In Mönchhof – nahe der Grenze zu Ungarn, nahe zum früheren Eisernen Vorhang – liegt das Kloster Marienkron, das den meisten wahrscheinlich durch seine Kurtradition bekannt ist.

Am 15.6.2019 wurde das Kurhaus des Klosters nach einem groß angelegten Umbau wieder neu eröffnet – eine gute Gelegenheit sich im Kloster und neuem Kurhaus umzusehen.

Die helle Lobby mit Rezeption begrüßt die ankommenden Gäste in Marienkron
Die helle Lobby mit Rezeption begrüßt die ankommenden Gäste in Marienkron


Immerhin ist es schon mein dritter Klosterbesuch – nach Stift Heiligenkreuz und Stift Seitenstetten – und ich mag die Atmosphäre. Überall wird man freundlich empfangen, die Umgebung bereits strahlt eine innere Ruhe aus, man fühlt sich gleich beim Eintreten irgendwie wohl und geborgen. Ideale Plätze also um zu entspannen, der Hektik zu entfliehen und sich wieder auf sich selbst (und vielleicht auch auf Gott) zu besinnen.

Hohe Fenster lassen viel Licht in das Gebäude
Hohe Fenster lassen viel Licht in das Gebäude


Diesmal war ich gleich von Anfang an überrascht. Ich weiß eigentlich nicht warum, aber unter „Kloster“ erwarte ich immer ein altes, fast Burgähnliches Gebäude aus längst vergangenen Zeiten. Das ist hier in Marienkron aber ganz anders!

Blick in das Restaurant des Kurhauses
Blick in das Restaurant des Kurhauses

Die Geschichte des Klosters

Erst 1955 wurde das Kloster vom Stift Heiligenkreuz gegründet und es sollte als Gebetsstätte am Eisernen Vorhang dienen. Sechs Schwestern aus der Abtei Seligental in Bayern kamen am 15.8. zu Maria Himmelfahrt in den Pfarrhof von Mönchhof, um sich dieser Aufgabe anzunehmen. Von Anfang an mussten sich die Schwestern aber auch um ihr weltliches Überleben kümmern: so beschäftigte man sich mit Gartenbau und Heimarbeit und gründete im Winter eine Haushaltungsschule. 1958 war der Neubau der Klosterräumlichkeiten schließlich fertig und man begann wieder Überlegungen anzustellen, wie man das finanzielle Problem lösen könnte. Es entstand die Idee einer Hühnerfarm, die auch umgesetzt wurde. Allerdings waren die Schwestern nicht besonders begeistert, Hühner aufzuziehen und zu schlachten.

Die Klosterpforte führt ebenfalls in ein modernes Gebäude
Die Klosterpforte führt ebenfalls in ein modernes Gebäude


Nachdem die Hühnerzucht und weitere landwirtschaftliche Bemühungen nicht vom Erfolg gekrönt waren, beschloss man die Eröffnung eines Gästehauses. Immerhin sind Benediktiner und Zisterzienser für ihre Gastfreundschaft bekannt. Aber ein Gästehaus – hier in Mönchhof? Wo es kaum Infrastruktur gab und – wenn überhaupt – nur eine asphaltierte Straße herführte?

Blick in eines der modernen Zimmer des Kurhauses Marienkron
Blick in eines der modernen Zimmer des Kurhauses Marienkron


Dennoch das Abenteuer „Gästehaus“ wurde gewagt – dazu wurde anfangs auch eine kleine Kneipptherapie angeboten, außerdem gab es auch noch eine Sauna im Keller. Doch was 1969 begann entwickelte sich immer weiter. Heute gilt Marienkron als einer der ersten burgenländischen Anbieter eines ganzjährigen Gesundheitsangebots und der Erfolg gab den Schwestern Recht: Im Laufe der Zeit wurde das Kurhaus immer größer und beliebter sodass es schließlich zu einem Viersterne-Betrieb ausgebaut wurde. Die frühere landwirtschaftliche Nutzfläche wurde als Ruheoase in eine gestaltete Parkanlage umgewandelt.

Gemütliche Plätzchen im neuen Kurhaus
Gemütliche Plätzchen im Kurhaus


2007 stellt man den Betrieb unter weltliche Leitung, dennoch ist es den Schwestern auch heute noch wichtig im Kurhaus mitzuarbeiten und den Gästen auf Wunsch Gespräch, Meditation und Betreuung anzubieten.

Das weltliche Führungsteam des Kurhauses Marienkron
Das weltliche Führungsteam des Kurhauses Marienkron


2018 startet man einen weiteren Um- und Neubau des Kurhauses, der im Mai 2019 mit der Wiedereröffnung in der Projektzeit abgeschlossen wird. Auch die Ausrichtung und Konzeption des Kurhauses ist neu: Marienkron ist nun nicht nur eines der modernsten Kurhäuser Österreich sondern stellt nun den Schwerpunkt Darm und Gesundheit in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten.

