Das Lentos in Linz zeigt von  8.12.2020 bis 7.3.2021 die erste Personale der viel zu früh verstorbenen Künstlerin.

Amor vincit omnia – Die Liebe gewinnt alles – ist der Name der Ausstellung, die um die 30 Arbeiten von Linda Bilda zeigt, darunter Gemälde, Zeichnungen, Comics, Zeitschriften, Manifeste, Plexiglasskulpturen und Lightglass.

o.T. (The female Sex will be totally free), 1999 Estate. Nachlass Linda Bilda © Ralf-Bodo Kliem 2020, Bildrecht, Wien 2020
o.T. (The female Sex will be totally free), 1999 Estate. Nachlass Linda Bilda © Ralf-Bodo Kliem 2020, Bildrecht, Wien 2020


Linda Bilda starb im Sommer 2019 völlig überraschend im Alter von 56 Jahren. Im Lentos Kunstmuseum ist nun die erste Retrospektive der Wiener Künstlerin zu sehen, die für vielfältige künstlerische Ausdruckformen und kritische Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen und politisch relevanten Fragestellungen bekannt ist. Sie intervenierte bereits früh mit unerschrockenen Aktionen im öffentlichen Raum, gründete mehrere Zeitschriften, produzierte Comics ebenso wie anmaßende Malereien, organisierte Lese- und Diskussionszirkel, schrieb Manifest, erfand neue Bildtechniken für den öffentlichen Raum und entwickelte ein Leuchtglas, auf das sie als Erfinderin mehrere internationale Patente hielt.

Linda Bilda Female Perversion, 2001 Estate: Nachlass Linda Bilda, © Ralf-Bodo Kliem 2020, Bildrecht, Wien 2020
Linda Bilda Female Perversion, 2001 Estate: Nachlass Linda Bilda, © Ralf-Bodo Kliem 2020, Bildrecht, Wien 2020


Linda wurde 1963 als Linda Czapka in Wien geboren und erfand sich bereits mit 19 Jahren neu, in dem sie sich den Künstlerinnennamen „Bilda“ gab, der auf ihr damals hauptsächlich malerisches Werk Bezug nahm. 1982 beginnt sie eine Buchhändlerinnenlehre und besucht Amerika. Bereits 1983 beginnt sie ihr Studium der Bühnen- und Filmgestaltung an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. In dieser Zeit startet sie auch mit den ersten Aktionen im Wiener öffentlichen Raum. Sie gründet mit Ariane Müller die Wiener Kunstzeitschrift Artfan und den Art-Club, wird Mitglied der Secession und gründet die Firma LightGlass, die sich mit dem Vertrieb ihres Leuchtglases beschäftigt.

Porträt Linda Bilda
Porträt Linda Bilda


In ihren Werken beschäftigt sie sich mit Fragestellungen rund um Politik und Finanz auf satirische Art und Weise. Populärkulturelle bzw. aktivistische Formate wie Comics oder Manifeste, Kunst im öffentlichen Raum, Zeitschriften und KünstlerInnenkollektive sind für sie sowohl künstlerische als auch politische Ausdrucksformen.

Mit Comics hinterfragt sie auf ironische Weise die Wirkungsmechanismen des Kapitalismus. Comics aber auch Graphic Novels bieten ihr die Möglichkeit, sowohl sprachlich sehr konkret und klar zu sein und dabei gleichzeitig auf bildnerischer Ebene vielschichtig zu bleiben.

Ausstellungsansicht
Ausstellungsansicht "Linda Bilda. Amor vincit omnia" Lentos Kunstmuseum Linz, 2020 Foto © maschekS


„Ich denke, dass die Welt verändert werden muss und möchte die größtmögliche denkbare Veränderung. Haben wir nicht die Aufgabe, die Welt besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben?“, fragt Linda Bilda in ihrer Publikation Keep it Real  (2009).

Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Verlag für moderne Kunst mit zahlreichen Abbildungen, der im Lentos Museum Shop und online erhältlich ist.
Das Lentos Kunstmuseum ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, am Donnerstag von 10:00 bis 21:00 Uhr, der Eintritt beträgt 8 Euro.

8.12.2020 – 7.3.2021 Linda Bilda. Amor vincit omnia.
Lentos Kunstmuseum Linz
4020 Linz, Ernst-Koref-Promenade 1
Tel: +43 732 7070 3614
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.lentos.at