(Landesausstellung Oberösterreich – Südböhmen)

Landesausstellung 2013 Oberösterreich - SüdböhmenObwohl die Landesausstellung nun schon einige Monate läuft – es ist noch nicht zu spät!! Bis 3. November hat man noch die Möglichkeit, einzigartiges, skurriles, interessantes aus der gemeinsamen Vergangenheit von Oberösterreich und Südböhmen an vier verschiedenen Orten zu erfahren.

Und wenn Sie noch nicht dort waren – machen Sie sich auf und bringen Sie genügend Zeit mit.

Südböhmen und Oberösterreich war bereits in früheren Zeiten ein gemeinsamer Raum, der fast gleichzeitig besiedelt wurde und auch wirtschaftlich eng zusammenhing, ehe der Eiserne Vorhang Land und Menschen trennte. Der EU und der Ostöffnung ist es zu verdanken, dass man nun wieder Gemeinsamkeiten sucht und sich auch der Vergangenheit wieder erinnern kann. Vielleicht schaffen es ja die nächsten Generationen aus der Geschichte zu lernen und den Nationalismus aus den Köpfen zu verdrängen. Wünschenswert wäre es.

Bauen wir also den Stacheldraht in unseren Köpfen ab und besuchen wir die Ausstellungen. Freistadt und Bad Leonfelden auf der österreichischen Seite, Vyšší Brod und Český Krumlov auf der südböhmischen sind die Ausstellungsplätze. Jeder Ort erzählt ein bisschen von seiner Geschichte, auch von der Geschichte des Ausstellungshauses und widmet sich dann der gemeinsamen Vergangenheit. Während man auf den alten Spuren wunderbar wandern kann, sind mir die neuen Wege überall ein bisschen zu kurz ausgefallen, hier ist die Vorstellungskraft und Kreativität zur Gemeinsamkeit in Österreich wie in Böhmen noch ein wenig gefordert.
Vorab gesagt: Bringen Sie ausreichend Zeit mit, es gibt viel zu Lesen, zu Sehen, zu Staunen oder schließen Sie sich einer Führung an, die Ihnen die jeweilige Ausstellung kompakt vermitteln kann und Ihnen das Lesen der Informationen ersparen kann. Alle Exponate sind in allen vier Orten mindestens zweisprachig – deutsch und tschechisch – beschriftet.

Bad Leonfelden

Bad Leonfelden - BürgerspitalHier ist die Ausstellung im ehemaligen Bürgerspital untergebracht und widmet sich drei Hauptthemen:
Dem Markt und den Handelsverbindungen, der politischen und historischen Entwicklung der Region und – passend zum Ausstellungsort – der Medizin und der Fürsorge.

In Bad Leonfelden wird ebenso wie in Freistadt die Wichtigkeit des Salzhandels für die Region betont. Die Entwicklung beider Städte war von der Salzstraße gekennzeichnet, die stets Wohlstand für die Kommunen brachte. So erfährt man in Bad Leonfelden unter anderem, dass die Säumer für den Transport des Salzes zuständig waren, dass die Fracht zwar teilweise bereits auf Wagen geladen wurde, dass diese jedoch keine Bremsen besaßen und man sie nur schwer mit „Radschuhen“ oder Sperrketten zum Stillstand bringen konnte.

Auch die Glasproduktion war für die Region wirtschaftlich wichtig – der Böhmerwald sorgte für das nötige Holz: immerhin brauchte man 2400 kg Holz, um ein Kilogramm Glas herstellen zu können.

Bad Leonfelden - GaunerzeichenDie politische Entwicklung verlief hier ebenfalls spannend: Die Auseinandersetzung Rudolfs mit Ottokar brachte Freistadt das Niederschlagsrecht, der Salzweg, der früher Bad Leonfelden eingeschlossen hatte, wich nun nach Freistadt aus. Die Hussiten plünderten die Stadt vier Mal.
Ein Bild verrät die vielen Zeichen der Gaunersprache: Liegenschaften wurden schön früh ausgespäht und dann der „Kollegenschaft“ mittels Zeichen mitgeteilt, wann ein Einbruch attraktiv ist oder wann ein reicher Händler auf der jeweiligen Stelle regelmäßig vorbei kommt. In diesem Zusammenhang kann man gleich einiges über die Gerichtsbarkeit, wie auch über die Bestrafung mit dem Richtrad erfahren.

