
Ferdinand I. dankt in Olmütz zu Gunsten seines Neffen Joseph Karl ab (Franz Joseph I.) – Phase des Neoabsolutismus

1853 Krimkrieg: Bündnis mit Russland wird schwer erschüttert

1866 Niederlage von Königgrätz führt zur Auflösung des Deutschen Bundes, Norddeutscher Bund ohne Österreich wird gegründet, Venetien geht wieder verloren

1867 Infolge des Ausgleichs mit dem Königreich Ungarn wird die Österreich-Ungarische Monarchie (k.u.k Monarchie) gegründet. Ungarn wird gleichberechtigter Teilstaat in einer Realunion mit Österreich, Franz Joseph I. Apostolischer König von Ungarn.

21.12.1867 Dezemberverfassung für Cisleithanien (nicht-ungarische Kronländer) Die Nationalbestrebungen erhalten weiterhin große Zulauf, Österreich-Tschechischer Ausgleich wird angestrebt

1880 Zweisprachigkeit wird in Böhmen und Mähren eingeführt

1878 Bosnien Herzegowina wird von Österreich verwaltet

1879 Zweibund mit Deutschland

1882 Dreibund mit Italien

um 1900 Blütezeit der österreichischen Wirtschaft und Kultur, Böhmen und Mähren werden zu industriellen Zentren, Wiener Moderne (Fin de Siecle) Johann Strauß, Gustav Mahler, Sigmund Freud, Ernst Mach, Otto Wagner, Gustav Klimt, Karl Kraus, Arthur Schnitzler leben und arbeiten in Wien

1907 Erste Reichstagwahl: jeder erwachsene, männliche Staatsbürger ist wahlberechtigt – Christlich-Soziale Partei gewinnt die Wahl

1908 Die Annexion von Bosnien Herzegowina führt zu Spannungen mit dem Königreich Serbien

28.6.1914 Der serbische Nationalist Gavrilo Princip verübt in Sarajewo Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand.

1914-1918 1.Weltkrieg. Die europaweit bestehenden Bündnissysteme treten in Kraft, k.u.k Armee ist nicht auf Krieg vorbereitet und in ihrer Ausstattung veraltet. Krieg wird für Österreich-Ungarn ein Desaster.
November 1916 Tod von Kaiser Franz Joseph I, Karl I wird Nachfolger

16.10.1918 Karl unternimmt Versuch kaiserliches Österreich als Föderation zu erhalten; allerdings besteht kein Interesse mehr an einem monarchischen Bundesstaat – Gründung eigener Staaten.

30.10.1918 provisorische Nationalversammlung von Deutschösterreich bestellt eigene Regierung und notifiziert dies am 6.11.1918 beim amerikanischen Präsidenten Wilson, jedoch nicht beim Kaiser

11.11.1918 Kaiser Karl entlässt die k.u.k.-Regierung und verzichtet auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften

12.11.1918 Die Nationalversammlung ruft die Republik aus
Slowenen in Südkärnten wollen sich dem neuen slawischen Staat anschließen, das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen besetzt daraufhin Südkärnten militärisch. Der Kärntner Abwehrkampf ist zwar militärisch aussichtslos führt aber zu einer Volksabstimmung auf Wunsch der Siegermächte, die zu Gunsten eines Verbleibs von Kärnten bei Österreich ausgeht. Vorarlberg möchte sich der Schweiz anschließen, diese lehnt jedoch ab.

1919 Frauenwahlrecht wird eingeführt
März 1919 Ex-Kaiser Karl muss Deutschösterreich verlassen, da er nicht formell abgedankt hat, im April werden das Habsburger- und das Adelsaufhebungsgesetz beschlossen

21.10.1919 Ratifizierung des Friedensvertrages von Saint-Germain durch das Parlament.

1920 Verfassung (Hans Kelsen) wird beschlossen

1921 Deutsch-Westungarn wird mit dem Namen Burgenland das 8.Bundesland von Österreich

1922-1924 Amtszeit Bundeskanzler Ignaz Seipel. Er vereinbart mit dem Völkerbund die „Genfer Sanierung“ für das inflationsgeschüttelte Land – das „Anschlußverbot“ an Deutschland wird bekräftigt

1922 Wien wird als eigenes Bundesland ausgegliedert

1.3.1925 Einführung des Schillings

1926 Postsparkassenskandal

1927 Polarisierung der politischen Gruppen nimmt zu – Schutzbund demonstriert in Schattendorf (Burgenland) gegen die Heimwehr. Es kommt zu bewaffneten Auseinandersetzungen: ein Kind und ein krieginvalide werden getötet. Der Freispruch der Täter löst die Julirevolte und den Justizpalastbrand aus. Polizeipräsident Johann Schober gibt Schießbefehl.

