Auch die Vergangenheit des heutigen Kroatiens ist eng mit den Nachbarländern verknüpft und wenn sich auch vielleicht einige Zeitabschnitte mit den anderen Ländern gleichen, versuchen wir hier die wichtigsten Abschnitte der Geschichte nachzuzeichnen.

Die ältesten archäologischen Funde stammen aus der Alt- und der Jungsteinzeit. Die ersten Siedler waren Kelten und Illyrer, an der Adriaküste entstanden griechische Kolonien. Im Jahr 168 v. Chr. wird Illyrien von den Römern unterworfen. Zahlreiche Illyrer treten in römische Dienste, Diokletian wird sogar römischer Kaiser. Im Laufe der Völkerwanderung ziehen Sarmaten, Goten, Alanen, Vandalen und andere Völker durch das Gebiet und lassen sich auch teilweise auf dem Gebiet des heutigen Kroatiens nieder. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches fallen Istrien und Dalmatien an Ostrom.

Im 6. und 7. Jh. siedeln sich slawische Stämme in Dalmatien und Pannonien an, lt. einem Bericht, der auf Aufzeichnungen von Constantin Porphyrogenitus beruht, ruft der byzantinische Kaiser Herakleios die Kroaten als Schutz gegen die Awaren ins Land. Mittlerweile geht am eher davon aus, dass sich die Einwanderung der Slawen in zwei Schritten vollzog: die erste Besiedlung durch nicht näher benannte Slawen, während der zweiten Besiedlung kamen die Kroaten ins Land.

Karl der Große siegt Anfang des 9. Jh. über die Awaren, es entstehen zwei Fürstentümer auf dem Gebiet des heutigen Kroatiens: Pannonien, das ab 812 unter fränkischer Oberhoheit steht, während Dalmatien weiterhin zum Byzantinischen Reich gehört.  Ljudevit von Pannonien hat 819 mit einem Aufstand gegen die Franken Erfolg, ebenso gewinnt er den Krieg gegen seinen Onkel Borna von Dalmatien und Liburnien. In der Folge werden Franken und auch Bayern zurückgeschlagen.

Trpimir I. (845-864) gründet die Trpimirović-Dynastie, anschließen herrscht Fürst Domogoj. Aus dem 8. Jh. stammen erste gesicherte Beweise über ein kroatisches Fürstentum auf dem Gebiet des heutigen Norddalmatiens: Papst Johannes VIII. spricht 879 von Fürst Branimir als „dux Croatorum“.

Tomislav, Domagojs Enkel, wird 925 der erste König Kroatiens und muss sein Königreich, das aus Zentralkroatien, Slawonien und Teilen Dalmatiens und Bosniens besteht, gegen die Ungarn verteidigen, was ihm gelingt. Durch ein Bündnis mit Byzanz sichert sich Kroatien die Adriainseln, Split, Trogir und Zadar. 928 verschwindet der König allerdings spurlos. Byzanz bestätigt unter König Držislav (969-997) nochmals die Oberhoheit Kroatiens über Dalmatien.

Innere Streitigkeiten führen unter der Herrschaft von Petar Krešimir zur Loslösung einiger Küstenstädte, die den Anschluss an Venedig betreiben. So gerät Kroatien durch Venedig und Ungarn in Bedrängnis und wir im Mai 1000 von einer venezianischen Kriegsflotte besiegt: Zadar, Trogir und Split kommen unter venezianische Verwaltung, Dubrovnik schließt einen eigenen Vertrag mit Venedig.

Krešimir muss den venezianischen Dogen Peter Orseolo als Fürsten Dalmatiens anerkennen.

König Zvonimir I. (1075-1089) mit der ungarischen Prinzessin Jelena der Schönen verheiratet, stirb ohne einen männlichen Thronfolger. Mit dem greisen Stjepan II. stirbt der letzte Vertreter der Trpimirović-Dynastie und Ungarn erhebt Erbansprüche auf Kroatien, die 1091 von Ladislaus dem ersten in Ostkroatien durchgesetzt werden können.