Besonders interessant fand ich jedoch den Teil der Ausstellung, der sich mit der jüngeren Geschichte von Österreich und Böhmen beschäftigt. Es wird nicht nur auf den Zerfall der Donaumonarchie und die verschiedenen politischen Ströme eingegangen, man kann auch an Hand von Plakaten und anderer Ausstellungsstücke das Klima zwischen den beiden Weltkriegen und auch danach nachvollziehen. Den Hass, der teilweise in der Sprache durchkommt. Wahlplakate, die nur versuchen den politischen Gegner nieder zu machen. Gerade in einem Wahljahr wie diesen, sollte man es nicht versäumen Bad Leonfelden - Fraisenhaube und Fraisenkettchenzurück zu blicken und daraus zu lernen. Auch der Vertreibung der Sudetendeutschen ist Raum gewidmet. Erstmals wird hier versucht, dieses schwierige Kapitel zwischen Österreich und der Tschechischen Republik anzusprechen – und beide Seiten zu zeigen.

Im Bürgerspital findet man einen Überblick über den damaligen Stand der Medizin und teilweise kuriosen Aberglauben. Zu den medizinischen Leistungen kann die eiserne Hand des Götz von Berlichingen gezählt werden, die es ihm angeblich ermöglichte, wieder ein Schwert ergreifen zu können. Auf die kuriose Seite gehören dagegen der Schwangerengürtel, der den Segen und den Schutz der Jungfrau Maria für Mutter und Kind bringen sollte oder das Fraisenhäubchen (oder Fraasen = Krämpfe, Epilepsie) mit den Heiligenbildern, das man Kindern aufsetzte, um sie vor Krankheiten zu schützen.

Ausstellungsort Bad Leonfgelden (Ehemaliges Bürgerspital)
4190 Bad Leonfelden, Hauptplatz 19

Český Krumlov

Die Synagoge

Die ehemalige Synagoge in KrumauIn der Märchenstadt in Südböhmen gibt es gleich zwei Ausstellungsorte: das Regionalmuseum und die neu renovierte, ehemalige Synagoge. Hier kann man neben der Dauerausstellung über die Schicksale jüdischer Familien in Krumau während der Landesausstellung Geschichten und Fotografien von Menschen aus der Region kennen lernen. Vier Fotografen, einer aus jeder Stadt der Landesausstellungsorte – aus Český Krumlov natürlich Josef Seidel – repräsentieren ihre Länder und Menschengeschichten ihrer Zeit. Persönliche Schicksale erzählen die Geschichte der Region. Benedikt Braun war z.B. ein Angestellter der Schwarzenbergschen Schlossverwaltung und man erfährt durch ihn wie diese Menschen gelebt und gearbeitet haben, wie sie behandelt wurden. Es gibt die Geschichte eines Priesters aus Vyšší Brod oder eines Deutschen, der unbedingt in Tschechien bleiben wollte, seine Tochter mit einem „Neusiedler“ verheiratete, diesem sein ganzes Geld übergab, bleiben durfte, aber dann durch den Kommunismus alles verlor. Insgesamt 10 Lebensgeschichten machen eine Zeitspanne von 100 Jahren für den Besucher begreifbar, nicht nur durch Texte, sondern vor allem auch durch Bilder.

Wenn Sie nach dem Besuch eine Erfrischung benötigen, empfehlen wir Ihnen das neu eröffnete Café Synagoge, das in der ehemaligen Kantorwohnung untergebracht ist.

Ehemalige Synagoge
38101 Český Krumlov, Za Soudem 282

Regionalmuseum

Das Regionalmuseum in KrumauDoch nun zu meinem Favoriten: „Was wäre, wenn…“ nennt sich die Ausstellung im Regionalmuseum von Český Krumlov. Einmal abgesehen, dass Sie das Regionalmuseum bei einem Besuch von Krumau schon allein wegen des Keramikmodells der Stadt (und noch einiges mehr – siehe Artikel Český Krumlov) besuchen sollten, ist die Exposition der nicht realisierten Projekte in Südböhmen und Oberösterreich einfach faszinierend und unterhaltsam zugleich. Obwohl man einige Zeit zum Lesen der Texte braucht, sind die Projekte teilweise so kurios, dass man einfach staunend weiterlesen muss. Einige Bespiele gefällig?