1930 Nationalratswahlen: Sozialisten werden stimmenstärkste Partei.
Beim „Korneuburger Eid“ schwören die Teilnehmer (Mitglieder der Heimwehren) dem „westlichen, demokratischen Parteienstaat“ ab und bekennen sich zu einer autoritären Politik unter der Führung Starhembergs

1931 drohender Zusammenbruch der Kreditanstalt

1932 neuerliche Völkerbundanleihe

1933 Hohe Arbeitslosigkeit, ein Drittel der Arbeitskräfte ist auf Arbeitssuche, Pattstellung einer Abstimmung nutzt Bundeskanzler Engelbert Dollfuß für die „Selbstausschaltung des Parlaments“ und regiert ohne Parlament. Versammlungs- und Aufmarschverbot, Weidereinführung der Zensur, Auflösung des Schutzbundes, Aussetzung aller Wahlen, Auflösung der Kommunistischen Partei und der NSDAP

1934 Nach einer Hausdurchsuchung in einem Parteiheim der sozialistischen Partei kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzung (Februaraufstand), der aber niedergeschlagen wird. Die sozialdemokratische Parteileitung flüchtet in die Tschechoslowakei, die Partei wird verboten, einige Februarkämpfer werden standgerichtlich zum Tod verurteilt und hingerichtet

1.5.1934 „Autoritäre“ Maiverfassung – Republik wird zum Bundesstaat Österreich

25.7.1934 „Juliputsch“ durch Nationalsozialisten. Engelbert Dollfuß wird angeschossen und verblutet, da ärztliche Hilfe verweigert wird. Aufstand wird von Polizei und Bundesheer nach wenigen Tagen niedergeschlagen. Bundespräsident Miklas betraut Kurt Schuschnigg mit dem Amt des Bundeskanzlers.

Juli 1936 Abkommen mit dem Deutschen Reich: Amnestie für 17.000 österreichische Nationalsozialisten, Vertrauensleute werden in die Regierung aufgenommen, nationalsozialistische Zeitungen wieder zugelassen.

Februar 1938 Hitler (inzwischen Reichskanzler) fordert die Aufhebung des NSDAP-Verbotes und die Beteiligung der österreichischen Nationalsozialisten an der Regierung unter Androhung des Einmarsches durch die Wehrmacht – Schuschnigg beugt sich dem Diktat.
Die von Schuschnigg vorbereitete Volksabstimmung für ein freies, unabhängiges, deutsches und christliches Österreich verhindert Hitler, indem er Miklas zwingt den Nationalsozialisten Seiß-Inquart zum Bundeskanzler zu bestellen.

12.3.1938 Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich. Die reibungslose und zum Teil bejubelte Machtübernahme veranlasst Hitler am 13.3 den sofortigen Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich zu verkünden.

1.5.1939 Ostmarkgesetz bestimmt die komplette Auflösung österreichischer Zentralstellen.
Mit der Errichtung des Konzentrationslagers Mauthausen/Gusen und Außenstellen wird begonnen. Der Krieg fordert unzählige Todesopfer in der Wehrmacht und bei Zivilpersonen, in Gestapohaft und in den Konzentrationslagern, mehr als 100.000 jüdische Österreicher mussten fliehen und kehrten nicht mehr zurück, viele wurden in Konzentrationslagern und in der Haft ermordet. Nicht wenige Österreicher waren an Kriegsverbrechen beteiligt – der Anteil von Österreichern an leitenden Positionen des Regimes ist überproportional.

1943 Ab August beginnen die Luftangriffe der Alliierten

23.4.1945 Der Krieg ist in Wien und Umgebung zu Ende

8.5.1945 Bedingungslose Gesamtkapitulation der Wehrmacht

25.11.1945 Erste Nationalratswahlen – Österreich ist in 4 Besatzungszonen geteilt: Vorarlberg/Tirol – französisch, Kärnten/Steiermark/Osttirol – britisch, Salzburg/südlich der Donau gelegenes Oberösterreich – amerikanisch, Nördliches Oberösterreich/Niederösterreich/Burgenland – sowjetisch, Wien wurde in 4 Besatzungszonen geteilt, die Innere Stadt wurde von den Alliierten gemeinsam verwaltet. Marshall-Plan für die westlichen Besatzungszonen
1955 Staatsvertrag bringt die volle staatliche Souveränität zurück. Als Gegenleistung wird die „immerwährende Neutralität“ Verfassungsgesetz, das am 26.10. vom Nationalrat beschlossen wird

14.12.1955 Beitritt zu den Vereinten Nationen

16.4.1956 Beitritt zum Europarat

1995 Beitritt zur Europäischen Union

1.1.2002 Euro löst den Schilling als Währung ab

Weitere Informationen:

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