In der zweiten Hälfte des 11.Jh. erlebt das mittelalterliche kroatische Königreich seine Blütezeit. 1102 übernimmt die ungarische Dynastie der Arpaden durch die sogenannte Pacta Conventa in Personalunion die kroatische Königkrone und diese Verbindung bleibt – mit Ausnahme der Türkenkriege und einiger anderer Unterbrechungen, in unterschiedlichsten Formen bis zum Jahr 1918 bestehen. Kroatien ist aber während dieser Zeit nie wirklich ein gleichgestellter Verbündeter, sondern immer von Ungarn abhängig, obwohl es mit einer Ausnahme niemals ungarische Provinz wurde und sich immer einen autonomen Charakter sicherte, obwohl dieser im Laufe der Zeit immer mehr abnahm. 

Ende des 15.Jh. hatten die Osmanen Serbien, Bosnien, die Herzegowina und Albanien erobert. 1493 brach auch der Widerstand des kroatischen Adels zusammen und die Türken konnten die Gebiete südlich des Gvozd und das östliche Slawonien erobern. Kroatien schrumpfe auf einen engen Streifen zwischen der Donau und der Adria. Papst Leo X. nennt 1519 die Kroaten das „Bollwerk des Christentums“, türkische Einheiten stoßen bis in die Region des heutigen Karlovac vor. 1526 wird das christliche ungarische Heer bei der Schlacht von Mohács aufgerieben, die Lage wird auch für das übrige Europa äußerst bedrohlich.

1527 anerkennt der kroatische Adel Ferdinand I. als König von Kroatien und Ungarn an. 1683 erleiden die Osmanen eine Niederlage in Wien und bald darauf wird auch ein Teil der kroatischen Gebiete von der türkischen Herrschaft befreit. Der Frieden von Karlowitz 1699 befreit Ungarn und das heutige Slawonien.

1712 bestätigt der Kroatische Sabor das Erbrecht der weiblichen Linie der Habsburger mit der Kroatischen Pragmatischen Sanktion, 1732 wird Kroatien als unauflösbarer Bestandteil der ungarischen Stephanskrone erklärt.
Bis 1848 hatte Kroatien eine Zivilverwaltung unter einem königlichen Banus, der kroatischer Nationalität war und über ausgedehnte Machtbefugnisse verfügte. Seine Verwaltung wurde weitgehend durch den kroatischen Ständelandtag Sabor kontrolliert, dessen Beschlüsse allerdings mit den ungarischen Gesetzten übereinstimmen mussten.

Kroatien stand jedoch immer im Spannungsfeld ungarischer, österreichischer, venezianischer und osmanischer Interessen. 1805, und 1809 bis 1813 gründet Napoleon I., die Illyrischen Provinzen. Nach seinem Dekret von 1811 stehen zum ersten Mal slowenische und kroatische Gebiete wie Krain, Kärnten, Istrien, Zivilkroatien, Dalmatien, Dubrovnik und die Militärgrenze unter einer Verwaltung.

In der Zeit Kaiser Franz-Josephs besinnen sich auch die Kroaten auf ihre Eigeninteressen, nationalistische Bestrebungen nehmen zu.  Der Kroatische Ban Josip Jelačić von Bužim kämpft für die Idee eines Kaiserreiches, in dem alle Völker gleichberechtigt leben und beendet am 19.4.1848 die Beziehung zu Ungarn. 1848 nimmt er an der blutigen Niederschlagung der bürgerlichen Revolution in Wien teil, Kroatien wird aber weiterhin als ungarisches Nebenland behandelt. 1867 erfolgt der ungarisch-kroatische Ausgleich, der den Ländern der Stephanskrone eine beschränkte Autonomie zugestand. Dalmatien, Istrien und die Österreichische Riviera bleiben administrativ bei der österreichischen Reichshälfte.

Nach dem Ersten Weltkrieg erklärt der kroatische Nationalrat die Loslösung von der Österreich-Ungarischen Monarchie und die Vereinigung mit dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat), das am 1. Dezember 1918 von Aleksandar I. Karađorđević, Thronfolger und Prinzregent von Serbien proklamiert wird.
Stjepan Radić und seine Kroatische Bauernpartei, die den SHS-Staat ablehnt,  gewinnen bei den Wahlen die absolute Mehrheit der Stimmen. 1928 wird Radić während einer Parlamentssitzung von einem serbischen Abgeordneten mit weiteren 3 Angehörigen der Bauernpartei erschossen. König Aleksandar lässt daraufhin alle politischen Parteien verbieten und ruft die Diktatur aus. 1934 fällt König Aleksandar I in Marseille einem Attentat der Ustaša-Bewegung zum Opfer.

