Vom 28.4.-12.11.2017 widmet das Landesmuseum Burgenland einer der erstaunlichsten Begabungen der österreichischen Kunstszene eine Ausstellung.

Petra Werkovits, die Kuratorin der Ausstellung war 40 Jahre lang mit Eduard Sauerzopf befreundet, und versucht in der Ausstellung nicht nur den Künstler, sondern auch den Mensch Eduard Sauerzopf erleb- und spürbar zu machen.

Sauerzopf war die „Seele“ des Künstlerdorfes Neumarkt an der Raab. Er war Chronist und Initiator der Sommerakademie und Gastgeber von Peter Handke, H.C. Artmann, Gerhard Roth, Peter Turrini, Hildegard Joos, Walter Pichler oder Rudolf Schönwald.

Mag.a Margit Fröhlich, Kuratorin Petra Werkovits und Mag. a Claudia Priber eröffnen die Ausstellung, Foto © KBB Weiss
Sauerzopf wurde am 12.8.1930 geboren und verbrachte seine Kindheit in Stegersbach-Bergern. Die Eltern unterhielten eine kleine Landwirtschaft, Bargeld war selten, aber es gab viel zu Lesen und anzuschauen und von klein auf interessierte sich der Burg für Illustrationen. Seine Eltern lasen gerne, auch ungarische und kroatische Lektüre, wie er sich später erinnern wird. Wahrscheinlich war deshalb in dieser Familie Toleranz kein Fremdwort und auch die Gastfreundschaft wurde großgeschrieben. Sauerzopf war ein guter Schüler, der eigentlich Kunsttischler, Baumeister oder Architekt werden wollte, doch seine Lehrer rieten ihm die Lehrerbildungsanstalt zu besuchen. 1945 kommt er aus dem Krieg zurück und es dauert ein Jahr bis er seine Ausbildung in Wien-Strebersdorf fortsetzen kann, dort beginnt er auch Tagebücher zu führen, die er auch bald mit Zeichnungen seiner Lehrer illustrierte. Nach dem Tod seines Vaters ist die finanzielle Lage der Familie angespannt und Sauerzopf bemüht sich um eine Anstellung, die er auch 1949 erhält.

Ab 1968 widmet er einen Großteil seiner Freizeit dem Kulturverein Neumarkt an der Raab, 1978 wird er in die Künstlergruppe Burgenland aufgenommen. Seine Zeichnungen werden unter anderem im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien, in der Burgenländischen Landesgalerie, in den Burgenländischen Kulturzentren, sowie im Ausland, in Slowenien, Italien, Ungarn, der Schweiz, der Türkei und in Deutschland ausgestellt.

Eduard Sauerzopf, Foto © LMB
Eduard Sauerzopf illustriert auch Bücher, Zeitungen und Zeitschriften.

2011 starb Prof. Eduard Sauerzopf und voriges Jahr übernahm das Landesmuseum Burgenland eine umfangreiche Schenkung aus seinem Nachlass – die heurige Ausstellung zeigt nun ausgewählte Werke daraus: treffende Portraits, dynamische Bewegungsstudien und eindrucksvolle Landschaftszeichnungen zeigen die Virtuosität seines Zeichenstiftes und seine Begegnungen mit anderen Künstlern. Dietmar Grieser setzte ihm in seinem Buch „Schauplätze österreichischer Literatur“ als des „Dichters Dienstmann“ ein Denkmal, da er Peter Handke als „Cicerone und Berater, Manager und Chauffeur“ diente, als dieser 1968 in Neumarkt an der Raab seinen Roman „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter schrieb.

Sein Nachlass wurde in einen gemeinnützigen Verein eingebracht und ausgewählte Werke kamen durch Schenkungen in ausgewählte Sammlungen im Aus- und im Inland, darunter das Kunstmuseum Bayreuth, die Sammlung der Privatstiftung Esterházy, in die Graphische Sammlung der Albertina und eben ins Landesmuseum Burgenland.

Am Sonntag, den 30.4.2017 findet um 15:00 Uhr auch eine Kuratorinnenführung statt.

Eduard Sauerzopf. Ein Leben für die Kunst
7000 Eisenstadt, Museumgasse 1-5
Tel: +43 2682 719 4000
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.landesmuseum-burgenland.at
www.eduard-sauerzopf.at
www.kuenstlerdorf.net

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