Das Haus für Natur im Museum Niederösterreich widmet sich vom 22.3.2019 bis 16.2.2020 den Waffen der Natur.

Eine Wespe mit ausgefahrenen Stachel empfängt die Besucher gleich hoch in den Lüften über dem Eingang und mein erster Blick fällt gleich auf eines meiner Lieblingstiere: die Gelse ….

Ein Skorpion in Krems? Ja, gibt es
Ein Skorpion in Krems? Ja, gibt es.

Doch das sind nur zwei Exponate in der ausgezeichneten Sonderausstellung des Haus für Natur. Das Museum Niederösterreich bietet Besuchern in diesem Bereich etwas ganz Besonderes: Wo erwartet einem schließlich Museum und Zoo in einem. Und diesen Weg geht man auch bei der Sonderausstellung weiter.

Was kann dieser Käfer denn besonderes?
Was kann dieser Käfer denn besonderes?

Neben den „toten präparierten“ Exponaten und einigen überlebensgroßen Ausstellungsstücken aus dem 3D-Drucker wie z.B. den Marienkäfer, erwarten den Interessierten in dieser Ausstellung auch sieben Terrarien.

Der Marienkäfer aus dem 3D-Drucker
Der Marienkäfer aus dem 3D-Drucker

Gönnen Sie sich das Vergnügen und begrüßen Sie die Vogelspinne, einen Skorpion oder den blitzblauen Pfeilgiftfrosch. Suchen Sie das Wandelnde Blatt oder die Gespenstschrecken – es ist gar nicht so einfach. Schon dabei fällt auf wie gut Tiere es vermögen sich zu tarnen.

Wo ist sie nun?
Wo ist sie nun?

Und das ist noch lange nicht alles, was man diesmal im Haus der Natur zu sehen bekommt…

Einer meiner Lieblinge in der Ausstellung - aber schauen Sie sich seinen Schnabel genau an...
Einer meiner Lieblinge in der Ausstellung - aber schauen Sie sich seinen Schnabel genau an...

Wie gefährlich ist unser Leben in oder mit der Natur? Diese Frage wird dem Besucher gleich am Eingang gestellt, um dann die Antwort in vier verschiedenen Kapiteln zu geben und in jedem zu zeigen, wer welche Wahl der Waffen trifft: die chemische, die mechanische, die taktische oder eine visuelle?

Sieht gefährlich aus, oder?
Sieht gefährlich aus, oder?

Kleben. Schießen. Stinken.

So erfährt man von Blattläusen, die den Feinden den Mundverkleben, vom spuckenden Schützenfisch, der seine Beute regelrecht von den Pflanzen herunterspuckt, aber auch dass es auch bei uns bestimmte Mausarten gibt, die giftig sind und was es mit dem „Stachel“ des Schnabeltiers auf sich hat.

Mit dem männlichen Schnabeltier ist nicht gut Kirschen essen
Mit dem männlichen Schnabeltier ist nicht gut Kirschen essen

Rammen. Schlagen. Spießen.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Geweih und Horn? Wussten Sie, dass es ein Mythos ist, das Alter eines Hirschs an der Anzahl seiner Geweihenden abzulesen? Was ist der Unterschied zwischen Dornen und Stacheln? Diese Fragen und noch einige mehr, werden ebenfalls beantwortet.

Das riesige Nashorn kann auch in der Ausstellung bewundert werden
Das riesige Nashorn kann auch in der Ausstellung bewundert werden

Totstellen. Zusammenschließen. Größer werden.

Von Schwarmintelligenz haben Sie sicher schon einmal gehört – Fische und Vögel schließen sich schon lange zu Schwärmen zusammen, um einen Angreifer abzuschrecken oder zumindest einem Teil des Schwarms das Überleben zu sichern.

Schwarmintelligenz bei Vögel und Fischen
Schwarmintelligenz bei Vögel und Fischen

Manche Tiere plustern oder blasen sich auf, oder richten sich auf, um bedrohlicher und wehrhafter auf den Angreifer zu wirken. Wer weiß aber schon, dass Honigbienen eine angreifende Hornisse mit Bodyshaking bei knappen 50°C sprichwörtlich einkochen und so töten können.

Auch ein Fisch kann sich aufplustern
Auch ein Fisch kann sich aufplustern

Tarnen. Täuschen. Warnen.

Auch der Mythos, dass die Streifen der Zebras diese vor der Jagd der Löwen schützen, scheint nicht mehr zu stimmen. Neue Erkenntnisse verweisen eher darauf, dass diese Streifen die Tiere vor der Zse Zse Fliege „unsichtbar“ machen.

