Im Leben spielt der Zufall so manche Rolle – dass wir die Ackerbaugenossenschaft Cres gefunden haben, ist so einer. Und wir kamen heuer wieder …

Es ist schon ein paar Jährchen her, als wir zum letzten Mal in Lošinj unseren Urlaub verbrachten. Um auf die Insel zu kommen, haben wir den Weg über Krk und dann mit der Fähre nach Cres gewählt. Cres ist dann ja mit einer kleinen Drehbrücke in Osor mit Lošinj verbunden.

Links geht's zum Hafen und rechts zum Olivenöl
Links geht's zum Hafen und rechts zum Olivenöl


Kurze Zeit vor dem Urlaubsantritt mir ein Prospekt in die Hand (man bereitet sich ja auf seine Urlaubsdestinationen vor ), das den Olivenanbau in Cres beschrieb und die Güte des Öls lobte. Dabei war auch von einer kleinen Ölmühle in der Stadt Cres die Rede. So war ein Programmpunkt der Reise klar: diese Ölmühle musste besucht und gefunden werden.

Wenn es damals auch nicht ganz leicht war und es uns auch eher zufällig gelang, die Mühle wirklich ausfindig zu machen, war es für dieses Jahr – Urlaub auf Krk – fest eingeplant: Das Olivenöl war toll und die Mühle musste wieder gefunden werden.

Die Uljara - hier werden die Oliven angeliefert und in den Kisten gewogen
Die Uljara - hier werden die Oliven angeliefert und in den Kisten gewogen


Glücklicherweise half mir wieder ein Prospekt weiter, sodass es einfach war, die Adresse im Navi einzuspeichern. Allerdings ich hätte auch ohne diese Hinweise wieder hingefunden.
In der Ackerbaugenossenschaft hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Bei unserem ersten Besuch war es nur dem „Würstelstand“ in der Nähe zu verdanken, dass wir dort in der Mittagszeit jemanden aus der Ölmühle fanden, der sich dann gerne bereit erklärte uns aufzusperren und uns auch einige Flaschen des wohlschmeckenden Goldes zu verkaufen.

Da hat sich einiges geändert: In der Zwischenzeit gibt es sogar eine eigene Website der Landwirtschaftlichen Genossenschaft: www.pz-cres.hr. Diese ist allerdings in Kroatisch gehalten, sodass ich Google zur Übersetzung bemühen musste. Ist aber kein Problem.

Bei unserem ersten Besuch haben wir einen Blick ins Innere gemacht
Bei unserem ersten Besuch haben wir einen Blick ins Innere gemacht


Einen kleinen Fehler hat die Seite allerdings – während ich dieser entnahm, dass die Ölmühle von 7:00 bis 15:00 Uhr geöffnet sei, stellte sich das vor Ort als Irrtum heraus. 15:00 bis 17:00 Uhr wurde uns beschieden und damit basta. Ausnahmen werden keine mehr gemacht.
Da wir uns sowieso die Stadt anschauen wollten, war es egal. Wer aber die Zeiten der Fähren oder andere Verpflichtungen genau planen möchte, sollte vorsichtshalber vielleicht anrufen oder ein Mail schreiben.

Im Inneren der Ölmühle
Im Inneren der Ölmühle


Um 15:00 Uhr war es dann aber soweit. Sicherheitshalber hatten wir uns bereits einige Zeit früher eingefunden und konnten daher gleich das rege Treiben, das sich vor dem Gebäude abspielte, beobachten. Ein kleiner Kombi nach dem anderen fuhr vor, aber auch kleine Lkws oder ganz normale Pkws waren dabei. Eines war allerdings allen gemeinsam. Kofferraum auf und schon würden die Säcke mit den Oliven ausgeladen, die Früchte in grüne Kisten umgefüllt, ins Gebäude getragen, wo sie gewogen wurden und dann ins weitere Innere verschwanden.

Im Inneren der Ölmühle
Im Inneren der Ölmühle


Auch wir stürmten jetzt einfach den Vorraum. Eine nette Dame, die wie viele andere hier auf der Insel, ausgezeichnet Deutsch sprach, ließ uns noch einen Schluck Olivenöl kosten und schon gaben wir unsere Bestellung auf. Die Kartons wurden bereitgestellt – wir bezahlten (ist sogar mit Kreditkarte möglich) und schon waren wir wieder verschwunden.

Das Creser Olivenöl hat einen kräftigen Geschmack und der Anbau auf Cres zeichnet sich durch eine jahrhundertelange Tradition aus. Die Olivenmühle in Cres baute bereits 1905 die erste Olivenpresse, 1975 wurde die alte Presse von 1941 durch eine Zentrifugalmaschine, damals die erste ihrer Art in Kroatien ersetzt.

In den Kisten werden die Oliven gesammelt und gewogen
In den Kisten werden die Oliven gesammelt und gewogen


Gänsegeier, Oliven und Schafe sind wohl die bekanntesten Symbole der Insel und die beiden letztgenannten verbindet auch einiges. Die Schafe grasen frei auf der Insel (manchmal kann man auch eine kleine Herde finden, die die Straße entlang läuft), äsen die Olivenbäume, reinigen diese und düngen sie aber auch zugleich.

Angebaut sind in Cres vorallem zwei Sorten Oliven, aus denen das flüssige Gold hergestellt wird: Plominka und Slivnjaca. Die Oliven werden auf Cres per Hand gepflückt, noch am gleichen Tag, also frisch zur Ölmühle gebracht und mechanisch verarbeitet. So entsteht Öl höchster Qualität, extra vergine und original kroatisch.

Laut Website ist der Landwirtschaftlichen Genossenschaft auch ein Besucherzentrum angeschlossen, in dem man mehr über die Oliven, die Ernte und die Herstellung erfahren kann. Davon haben wir bei unserem Besuch, der allerdings in der letzten Oktoberwoche stattgefunden hat, nichts gemerkt. Während der Hauptsaison ist dies aber sicher, ebenso wie eine größere Verkostung möglich.

Der Ölmühle ist auch eine Metzgerei angeschlossen, die Biolamm aus eigener Zucht verarbeitet, diese haben wir aber auch nicht besucht – ein Grund wieder einmal zu kommen.
Auf jeden Fall ist das Öl und die Langwirtschaftliche Genossenschaft einen Besuch wert. Wer in Cres oder der Nähe urlaubt, sollte einen Besuch nicht scheuen und unbedingt einen Blick auf die Stadt werfen – es lohnt sich in jedem Fall.

Hervorragend: Das Olivenöl aus Cres
Hervorragend: Das Olivenöl aus Cres

Landwirtschaftliche Genossenschaft Cres
51557 Cres, Šetalište 20 travnja 62
Tel: +385 51 571 258
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www.pz-cres.hr