Sonja Gangl in der AlbertinaDie Albertina widmet der steirischen Künstlerin die erste museale Einzelausstellungmit zwei ihrer Werkzyklen: Captured on Paper_The End und Captured on Paper_eyes.

Am Anfang war die Liebe zur Zeichnung. Bereits im Kindesalter begann Sonja Gangl zu malen, gewann schon in der Schule Preise für ihre Zeichnungen und erinnert sich noch gerne an ihre erste „Ausstellung“ in der Raiffeisenbank.

Dazu kam die Liebe zum Film. Wenn Gangl auch nicht alle Filme gesehen hat, mit deren Ende sie sich zeichnerisch beschäftigt, so sind dennoch auch ihre Lieblingsfilme dabei.
Interessant findet Sie die Beschäftigung mit den Bildern, auch mit den Bildern im Kopf und den Überlegungen, Emotionen, Schlussfolgerungen, die Bilder auslösen können.

Das Ende des Films, der letzte Kader auf dem das Wort „Ende“ erscheint, ist der Übergang von der Welt der Fiktion in die Realität. Es ist das Bild, das die Zuschauer unweigerlich wieder zurück ins „richtige“ Leben holt, die „Traumwelt“ muss verlassen werden. Und doch gibt er manchmal mit dem letzten Bild fast noch eine Kurzzusammenfassung des Erlebten dem Zuschauer mit.

Sonja Gangl in der AlbertinaIn ihrer Bildserie Captured on Paper_The End findet man diesen letzten Eindruck auf Papier gebannt, wobei sie sich nicht nur des Bildhaften annimmt, sondern auch die unterschiedlichen Typografien der Schrift des Wortes „Ende“ zeigt. Zugleich ist es ein Erinnern an diesen letzten Teil des Filmes, der heute sogar teilweise im Kino aus der Mode gekommen ist und im Fernsehen durch die rasche Überblendung zum nächsten Programmpunkt ebenfalls zum Verschwinden gebracht wurde.

Für Gangl ist die Erinnerung wichtig, die Bilder, die man im Kopf behält. Jene, bei denen man manchmal nicht weiß, hat man sie wirklich erlebt, stammen sie aus einem Film oder sind sie im Traum entstanden. Das Dahinter – sowohl beim Ende als auch in der zweiten, in der Albertina gezeigten Serie Captured on Paper_eyes - ist es was die Künstlerin interessiert.

Sonja Gangl in der AlbertinaDie Augen, großformatig und bis ins kleinste Detail gezeichnet, sind ebenfalls eine Tür zur dahinterliegenden Seele des Menschen, sie können leer und kalt blicken oder einladend, warm. Manchmal spiegeln sich auch die Ansichten des gerade im Blickfeld befindlichen in ihnen. Alle diese Varianten sind in der Ausstellung zu sehen. Während Captured on Paper_The End sich vollkommen in der Filmwelt bewegt, ist die Serie Captured on Paper_eyer zweigeteilt: es finden sich hier Augen von Freunden und Freundinnen genauso wie berühmte „Blicke“ der Filmgeschichte – denken Sie nur an Psycho von Alfred Hitchcock oder an die Agathe Christie Verfilmung Murder She Said.

Aus der Reihe fällt ein Block mit drei Graphitbildern, die jeweils mittig in Weiß das Wort Ende in den unterschiedlichen Sprachen ziert. Sie sind ein Teil eines sechsteiligen Wertes, die das Wort Ende auf Arabisch, Ungarisch, Russisch, Portugiesisch, Chinesisch und Hindi ziert und auf die unterschiedliche Tradition des Films abseits von Hollywood verweisen möchte.

Eine Ausstellung, die man besuchen sollte, egal ob Filmliebhaber oder nicht. Faszinierend wie Detailgenauigkeit und Reduktion zusammenspielen kann, faszinierend wie Bilder zum Nachdenken über das Dahinter, Davor oder Kommende einladen, faszinierend wie man Filme plötzlich anders sehen kann.

Die Ausstellung ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, am Mittwoch jeweils von 10:00 bis 21:00 Uhr. Öffentlich Führungen finden immer Mittwoch um 18:30 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag um 15:30 Uhr statt. Weitere Termine finden Sie unter www.albertina.at. Bitte beachten Sie, dass bei den Führungen nur mit einer begrenzten Teilnehmerzahl stattfinden.

Ein Katalog ist zur Ausstellung im Museumsshop erhältlich.

30.10.-19.1.2014 Sonja Gangl – Dancing with the End
Albertina
1010 Wien, Albertinaplatz 1
Tel: +43 1 534 83-0
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www.albertina.at