Ziemlich giftig - das versteckte Blaue (Pfeilgiftfrosch)
Ziemlich giftig - das versteckte Blaue (Pfeilgiftfrosch)

Das Outfit kann einerseits durch die Farbgebung warnen, wie bei den Pfeilgiftfröschen oder beim Feuersalamander, auf der anderen Seite aber auch tarnen und täuschen. Hier sind Tag- oder Nachtpfauenauge, Wespenspinne oder Totenkopfschwärmer gute Beispiele für Tiere, die etwas vorgeben, was sie gar nicht sind.

14 interaktive Stationen

Aber auch der Spaß soll bei einem Museumsbesuch nicht zu kurz kommen und dafür sorgen unter anderem die interaktiven Stationen: ein Geschicklichkeitsspiel, ein Schützenfischflipper oder Bullendrücken sorgen für Abwechslung und an den Gefahren-Scheiben kann man erfahren wie es nun tatsächlich um die Gefährlichkeit der Pflanzen und Tiere bestellt ist.

Supergirl oder Kraftlackl
Supergirl oder Kraftlackl

Wie riecht denn nun Ameisensäure? Wie rasselt die Klapperschlange? Wie tarne ich mich am besten? Einfach ausprobieren – auf diese Selfis bin ich schon besonders gespannt …

Wie klingt wer?
Wie klingt wer?

Der Ausstellungsbegleiter

Rund 100 Seiten umfasst das Buch, das viele Tierabbildungen und Geschichten aus der Ausstellung vereint und an dessen Ende Poldi, das Museums-Maskottchen auch noch mit einigen Rätseln auf die „alten“ und jungen Leser wartet. Ein super Buch, das man auch für jemanden mitbringen kann, der die Schau noch nicht gesehen hat und eine tolle Erinnerung für jene, die die Ausstellung besucht haben – zum immer wieder hineinschauen, durchblättern und lernen.

Check den Schreck

Eine ganz neue Attraktion wartet im Rahmen dieser Ausstellung auch noch auf die Besucher an jeden ersten Freitag im Monat von 14:00 bis 15:00 Uhr.

Check den Schreck im Haus der Natur im Museum Niederösterreich
Check den Schreck im Haus für Natur im Museum Niederösterreich

Dann kann man mit den Stars der Ausstellung persönlich in Kontakt treten und ein Selfi mit der südamerikanischen Reisenheuschrecke, dem philippinischen Wandelnden Blatt oder der australischen Gespenstschrecke machen. Dabei erzählen die TierpflegerInnen des Museums Niederösterreich noch mehr über diese spannenden Tiere.

Was ist hier nun ein echtes Blatt und wo ist das Tier?
Was ist hier nun ein echtes Blatt und wo ist das Tier?

Dauerausstellung

Wer die Sonderausstellung besucht, sollte zumindest auch einen Rundgang durch das Haus der Natur machen.  40 lebende einheimische Tierarten in ihren Lebensräumen in Niederösterreich vom Donaubecken bis zum Gletscher machen dieses Museum nicht nur lebendig sondern auch einzigartig.

Das Haus der Natur lädt zu einem Rundgang ein
Das Haus der Natur lädt zu einem Rundgang ein

Veranstaltungen

Zusätzlich zur Ausstellung gibt es eine Veranstaltungsreihe, die sich mit spannenden und aktuellen Themen rund um die „Erlebte Natur“ befasst.

Die Gelse - im Haus der Natur im Museum Niederösterreich
Die Gelse - im Haus der Natur im Museum Niederösterreich

Zwei davon seien hier erwähnt: am Dienstag, den 9.4.2019 geht es um „Das Geheule um den Wolf“ mit Wolfsbeauftragten Georg Rauer und Wildtier-Ökologen Klaus Hackländer und am Dienstag, den 18.6.2019 widmen sich Karin Bakran-Lebl und Horst Aspöck der Frage „Die Gelse – Plage oder Notwendigkeit“. Darauf bin ich ja schon sehr gespannt. Vielleicht sehe ich diese ssssurrenden Biester dann ja mit anderen Augen.

Zum Schluss kann man noch in einem Selfi zeigen, wie gut man sich tarnen kann
Zum Schluss kann man noch in einem Selfi zeigen, wie gut man sich tarnen kann

Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten, Preisen, der Ausstellung und den Veranstaltungen finden Sie unter www.museumnoe.at

22.3.2019.-16.2.2020 Stechen. Kratzen. Beißen.
Mit den Waffen der Natur
Haus für Natur – Museum Niederösterreich
3100 St. Pölten, Kulturbezirk 5
Tel: +43 2742 90 80 90
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.museumnoe.at

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