Der Tunnel zur Adria

Erst 1979 wurde in Prag das Projekt eines 440 km langen Tunnels veröffentlicht, der der Tschechoslowakei einen Zugang zur Adria ermöglichen sollte: von Budweis bis Koper – so war die Planung – sollte man in Zukunft unter Österreich durch in 3 ¼ Stunden an der Adria sein. Trasse, Stationen (auch eine am Wörtersee) – alles war bereits im Detail geplant. Angeblich ließ sich der damalige Botschafter in Prag – Thomas Klestil – über das Vorhaben informieren...

Der Damm von Krumau

Regionalmuseum KrumauIn der kommunistischen Ära war auch ein 70 Meter hoher Damm ungefähr zwei Kilometer vor Krumau geplant mit einem Stausee bis Vyšší Brod. Dass man damit das Städtchen Rosenberg 23 Meter unter das Wasser verlegt hätte und die Burg von Krumau dann mehr oder weniger am See gelegen wäre, hatte für die Planer keine Rolle gespielt…

Eine „Prachtstraße“ durch Krumau>

Auch Hitler besuchte eines Tages Krumau, doch durch die engen Gassen der Stadt hatte es die Wagenkolonne mit dem Führer schwer, voran zu kommen. Um den nächsten Besuch des „hohen Gastes“ komfortabler zu gestalten, entstand der Plan eine asphaltierte Straße durch Krumau zu bauen. So stand für etliche wunderschöne Häuser das „Überleben“ an der Kippe…

Hollywood im Böhmerwald

Adalbert Stifter hatte anscheinend eine treue Fangemeinde. Schließlich wurde überlegt, dem Dichter über dem Pöckensteiner See ein Denkmal mit einem Schriftzug à la Hollywood zu setzen…

Regionalmuseum Krumau - Maria Theresia und der BöhmerwaldEs gab aber auch viele Projekte, bei denen man bedauern muss, dass sie nicht verwirklicht wurden.

Maria Theresia und der Böhmerwald

So sorgte sich bereits Maria Theresia um den Böhmerwald und wollte ihn in seinem Ursprung – als Mischwald – erhalten. Da allerdings die Glashütten sehr viel Holz benötigten, siegte bereits damals die Wirtschaft über den Naturschutz: Fichtenbäume wuchsen schneller und so wurde der Mischwald mehr und mehr zu einer Monokultur.

Interessant wäre es auch, könnte man heute mit den vielen geplanten Eisenbahnlinien zwischen Südböhmen und Oberösterreich herum fahren, oder – wie von Karl IV. geplant – auf den, durch einen Kanal verbundenen Flüssen Moldau und Donau von Wien bis nach Prag segeln…

Und auch sonst gibt es noch einiges zu entdecken – schauen Sie sich das an und genießen Sie anschließend bei einem Spaziergang durch die Stadt die wunderbare Atmosphäre. Mehr über Český Krumlov finden Sie hier auf www.ask-enrico.com.

Regionální muzeum v Českém Krumlově
381 01 Český Krumlov, Horní 152
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.museum-krumlov.eu, www.zemskavystava.cz

Freistadt

Freistadt Brauhaus - Das Mosaik von Arik BrauerIm historischen Brauhaus widmet sich die Ausstellung in Freistadt nicht nur dem Naturraum, der Besiedelung und der verkehrstechnischen Erschließung der Region, sondern wirft auch einen Blick auf die ehemalige Grenze, den Eisernen Vorhang, den Lebensgewohnheiten von Adel, Bauern und Klerus und natürlich auch auf die Essens- und Trinkgewohnheiten in der Region.
Gleich bei m Eingang erwartet ein 56m2 großes Glasrelief den Besucher. Von Arik Brauer geschaffen, zeigt es in den Farben gelb, orange und blau, die wichtigsten Zutaten des Bierbrauens: Getreide, Hopfen, Wasser. Das Haus steht unter Denkmalschutz und die Braucommune ist eine einzigartige Gesellschaftsform, die letzte dieser Art in Europa. 1363 erhielten 149 Häuser der Innenstadt von Freistadt das Recht Bier zu brauen. 1770 entschloss man sich außerhalb der Stadt einen Grund zu erwerben und ein Brauhaus zu errichten. Die Brauerei wurde gemeinschaftlich errichtet, die Anteile nach der Größe der Besitzungen der 149 Häuser aufgeteilt. Diese Gemeinschaftsform hat sich bei heute erhalten, nur die Auszahlungsart, früher Eimer (in einem Eimer waren 56 Liter), hat sich heute geändert.

