All jene, die noch nicht mondsüchtig sind, könnten es beim Besuch der Ausstellung „Der Mond. Sehnsucht, Kunst und Wissenschaft“ vom 30.10.2019 bis 1.6.2020 aber werden. Mir geht’s jedenfalls so…

Der Mond war und ist schon immer ein besonderer Begleiter der Menschheit und wenn auch diese Ausstellung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und sich Generaldirektor Christian Köberl gegen allzu viel „Mondglauben“ verwehrt, mystisch war und ist er allemal. Und das zeigt diese Schau auch.

"Museum of the Moon", Luke Jerram (Foto © Christina Rittmannsperger)


Die Ausstellungsräume sind in wohliges Dunkel getaucht. „Was soll denn das wieder heißen?“, werden sie sich fragen – aber: beim Betreten der Ausstellung werden sie es wissen und spüren. Die Schau zeigt die Geschichte des Mondes und seine Erforschung, die frühen Vorstellungen über ihn und seine Darstellung in der Kunst. Aber sie vergisst auch nicht dem Besucher seine Eroberung näher zu bringen und mich damit zu einem meiner Lieblingsfilme: Apollo 13 – mit den legendären Worten „Housten, we’ve had a problem here.“

Apollo 13 - Legendär auch durch den Film mit Tom Hanks
Apollo 13 - Legendär auch durch den Film mit Tom Hanks


So spannt die Ausstellung einen weiten Bogen von den Mondfinsternissen bis zur Geschichte der Mondforschung mit Mondkarten und den ersten Fotografien. Sie zeigt den Einfluss des Mondes auf die Kunst, sowohl auf die bildnerische Umsetzung wie auch in der Musik: neben Bildern und Zeichnungen des Mondes präsentieren zwei Hörstationen Musik über den Mond und im großen Saal mit dem beeindruckenden Mondmodell in der Mitte kann man an den Wänden viele Gedichte, aber auch Schüttelreime lesen, die alle mit dem Mond in Zusammenhang stehen.

Astronaut Rusty Schweickart beim Interview vor dem Mondmodell
Astronaut Rusty Schweickart beim Interview vor dem Mondmodell


Aber lassen wir jetzt Christian Köberl noch einige weitere Highlights der Schau vorstellen. Typisch Uniprofessor stellt er gleich am Anfang zwei Fragen – die in der Ausstellung beantwortet werden – von deren richtigen Antworten aber wir Journalisten weit entfernt sind, oder hätten Sie es gewusst?

Dann erzählt er über den biologischen Einfluss und über die einzigartige Neuerwerbung des Museums:

Der größte Mondmeteorit in Europa wird erstmals im NHM ausgestellt
Der größte Mondmeteorit in Europa wird erstmals im NHM ausgestellt

um zum Schluss noch zu meinem ganz besonderen Highlight zu kommen:

 


Auch ich habe natürlich den Mond berührt und mir das einzigartige Erlebnis gegönnt, den Mond-Rover zu steuern. Grandios. Hier ein kleines Video davon:


Für viele Instagramer und solche, die es noch werden wollen ist sicher auch die Selfie-Station interessant, bei der BesucherInnen virtuell in einen Raumanzug schlüpfen können und sich dann das Bild vom Mond per E-Mail senden können. Mir hat es auch die Mondwaage angetan – so schlank habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.

Fast schon untergewichtig ...
Fast schon untergewichtig ...


Es war auch eine Ehre und ein Erlebnis Rusty Schweickart zuzuhören, dem Piloten der Mondlandefähre der Apollo-9-Mission, der an den 50. Jahrestag der Mondlandung erinnerte und die Bedeutung dieses Tages für die Menschheit hervorhob. Ich kann mich noch erinnern, dass wir damals noch keinen eigenen Fernseher hatten und alle Mieter ganz gebannt bei einem Nachbar vor dem Schwarz-weiß-Fernsehgerät saßen und mitfieberten.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt seines Statements auf der Pressekonferenz:


Kein Wunder also, dass mein Selfi nicht virtuell ausfiel, sondern dass dafür der ebenfalls ausgestellte Raumanzug herhalten musste.

Mein Selfi mit dem
Mein Selfi mit dem "Mann im Mond" gibt es auf Insta


Nicht zu vergessen ist ein wahrhaft gewaltiges Rahmenprogramm, dass neben Führungen, Kindergeburtstagen im Zeichen des Mondes, Vorträge, Mond-Muscheldinner und vieles mehr anbietet. Mondfreunde sollten auf jeden Fall die riesige Auswahl des Rahmenprogramms studieren. Ich bin mir sicher, da ist für jeden Geschmack und auch jedes Alter etwas dabei.

Virtual Reality-Installation, Laurie Anderson, Hsin-Chien Huang, 2018 (Foto © NHM Wien, Christina Rittmannsperger)
Virtual Reality-Installation, Laurie Anderson, Hsin-Chien Huang, 2018 (Foto © NHM Wien, Christina Rittmannsperger)


Hier gibt es den Folder als PDF zum Download. Weitere Informationen und allfällige Anmeldungen auf der Website des Naturhistorischen Museums: https://www.nhm-wien.ac.at/mond
Im Anschluss finden Sie hier noch ein paar Impressionen zur Ausstellung. Mein ganz persönlicher Tipp aber lautet: Hingehen und Ansehen!

Ich habe den Mond berührt!
Ich habe den Mond berührt!


Das Naturhistorische Museum ist von Donnerstag bis Montag von 9:00 bis 18:30 Uhr geöffnet, am Mittwoch von 9:00 bis 21:00 Uhr. An Dienstagen ist das Museum geschlossen. Davon ausgenommen sind der 24.12.2019 – am Weihnachtstag ist von 9:00 bis 15:30 Uhr geöffnet und um 31.12.2019 ist von 9:00 bis 18:30 Uhr geöffnet. Am 25.12.2019 und am 1.1.2020 ist das Museum geschlossen.

Zum Schluss ein Gedicht aus meiner Kindheit
Zum Schluss ein Gedicht aus meiner Kindheit - auch aus der Ausstellung

Hier noch ein paar Impressionen der Ausstellung im Naturhistorischen Museum, Wien:

30.10.2019-1.6.2020 Der Mond. Sehnsucht, Kunst und Wissenschaft.
Naturhistorisches Museum Wien
1010 Wien, Burgring 7
Besuchereingang: 1010 Wien, Maria-Theresien-Platz
Tel: +43 1 521 77-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.nhm-wien.ac.at