Anlässlich des 100. Todestages von Gustav Klimt kann man im KHM Wien vom 13.2. bis 2.9.2018 wieder ganz nah seinen Werken kommen – der Stairway to Klimt ist wieder eröffnet.

Klimt gilt als einer der größten Genies und ist einer der bekanntesten österreichischen Jugendstilkünstler,  Mitbegründer der Wiener Secession und auch deren Präsident.

Die Brücke zu Klimt im Kunsthistorischen Museum Wien
Die Werke, die nun über eine Brücke im Kunsthistorischen Museum in Wien besichtigt werden können, zählen zu den Frühwerken von Gustav Klimt, sie stehen noch im Zeichen des Historismus. Um die Bilder ganz aus der Nähe betrachten zu können ist wieder, wie bereits 2012, in knapp 12 Metern Höhe eine Brücke über das Stiegenhaus errichtet.

Stiegenhaus © KHM-Museumsverband
1857 befahl Kaiser Franz Joseph I. die Schleifung der mittelalterlichen Stadtmauer, der Bau der Ringstraße begann und im Zuge dessen wurde zwischen 1871 und 1891 auch das k.k. Kunsthistorische Hof-Museum und das k.k. Naturhistorische Hof- Museum errichtet.  Hans Makart, damals der wichtigste Maler seiner Zeit, wurde beauftragt, den gesamten malerischen Schmuck des monumentalen Stiegenhaus im Kunsthistorischen Museum anzufertigen.  Allerdings starb Makart bereits drei Jahre nach der Auftragserteilung und konnte so nur zwölf Lünettenbilder mit Darstellungen großer Künstler vollenden. Anschließend ging der Auftrag für das Deckengemälde an Hans Canon, der jedoch ebenfalls bald darauf starb.

Gustav Klimt: Griechische Antike I, 1890/91 © KHM-Museumsverband
Schließlich kam die Künstler-Compagnie zum Zug, eine Arbeits- und Ateliergemeinschaft, der Franz Matsch und die Brüder Gustav und Ernst Klimt angehörten und die auch von ihnen gegründet worden war, um gemeinsam auch größere Ausstattungsobjekte durchführen zu können.

Gustav Klimt Ägypten I, © KHM-Museumsverband
Gustav Klimt war 27 Jahre alt, als die Arbeiten begannen, die komplizierten Flächen zwischen den Säulen und die dreiseitigen Zwickel neben den Bögen zu füllen. Das Thema war vorgegeben und sollte die vergangenen Kunststile von Altägyptischer Kunst über die Antike bis zum Rokoko zeigen. Jeder der drei Künstler gestaltete eine der vier Wände des Stiegenhauses. Klimt malte die Gemälde für die Nordwand, die vierte Wand Richtung Westen teilten sich die drei Freunde. Gustav Klimt malte dort die Bilder ganz links mit den Darstellungen der florentinischen Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts.

Gustav Klimt Römisches und Venezianisches Quattrocento (Doge/Venedig) © KHM-Museumsverband
Durch die Brücke erhält jetzt der Besucher die Möglichkeit die Gemälde in 12 Meter Höhe zu betrachten. Sie sind in Öl auf Leinwand gemalt – nach 14 Monaten Arbeitszeit und sechs Monate vor der Eröffnung wurden die Gemälde an den Wänden verklebt. Sie sind perfekt im Originalzustand erhalten, wurden nie konserviert oder restauriert. Gustav Klimts Werke zeigen schon einen Schritt in Richtung Moderne: Der Goldgrund und die Durchdringung der Figuren durch das Ornament, das Flächige, die Abstraktion vom rein Gegenständlichen – Merkmale seiner Goldenen Periode – werden bereits angedeutet.

Nuda Veritas

In der Antikensammlung, im Saal X, wird noch ein weiteres Gemälde von Gustav Klimt gezeigt: die Nuda Veritas. Sie wurde auf der vierten Secessionssammlung (18.3.-31.5.1899) zum ersten Mal präsentiert, richtete sich explizit an die Kritiker Klimts und erntete wütende Proteste. Sie war zu modern, ungeschönt, nicht idealisiert – die nackte Wahrheit, in der Hand einen Spiegel, den sie ihren Kritikern und Betrachtern entgegenhält, damit sich diese selbst erkennen können.

Gustav Klimt: Nuda Veritas © KHM-Museumsverband

Zu ihren Füßen schlängelt sich die Schlange des Neides, die aus der Welt der Betrachter in das Bild eingedrungen scheint und sich nun wieder aus dem Bild heraus an das Publikum wendet.
Am 23.3.2018 um 9:00 Uhr gibt es noch einmal die Möglichkeit an einer Spezialführung teilzunehmen, Treffpunkt ist das Vestibül, der Zugang ist für gleichzeitig max. 60 Personen beschränkt. Es ist keine Anmeldung erforderlich, die Teilnahme ist mit gültigem Museumsticket frei.

Die Brücke zum Klimt © KHM-Museumsverband
Das Kunsthistorische Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, am Donnerstag sogar is 21:00 Uhr. Juni, Juli und August ist das Museum täglich geöffnet.
Online-Ticket sind unter folgendem Link erhältlich: https://shop.khm.at/de/tickets/

Lassen Sie sich die einmalige Gelegenheit nicht entgehen.

Stairway to Klimt © KHM-Museumsverband

13.2.-2.9.2018 Stairway to Klimt
1010 Wien, Maria-Theresien-Platz
Tel: +43 1 525 24-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.khm.at

Kommentare (0)

Bewertet als 0 von 5 basierend auf 0 Stimmen.
Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Kommentar als Gast veröffentlichen.
Rate this post:
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen
Zum Seitenanfang