Freistadt Landesausstellung 2013Eine sehr schon gemachte Installation begrüßt mit den Klängen aus Rusalka von Antonin Dvořák die Interessierten und stellt gleich die vier Ausstellungsorte auf einem Rundgang vor. In der Mitte des Raumes befindet sich eine Projektion der Region, es tauchen Orte auf, Flüsse und Berge, - Gewitter und Flugzeuge. An Tafeln kann man sich weiteren Inhalt zu vielfältigen Themen abrufen.

Die Ausstellung in Freistadt geht besonders auf den Handel mit Salz und auf die Marktgegebenheiten ein. Zu sehen gibt es schöne Exponate wie eine Ladenschlange oder die Marktfreiung, aber auch wunderbare Kleidung, Sattel, Hauben aus vergangenen Zeiten oder Kurioses wie eine Gerichtswiege. Diese relativ große Wiege hatte nichts mit Kindern zu tun, sondern in ihr wurden zankende Ehepaare zusammen gebunden hineingelegt und der Schande und dem Spot am Marktplatz frei gegeben.

Man erfährt auch einiges über die Natur der Region. Wussten Sie, dass der Elch früher hier heimisch war? Und wer gute Ohren hat, kann an einer Hörstation versuchen die typischen Geräusche zu erraten, von Vogelstimmen bis zur Blasmusik ist alles dabei.

Freistadt Landesausstellung 2013 - MarktfreiungTransport und Handelswege sind selbstverständlich auch hier ein großes Thema. Freistadt lag und liegt an einer ganz wichtigen Südverbindung: Salz aus dem Salzkammergut wurde in den Norden ebenso transportiert wie Eisen aus der Steiermark zur Sensenerzeugung. Von Venedig kamen Stoffe, Glas und Gewürze – der Norden lieferte vor allem Leder, Felle und Fische.
In Freistadt geht man besonders auf die Pferdeeisenbahn ein. Sie wurde 1825 - 1836 mit großen Problemen gebaut, war es doch schwierig die richtige Trasse zu finden, sodass die Pferde die Wagons (und dann auch noch beladen) ziehen konnten. Als man dann trotz der widrigen Umstände fertig war, hatte sich das Projekt fast schon wieder überholt: im Eröffnungsjahr der Pferdeeisenbahn fuhr in England bereits die erste Dampfeisenbahn, die Strecke Gmunden – Linz konnte daher bereits 1855 mit einer Dampfeisenbahn befahren werden, die Pferdeeisenbahn wurde 1872 bereits wieder eingestellt.

Der Besucher lernt das Leben des Adels, der Bauern und des Klerus kennen. Ausstellungsstücke bringen die Zeit dem Besucher näher. Auch den Zünften ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Freistadt Landesausstellung 2013 - Die Ess-StationZum Bier und zur Brauerei passt es natürlich, sich auch der Esskultur der Region zu widmen, bei der man viele Gemeinsamkeiten mit dem tschechischen Nachbarn feststellen kann. Es sind nicht nur ähnliche Gerichte, die hier wie dort auf den Tisch kommen, obwohl zwei unterschiedliche Sprachen sie bezeichnen, ist man über die Ähnlichkeit in Bezeichnung und Aussprache verwundert. Eine Sammlung von Schnupftabakdosen verrät, dass Schnupftabak in früheren Zeiten ganz selbstverständlich zu einem guten Essen gehörte und es verwundert dann auch nicht zu hören, dass Bier damals von allen, auch den Kindern getrunken wurde.

Bevor man die Ausstellung verlässt widmet sich noch ein eigener Abschnitt der früheren Grenze. Einzelne Installationen in Kojen rufen die verschiedensten Situationen im Grenzbereich zur Zeit des Eisernen Vorhangs hervor und sorgen teilweise für große emotionale Bewegtheit bei den Besuchern.

