Die neue Ausstellung in der Albertina zeigt von 27.4.-22.8.2021 Landschafts- und Städtebilder in einer Überblicksausstellung mit einem Fokus auf die letzten fünf Jahrhunderte Landschaftsmalerei.

Die Pandemie machte es möglich: Die Albertina öffnete ihre Schatzkammer und zeigt für die aktuelle Ausstellung neben bekanntesten Werken auch einzigartige Arbeiten, die jahrzehntelang nicht mehr ausgestellt waren. So erwartet den Besucher/die Besucherin ein abwechslungsreicher Spaziergang durch 170 Landschaftsbilder aus fünf Jahrhunderten. Sämtliche Werke stammen aus der Sammlung der Albertina, ein Großteil wurde vom Sammlungsgründer, Herzog Albert von Sachsen-Teschen erworben.

Canaletto: Die Porta Portello mit dem Brentakanal in Padua © Albertina, Wien
Canaletto: Die Porta Portello mit dem Brentakanal in Padua © Albertina, Wien


In sieben Räumen geht man auf Zeitreise durch Landschafts- und Städtemalerei und damit nicht nur durch die Geschichte der Malerei, sondern auch der Gesellschaft.

Im ersten Raum begegnen wir mit Dürer, Altdorfer, Bruegel und Tizian den Anfängen der Landschaftsmalerei, obwohl die ersten Landschaftsbilder eigentlich schon in der Antike entstanden sind. Nach dem „Goldgrund“ im Mittelalter gewinnen nun immer mehr realistische Landschaftselemente an Bedeutung. Berge und Städte werden kulissenhaft in die Bilder integriert. Albrecht Dürer steht als Bahnbrecher des autonomen Landschaftsbildes und des neuen Naturalismus am Anfang der neuen Entwicklung. Der Blick auf die Landschaft wird individuell, doch oft finden die Landschaften noch als Hintergründe anderer Bilder Verwendung.

Rembrandt Harmensz. van Rijn: Die ehemalige Kupfermühle auf der Weesperzijde © Albertina, Wien
Rembrandt Harmensz. van Rijn: Die ehemalige Kupfermühle auf der Weesperzijde © Albertina, Wien


Der zweite Raum beschäftigt sich mit dem „Goldenen Zeitalter“ der Malerei der Niederlande. Ihre Bewohner sind stolz auf die erste westliche Republik, auf das Land, das sie dem Meer abtrotzen konnte und die protestantische Bürgerschicht verlangt nach Bildern für den privaten Gebrauch. Künstler spezialisieren sich auf unterschiedlichste Themen, malen die sich weit bis zum Horizont erstreckende Flachlandschaft, Veduten, Seestücke und Winterszenen.

Adrian Zingg: Blick durch ein Felsentor auf Schloss Hohnstein in der Sächsischen Schweiz © Albertina, Wien
Adrian Zingg: Blick durch ein Felsentor auf Schloss Hohnstein in der Sächsischen Schweiz © Albertina, Wien


Den Raum drei teilen sich die Italiener Canaletto, Tironi, de‘ Barbari, Pannini mit den Franzosen Poussin und Lorrain. 1776 unternahm Herzog Albert mit seiner Gemahlin Erzherzogin Marie Christine eine mehrmonatige Italienreise, von der sie auch eine Fülle von Kunstwerken mit nach Hause nehmen. Auch in Frankreich erlebte die Landschaftszeichnung im 17. und 18. Jahrhundert eine besondere Blüte. Doch nicht Paris, sondern Rom zieht die französischen Künstler an. Poussin und Lorrain zeichnen die römische Campagna mit sanften Hügeln und lieblichen Flusstälern und legen dabei besonderen Wert auf das Einfangen der atmosphärischen Stimmung.

David Vinckboons: Landschaft mit Hasenjagd © Albertina, Wien
David Vinckboons: Landschaft mit Hasenjagd © Albertina, Wien


Im nächsten Raum dominiert auch mit Boucher, Fragonard, Pillement und Hubert Robert die französische Kunst des 18. Jahrhunderts, die ihre übersteigerte Künstlichkeit auch in den Landschaftsdarstellungen zeigt. Boucher arrangierte topografische Gegebenheiten zu idealisierten Ansichten, Pillement schuf stimmungsvolle Flusslandschaften und bewundert ebenso wie Fragonard Rembrandt und die niederländische Kunst.