Die Klosterkirche

Wenn Sie das Kurhaus oder das Kloster besuchen, sollten Sie auf jeden Fall auch einen Blick in die Kirche werfen. Bereits 1958 wurde mit dem Kloster auch die erste Kirche nach Plänen von Prof. Adolf Schmidsfelden mit Altarraum und dem Besuchertrakt gebaut – der Schwesternchor war durch ein Gitter davon getrennt.

Blick auf die Klosterkirche Marienkron
Blick auf die Klosterkirche Marienkron


1975 wurde die Kirche zum ersten Mal renoviert und dabei der Altarraum neu gestaltet. So wurde auch das Gitter zwischen den beiden Flügeln entfernt um ein gemeinsames Beten und Feiern des Gottesdienstes zu ermöglichen.

Blick in die Klosterkirche Marienkron
Blick in die Klosterkirche Marienkron


Durch den weiteren Ausbau des Kurhauses wurde allerdings auch die Kirche zu klein und so überlegte man 1979 wie man sie erweitern konnte. Tragende Wände ließen sich nicht entfernen und für einen kompletten Neubau war kein Geld da. Die Lösung entwarf Prof. Hans Schädl. Es entstand ein neuer halbkreisförmiger Schwesternchor, der in enger optischer Verbindung mit den beiden Gästeflügeln steht, die sich nun von drei Seiten um den Altar gruppieren.

Der Tanz der Seeligen
Der Tanz der Seeligen


Beim Eintritt in die Kirche fallen sofort die wunderschönen Glasfenster auf, die dem Inneren der Kirche ein ganz besonderes Licht und damit Atmosphäre verleihen. Sie sind aus Mund geblasenen Echtantikglas hergestellt, dass das weiße Sonnenlicht in seine Einzelfarben zerlegt.  

Die wunderschönen Fenster in der Kirche vom Kloster Marienkron
Die wunderschönen Fenster in der Kirche vom Kloster Marienkron


Die acht Oberlichten zeigen acht Gleichnisse aus dem Alten und Neuen Testament:
•    Jonas, der dem Fisch für seine Freilassung dankt
•    Die Frau, die sich freut die verlorene Drachme wieder gefunden zu haben und sie ihren Freundinnen zeigt
•    Der Baum aus dem Senfkorn, in dem die Vögel des Himmels wohnen werden
•    König Salomon und die Lilien des Feldes, von denen jede schöner gekleidet ist, als er in seiner Pracht
•    Seid klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben
•    Die Füchse haben Höhlen, die Vögel ihre Nester, aber der Menschensohn hat nichts, wohin er sein Haupt legen kann
•    Die fünf klugen Jungfrauen mit ihren brennenden Lampen
•    Job hält die Schale seines Glaubens unerschüttert zu Gott, obwohl von seinen Freunden schlecht beraten.

Die Glasfenster in der Kirche von Marienkron
Die Glasfenster in der Kirche von Marienkron


Das große Fenster gleich beim Eingang stellt den Tanz der Seligen dar, während das Fenster gegenüber vom Schwesternchor das Auferstehungsfenster genannt wird. Zu sehen sind ein Engel, der das leere Tuch hält, und fragend nach oben weist: „Wen sucht ihr? Er ist nicht da, er ist auferstanden…“ Der Heilige Geist in Gestalt der Taube bezeugt seine Aussage, wobei der Vogel auch als Phoenix gedeutet werden kann: ein Geschöpf, dass aus der Asche immer wieder neu aufersteht.

Das Fenster über die Auferstehung in Marienkron
Das Fenster über die Auferstehung in Marienkron


Alle Entwürfe stammen von der Äbtissin Basilia Gürth aus  der Abtei St. Gabriel, Pertlstein, gefertigt wurden sie in der Oberösterreichischen Glasmalerei Stift Schlierbach von Odilo Kurka.
Der Kreuzweg und die Pieta stammen aus dem Jahr 1993 und wurden vom ungarischen Künstler István János Nagy aus Budapest. Sie bilden mit dem Auferstehungsfenster und dem Auferstehungskreuz eine Einheit.

Der Kreuzweg
Der Kreuzweg


Die Disposition der Orgel wurde von Prof. Dr. Hans Haselböck so gewählt, dass sie den Gemeindegesang beim Gottesdienst führen, wie auch den Choralgesang der Schwestern begleiten, aber auch bei Konzerten solistisch erklingen kann. Erbaut wurde sie von der Oberösterreichischen Orgelbauanstalt St. Florian.

In der Klosterkirche von Marienkron
In der Klosterkirche von Marienkron


Die Muttergottesstatue im Stil der spätgotischen Schönen Madonnen gegenüber dem Chor sowie die schräg aufsteigende Decke des Schwesternflügels, die von außen einer Halbkrone ähnlich sieht (in Anlehnung an den Namen Marienkron) erinnert daran, dass die Kirche wie jede Zisterzienserkirche dem besonderen Schutz der Gottesmutter Maria unterstellt ist.

Das neue Kurhaus – ein Zentrum für Darm und Gesundheit

Nach rund elf Monaten Umbauzeit erwartet nun die Kurgäste ein runderneuertes Haus, das bereits mit seiner großzügigen Eingangshalle sein offenes und einladendes Konzept vermitteln möchte. Hohe Fenster brechen die Fassade auf und zeigen die Offenheit, gedämpfte, aber freundliche Farben vermitteln den Eindruck von Ruhe und Erholung.

