Allein die Kulisse und die Atmosphäre der jahrhundertealten Babenberger Ruine sind wie geschaffen für die Revolutionsgeschichte mit glücklichen Ausgang: Fidelio

Es ist die einzige Oper Ludwig van Beethovens und es zeigt von Geschick der Festspielleitung diese schon heuer und nicht erst im Beethoven-Jahr 2020 zu zeigen. Schließlich kann man so einem allfälligen „Überangebot“ an Beethoven im nächsten Jahr entgehen.

Oper Burg Gars (Foto © Reinhard Podolsky)
Oper Burg Gars (Foto © Reinhard Podolsky)

Auf jeden Fall gehört Fidelio zu meinen Lieblingsopern und vieles, das in dieser Revolutions-Oper angesprochen wird, ist leider auch heute noch gültig. Und doch: trotz Korruption und politischen Machenschaften siegt am Ende doch die Liebe.

Oper Burg Gars - Die Burg (Foto © Reinhard Podolsky)
Oper Burg Gars - Die Burg (Foto © Reinhard Podolsky)

Gars zeigt die Oper in der endgültigen Fassung von 1814 – so wie Beethoven die Oper erdacht und komponiert hat. Das könnte allerdings ein Knackpunkt sein, auf den man sich als Besucher einstellen sollte. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich die Möglichkeit diese Fassung einmal bei den Salzburger Festspielen zu hören und war mehr als erstaunt: Die Tempi waren an einigen Stellen viel schneller, an anderen wieder viel langsamer als gewohnt, der Gefangenenchor raste in wahnwitziger Geschwindigkeit durch die Noten, kaum fähig den Text zu artikulieren.
Ich war ein wenig verwirrt und doch versicherte mir der damalige Vorstand der Philharmoniker persönlich, dass dies die richtige und ursprüngliche Fassung von Beethoven sei. Für mich ein klarer Grund mehr, mich nach Gars zu begeben und mir anzuhören, wie die Fassung von Intendant Wildner klingt.

Johannes Wildner und Stephan Bruckmeier (Foto © Claudia Prieler)
Johannes Wildner und Stephan Bruckmeier (Foto © Claudia Prieler)

Nichts desto trotz hat Fidelio nicht nur für mich, sondern für Österreich einen besonderen Stellenwert, wurde es doch 1955 zur Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper gespielt und somit zum Symbol für Unabhängigkeit und Freiheit.

Regie führt der aus Niederösterreich stammende und in Stuttgart lebende Stephan Bruckmeier, der erstmals seit einigen Jahren wieder in Österreich inszeniert. Er wird sich in seiner Arbeit besonders mit der Frage beschäftigen, was wir in den letzten 200 Jahren von den Forderungen der Französischen Revolution umgesetzt haben, welche Freiheiten wir erkämpft haben.
Ebenfalls sehen – und natürlich auch hören – lassen, können sich die mitwirkenden Sängerinnen und Sänger: Bettina Jensen und Magdalena Renwart werden sich als Leonore in Fidelio verwandeln, Algirdas Drevinskas und Herbert Lippert singen den Florestan, Paul Gay den Rocco und als Pizarro ist Wilfried Zelinka zu sehen.  Marzelline wird von Caroline Wenborne gesungen, Ian Spinetti gibt den Jaquino und Yasushi Hirano ist als Fenando zu hören. Igor Storozhenko sind die Gefangenen. Intendant Johannes Wildner dirigiert, die Kostüme stammen von Gerlinde Höglhammer und für das Licht ist Harald Michlits zuständig. Roger Díaz Cajamarca ist für die Choreinstudierung verantwortlich.

Die Burg Gars (Foto © Reinhard Podolsky)
Die Burg Gars (Foto © Reinhard Podolsky)

Beginn ist jeweils 20:00 Uhr, die Premiere findet am 18.7.2019 statt, danach kann man die Oper noch am 20., 23., 25., 27.7., sowie am 1., 3., 6., 8. und 10. 8.2019 hören. Die Kartenpreise liegen zwischen 31 und 79 Euro.

Wer sich vor der Vorstellung und während der Pause mit kulinarischen Köstlichkeiten und Getränken verwöhnen lassen möchte, kann um 42 Euro ein VIP-Package wählen.
Neu ist die Fidelio-Familienaktion am 23.7. und 6.8.2019: An diesen beiden Tagen erhalten Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren ihre Opernkarte um 10 Euro und eine erwachsene Begleitperson bekommt 10% Rabatt auf den regulären Kartenpreis – eine hervorragende Idee.

Das neue Abo

Wer öfter die Burg Gars besuchen möchte, dem sei das neue Abo der Oper Burg Gars ans Herz gelegt. Bereits am 29.6.2019 findet eine große Operettengala unter dem Titel „Hab´ ich nur deine Liebe“ statt, die dem bedeutenden und in Gars am Kamp beheimateten Komponisten Franz von Suppé gewidmet ist. Das Programm bietet aber auch unvergessliche Kompositionen von Johann Strauß, Jacques Offenbach und anderen Meistern der leichten Muse. Außerdem kann man an diesen Abend die „Fantasie über Themen von Suppé“ hören, das von Otto Lechner stammt, der auch den virtuosen Solopart übernehmen wird und dann steht noch die europäische Erstaufführung von Triptych, einer Komposition von Joseph Beer, der im Zweiten Weltkrieg vor den Nationalsozialisten nach Frankreich flüchten musste, am Programm.

Herbert Lippert & Ildikó Raimondi: © OMIA Operette
Herbert Lippert & Ildikó Raimondi: © OMIA Operette

Im Abo mit dabei ist auch eine Karte für die Aufführung „Berühmte Opernchöre“ am 31.8.2019, mit dem Arnold Schönberg Chor unter der Leitung von Erwin Ortner. Kombiniert mit der Operettengala und einer Opernkarte „Fidelio“ erhält man 20% Rabatt auf den Gesamtpreis aller Karten.

Das Kartenbüro Oper Burg Gars ist Montag bis Freitag von 10:00 bis 12:00 Uhr geöffnet, ab Mai und an Spieltagen von 9:00 bis 17:00 Uhr. Die Abendkassa auf der Burg ist jeweils zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn offen.

Das war die Zauberflöte in Gars - Burg Gars (Foto © Reinhard Podolsky)
Das war die Zauberflöte in Gars - Burg Gars (Foto © Reinhard Podolsky)

Weitere Informationen und die Online-Kartenbestellung finden Sie unter www.operburggars.at, per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter +43 2985 33 000

Mehr über die Burg Gars und Gars am Kamp erfahren Sie hier auf askEnrico.

18.7.-10.8.2019 Ludwig van Beethoven - Fidelio
Oper Burg Gars
3571 Gars am Kamp/Thunau, Am Schlossberg
Tel: Kartenbestellung +43 2985 33 000
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.operburggars.at