MAK - Franz von Zülow. Papier

Zum 130.Geburtstag und 50. Todestag von Franz von Zülow widmet das MAK dem Meister der Vielseitigkeit eine Ausstellung.

Zülow begeistert durch seine vielen unterschiedlichen Talente: bekannt wurde der Künstler durch seine Malerei und die Ölbilder, die Ausstellung im MAK stellt allerdings seine Liebe zum Werkstoff Papier in den Mittelpunkt und legt den Fokus auf grafische, oftmals kleinteilige dem Kunsthandwerk zuzuordnende Arbeiten ebenso wie auf die großen kunstvoll gefalteten Papiergebilde.

Zülow wurde am 15. März 1883 geboren und war zeitlebens von der bäuerlichen Herkunft seiner Mutter geprägt, die Wiener Sezession und die Wiener Werkstätten inspirierten seine Werke.

Die Kuratorin Kathrin Pokorny-Nagel über die Ausstellung:

In der Ausstellung bekommt der Besucher einen Überblick über das unterschiedliche Schaffen des Künstlers: Sie sehen seine ersten Werke ebenso wie seine Monatshefte, Tapetenentwürfe für Kinderzimmer ebenso wie großflächige Entwürfe für Goblins, Stoffentwürfe, grafische Gestaltungen für Zigarettenschachteln oder Porzellanservice von Augarten. Faszinierend sind seine Kulissenbilderbücher – in der Ausstellung ist „Aus 1000 und 1 Nacht“ von 1946 zu sehen oder die gezeichnete aquarellierte Arbeit „Urwaldtiere“, die vor 1956 entstanden ist und aus sechs bühnenartig geschichteten Bildflächen besteht. Davor kann man lange verweilen und man wird als Betrachter immer wieder neue Einzelheiten entdecken. Mich hat auch der Faltengel berührt, vielleicht eine weihnachtliche Erinnerung an meine Kindheit, in der ähnliche Faltfiguren ungemein populär waren.

Die Kuratorin erzählt über Franz von Zülow:



Interessant zu sehen ist auch die von Zülow im Jahr 1947 erarbeitete Malfibel, eine Zusammenstellung der seiner Ansicht nach exemplarisch wichtigsten Techniken zur Dekoration von Gebrauchsgegenständen. Mit Unterstützung von 82 Abbildungen erklärt Zülow sechs simple Maltechniken, die ohne aufwändige Apparaturen oder Vorbereitungen für den Druck- oder Malvorgang verwendet werden können.

Zülow blieb immer ein „Angewandter“. Er entwarf Stoffe und Tapeten für die Wiener Werkstätte, Porzellandekor für Schleiss in Gmunden oder die Porzellanmanufaktur Augarten, schuf monumentale Fresko-Arbeiten für das Bräuhotel in Lofer, das Schärdinger Rathaus oder das Österreichische Parlament , entwarf eine Vorschlag für den Eisernen Vorhang des Akademietheaters oder für die Türfüllungen der Linzer Kammerspiele, stets war seine technische und materielle Umsetzung des Themas „mustergültig“.
Der Katalog zur Ausstellung: Franz von Zülow. Papier, herausgegeben von Christoph Thun-Hohenstein und Kathrin Pokorny-Nagel, mit Beiträgen von Roland Girtler, Friedrich C. Heller, Peter Klinger, Gerd Pichler, Kathrin Pokorny-Nagel, Christoph Thun-Hohenstein. 144 Seiten, € 24.

Öffnungszeiten: Dienstag: 10:00 bis 22:00 Uhr, Mittwoch bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Jeden Dienstag von 18:00 bis 22:00 Uhr bei freiem Eintritt.

27.11.2013 - 11.5.2014 Franz von Zülow. Papier.
MAK Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst - Kunstblättersaal
1010 Wien, Stubenring 5
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