Blick in das Schwimmbad des Kurhauses Marienkron
Blick in das Schwimmbad des Kurhauses Marienkron


Lärchenholz und andere Naturmaterialien sorgen für Wärme, das Schwimmbad und Sauna mit der davor liegenden Terrasse, die einen Ausblick in den Kurpark bietet, laden zu Entspannung und Erholung ein. Ein meditativer Spaziergang unter den alten Bäumen bringt Kraft und Selbsterdung wieder zurück.

Blick in das Restaurant des Kurhauses Marienkron
Blick in das Restaurant des Kurhauses Marienkron


Das Restaurant ist offen gestaltet, bietet aber durch die gestalteten Nischen auch Rückzugsmöglichkeiten für Gäste, die lieber allein mit sich oder ihren Freunden bleiben möchten. Wer seine Mahlzeiten oder eine Tasse der hauseigenen Teemischungen in absoluter Ruhe genießen möchte, kann sich in den „Raum der Stille“ zurückziehen.

Gesundheit beginnt im Darm

Während man früher eher nicht so gerne über den Darm und seine Tätigkeiten sprach, rückt er nun immer mehr ins Zentrum medizinischer Betrachtung. Obwohl bereits Hildegard von Bingen, Pfarrer Kneipp und altgriechische Mediziner darauf hinwiesen, legt man erst in den letzten Jahren wieder mehr den Fokus auf die Sichtweise, dass die Gesundheit des Menschen im Darm beginnt.

Blick in den Kräutergarten im Kurhaus Mönchhof
Blick in den Kräutergarten im Kurhaus Mönchhof


Beim neuen Konzept in Marienkron verbindet man nun alte und bewährte Sichtweisen mit neuen Wissenschaftlichen Erkenntnissen und möchte all jene ansprechen, bei denen Stress und Müdigkeit überhandnehmen, das Bauchgefühl aus den Fugen gerät und sich erste gesundheitliche Schwächen einstellen. Balance, Entschleunigung und Achtsamkeit sollen das neue Lebens- und Bauchgefühl prägen.

Viele Kräuter und Gewürze gibt es im Restaurant
Viele Kräuter und Gewürze gibt es im Restaurant


Dafür sorgen ein individuell abgestimmtes Therapieprogramm, integrativ-medizinische Begleitung und gesunde, genussvolle Ernährung. Zum Programm können Massagen, Bäder, Güsse, Wickel, aber auch Physiotherapie, Osteopathie, physikalische Therapie, Meditation, Yoga, Qigong, Einzel- oder Gruppencoaching gehören. Bei der Auswahl der Anwendungen wird – ebenso wie bei den Mahlzeiten – auf die ganz persönliche Disposition des Gastes geachtet, sein ganz persönlicher Tagesrhythmus wird ebenso berücksichtigt wie Vorlieben oder Abneigungen in der Essensauswahl.

Individualität ist Trumpf

Natürlich steht der Bereich der Ernährung ebenfalls im Fokus: Dafür sorgen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Andreas Michalsen von der Charité-Universität Berlin, der europaweit als einer der führenden Mediziner zum Thema Fasten und Integrative Medizin gilt.

Der Chef der Küche sorgt für den kulinarischen Genuss der Gäste
Der Chef der Küche sorgt für den kulinarischen Genuss der Gäste


Mit ihm hat die medizinische Leiterin von Mariakron, Dr. Ulrike Göschl spezielle Kurpakete für ihre Gäste entwickelt, schließlich kann auch die richtige Ernährung eine Therapieform darstellen. Wobei in Marienkron kulinarischer Genuss mit gesundheitsfördernder Wirkung kombiniert wird.

Das DiätologInnen-Team begleitet und berät die Gäste
Das DiätologInnen-Team begleitet und berät die Gäste


DiätologInnen begleiten die Gerichte mit besonderem Augenmerk auf die Wirkung der Zutaten und stellen auch den Wissenstransfer zum Gast sicher. Die offene Küche ermöglicht es wiederum besondere Wünsche – von speziellen Zubereitungsmethoden bis zu einer laktose- oder glutenfreier Kost mit dem Küchenchef zu besprechen oder auch à la carte zu bestellen. Der Kräutergarten vor dem Restaurant lädt ein, die Speisen mit seinen Lieblingskräutern selbst zu verfeinern. Damit kann in Marienkron auch eine Fastenkur durchaus genussvoll ablaufen.

Blick in den Park von Marienkron
Blick in den Park von Marienkron


Über die speziell geschnürten Pakete, Kosten und Buchungsmöglichkeiten informiert am besten und aktuellsten die Website von Marienkron hier: https://www.marienkron.at/

 

Checked by Enrico

 Kurhaus Marienkron GesmbH
7123 Mönchhof, Birkenallee 2
Tel: +43 2173 802 05-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.marienkron.at

Link zu Google Maps