Jugoslawien tritt dem Dreimächtepakt bei, es kommt jedoch zu einem Putsch, der Deutschland zu einem Überfall auf Jugoslawien am 6.April 1941 veranlasst, die jugoslawische Armee wird geschlagen, die Regierung kapituliert und der König Petar II. flieht ins Exil nach Großbritannien.

In Kroatien übergeben die Deutschen die Macht an Ante Pavelić und seiner Ustaša-Bewegung und unterstützen den unabhängigen Staat sowohl politisch wie militärisch vor allem im Kampf gegen die Partisanen unter der Führung von Jozip Broz, genannt Tito. Istrien und Dalmatien werden an Italien abgegeben. Durch die Unterstützung aus der Bevölkerung gelingt es den Partisanen große Teile Kroatiens zu besetzen, sie errichten die „Diktatur des Proletariats“. Nach dem Krieg wird Kroatien eine von sechs Republiken Jugoslawiens unter der Regierung von Kommunisten, allerdings geht die Entwicklung Jugoslawiens nach dem Bruch zwischen Stalin und Tito 1948 einen eigenen Weg. Vorher wird allerdings das Privateigentum der Oberschicht konfisziert, Unternehmen, Gebäude und Ländereien enteignet und verstaatlicht. Die Reformen 1960 bringen eine zunehmende Öffnung zum Westen, die Duldung privater Familienbetriebe und landwirtschaftlicher Güter bis zu einer max. Größe von 20 Hektar und eine relative Nichteinmischung des Staates in private Angelegenheiten.
An der Adriaküsten beginnt sich der Tourismus zu entwickeln, der zu einer wichtigen Einnahmequelle für Kroatien wird, allerdings muss ein großer Teil dieser Deviseneinnahmen an die Zentralregierung nach Belgrad abgeführt werden, was immer wieder zu Streitigkeiten und Unmut in Kroatien führt. Ende der 1960er Jahren beginnt der „Kroatische Frühling“ – eine Reformbewegung entsteht zuerst unter den Intellektuellen, dann bis in die kroatische Parteispitze, bei ersten Demonstrationen entlädt sich jahrelang aufgestauter Unmut. 1971 zwingt Tito die gesamte Kroatische Führung zum Rücktritt, es werden tausende Personen festgenommen und verurteilt.
Die wirtschaftliche Krise in den 1980er verstärkt weiter die Spannungen zwischen den Teilen Jugoslawiens und mit dem Tod Titos 1980 fehlt ein wichtiger Stabilitätsfaktor.

1990 kommt es zu den ersten freien Wahlen in Kroatien, die die HDZ unter Franjo Tuđman gewinnt. Serbische Separatisten, von Belgrad unterstützt, errichten Straßensperren. Als kroatische Polizisten eingreifen, kommt es zu ersten Auseinandersetzungen. Serben errichten die „Republik Serbische Krajina“, die 30% der Staatsfläche Kroatien umfasst. In der Folge werden 170.000 Kroaten vertrieben, 8.000 ermordet. 1991/1992 erfolgt nach anfänglichem Zögern die Anerkennung Kroatiens durch die internationale Staatengemeinschaft. Deutschland beginnt, als nächstes Land folgt Österreich. Es dauert bis 1995 bis die besetzen Gebiete Kroatiens von der kroatischen Armee und Polizei befreit werden können.

Am 6.11.1996 erfolgt die Aufnahme Kroatiens in den Europarat. und am 21.2.2003 stellt Kroatien seinen Beitrittsantrag zur Europäischen Union, a, 18. 6. 2004 erhält Kroatien den Status eines offiziellen Beitrittskandidaten.

Mit 1.Juli 2013 wird Kroatien das 28. Mitglied der Europäischen Union.

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