Vom 27.9.2019 bis 19.1.2020 feiert die Albertina den 90.Geburtstag von Arnulf Rainer mit einer Hommage.

Arnulf Rainer zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Künstlern der Gegenwart und so ist es nur Recht, dass ihn die Albertina zu seinem runden Geburtstag mit einer Ausstellung aus den reichen Beständen der eigenen Sammlung ehrt und eine Auswahl an Schlüsselwerken und richtungsweisenden Werkgruppen präsentiert.

Arnulf Rainer: Schlaf, 1973-74, Albertina Wien, © Arnulf Rainer
Arnulf Rainer: Schlaf, 1973-74, Albertina Wien, © Arnulf Rainer


So soll die Ausstellung die zentrale Positionen und die dialektische Grundhaltung des Künstlers veranschaulichen, seine malerischen Qualitäten und die grafischen Linienstrukturen verdeutlichen, die künstlerischen Dialoge zwischen dem Ausloten von Fläche und Raum, von Farbe und reduziertem Schwarz-Weiß, zwischen Fülle und Leere, Ruhe und Bewegung, Stille und Aufregung, Abstraktion und Figuration zeigen. Impulsive, abstrakte Zeichnungen werden mit Farben und Flächen experimentierenden Werken gegenübergestellt.

Ein Schwerpunkt liegt in den Übermalungen beziehungsweise Zumalungen, die Arnulf Rainer ab der Mitte der 1950er Jahre gestaltet hat und die ihn auch international bekannt und berühmt machten und die zunächst eine tief empfundene Leere füllen sollten. Dabei wird die Kreuzform für ihn eine typische und kennzeichnende Malfläche, die für Tod, Mysterieum und Transitorik steht.

Arnulf Rainer Face Farces: Farbstreifen, 1972, Albertina, Wien © Arnulf Rainer
Arnulf Rainer Face Farces: Farbstreifen, 1972, Albertina, Wien © Arnulf Rainer


Ein weiteres Highlight bilden die Arbeiten ab 1968/69, in denen die Gesichtsmimik ins Zentrum seines künstlerischen Interesses tritt und er in öffentlich zugänglichen Fotoautomaten sein Gesicht zu Grimassen verzerrt und diese Fotos dann weiter vergrößert über- und auch bearbeitet. Es entstehen die „Face Farces“ und „Body Poses“, die mit einem Fotografen im Atelier inszeniert werden und Rainers performativen Beitrag zur Aktionskunst darstellen und seinen eigenständigen Umgang mit dem Medium Fotografie zeigen.

Arnulf Rainer Ohne Titel, Albertina, Wien, © Arnulf Rainer
Arnulf Rainer Ohne Titel, Albertina, Wien, © Arnulf Rainer


Ende der 1990er Jahre entstehen dann die farbigen, transparent irisierenden Schleierbilder, die frei auf den leeren, jeweiligen Malgrundlagen aufgetragen werden und dabei komplexe Licht- und Farbräume schaffen.
Arnulf Rainer zählt mit seiner kompromisslosen Suche nach Ausdrucksmittel und neuen Verfahrensweisen seit den 1960ern weltweit zu den einflussreichsten Künstlern der Nachkriegszeit in einer Reihe mit Gerhard Richter, Sigmar Polke, Georg Baselitz, Maria lassnic, Bruce Naumann oder Yves Klein.

Arnulf Rainer Schranken, 1974-75, Albertina, Wien, © Arnulf Rainer
Arnulf Rainer Schranken, 1974-75, Albertina, Wien, © Arnulf Rainer


Die Ausstellung spannt den Bogen von seinen Werken aus der Frühzeit, über Fotoarbeiten und –überarbeitungen der 1960er und 1970er Jahre und den Kreuzen und Schleierbildern der 1980er und 1990er Jahre bis hin zu den jüngsten Werken der Gegenwart und unterstreicht einmal mehr die überragende Bedeutung weit über die österreichischen Landesgrenzen von Arnulf Rainer für die Kunstgeschichte nach 1945.

Arnulf Rainer Schwarze Rinnen, 1974, Albertina, Wien © Arnulf Rainer
Arnulf Rainer Schwarze Rinnen, 1974, Albertina, Wien © Arnulf Rainer


Tickets können auch online gebucht werden,  um Wartezeiten an den Kassen zu vermeiden: https://www.albertina.at/besuch/tickets/

Die Albertina ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, am Mittwoch und Freitag sogar von 10:00 bis 21:00 Uhr geöffnet.

27.9.2019-19.1.2020 Arnulf Rainer. Eine Hommage
Albertina
1010 Wien, Albertina Platz 1
Tel: +43 1 534 83-0
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www.albertina.at