Die Natur im Wandel zeigt sich im Raum 5, denn mit dem Zeitalter der Aufklärung entwickelt sich auch eine neue Sicht auf die Welt. Die Städte wachsen, neue Erkenntnisse werden durch Forschungsreisen, technische Neuerungen und die Naturwissenschaften ermöglicht. Die Kunst pendelt zwischen Ideal und Naturnachahmung und vereint so gegensätzliche Strömungen wie Klassizismus, Romantik und Realismus.


Besucher können sich über die Werke von Caspar David Friedrich, dem Hauptvertreter der Romatik freuen, der in seinen Werken die melancholische Sehnsucht nach Unendlichkeit in die erhabene Natur projiziert. Vogelschauansichten und Stadtpanoramen zeigen das rasche Wachsen der europäischen Metropolen, die Landschaftsporträts zeichnen sich durch eine realistische Darstellung aus.
Raum 6 bietet uns den Blick auf die Wirklichkeit des späten 18. und 19.Jahrhunderts mit Werken von C. Schütz, Jakob und Rudolf von Alt und Menzel. Akribische Beobachtung, souveräne Raumkonstruktion und virtuose Beschreibung des Lichts und der Atmosphäre sind die Qualitäten des in Wien beheimateten Realismus des späten 18. Jahrhunderts.

Alfred Kubin: Schlachthausruine © Albertina, Wien
Alfred Kubin: Schlachthausruine © Albertina, Wien


Im letzten Raum erfolgt der Aufbruch in die Moderne und widmet sich nicht nur Wien um 1900, den Impressionisten und Van Gogh, Ludwig Rösch, Kubin, Feininger, Nolde, Macke und Klee. Bereits damals an der Wende zum 20.Jahrhundert war Wien eine florierende Metropole mit rund zwei Millionen Einwohnern, ein Schmelztiegel der Nationen und eine Hochburg der Künste und Wissenschaften. Die Sezession wendet sich vom Ringstraßen-Historismus ab und wird zur Keinzelle des Jugendstils, das kulturelle und geistige Klima schwankt zwischen Fortschrittsglauben und Untergangsstimmung. Doch je schneller die Technik, die Industrialisierung und die Urbanisierung voranschreiten, desto mehr wächst die Sehnsucht nach Romantik und dem Irrationalem.

Egon Schiele: Alte Häuser in Krumau © Albertina, Wien
Egon Schiele: Alte Häuser in Krumau © Albertina, Wien


Bald kommt es zur Revolution in der Kunstgeschichte: erstmals befreit sie sich vom Prinzip der Naturnachahmung und wird auch unabhängig von dem, was das Auge sieht. Nolde, Macke und Klee malen an konkreten Orten, sind aber nicht mehr an deren topografischer oder pittoresker Wiedergabe interessiert. Nicht mehr die sichtbare Landschaft steht im Zentrum, sondern deren expressionistische Interpretation und Neuerfindung in der Abstraktion.

August Macke: Frau mit Krug unter Bäumen © Albertina, Wien. Sammlung Forberg
August Macke: Frau mit Krug unter Bäumen © Albertina, Wien. Sammlung Forberg


Die Albertina ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Bitte checkt auf der Website der Albertina allfällige Corona-Vorschriften.  Auf der Website können auch gleich Tickets online bestellt werden.

Emil Nolde: Die Wintersonne © Albertina, Wien
Emil Nolde: Die Wintersonne © Albertina, Wien


Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen und wer vielleicht nicht nach Wien reisen kann oder mag, kann auch an einer Online Führung teilnehmen. Neu sind auch die exklusiven Abendführungen: Tickets und Rahmenbedingungen bitte tagesaktuell über die Albertina Website checken.

Instagram Challenge

Instagramer können bei der Instagram Challenge #StadtLandAlbertina mitmachen. Einfach Fotos von Deiner Umgebung machen und unter dem Hashtag #StadtLandAlbertina posten und Albertina Jahreskarten gewinnen

27.4.-22.8.2021  Stadt & Land. Zwischen Traum und Realität
Albertina
1010 Wien, Albertinaplatz 1
Tel: +43 1 534 83-0
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www.albertina.at