Eva Pilarova (Foto: Wikipaedia, Jakub Císař)Pop, Schlager, Jazz – es ist schwierig die Grande Dame der tschechischen Musik einzuordnen – wir haben Sie in das „Jazz-Fach“ eingeordnet und hoffen, damit die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Eva Pilarová wird am 9. August 1939 in Brünn geboren. Sie studiert an der Janáček Akademie der Künste in Brünn, will eigentlich eine Opernkarriere starten. Bereits während ihrer klassischen Gesangsausbildung beeindruckt sie durch einen Stimmumfang von drei Oktaven. Früh wird ihr allerdings klar, dass die Oper nicht ihr Genre ist, sie fühlt sich mehr dem Swing und dem Jazz zugehörig, ihre Vorbilder sind Ella Fitzgerald und Louis Armstrong. Von Armstrong erhält sie 1965 anlässlich seines Besuches in Prag auch großes Lob: Sie sei eine große Sängerin.

Pilarová bleibt dem Jazz immer verbunden, wenn sie auch Schlager- und Popsongs singt.

Ihre Karriere beginnt Anfang der 60er Jahre: im Orchester des Prager Theaters Semafor erhält sie ihre erste Anstellung und tritt gemeinsam mit den Sängern und Entertainern Jiří Suchý und Jiří Slitr auf. Im Theater Semafor entstand auch die Jazz-Opera buffa „Dobře placená procházka“ in der die Sängerin mit Suchý, Slitr und Hana Hegerová spielte und sang. Diese Jazz-Oper wurde von Miloš Forman für das Fernsehen verfilmt.

1964 bringt sie ein Duett mit Karel Gott „Es ist gefährlich nach den Sternen zu greifen“ an die Spitze der Popszene in Tschechien und mit ihm spielt sie auch in einem Filmmusical. Sie tritt im damaligen Ostblock auf, aber auch in Paris, Rio de Janeiro und in Deutschland. Unzählige Songs, Auftritte im Fernsehen und mit den renommiertesten Orchestern des Landes folgen, ebenso mehrere Rollen in tschechischen Musikfilmen.

Eva Pilarová - Promeny Im Privatleben hat Pilarová wenig Glück: ihr erster Mann emigriert in den Westen, auch ihre zweite Ehe geht schief, erst mit ihrem dritten Mann wird sie glücklich – mit ihm ist sie noch heute verheiratet. In den 1970ern zieht sie sich von der Bühne zurück, tritt aber ab Mitte der 1980er wieder mit großem Erfolg auf muss aber mit einer Krebserkrankung kämpfen, die sie schließlich besiegen kann.

Ihre Popularität bei ist ungebrochen: obwohl sie 1977 die Anticharta unterschreibt, um weiter auftreten zu können, hat sie sich nie dem kommunistischen Regime angebiedert. Im Gegenteil: 1968 sang sie sogar das Lied, das als eine Art Protesthymne gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen galt: Requiem.
Eva Pilarová hat ihr Tätigkeitsfeld in den letzen Jahren noch erweitert: so gilt sie heute auch als talentierte Fotografin und ist zuletzt auch als ausgezeichnete Köchin und als Kochbuchautorin bekannt geworden.

www.evapilarova.cz

Probe hören: Eva Pilarová Summertime...