Freistadt Landesausstellung 2013 - Flaps, die FledermausErwähnenswert finde ich in Freistadt auf jeden Fall die Kinderstationen, die die kleinen Besucher durch die Ausstellung führen. Flaps, die Fledermaus, hat immer wieder interessantes zu erzählen und lädt ihre Gäste zu vielen Aktivitäten ein. Und wer vielleicht noch eine Nacht in Freistadt verbringen kann, sollte am Abend zum Bergfried gehen. In seiner Beleuchtung tummeln sich viele Insekten, ein ideales Futter für das Große Mausohr, das in einer Nacht ein Drittel seines Körpergewichts verdrücken kann und im Dachgeschoss der Brauerei wohnt. Vielleicht trefft ihr Flaps ja dort …

Hungrige sollten nicht verabsäumen dem Restaurant im Brauhaus einen Besuch abzustatten. Neben dem hervorragenden Bier ist auch der Schweinsbraten eine Sünde wert.

Braucommune Freistadt
4240 Freistadt, Brauhausstraße 2

Vyšší Brod

Zisterzienserstift Hohenfurth - Landesausstellung 2013Das Zisterzienserkloster ist auf jeden Fall einen Besuch wert – allein wenn man durch die Räume der Bibliothek geht, bleibt einem der Mund vor Staunen offen stehen. Sehenswert ist aber auch die Gemäldegalerie, die viele Schätze des Klosters nun zeigt.

Ein besonderer Schatz ist aber einzigartig und nur während der Zeit der Landesausstellung zu sehen: Das Zawischkreuz.

Dieses Kreuz, das in seinem Wert mit dem böhmischen Krönungsinsignien verglichen wird, ist nun das erste Mal nach mehr als siebzig Jahren wieder zu sehen. Einzigartig in seiner Verarbeitung, einzigartig in der Anzahl der Edelsteine gilt es als eine besondere Reliquie: soll sich doch in ihrem Mittelteil ein Stück Holz von jenem Kreuz befinden, an dem Christus starb.
Das Kreuz ist ein Geschenk von Zawisch von Falkenstein, der es wahrscheinlich in den frühen 80er Jahren des13. Jahrhunderts dem Kloster schenkte. Es könnte zum ungarischen Kronschatz gehört haben und mit Anna von Ungarn nach Böhmen gekommen sein. Zawisch heiratete Kunigunde, die Tochter Annas nach dem Tod ihres Gatten Ottokar, sie starb jedoch bald nach der Eheschließung. Zawisch übte die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Wenzel II., entwickelte hochgesteckte politische Ziele. 1290 wurde er jedoch von seinem Stiefsohn wegen angeblicher Verschwörung verurteilt und enthauptet. Sein Leichnam liegt im Kapitelsaal des Klosters begraben.

Zisterzienerkloster Vyšší Brod - Das Zawisch-KreuzSehenswert ist natürlich auch die Hohenfurther Madonna, ein einzigartiges Kunstwerek aus der Epoche der „Schönen Madonnen“ um 1420. Interessant ist die Geschichte der Rosenberger, die diese Abtei gegründet haben und hier ihr Grabmal besitzen, wie auch die Legende um die Gründung der Abtei.

Das Hohenfurther Kloster hat eine lange, teilweise schwierige Geschichte hinter sich. Blütezeiten wechselten mit Plünderungen und Aufhebungen ab. Während der kommunistischen Ära begannen die Klostergebäude und die Kirche mehr und mehr zu verfallen.
Seit 1990 bemüht sich der Orden wieder um die Erneuerung des klösterlichen Lebens.

Am Gelände des Klosters befindet sich auch noch das Postmuseum, das die Postgeschichte Böhmens von 1526 bis in die Gegenwart dokumentiert und nicht nur Briefmarken, sondern auch Postuniformen, Postschilder, Briefkästen und eine Sammlung von Kutschen, Schlitten und Postwagen zeigt.

Zisterzienerkloster Vyšší Brod - Die BibliothekMehr über das Kloster Vyšší Brod erfahren Sie hier auf www.ask-enrico.com.

Kloster Vyšší Brod
382 73 Vyšší Brod, Klášter 137
Tel: +420 380 74 66 74
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www.klastervyssibrod.cz