In ihrer neuen Sonderausstellung (bis 7.3.2021) widmet sich das Haus für Natur dem Klimawandel und zeigt auf, wie wir alle ganz persönlich zum Klimaziel beitragen können.

Anreise

Es lohnt sich den Weg nach St. Pölten anzutreten und diese Ausstellung zu besuchen. Am besten gleich klimaschonend mit der Bahn. Ich war überrascht zu sehen, wie viele Verbindungen es gibt. Toll. Die genaue Auflistung findet ihr entweder hier oder ihr checkt die Abfahrts-/Rückfahrtmöglichkeiten über Scotty der ÖBB (https://www.oebb.at/de/fahrplan) – Tickets können auch gleich online gebucht werden. Das Ticket kostet einfach € 14,20 ohne Vergünstigungen und Sitzplatzreservierungen.

Der Unterschied zwischen Bahn und Auto wird hier verdeutlicht
Der Unterschied zwischen Bahn und Auto wird hier verdeutlicht


Ich gestehe, ich war klimafeindlich mit dem Auto unterwegs und wurde dann gleich in der Ausstellung mit diesem Bild bestraft.

Doch nun zurück zur Schau.

Endlich bin ich dem Babyelefanten persönlich begegnet
Endlich bin ich dem Babyelefanten persönlich begegnet


In Zeiten von Corona wartet ein Babyelefant gleich bei der Kassa, um die Besucher an die Abstandsregeln zu erinnern, dann muss man sich entscheiden, welches Museum (Haus für Natur oder Haus der Geschichte) man besuchen möchte.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung


Wer das Haus für Natur im Museum Niederösterreich betritt, sieht gleich, dass dies nicht nur ein Museum ist, sondern es werden neben den Präparaten auch lebende Tiere gezeigt, die in Niederösterreich in der Natur vorkommen. Es ist also Museum und Zoo zugleich. Mit dem Garten gibt es noch eine zusätzliche Erweiterung, sodass ein Museumsbesuch wirklich Spaß macht.

Warum gerade jetzt dieses Thema?

Unser Klima ändert sich, mehr und mehr werden auch wir ganz persönlich mit den veränderten Bedingungen konfrontiert. Seit Jahrzehnten warnen WissenschaftlerInnen und Umweltorganisationen für die fatalen Folgen für Mensch, Umwelt und auch Wirtschaft. Heute verbraucht jeder Mensch, der in Niederösterreich lebt durch seinen aktuellen Lebensstil rund 30 Kilo CO2 pro Tag. Um dem Klima nicht zu schaden, müsste der Verbrauch allerdings auf drei Kilo CO2 reduziert werden.

Wir müssen was tun ...
Wir müssen was tun ...

Die Ausstellung

Vor dem Eintritt in die Sonderausstellung wartet eine große rote Kugel auf die Besucher. Sie symbolisiert die glühende Erde, die durch die konkreten Handlungen der BesucherInnen in Form von grünen Zetteln wieder zu einem lebenswerten – grünen – Planeten werden soll. Im Hintergrund kann man die verschiedenen Schlagworte zur Klimakrise erkennen.

Die Erde brennt - und die grünen Vorsätze
Die Erde brennt - und die grünen Vorsätze


Dann ist man bereits bei der ersten interaktiven Station angekommen und kann einmal ausprobieren, wie schwer das CO2 wiegt, das zur Produktion eines Handys notwendig ist.

Ganz schön schwer - das CO2 für die Handyproduktion
Ganz schön schwer - das CO2 für die Handyproduktion


Auf Ausziehtafeln und in Schaubildern wird erklärt wie es zum Treibhauseffekt kommt und auch der Unterschied zwischen dem natürlichen und dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt erklärt. Auch auf die Geschichte des Klimaschutzes wird eingegangen und die Folgen unserer hohen Nutzung des Erdöls gezeigt. So verbrennen wir in einem Jahr so viel Erdöl wie in einem halben bis einer Million Jahren in der Erdkruste gebildet wurde.

Die Geschichte des Klimas
Die Geschichte des Klimas


Mit dem Klimawandel kommt es auch zu Änderungen in Fauna und Flora. So gelten durch die hohen Temperaturen Schneehase und Alpenschneehuhn als gefährdet und auch die Bachforelle und die Europäische Äsche kommen mit den hohen Temperaturen nicht gut klar. Auf der anderen Seite können aber Admiral, Taubenschwänzchen und Distelfalter in Österreich überwintern. Die Gottesanbeterin breitet sich auch in unseren Breiten ebenso stärker aus, wie der Bienenfresser und auch die Wespen- oder die Zebraspinnen freuen sich über die Wärme.

Das Highlight

Das Highlight der Ausstellung ist aber der CO2-Labor genannte Raum, in dem man seine ganz persönlichen Erfahrungen an sechs verschiedenen interaktiven Stationen machen und sein konkretes Verhalten im Alltag mit seinen Auswirkungen auf den Klimawandel untersuchen kann.

Blick ins Labor
Blick ins Labor


Beim Modul Reisen & Mobilität wird gezeigt, wie der Verkehr die Treibhausgase in Österreich beeinflusst und wie sich Bahn- oder Autofahren in der Bilanz auswirken.  So verursachen 100 Kilometer Bahnfahren ein Kilogramm CO2, 100 Kilometer Autofahren jedoch 22 Kilogramm.

Reisen im Zeichen des Klimaschutzes
Reisen im Zeichen des Klimaschutzes


Auch Bauen & Wohnen können wichtige Beiträge leisten: der Energieverbrauch von Gebäuden trägt mit 14 Prozent (beim Transport sind es 33%) wesentlich zur Erderwärmung bei. Tauscht man seine Ölheizung auf eine Heizung mit Erneuerbarer Energie kann man 7.000 Kilo CO2 pro Jahr und Haushalt sparen.

Es wird heiß ...
Es wird heiß ...


Bei Bereich Strom & Energie geht es auch sportlich zu: Auf einem Energiefahrrad können die Besucher selbst Energie erzeugen und am Liveticker feststellen, wie viel Erneuerbare Energie derzeit aus Wasser, Biomasse, Wind, Erdwärme und Sonne in Niederösterreich erzeugt wird.

Mit Radeln Energie erzeugen ...
Mit Radeln Energie erzeugen ...


Beim Essen & Trinken zeigt sich ebenfalls der Zusammenhang mit Klimaschutz und Erderwärmung. 2,5 Tonnen CO2 pro Jahr und Kopf gehen auf die Produktion von Lebensmittel zurück, um dann bis zu einem Drittel aktuell weggeworfen zu werden. Vielleicht sollte man auch seinen Fleischkonsum überdenken?

Vielleicht ein bisschen mehr Gemüse am Mittagstisch?
Vielleicht ein bisschen mehr Gemüse am Mittagstisch?


Abfall & Wertstoff: Am besten ist es natürlich gar keinen Müll entstehen zu lassen. Da dies leider – noch – nicht immer möglich ist, sollte möglichst viel zumindest wiederverwertet werden. Ein Trennbeispiel zeigt, wie dies gehen kann.

Es muss nicht jedes Jahr ein neues Handy sein
Es muss nicht jedes Jahr ein neues Handy sein


Modebewusste werden wahrscheinlich bei der Station Konsum & Lifestyle ins Grübeln kommen: Die weltweite Textilproduktion verursacht 1,2 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr! Von schrecklichen Arbeitsbedingungen gar nicht zu reden – ich glaube, mich wird es in Zukunft verstärkt zu Second Hand Läden ziehen und Upcycling hatte ich schon länger im Auge (Tolle Produkte gibt’s bei www.trashdesign.at)

Die Eule begleitet die jungen Besucher
Die Eule begleitet die jungen Besucher


Nachdenklich verlasse ich das Labor und komme in das Dorf der Zukunft, wo man sich seine eigenen Vorsätze „pflücken“ und mitnehmen kann.

Auf in die grüne Zukunft
Auf in die "grüne" Zukunft


Mit einem ganzen Sortiment verlasse ich die Ausstellung – hier einige davon:

Einfach stehen lassen
Der Verkehrssektor ist für ein Drittel der Treibhausgase in Österreich verantwortlich – Bahn oder Bus sind klimafreundliche Alternativen zum Auto.

Jede MJede Menge gute VorsätzeGute Vorsätze zum Auswählen - und auch zum Befolgen ...


Auf der Überholspur

Elektroauto sind wesentlich effizienter als Autos mit Verbrennungsmotoren (ja, auch wenn man die Herstellung und die Akku-Produktion dazurechnet) – zum Schutz für das Klima und ein ruhigeres Leben

So schmeckt's
Saisonal, regional und biologisch essen – tut Körper, Seele und Umwelt gut.

Was kochen wir heute?
Was kochen wir heute?

Und dann gibt’s da auch noch ein paar Anregungen für mein digitales Leben:

Kurz fassen
E-Mails platzsparend und ohne Grafiken formatieren – verbraucht weniger Zeit und Energie durch reduzierten Datentransfer.

Stream on?
Weltweit verbrauchen Online-Videos über 300 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – Kreativität durch Streamingdiät.

Wer suchet, der findet
Grüne Suchmaschinen verwenden – klimaschonend surfen.

Was wird auf eurem Zettel stehen?
Was wird auf eurem Zettel stehen?


All diese Vorschläge sind nix für Euch? Es gibt noch etliche andere zur Auswahl! Man kann also auch als Einzelner einiges gegen den Klimawandel tun. Und das sollten wir auch – warten auf die Anderen bringt nichts. Also: Lasst uns anfangen. Schnell …

Die Dinos glaubten auch, sie hätten noch Zeit
Das Museum Niederösterreich mit dem Haus für Natur und dem Haus der Geschichte (Sonderausstellung:  Der junge Hitler) ist Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Tickets können jetzt auch online gekauft werden: https://www.museumnoe.at/de/ihr-besuch/shop/online-ticket-fuer-das-museum-niederoesterreich

St. Pölten ist zu weit entfernt? Dann schaut im digitalen Museum vorbei: https://www.museumnoe.at/de/ihr-besuch/DigitalesMuseum

TIPP: Es gibt eine Museums-App zum Download: https://www.museumnoe.at/de/das-museum/museumsapp - auch damit kann man sich das Museum nach Hause holen…

Eine Bitte noch zum Schluss: Die tollen interaktiven Stationen laden zum Mitmachen ein, doch das Corona-Virus ist immer noch unter uns. Denkt daher bitte an den Babyelefanten und haltet Abstand - auch wenn ihr vor den Stationen warten müsst, tragt Masken oder Visiere und nutzt die zahlreichen Desinfektionsspender. Gebt dem Virus einfach keine Chance!

1.7.2020 – 7.3.2021 Klima & Ich
Haus für Natur im Museum Niederösterreich
3100 St. Pölten, Kulturbezirk 5
Tel: +43 2742 90 80 90
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.museumnoe.at